Lüster, Farbe, Form und Größe – wie Sie Ringe mit hochwertigen Perlen erkennen

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Lüster, Farbe, Form und Größe – wie Sie Ringe mit hochwertigen Perlen erkennen

Perlen sind Schmuckstücke von makelloser Schönheit. In ihren unterschiedlichen Schattierungen von strahlendem Weiß bis glänzend Schwarz begeistern sie Schmuckliebhaber auf der ganzen Welt. Perlenschmuck gibt es in unzähligen Variationen. Die unterschiedlichen Arten von Süß- und Salzwasserperlen begeistern besonders durch ihrer abwechslungsreichen Optik und werden gerne als Schmuck auf Ringen, Broschen und Halsketten getragen. Jedes Stück ist langsam in einer einzelnen Muschel gewachsen und somit ein echtes Unikat. Perlen sind von Natur aus perfekt geformt und müssen nicht nachbehandelt werden. Sie besitzen einen ganz eigenen, samtweichen Glanz und faszinieren mit ihrer runden, glatten Form. Allerdings gibt es auch bei Perlen erhebliche Qualitätsunterschiede. Lesen Sie hier, woran Sie hochwertigen Perlenschmuck erkennen können und welche hochwertigen Perlenarten es gibt.

Perlen – Kostbarkeiten aus dem kühlen Nass

Egal ob Süß- oder Salzwasserperlen, jede hat ihren Ursprung in einer Perlmuschel. Perlmuscheln werden auch Pinctada genannt. Jede der 15 Arten dieser Gruppe ist in der Lage, Perlen zu bilden.

Dies geschieht in der Regel dadurch, dass tief in das Muschelgewebe eingedrungene winzige Fremdkörper, aber auch Verletzungen dadurch bekämpft werden, dass die Muschel Perlmutt freisetzt, welches Sandkörner, Zysten oder Entzündungsherde einschließt und versiegelt. Perlmutt oder Perlmutter besteht aus einer Mischung als Calciumcarbonat und organischen Stoffen und bildet Schicht um Schicht die fertige Perle. Übrigens können auch andere Muscheln als Schutzfunktion Perlen ausbilden, allerdings sind diese nicht mit Perlmutt überzogen, sondern aus stumpfen, kalkhaltigen Substanzen. Sie besitzen keine edle Oberfläche und werden nicht für die Schmuckproduktion herangezogen. Nur die Muscheln der Gattung Pinctada bilden die wohlbekannten, exquisiten Kugeln aus schimmerndem Perlmutt.

Naturperle oder Zuchtperle – der kleine Unterschied

Wenn Sie Perlen kaufen möchten, haben Sie zuerst einmal die Wahl zwischen Natur- und Zuchtperlen. Naturperlen werden auch „echte Perlen“ genannt, da sie ohne Manipulation durch den Menschen in der Natur wachsen und an ihren natürlichen Lebensräumen im Meer geerntet werden. Fehlerlose Stücke von großer Reinheit sind extrem selten. Daher erzielen diese Perlen auf dem Markt sehr hohe Preise.

Das Gegenstück dazu sind Zuchtperlen oder „künstliche Perlen“. Hierbei wird die Muschel in speziellen Zuchtfarmen gehalten. Der Fremdkörper wird ihr dabei gezielt von Menschen eingepflanzt. Es gibt Zuchtstationen für Salzwasserperlen und solche für Süßwasserprodukte. Besonders in Japan haben Süßwasserperlen eine lange Tradition. Bekannt sind vor allem sogenannte Biwa-Perlen. Sie stammen aus den Zuchtfarmen am japanischen Biwa-See.

Neben diesen beiden Hauptunterschieden werden auch Perlen mit besonderer Form entsprechend deklariert. So heißen beispielsweise unregelmäßig gewachsene Perlen Barock-Perlen, während elliptische Perlen als Button-Perlen bekannt sind. Wachsen in einer Perlmuschel neben der großen Hauptperle auch mehrere kleine, spricht der Experte von Keshi-Perlen.

Arbeiten auf der Zuchtfarm – so gelangt die Perle in die Auster

Wer Perlen züchten möchte, benötigt zuerst die erforderlichen Austern. Auf Zuchtfarmen gibt es daher neben den Austernbänken mit Pinctada Muscheln meist auch eine eigene Aufzuchtstation. Hier werden die Larven der zukünftigen Austern gepflegt, bis sie ausgewachsen sind und ein Implantat aufnehmen können. Dieses Implantat besteht in der Regel aus Perlmutt und wird in das Gewebe der Auster eingesetzt. Da die Kügelchen rund sind, wird die fertige Perle ebenfalls rund werden, denn die Muschel legt nun schichtweise ihr Perlmutt um dieses Implantat. Würden ovale oder zylindrische Perlen gewünscht werden, müsste das Implantat entsprechend geformt sein.
Ist das Implantat erfolgreich eingesetzt, wird die Auster noch einige Wochen lang beobachtet. Denn viele Muscheln stoßen den Fremdkörper nach dem Eingriff wieder ab. Um dieses Risiko zu verringern, werden die Implantate gerne mit etwas Eigengewebe der jeweiligen Muschel versehen. Dadurch soll sie diesen „Eindringling“ besser akzeptieren und bei sich behalten. Es gibt jedoch noch andere Gefahren für die Muschel. Der empfindliche Organismus kann durch diesen Eingriff geschwächt werden. Die Folge sind Krankheiten oder Entzündungen. Diese Muscheln müssen länger unter Beobachtung bleiben, um zu sehen, ob sie sich wieder erholen oder ob sie daran sterben. Die meisten Austern verkraften das Einsetzen des Perlmutt-Körpers jedoch gut und können im Anschluss an die Quarantänezeit auf speziellen Austernbänken ausgesetzt werden. Dort werden sie von den Mitarbeitern der Zuchtfarm gehegt und gepflegt, bis die Perle nach einigen Jahren fertig gewachsen ist. Dann werden die Perlen „geerntet“ und an die Schmuckindustrie, Sammler und Juweliere weiterverkauft.

Süßwasserperlen – kleine Kunstwerke ganz aus Perlmutt

Süßwassermuscheln werden in ihren Zuchtfarmen ähnlich behandelt. Nur das Implantat unterscheidet sich von ihren Verwanden aus dem Meer. Denn bei Süßwassermuscheln genügt es meist, ein wenig Muschelgewebe einzupflanzen. Die Muschel beginnt damit, es zu umschließen. Allerdings löst sich das organische Material mit der Zeit auf, sodass die Perle am Ende komplett aus Perlmutt besteht. Bei Salzwasserperlen kann das Implantat im Inneren der Perle durch Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht werden. Süßwasserperlen sind durch und durch gleichmäßig aus Perlmutt.

Qualität und Beurteilung von Perlen

Ob natürlicher Fund oder gezüchtet, bei Perlen gibt es strenge Qualitätsmerkmale, nach denen die einzelnen Stücke beurteilt werden. Zuerst ist es wichtig, den Perlentyp genau zu bestimmen. Denn einige Perlenarten sind seltener als andere und sind daher wesentlich wertvoller. Auch die Beliebtheit einiger Perlenarten spielt bei ihrem Wert eine gewisse Rolle. Günstig sind zum Beispiel Süßwasserzuchtperlen, da sie in großer Stückzahl in China gezüchtet werden. Diese Halsketten und Perlenringe sind auch für ein schmaleres Budget attraktiv. Exklusiver und damit auch höher im Preis sind Tahiti- und Südseeperlen oder die japanische Akoya-Perle mit ihrem faszinierenden Glanz.

Lüster und Orient einer Perle – die Qualität der Lichtreflexion

Nachdem der Typus der Perlen festgestellt ist, geht es nun bei der Qualitätskontrolle um die Beschaffenheit der Oberfläche. Dazu wird zuerst ihr Glanz bestimmt, also die Fähigkeit der Perle, Licht zu reflektieren. Der Fachbegriff für diesen Oberflächenglanz ist Lüster. Die Einteilung reicht hier von matt und stumpf bis hin zu spiegelnd rein und klar.

Zusätzlich spielt für einen Juwelier beim Lüster auch das innere Leuchten einer Perle eine große Rolle. Dieser Effekt entsteht durch tausendfache Lichtbrechung im Inneren der Perle. Die unzähligen Einzelschichten aus Perlmutt, aus denen die Perle besteht, streuen das Licht und werfen es wechselseitig zurück. Je hochwertiger eine Perle ist, desto brillanter ist ihr Orient. Beides zusammen, Lüster und Orient, geben dem Juwelier zusammen mit einer möglichst fehlerfreien, glatten Rundung Aufschluss über den Wert und die Qualität der Perle.

Wenn Sie sich eine Kette oder perlenbesetzte Ringe kaufen möchten, können Sie generell davon ausgehen, dass die Produkte mit großer Leuchtkraft und einem ausgeprägten Farbenspiel auch wirklich hochwertig und echt sind. In edlen Perlen sollten Sie sich außerdem spiegeln können, so fein ist deren Oberfläche beschaffen.

GIA-System – die professionelle Bewertung von Perlen

Um einen einheitlichen Qualitätsmaßstab zu haben, nutzen viele Juweliere das Beurteilungssystem des Gemnologischen Instituts in Amerika, kurz GIA genannt. Es ist jedoch kein weltweit anerkanntes System, daher können Sie sich beim Kauf von Perlen nicht generell darauf verlassen. Allerdings bietet dieses System einen guten Überblick über die Qualitätsabstufungen und -unterschiede von Perlen. Auch Laien bekommen damit eine Hilfestellung, auf was sie beim Erwerb von echten Perlen besonders achten sollten.

Im GIA-System sind Perlen in verschiedene Kategorien von AAA (höchste Stufe) bis A (niedrigste Qualität) eingeteilt. Dabei wird jeder Perlentyp einzeln für sich bewertet. Es gibt GIA-Systeme für Salz- und Süßwasserperlen, für Akoyas, Tahiti- und Südseeperlen.

Allgemein gilt bei diesen Abstufungen, dass AAA-Perlen einen glanzvollen Lüster und einen brillanten Orient aufweisen. Außerdem sind sie mindestens zu 95 % frei von Wachstumsmerkmalen und besitzen möglichst keinerlei Fehler.

A-Perlen mit der niedrigsten Qualität haben dagegen nur 25 % der Oberfläche frei von Wachstumsmerkmalen und Fehlern. Außerdem ist ihr Lüster matt und besitzt kaum noch Glanz. Allerdings sind auch A-Klasse Perlen immer noch gute Schmuckperlen mit ganz besonderem Flair. Gerade diese Kategorie macht einen Großteil des Perlenschmucks aus. Perlen mit nur einem fehlerhaften Bereich werden zum Beispiel gerne bei Ringen verwendet, wo der Makel gut auf der Unterseite der Fassung verborgen werden kann. Auch Anhänger, Broschen und Haarschmuck profitieren von diesen nicht ganz perfekten Perlen.

Synthetisch oder natürlich – der kleine Unterschied bei echten Perlen

Im Grunde ist es ganz leicht, echte Perlen von falschen zu unterscheiden. Sie müssen sie nur anfassen. Denn inzwischen gelingt es zwar, Perlen optisch genau nachzuahmen, aber in Sachen Gefühl und Tragekomfort ist das Naturprodukt den synthetischen Kopien weiterhin überlegen. Eine der bekanntesten Firmen für Kunstperlen befindet sich auf der spanischen Insel Mallorca. Diese Majorica-Perlen werden in einem besonderen Herstellungsverfahren mit Perlmutt besetzt und durch verschiedene Oberflächentechniken so behandelt, dass sie echten Perlen täuschend ähnlich sehen. Majorica-Schmuck ist sehr begehrt, denn diese synthetischen Perlen ermöglichen täuschend ähnliche Kopien von Kreationen ausgesuchter Star-Juweliere. Ein Stück Glanz und Glamour für den kleinen Geldbeutel.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, ob ihr Perlen-Collier echt ist, sollten Sie vorsichtig darauf beißen. Nehmen Sie eine Perle zwischen die Zähne. Knirscht die Perle und fühlt sich staubig an, ist sie echt. Rutschen ihre Zähne ab, ist die Perle falsch. Der Grund ist die zu perfekte, einheitliche Oberfläche der Kunstperle, an der die Zähne keinen Halt finden können.

Diese Perfektion ist ein weiteres Indiz für ein unechtes Schmuckstück. Auch wenn hochwertiger Perlenschmuck mit mehreren Perlen stets so angeordnet wird, dass Perlen mit ähnlichem Aussehen arrangiert werden, besitzen die einzelnen Stücke dennoch Unregelmäßigkeiten, die Ihnen ins Auge fallen werden, wenn Sie den Schmuck genau betrachten. Bei synthetischen Perlen gleicht eine der anderen, ohne nennenswerte Unterschiede.

Auch ein Blick auf die Bohrlöcher von Perlenketten hilft weiter. Synthetische Perlen besitzen größere Löcher als echte. Außerdem können Sie am Rand dieser Löcher oftmals die aufgetragene Perlmuttschicht genau erkennen. Im Zweifelsfall schafft ein Gang zum Juwelier schnell endgültige Klarheit.

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