Malerei von Alt bis Modern - eine Frage des Geschmacks

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Malerei von Alt bis Modern - eine Frage des Geschmacks

Geschmack ist subjektiv, sagte Kant. Hegel und Humboldt sehen den Geschmack im ständigen Wandel. Er formt sich durch Bildung und Erziehung bis hin zur Allgemeingültigkeit.

  

Hegel und Humboldt bezeichnen Geschmack als kulturelle Eigenschaft des Menschen

Gemälde und Bilder verschönern das eigene Heim. Sie erinnern an Erlebnisse, zeigen gern gesehene Motive oder sind einfach schön. Jeder wählt sie nach Geschmack und persönlichen Empfindungen. Farbe und Motiv wecken Gefühle, die bei jedem Menschen persönlich geprägt sind. Manche Künstler schaffen es, viele Menschen mit ihrer Malerei anzusprechen. Ihre Werke werden als schön empfunden, ohne dass der Einzelne sagen könnte warum. Im Lächeln der Mona Lisa liegen Freundlichkeit, Sanftmut und Gelassenheit. Ein Meisterwerk von Leonardo da Vinci in Öl als Ausdruck des allgemeingültigen Geschmacks.

  

Ölmalerei umweht der Hauch des Alten und Verstaubten

Das Malen mit Öl perfektionierten die Künstler des 14. und 15. Jahrhunderts. Sie liebten die Ölfarben, die auf Holz oder Leinwand brillante Farbkontraste ermöglichten. Porträts, Stillleben und Landschaften setzen sie mit verschiedenen Maltechniken gekonnt in Szene. Rembrandt van Rijn veränderte seine Motive mittels Ton-in-Ton-Malerei, während er malte. Später nutzten Künstler diese Techniken in der modernen Malerei. Dalí verwirklichte surrealistische Motive, indem er Ölfarben einsetzte. Wird Ölmalerei oft als verstaubt empfunden, belebten zu jeder Zeit Künstler die Technik neu. Otto Dix kombinierte Öl mit einer Ei-Tempera-Farbe, was seinen Gemälden Tiefe und Glanz verlieh. Die Motive von Albrecht Dürer oder Michelangelo überzeugen auch noch heute in ihrer farblichen Schönheit. Hinsehen und Betrachten formen den Geschmack. Die farbliche Brillanz alter Werke ist schön, sagt die Allgemeinheit als Ausdruck des gebildeten Geschmacks.

  

Aquarelle und Acrylmalerei spiegeln heutige Lebensfreude und Lebensauffassung wider

Wasserlösliche Farben aufzutragen, gelang bereits den Höhlenmalern. Aber erst Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich die Kunst durch. Künstler wie Paul Cézanne oder Emil Nolde malten mit Aquarellfarben eigenständige Kunstwerke. Sie aquarellierten in der freien Landschaft Motive, die locker auf Papier entstanden. Die Maltechnik des Lasierens unterscheidet sich wenig vom schrittweisen Farbauftrag der Ölmalerei. Dennoch entstehen luftige und leichte Bilder im Spiel von Farbe und Papier. Vielleicht sind es die schnell erfassten, lebendigen Motive, mit der die Aquarellmalerei begeistert. Mainstream und Lebenseinstellung formen wie Bildung den Geschmack. Ölbilder des Mittelalters sind alt, abstrakte Malerei und naive Kunst genießen den Ruf des Modernen. Sie passen besser in die technisierte Zeit, in der Schnelligkeit gepaart mit Effekten triumphiert.

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