Manchmal gehen nur halbe Sachen: altdeutsche Teilstücke und Kleinmünzen richtig bestimmen

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Manchmal gehen nur halbe Sachen: altdeutsche Teilstücke und Kleinmünzen richtig bestimmen

Bis heute ist unklar, ab welchem Zeitpunkt Geld in den Umlauf gebracht wurde. Dokumentiert und schriftlich belegt soll dieses seit der Belagerung von Veji im Jahre 406 vor Christus der Fall sein. Damals haben dort die Soldaten der römischen Armee ihren Sold in Aera ruida, einer imperatorischen Prägung, ausbezahlt bekommen. Die ältesten Fundstücke aus der Frühbronzezeit sind etwa 2.000 bis 3.000 Jahre vor Christus alt. Eine genauere Spezifizierung des Jahres ist bis heute leider nicht möglich. Die Römer begannen ab dem Jahr 280 vor Christus und einige Jahre vor ihnen bereits die Griechen, die Zahlungsmittel zu standardisieren. Von diesem Zeitpunkt an wurden immer mehr Münzen hergestellt und dies nicht zuletzt aus dem Grund, weil im Römischen Reich ab dem Jahr 289 vor Christus stets mehr Münzmeister beschäftigt wurden. Die Münzmeister waren für das Schlagen und Gießen der Münzen in Bronze, Silber und Gold verantwortlich.

Aus diesem Zeitabschnitt des Mittelalters stammt beispielsweise der Denar. Dieser mutierte in der Antike zu einer sehr bedeutenden Münze und gilt als Vorgänger des legendären Deutschen Pfennigs. Nach dem Zerfall des westlichen Römischen Reiches wurden die Münzen kaum noch zum Zwecke der Bezahlung genutzt. Es dauerte bis ins 12. Jahrhundert, bis Münzen wieder interessanter und die ersten deutschen Prägungen veröffentlicht wurden. Seit dieser Zeit wurden stets neue Prägungen gestaltet und herausgegeben, die als Zahlungsmittel für Waren, Güter und Dienstleistungen dienten. Sie können als Sammler aus einem sehr breiten Sortiment an den unterschiedlichsten Teilstücken, Kleinmünzen und antiken Münzen wählen.

Bedeutung und Bestimmung der altdeutschen Teilstücke und Kleinmünzen

Unter Teilstücken und Kleinmünzen versteht man Münzen, bei deren Wert es sich um einen Teil des Ganzen einer Münze handelt. Die Münzen wurden aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt. Hierzu zählten zum Beispiel Kupfer, Silber und Legierungen aus zwei unterschiedlichen Metallen wie Kupfer und Zinn. Als Kleinmünzen werden Münzen bezeichnet, die einen geringen Nennwert haben, wie zum Beispiel 2 Pfennig. Teilstücke erkennen Sie daran, dass ihr Wert die Bezeichnung einer höheren Münze trägt, wie beispielsweise den 1/2 Batzen, bei dem es sich um die Hälfte eines ganzen Batzen handelt. Der 1/4 Kreuzer hatte den Wert eines Viertels des ganzen Kreuzers. Ebenfalls verhielt es sich so beim halben Schilling, der die Hälfte des Wertes eines ganzen Schillings betrug. So lassen sich die Teilstücke der jeweiligen Münze ganz einfach richtig bestimmen.

Der Kreuzer war wichtig für den internationalen Handel

Eine der wichtigsten Münzen ist der Kreuzer, er wurde ab dem Jahre 1271 in Meran geprägt. Er war im 16. Jahrhundert nur in Süddeutschland bekannt. Ein Kreuzer hatte den Wert von 4 Pfennig oder 8 Heller und wurde zu Beginn aus einer Legierung, die aus Silber und Kupfer, und später, ab dem 17. Jahrhundert nur noch aus Kupfer bestand, hergestellt. Der Heller wurde ab dem Jahre 1228 aus Silber gefertigt und hatte einen Wert von einem halben Pfennig. Verantwortlich für die Verbreitung des Kreuzers war der Kurfürst von der Pfalz und Bayern Karl Theodor, der das Recht hatte, Münzen zu fertigen. Durch den internationalen Handel war der Kreuzer nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und in der Schweiz bekannt. Den weitesten Weg legte der Kreuzer bis nach Brasilien zurück. Dort trug eine Währung den Namen „Cruzeiro" und „Cruzado", die den Kreuzer zum Namensvetter hatte. Den Kreuzer gab es beispielsweise mit den Nennwerten 5/10 Kreuzer, 1 Kreuzer, 4 Kreuzer, 5 Kreuzer, 10 Kreuzer und 20 Kreuzer. 

Der Groschen prägte Redewendungen

Eine weitere wichtige Münze ist der Groschen, der ebenfalls ab dem Jahre 1271 in Meran gefertigt wurde. Später ab dem Jahre 1328 wurde der Groschen durch den Grafen Adolf VI. von Berg geprägt. Der Groschen hatte einen sehr großen Einfluss auf die Bevölkerung und so hielt sich, bis zur Einführung des Euro in Deutschland, bei vielen Menschen als Bezeichnung für die 10-Pfennig-Münze der Begriff des Groschens. Der Groschen war nicht nur in Deutschland beliebt. In Österreich wurde der Groschen ab dem Jahre 1924 und in Polen ab dem Jahre 1815 eingeführt. Der Groschen ist auch in Redewendungen zu finden wie beispielsweise der „Notgroschen" oder „der Groschen ist gefallen". 

Der Batzen kam aus der Schweiz

Eine weitere Münze aus dem Bereich Teilstücke und Kleinmünzen ist der Batzen. Er wurde im Jahre 1492 in Bern veröffentlicht und war daher in der Schweiz sowie in Süddeutschland sehr verbreitet. Der Wert eines Batzens lag bei 4 Kreuzern. Er bestand anfänglich aus Silber. Ab dem 17. Jahrhundert wurde er aus dem Material Billon gefertigt, einer Legierung aus Silber und Kupfer. Der Name Batzen wurde in der Schweiz von einem Bären abgeleitet. Wie schon der Groschen hat auch der Batzen in einigen Redewendungen seinen Platz gefunden und daher sprechen viele Menschen von „einem Batzen Geld", wenn Sie eine größere Menge Geld meinen.

Mit dem Brakteat zahlte man fast im gesamten deutschen Raum

Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert gab es die Währung Brakteat. Sie wurde fast in ganz Deutschland, außer im Rheinland und im Alpenraum, von der Bevölkerung als Zahlungsmittel genutzt. Der Brakteat wurde aus den Materialien Silber oder Billon geprägt. Für die Motive wurden Vorlagen von römischen Medaillons wie beispielsweise Götter und Kaiser genutzt. Für Sie als Sammler sind die sehr alten Brakteaten von großer Bedeutung, da es hiervon nur noch sehr wenige Exemplare gibt. Der Brakteat wurden alle sechs Monate neu herausgegeben und in einem Tauschverhältnis von vier zu drei getauscht. Damit nahm der Staat Steuern ein, da die Bürger für den Eintausch von vier alten Münzen drei neue Münzen erhielten. Die alten Münzen waren, sobald die neuen herausgegeben wurden, nur noch eine gewisse Zeit gültig, sodass jeder Bürger zum Umtausch gezwungen war. Die neuen Münzen wurden jeweils aus dem Material alter Münzen gefertigt, wodurch ein normaler Materialverlust zu verzeichnen war.

Der Schilling erreicht Afrika – ein unter Sammlern beliebtes Teilstück

Der Schilling war in Österreich, Polen, Großbritannien und Deutschland zahlreich verfügbar. In Deutschland war er hauptsächlich im Norden sehr verbreitet. Dieser wurde in Silber geprägt und hatte einen Wert von 12 Pfennig. Unter passionierten Sammlern ist der Schilling als Teilstück beliebt, bevorzugt der 1/2 und der 1/4 Schilling. In einigen afrikanischen Staaten wie Kenia, Somalia, Tansania und Uganda zählt der Schilling noch zur aktuellen Währung. 

Verschiedene Motive, die Sie auf Kleinmünzen und Teilstücken finden können

Seit dem 12. Jahrhundert wurden unzählige Münzen geprägt und herausgegeben und dies ohne gesetzliche Vorschriften und Verpflichtungen, wie sie seit dem Jahre 1870 durch das Münz- oder Währungsgesetz geregelt werden. Seither gab es immer wieder neue Münzen, die sich in ihrer Größe und ihrem Gewicht unterschieden. Als deutliches Unterscheidungsmerkmal für die Herkunft der Münzen prägte zum Beispiel jeder in einem Land herrschende Kurfürst, Herzog oder Kaiser sein Konterfei auf die Münzen seines Volkes. Für Sie als Sammler sind die Motive von Gaius Julius Cäsar aus der Zeit von vor über 2.000 Jahren attraktiv. König Friedrich Wilhelm IV. prägte nicht nur sein Porträt auf die Kleinmünzen, sondern auch königliche und kaiserliche Symbole wie beispielsweise die Krone und den Reichsapfel. Herrscher anderer Länder kopierten diese Idee später, um hierdurch ebenfalls Ihre Stärke und Ihren Einfluss zu beweisen. Als Sammler erhalten Sie aus dieser Zeitepoche der Geschichte ansprechende und interessante Teilstücke und Kleinmünzen. Da die ersten Münzen von Hand gefertigt wurden, ist jede Einzelne von ihnen ein Unikat. 

Die richtige Reinigung Ihrer Kleinmünzen und Teilstücke mit verschiedenen Utensilien

Bei der Reinigung von Teilstücken und Kleinmünzen sollten Sie berücksichtigen, dass es sich bei der Münze, die Sie erworben haben um eine viele hundert Jahre alte Rarität handelt und es unter Umständen lange dauert, bis die anhaftende Schmutzschicht wieder entfernt ist. Dabei dürfen Sie die Münze nicht beschädigen und sollten Sie lediglich in den Urzustand versetzen. Dafür brauchen eine ruhige Hand sowie die nötige Geduld und Ausdauer. Als Grundwerkzeug für die Reinigung sollten Sie auf jeden Fall eine Pinzette mit beschichteten Spitzen, eine Lupe mit mindestens 8 Dioptrien, eine starke Lichtquelle, Zahnstocher, Baumwoll- oder Leinenlappen, unterschiedlich große Behältnisse aus Plastik sowie eine Flasche Olivenöl bereithalten. Das Öl hat die Eigenschaft, dass es die Münze von innen her konserviert, gleichzeitig aber auch reinigt, da es schwach säurehaltig Nutzen Sie auch das breit gefächertes Sortiment an informativen Büchern, in denen Sie erfahren, wie Sie Ihre Sammlung von Teilstücken und Kleinmünzen reinigen und welche Hilfsmittel Ihnen hierbei dienlich sein können.

Der sicherste Kauf und die beste Aufbewahrung von Kleinmünzen und Teilstücken

Der Kauf von Münzen ist reine Vertrauenssache. Durch Vorkenntnis beugen Sie dem Erhalt von Fälschungen vor. Informative Ratgeber können für Sie unter anderem Münzkataloge von unterschiedlichen Verlagen sein. Die Kataloge bieten Ihnen detaillierte Beschreibungen und Bilder zu den Kleinmünzen und Teilstücken. Zur Aufbewahrung Ihrer wertvollen Münzen bieten sich Sammelalben an: In diesen Alben sortieren Sie Ihre Sammlung nach Serien. Dies ermöglicht Ihnen einen präzisen Überblick zu allen Ihrer Exemplare. Außerdem sind die Münzen durch eine professionelle Aufbewahrung vor Kratzern, Beschädigungen, Fingerabdrücken und Staub geschützt. Kleinmünzen und Teilstücke befinden sich häufig noch in den Schubladen privater Haushalte, in Taschen oder auf Dachböden. Auch hier ist die Möglichkeit gegeben, dass Sie eine Münze finden, die einen besonderen Sammlerwert hat.

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