Luftreiniger bei Heuschnupfen - Sinn oder Unsinn?

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Jedes Jahr rechtzeitig zum Start der neuen Pollensaison schießen sie wie Pilze aus dem Boden - Angebote so genannter Luftreiniger, die mit unterschiedlichster Filtertechnik dem Pollenallergiker Gutes tun sollen.
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Unzweifelhaft ist, das mit so genannten Feinstaubfiltern, die als HEPA-Filter (high efficienty partical air filter) eine Menge Staub und andere feste Partikel, wie Pollen, Pilzsporen und Milbenkot aus der Luft filtern können, die Raumluftbelastung deutlich reduziert werden kann.
 
Diese nach Abscheidegraden klassifizierten Spezialfilter finden darum schon seit Jahrzehnten Anwendung überall dort, wo reine Luft von Nöten ist: In der Reinraumtechnik, in Krankenhäusern und insbesondere dort in Operationssälen, in der Computerteileproduktion usw.


Findige Hersteller haben diese Technik deshalb auch für den Hausgebrauch entdeckt. Seit etwa 15 Jahren gibt es sogenannte Raumluftreiniger - tragbare mehr oder weniger kleine Elektrogeräte, die mittels einem Ventilator die durch Staubpartikel und Allergenen verschmutzte Raumluft einsaugen und durch einen HEPA-Filter führen, wo diese dann gründlichst gereinigt wieder in den Raum geblasen wird.

Das dies funktioniert, habe inzwischen viele Tests (z. B. auch des TÜV Nord Raumlufthygiene) bewiesen.
 

Und doch gibt es bei genauerer Betrachtung deutliche Unterschiede bei HEPA-Luftreinigern, die den Verbraucher gerne verwirren.

Um den Pollenallergikern, die Ihr Leid gerne durch das Aufstellen eines Luftreinigers im Schlafzimmer vermindern möchten, eine Auswahlhilfe zu geben, haben wir Ihnen nachfolgend einige Kriterien zusammen gestellt:

Der Wirkungsgrad
Natürlich ist es so, das HEPA-Filter der gleichen Klasse auch den gleichen Wirkungsgrad (Abscheidegrad) erzielen, allerdings nur für die Luft, die diesen Filter auch passiert. Falschluft, d. h. angesaugte Luft, die konstruktionsbedingt nicht über die Filterfläche geführt wird, wird verschmutzt in den Raum geblasen und vermindert damit die Wirkung des Luftreinigers entscheidend.
Achten Sie deshalb darauf, das das Filter fest in Gerät in einem Rahmen oder ähnlichem sitzt, abgedichtet zum Gehäuse und das Gehäuse selbst solide ohne ungewollte offene Stellen gefertigt wurde.

Die Luftleistung

Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Auswahl der Geräteleistung / Gerätegrösse. Diese definiert sich in der so genannten Luftleistung, die in der Regel in m3 / h angegeben wird. Das ist also die Menge an Luft, die im Zeitraum einer Stunde durch das Gerät geführt wird. Gerne wird hier in den Angeboten die maximale Luftleistung des Gerätes mit der Raumgrösse gleichgesetzt. Dies ist jedoch nicht korrekt.
Achten Sie deshalb darauf, das Sie zunächst die Raumgrösse, in der das Gerät zur Aufstellung kommen soll, exakt ermitteln, am besten über das Raumvolumen, also Länge x Breite x Höhe des Raumes in Metern. Nun dividieren Sie die maximale Luftleistung des ausgewählten Gerätes durch 2. Ist der sich dabei ergebenen Wert gleich oder grösser als das von Ihnen ermittelte Raumvolumen, wäre das Gerät von der Grösse her geeignet.
Diese Berechnung stellt sicher, dass das Gerät in der Lage ist, den Rauminhalt an Luft 2 Mal in der Stunde zu filtern. Ein Berechnungsansatz, den gängige Prüfverfahren für derartige Luftfilter vorschreiben.

Die Baugrösse

Neben dem Nutzen, den solche Luftreiniger durch die Qualitätsverbesserung der Raumluft für Pollenallergiker bringen können, ist die räumliche Funktionalität für die Auswahl wichtig. Es macht wenig Sinn, einen von den Massen her grossen Luftreiniger in einen kleinen Raum zu platzieren. Er steht im Weg und macht unter Umständen auch optisch keine gute Figur.
Achten Sie deshalb darauf, das der ausgewählte Luftreiniger sich masslich gut in den Raum einfügt und nicht zu nah an Bett, Couch oder Schreibtisch platziert wird. So vermeiden Sie unangenehme Zugerscheinungen durch den Luftausstoss des Luftreinigers.

Die Lautstärke

Noch vor einigen Jahren waren Heuschnupfengeplagte froh, überhaupt einen geeigneten Luftreiniger zu finden, Komforteigenschaften wie Optik, Grösse oder Lautstärle waren zweitrangig. Inzwischen gehen viele Hersteller auch auf diese Kriterien ein, man kann zum Teil sogar zwischen verschiedenen Farben wählen.
Die Lautstärke hat jedoch einen besonderen Stellenwert für die Auswahl, kommt doch der Luftreiniger in der Regel im Schlafzimmer oder am Arbeitsplatz zum Einsatz.
Achten Sie deshalb darauf, das die Lautstärke des Gerätes angegeben ist. Hier reicht nicht die Bewertung "leise" aus, es sollten effektive Werte in dB oder dB(A) angegeben sein, und zwar für jede Lüfterstufe. Auch wenn es manchmal anders beschrieben wird, Lautstärken über 40 dB wirken störend und sind nicht wirklich mehr leise. 

Zeitschaltuhr

Eine einfache Möglichkeit, den Luftreiniger zeitlich gezielt einzusetzen, z. B. wenn man nicht zu Hause ist, ist die Steuerung über eine  Zeitschaltuhr. Hierbei muss es möglich sein, den Luftreiniger über eine handelsübliche Zeitschaltuhr ein- und wieder auszuschalten. Nicht alle Luftreiniger ermöglichen dies. Vor allem Modelle, die "viel Elektronik" beinhalten, können dies meist nicht.

Der Filternachkauf / die Folgekosten

Sind die Filter verschmutzt, müssen sie ausgetauscht werden. Die Wirkzeiten (Standzeiten der Filter) hängen sehr von der Art und Dauer der Nutzung und der Luftverschmutzung ab.
Achten Sie deshalb darauf, dass der Anbieter hierzu Orientierungsangaben macht und auch die Ersatzfilter anbietet, damit Sie einen Eindruck über die Kosten bekommen. Damit Sie sicher sein können, dass Sie die Filter auch noch in einigen Jahren bekommen, sollte Sie nur Luftreiniger bekannter Hersteller oder Anbieter wählen. Prüfen Sie, ob diese eine Serviceniederlassung in Deutschland haben, damit die Filterversorgung gewährleistet ist. 

Garantie / Gewährleistung

Bei einem technischen Produkt sollte man darauf achten, dass der Anbieter oder Hersteller eine Garantie anbietet. Die gesetzliche zweijährige Gewährleistung, die jeder Händler leisten muß, ist im Grunde nur eine 6-monatige Garantie. Der Käufer muß dann nachweisen, dass ein Defekt ursächlich bereits bei Auslieferung bestand und das ist in der Regel schwierig.
Damit Sie hier auf der sicheren Seite sind, achten Sie deshalb darauf, dass eine Garantie angeboten wird, deren Umfang im Angebot auch beschrieben ist. So vermeiden Sie teure Reparaturkosten in den ersten Nutzungsjahren.

Doch ein Fehlkauf? Was tun.

Luftreiniger werden verstärkt über den Versandhandel angeboten. Im stationären Handel sind sie kaum zu finden. Die richtige Auswahl des geeigneten Gerätes wird dadurch erschwert, dass man es nicht "leibhaftig" vor Augen hat und sich auf die Angaben des Händlers verlassen muss. Der Verbraucher hat jedoch einige Rechte, die ihn vor einem Fehlkauf schützen. Im Rahmen des Fernabsatzgesetzes - also via Internet oder Katalog - bestellte Produkte kann man innerhalb einer bestimmten Zeit zurück senden und den Kaufpreis zurück verlangen.
Für eine Nutzung des zurück gegebenen Gerätes können Sie jedoch belangt werden. Damit dies nicht geschieht, achten Sie deshalb darauf, das Sie für eine kurze Funktionsprüfung nach Empfang der Lieferung in der Regel keine Filter entpacken müssen. Auch die Lautstärke lässt sich so prüfen. Senden Sie den Luftreiniger dann in der Originalverpackung mit allem Zubehör und originalverpackten Filtereinsätzen zurück, muss der Händler den vollen Kaufpreis erstatten.

Übrigens: Der Händler haftet für seine Produktangaben (Produkthaftungsgesetz). Stellen Sie bei Lieferung fest, das dieser in seinen Aussagen falsche Angaben gemacht hat, ist auch dies ein Grund für eine für Sie kostenneutrale Rückabwicklung der Bestellung.

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