Kunstlicht über Winter

Aufrufe 11 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Dabei gilt, dann Entfernung, Reflektor und Anzahl der Röhren zu kombinieren, um möglichst viel Licht auf die Bäume zu richten. Pro Tag sollten die Lampen dann 12 Stunden leuchten. Ich habe meine immer von 8 bis 20 Uhr angehabt. Eine Zeitschaltuhr leistet beim An- und Ausschalten wertvolle Dienste und kostet keine 10 Euro.

Nachteile
Die ganze Kunstbeleuchtung kann natürlich immer nur eine Ergänzung sein. Um Die Lichtmenge zu produzieren wie sie draußen vorherrscht, müsste man sicher 10 Doppelfassungen auf eine Pflanze richten. Das kostet aber eine ganze Menge Strom und schön sieht das sicher auch nicht aus. Daher sollte man die Pflanze immer noch möglichst hell stellen. Ein bedeckter Wintertag liefert auch 3.500 Lux, die man natürlich mitnehmen sollte. Das verdoppelt locker die verfügbare Lichtmenge und kostet uns keinen Cent. Man sollte nehmen was man kriegt. Der zweite Nachteil ist, dass die Pflanzenteile kaum verholzen. Man hat zwar keine Vergeilung mit ihren langen Trieben und Internodien und die gewachsenen Triebe sahen auch gesund aus, waren aber auch nach Wochen noch krautig grün. ich glaube das liegt am fehlenden UV-Licht, denn kaum dass ich meine Pflanzen dem normalem Sonnenlicht ausgesetzt hatte, setzte verholzten binnen Tagen die im Winter gewachsenen Triebe.
Auch ist damit nur die Lichtproblematik gelöst. Die fehlende Luftfeuchtigkeit muss man immer noch lösen. In der Regel hilft nur Sprühen bis der Arzt kommt. Das altbekannte Wassertablett half bei mir kaum, die Änderung betrug vielleicht 2-3%. Erst als ich es wirklich übertrieb, mit Blumenkastenuntersetzer (mit Seramis und Wasser gefüllt) auf der Heizung, sowie einem Zimmerbrunnen direkt neben den Bäumen wurden auch ohne Sprühen stabile Werte von 40 - 50% möglich. Inzwischen glaube ich auch, dass man mit den Zimmerbrunnen weiter kommt als mit dem Tablett, allein schon wenn ich die Wassermengen vergleiche, die ich bei den einzelnen pro Tag nachfüllen musste: Beim Tablett war einmal in der Woche schon zuviel, beim Brunnen praktisch jeden 2. Tag. Letzterer hatte auch ein größeres Füllvolumen).
Man darf auch nicht vergessen, dass die von uns zur Verfügung gestellte Lichtmenge immer noch im Vergleich zur Sommersonne hundsmiserabel ist. Deshalb gilt auch hier: Die Pflanzen nicht so warm stellen, denn das erhöht deren Stoffwechsel, was wiederrum ihren Lichthunger erhöht.

Was kostet's?
Alle Angaben sind ungefähre Werte.
.: Doppelfassung, 36 W, 120cm, ohne Reflektor: 20.- Euro
.: Pflanzen-Leuchtstoffröhre Osram "Fluora", 36W: 15.- Euro
.: Reflektor, passend zu 36 W Röhren: 10.- Euro
.: Zeitschaltuhr: 5.- Euro
.: Strom: 0,13 Euro pro Tag (2x 36 W Lampe, 12 Stunden pro Tag, 15 Cent pro Kilowattstunde)

Praxisbeispiel
Bei mir daheim liefen im Winter zwei 36-Watt Lampen 12 Stunden pro Tag.
Pro Röhre gibt Osram eine Lichtausbeute von 1.400 Lumen an, insgesamt standen also 2.800 Lumen zur Verfügung. Das beleuchtete Fensterbrett hatte die ungefähren Maße von 20 x 120cm Zentimetern, also 0,24m². Im Ideallfall wären damit also stolze 11.666 Lux möglich gewesen. Praktisch sieht die Sache natürlich ganz anders aus, ich denke es werden vielleicht 2.500 bis maximal 4.000 Lux bei den Pflanzen angekommen sein. Wenn man das mit dem Sonnenlicht von draußen kombiniert, waren vielleicht 10.000 Lux als Spitzenwert denkbar, durchschnittlich vielleicht 3.500 - 5.000 Lux. Insgesamt also bestenfalls ein sehr schattiger Platz im Sommer, aber genug um die Pflanzen notdürftig für einige Monate zu versorgen. Die Stromkosten in dieser Zeit schlagen mit etwa 20 - 25 Euro zu Buche, die Lampen sind dann 2.160 Stunden gelaufen, bei der von Osram versprochenen Lebensdauer von ca. 18.000 Stunden sind also grob alle 8 Jahre neue Lampen fällig, was verschmerzbar sein dürfte. Die versprochene Lebensdauer dürfte auch hinkommen, nachdem die Lampen ja nicht ständig an- und ausgeschaltet werden, sondern nur genau zweimal pro Tag und dann eine lange Zeit anbleibt.
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden