Lebensbäume: immergrünes Zypressengewächs als Gestaltungselement oder Hecke

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Lebensbäume: immergrünes Zypressengewächs als Gestaltungselement oder Hecke

Die Attraktivität des Lebensbaums als Ziergewächs, der auch als Thuja bezeichnet wird, beruht auf seiner hervorragenden Schnittverträglichkeit. Nachdem eine Thuja-Hecke angepflanzt worden ist, kann frühzeitig mit dem Schnitt begonnen werden, wobei die Form der Hecke sich im Querschnitt an einem Trapez orientieren sollte. Bei über Jahre bestehenden Anpflanzungen, kann die Hecke in der Höhe auch stark gekappt werden. Dagegen ist diese Maßnahme in der Breite nur in Grenzen erlaubt, weil der Lebensbaum im inneren Bereich im Laufe der Zeit kahl wird und aus verholzten Ästen und Zweigen nicht mehr nachwächst. Die Thuja ist mit ihrem besonders ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis in den zurückliegenden Jahren zu den am besten verkauften Heckenpflanzen aufgestiegen. Der abendländische Lebensbaum vereint zahlreiche Eigenschaften, die für die Grundstückseinfriedung von großer Bedeutung sind.

Beschreibung der Gattung Lebensbaum

Thujen (Thuja) oder Lebensbäume sind eine Pflanzen-Gattung in der Familie der Zypressengewächse mit der lateinischen Bezeichnung Cupressaceae, die zur Ordnung der kiefernartigen (Pinales) gehören. Es gibt drei Arten im östlichen Asien und zwei in Nordamerika. Außer dem Sichuan-Lebensbaum mit dem lateinischen Namen Thuja sutchuenensis werden die Arten und ihre verschiedenen Sorten generell in Kulturen angepflanzt. Besonders der abendländische Lebensbaum, der auch unter dem botanischen Begriff Thuja occidentalis bekannt ist, wird von vielen Gartenfreunden als Heckenpflanze verwendet. Lebensbaum-Arten und ihre diversen Sorten kommen als immergrüne Hecken und Bäume vor. Seine schuppenähnlichen Blätter stehen in vier Reihen gegenständig an den Ästen und Zweigen. Bei den Blättern können Kanten- und Flächenblätter unterschieden werden, die von Fall zu Fall Öl-Drüsen besitzen.

Die Samenpflanzen der Thuja-Arten besitzen weibliche und männliche Blüten auf einem Pflanzenexemplar, was in der Botanik als einhäusig getrenntgeschlechtig oder monözisch bezeichnet wird. Die männlichen Samenträger (Zapfen) weisen meist sechs bis zehn, unter Umständen auch vier bis 16 Mikrosporophylle auf, wobei jedes Mikrosporophyll zwei bis vier Pollensäcke trägt. Demgegenüber befinden sich die weiblichen Zapfen einzeln endständig an den Ästen. Sie verfügen über vier bis sechs Paare von schuppigen Samen, von denen nur die größeren, mittleren Paare fruchtbar sind. In dem Jahr, in dem sie auch bestäubt werden, öffnen sich die kleinen, ledrigen und eiförmigen Zapfen. Sämtliche fruchtbaren Samenschuppen weisen ein bis drei Samen auf. An den Samen befinden sich zwei seitliche, schmale Flügel.

Eigenschaften der Zierpflanze Lebensbaum

Die Zierpflanze Thuja besitzt eine hohe Standorttoleranz, was bedeutet, dass sie sich sowohl an sonnigen wie an halbschattigen Orten wohlfühlt. In Maßen verträgt sie sogar Nässe. Sie verfügt über eine sehr gute Frostbeständigkeit und ist sehr unempfindlich gegenüber Wind. Weitere positive Eigenschaften des Thuja sind, dass die Pflanze einen sehr guten Sichtschutz bildet, sie stadtklimafest und gut schnittverträglich ist. Die Bedeutung des Lebensbaumes spiegelt sich wider in der umfangreichen Auswahl an erhältlichen Größen und in der Sortenvielfalt in den Sortimenten der Anbieter. Ganz allgemein bevorzugt der Thuja einen ausreichend nährstoffreichen, feuchten, sandig bis lehmigen und zugleich kalkhaltigen Boden. Der normalerweise kegelförmige Aufbau der Lebensbäume kann ohne Schwierigkeiten eine Höhe von bis zu 12 Meter erreichen und gleichzeitig vier bis fünf Meter breit werden.

Namensgebung und Systematik der Lebensbäume

In der deutschen Sprache ist die Bezeichnung Lebensbaum aufgrund seiner vielfältigen Bedeutungen missverständlich und mehrdeutig. In seiner Verwendung ist der Begriff für die Gattung als reiner Handelsname zu verstehen. Üblicherweise wird die Bezeichnung Thuja im deutschen Sprachgebrauch weitaus häufiger verwandt. In der Gattung Thuja sind fünf Arten bekannt:

  • Der abendländische Lebensbaum, der in der Botanik als Thuja occidentalis L. bekannt ist
  • Der koreanische Lebensbaum, der auch Thuja koraiensis Nakai genannt wird
  • Der Sichuan-Lebensbaum mit dem botanischen Namaen Thuja sutchuenensis
  • Der Riesen-Lebensbaum, der als botanischen Begriff den Namen Thuja plicata Donn ex D. Don trägt.

Der sogenannte Chinesische Thuja oder auch morgenländische Lebensbaum, der von der Wissenschaft in früheren Zeiten als Thuja orientalis ebenfalls als Thuja-Art eingestuft wurde, wird in der neueren Forschung unter der Bezeichnung Platycladus orientalis einer eigenen Gattung Platycladus zugeordnet. Unterscheiden lassen sich die einzelnen Arten der Lebensbäume unter anderem an ihrem aromatischen Flair der zerriebenen Blätter. So duftet Thuja standishii nach Zitronenbonbons, Thuja koraiensis duftet wie Mandelkuchen, Thuja plicata riecht sogar schon, wenn die Blätter nicht zerrieben wurden, nach Ananas und der Thuja occidentalis erinnert an Apfelmus mit Gewürznelken.

Herkunft des asiatischen Thuja

Der asiatische Lebensbaum Thuja Sutchuenensis oder auch Sichuan Lebensbaum ist ebenfalls eine immergrüne Pflanze, die ein Mitglied der Familie der Zypressengewächse ist. Ursprünglich stammt der Baum aus dem chinesischen Sichuan und wurde dort von dem Missionar P. G Farges Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt. Einer größeren Öffentlichkeit wurde diese Thuja-Art erst bei ihrer Wiederentdeckung durch chinesische Botaniker im Jahr 1999 in seiner Heimatregion bei Chongqing bekannt. Die botanische Bezeichnung “Thuja Sutchuenensis” ist aus dem französischen Wort Sutchuen abgeleitet. Der Thuja Sutchuenensis kann eine Höhe von bis zu 20 m erreichen. Wegen seiner guten Schnittverträglichkeit und wegen seines schnellen Wuchses, der bis zu 40 cm pro Jahr betragen kann, in Verbindung mit einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich diese Zierpflanze in den letzten 30 Jahren als eine der meistverkauften Heckengewächse etabliert.

Wirtschaftliche und medizinische Bedeutung des Lebensbaums

Der Thuja weist ein rotbraunes Kernholz von geringem Gewicht auf und wegen seiner großen Haltbarkeit ist es besonders wertvoll. Die nordamerikanischen Arten werden forstwirtschaftlich genutzt und befinden sich unter den Bezeichnungen White Cedar, T. occidentalis, und Red Cedar, T. plicata, im Handel. Die Inhaltsstoffe ihrer Hölzer können Allergien auslösen. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts werden nach Deutschland Holzschindeln importiert, die aus kanadischer Rot- und bald darauf auch aus Weißzeder bestehen. Diese nordamerikanischen Produkte weisen eine höhere Witterungsbeständigkeit auf als beispielsweise die heimische Lärche.

Die Inhaltsstoffe des Lebensbaums werden in der Naturheilkunde zur Behandlung von Warzen eingesetzt. Eine aus Thuja gewonnene Lösung wird auf einen Wattebausch aufgetragen und die Warze damit behandelt. Beim Schneiden der Pflanzen empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen, da vor allem das Holz, die Zweigspitzen sowie die Zapfen durch ein hierin enthaltenes ätherisches Öl giftig sind. Bei sensibilisierten Menschen kann es durch diese Inhaltsstoffe zu Hautreizungen kommen. Wenn die Substanz in größerer Menge oral aufgenommen wird, kann das Gift zum Tode führen.

Die Sorten der als Zierpflanzen genutzten Thuja

Thuja wird meist als blickdichte Grundstücksbegrenzung angepflanzt. Er erreicht Höhen von über 20 m und verfärbt sich in der kalten Jahreszeit bräunlich. Wenn es wieder wärmer wird, nimmt der Lebensbaum allerdings wieder eine attraktive grüngelbe Farbe an. In Deutschland werden folgende Sorten angeboten:

  • Thuja plicata Atrovirens erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 8 Metern. Jährlich legt die Pflanze zwischen 20 und 30 Zentimeter zu und sie liebt sonnige bis halbschattige Orte. Eine Besonderheit ist: Er weist einen einstämmigen, schmalen Pflanzenaufbau mit tiefgrüner Färbung auf.
  • Thuja occidentalis Brabant mit einer Wuchshöhe bis zu 10 Metern erreicht einen Jahreszuwachs von 30 bis 40 Zentimetern. Er bevorzugt ebenfalls Standorte, die in der Sonne oder halb im Schatten liegen. Besonders hervorzuheben ist, dass er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist.
  • Thuja plicata Excelsa wird bis zu 12 Meter hoch und kann im Jahr bis zu 40 Zentimeter an Höhe gewinnen. Auch diese Sorte liebt sonnige oder halbschattige Standorte. Thuja plicata Excelsa ist eine schnellwüchsige und sehr harte Sorte.
  • Thuja plicata Martin mit einer Wuchshöhe bis zu 7 Metern legt jährlich 20 bis 30 Zentimeter zu und kann ebenfalls an sonnigen bis halbschattigen Plätzen angepflanzt werden. Thuja plicata Martin ist eine neue, sehr kompakte Sorte mit mattgrüner Struktur der Nadeln.
  • Thuja occidentalis Smaragd kann bis zu 5 Meter hoch werden. Der Jahreszuwachs beträgt 20 bis 25 Zentimeter. Das Gewächs bevorzugt sonnige und halbschattige Plätze. Die Besonderheit der Thuja occidentalis Smaragd ist eine attraktive, pyramidale Form, die keines Schnittes bedarf.
  • Thuja plicata Gelderland erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 8 Metern. Der jährliche Zuwachs kann bis zu 30 Zentimeter betragen. An den Standort stellt er ebenfalls keine hohen Ansprüche. Thuja plicata Gelderland ähnelt der Thuja Brabant in ihren Eigenschaften und ihrem Wuchs, jedoch weist die Pflanze eine dunkle, sattgrüne Färbung auf.

Tipps für die Pflege und Schnitt

Thuja-Pflanzen sind vor allem dann sehr preiswert, wenn der Gartenliebhaber diese recht jung kauft und sie langsam - aber zuverlässig - zu einer großen Hecke gedeihen lässt. Wenn das Gewächs noch recht klein ist, sprießen die Pflanzen bedeutend schneller als größere, weil diese durch den strapaziösen Ortswechsel nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer sich für Thuja entscheidet, sollte stets darauf achten, dass die Pflanzen vor allem in den ersten Jahren nicht austrocknen dürfen. Die Hecke kann ansonsten bereits nach kurzer Zeit verdorren. In der Zeit von Februar bis März sollten die Heckenpflanzen mit einem normalen Stutzschnitt zurückgeschnitten werden. In den Sommermonaten ist ein Rückschnitt nicht zu empfehlen, im äußersten Fall können einige Neutriebe herausgeschnitten werden, da die Pflanze sonst die pralle Sonne nur schwer verkraftet. Ein radikaler Rückschnitt ist dagegen vollkommen unangebracht.

Inzwischen ist der Lebensbaum oder die Thuja in Deutschland zu einer der häufigsten Heckenpflanzen avanciert, da sie nicht nur besonders preiswert, sondern auch noch sehr pflegeleicht ist und einen guten Sichtschutz in jeder gewünschter Höhe bietet.

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