Killerspiele - Debatte

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Wenig glaubhaft - aber schnell geäußert:
Die "Vernichtung" der "Killerspiele" und ihrer damit verbundenen Generation - Mittelalterliche Praxis, profundes Wissen oder einfach nur Geltungsbedürfnis auf Kosten anderer ?

Statt das Problem mit Unzufriedenheit an der Wurzel zu packen. Besonders für labile Menschen in einer immer härter werdenden Gesellschaft ist die Herausforderung oft zu groß, ihr gerecht zu werden.
Leider liegt das angesprochene Problem viel weiter zurück. Ich glaube nicht, dass es zeitgemäß ist eine "greisenhafte" Jury über derart komplexe Angelegenheiten entscheiden zu lassen. Denn eben diese Genration war es, die dafür sorgte das die heutige Jugend so wurde, wie sie sich jetzt gibt.
Die seit Jahrzehnten praktizierte antiautoritäre Erziehung hat eben ihre Spuren hinterlassen. - Jetzt heißt es nur noch: Schadensbegrenzung! Aber damit wird wieder einmal mehr das Pferd von hinten aufgezäumt.
Schulbeispiele wie in England oder Skandinavien zeigen Möglichkeiten auf, wie es gehen kann. Natürlich gibt es Gewalt auf der ganzen Welt, ergo kein Allheilmittel. Aber die Erziehung beginnt eben im Kopf.

"Schlechtestes" Beispiel: Terrorismus. Wir kennen ihn seit vielen Jahren, seinen Ursprung, sein Verhalten, seine möglichen Auswirkungen. Aber anstatt mit viel Feingefühl schon frühzeitig Einfluss zu üben auf die damaligen Kinder des weiter keimenden Terrors, greifen wir jetzt nachdem die Kinder von einst mit Flugzeugen in Hochhäuser krachen zum letzten, radikalsten Mittel - Gewalt. Ob wir als "Erwachsene" damit unseren Status als Vorbilder nicht sehr in Frage stellen - gewiss! Aber die Schuld dieser Entwicklung einer erst kürzlich entstandenen Computermanie zuzuordnen ist sehr engstirnig & Scheuklappen-verdächtig. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich diese Diskussion bald von selbst erledigt haben wird. Die Wirtschaft hat es immer bewiesen, wer das Sagen hat: Alkohol & Zigaretten - oft beklagtes Übel sind trotz eingeschränkter Werbung immer präsent & nicht mehr wegzudenken aus unserer Gesellschaft. Mittlerweile haben selbst leichte Drogen (Cannabis) & die Prostitution ihre offizielle Akzeptanz in der Politik gefunden.
Ich glaube das es sich bei der Kritik an PC-Spielen nur um eine Trenderscheinung handelt. Ein neues Medium ist erschaffen wurden - das kann nur Hexerei & damit böse sein.

Die "PC-Gegner" haben doch keinen Bedarf daran, die wahren Hintergründe schlimmer Gewalttaten zu hinterfragen & die wirklichen Ursachen offen zu legen. - Das wäre nämlich Kritik im eigenen Hause. Die Fehler bei sich selbst suchen & sich die Zeit nehmen, die heutige Jugend zu verstehen, ist für eine längst überholte "Glaubensgemeinschaft" unmöglich.
Da die heutige Jugend weniger interessiert & bereit zuzuhören ist, wird es auch schwieriger Einfluss zu üben. Daraus resultiert aber auch: die "Kids" , als anfälligeres Klientel für äußere Einwirkungen haben kaum die Motivation sich zu sehr mit einer Sache zu identifizieren.
Soll heißen:
Heute mach ich das, weil es "in" ist. Morgen das, übermorgen...mal sehen?! Wenn Jugendliche mich über Probleme mit ihrem PC befragen, muss ich die Lösung in zwei knappen Sätzen rüber bringen. Details über die Hintergründe, Alternativen & Vorbeugungsmaßnahmen werden schon nicht mehr aufgenommen - zu viele Infos auf einmal.
Meine Erfahrungen wie jugendliche das Spielen am PC erleben sieht so aus:

Selbst "Tombraider" kann bei jüngeren noch unerfahrenen Gamer'n Gänsehaut verursachen. Das bezieht sich aber nur auf den gewollten Schockeffekt. ...Musik, die allmählich die Spannung steigert, Geräusche im Hintergrund nahender Gefahr...der Spieler rennt nicht mehr mit "Lara" durch den Level, er bleibt stehen, lauscht ...geht langsam weiter sich ständig umsehend - plötzlich mit lautem Gekreisch springt da - ein kleiner Affe aus dem Gesträuch. Na ja In diesem Moment sind die meisten Gamer nur daran interessiert das Leben ihrer Spielfigur zu schützen. Welches mit Angriff oder Flucht, je nach Location zu realisieren ist. Keiner ist wirklich auf spektakuläre Bluteffekte aus - oder lässt sich durch diese nachhaltig beeindrucken. (das machen die im TV viel besser - weil echter) Die kleine Nische der "Splatter" - Fans im PC-Bereich wird es mit Sicherheit auch geben. Die Mehrheit sucht den schnellen Unterhaltungswert: Bei Lan-Partys werden die Grafikdarstellungen auf ein verträgliches Minimum reduziert, um einerseits beste Performance aus dem Rechner zu kitzeln & andererseits nicht abgelenkt zu werden von unnötigen Details (qualmende Aschenbecher, Vögel am Himmel...etc) der Gegner muss schnell lokalisiert werden, um in Deckung zu gehen oder ihn aus sicherer Entfernung zu eliminieren. Da ist zwar das typische Tötungspotenzial ein Kritikpunkt aber solange die Atmosphäre eindeutig sagt: "Ich bin ein Computerspiel & meine Figuren sind gezeichnet" besteht kein Anlass dem mehr anzudichten.

- Wirkliche Gewalt am eigenen Leib durch Dritte zu erfahren, ist die Realität die sich keiner wünscht - aber, nur wer so etwas erfahren musste, kann wirklich einschätzen in wieweit PC-Spiele damit etwas zu tun haben könnten - nämlich nichts. Wenn man vorher mal die fragen würde, die am PC spielen, würde meine Prognose nur untermauert werden. Für die Mehrheit (15-45 Jahre) ist das Spielen eine reine kurzweilige Ablenkung. Das beweist der enorme Absatz von "Ego-Shooter'n", weil hier wenig Konzentration auf Rätsel, zu lösende Aufgaben oder Kommunikation erforderlich ist. Viele achten nicht einmal darauf, ob es Blut gab oder grüne Pampe. Oft wird nur ein Level gezockt dann ist wieder für ein paar Tage Ruhe. Ein "Rein steigern" im dunklen Kämmerchen trifft eher auf intelligentere Spiele zu (Myst, Siedler, Comand & Conquer, Schizm. etc.... Strategie-Spiele) Das gedankenlosen Hinrichten von Wesen aller Art in diesen Spielen mag der einzig wahre Kritikpunkt sein...hat aber bei genauer Betrachtung der gesamten Weltbevölkerung mit ihrem enormen Gewaltpotential wenn überhaupt nur einen Einflussanteil von 0.01% auf die Menschen, gegenüber sämtlicher anderer Medien & Umwelteinflüsse denen wir täglich ausgesetzt sind & damit auch schon als selbstverständlich hinnehmen (zB. die täglichen realen Toten in unseren Nachrichten).

Aber gerade die moderne PC-Technik lässt so manches Spiel zum Augenschmaus werden, wobei wir mal feststellen wollen, dass trotz der inzwischen zu trauriger Berühmtheit gelangten "Pisa-Studie" davon auszugehen ist, dass die Kids wissen welche Farbe Blut besitzt & wann es normalerweise in Erscheinung tritt.
Ein Spiel mit dem zu erwartenden Action-Effekt "Töte oder du ...." macht erst richtig auf sich aufmerksam, wenn plötzlich irgendwas nicht stimmt - ääh das Blut ist ja grün (..oder Lila). Wie auch immer ist mit nachträglichen Restriktionen nichts erreicht. Viele Jugendliche (& reifere Semester) kaufen sich heute erst dann ein "Baller-Spiel" wenn vorab im Internet Infos verfügbar sind über Möglichkeiten das Game in seinen Originalzustand zu versetzen. Das ist zwar nicht immer wirklich notwendig oder Spaß-fördernd aber das muss eben sein (aus Prinzip). Schließlich streiten wir uns heute in jedem zweiten Laden mit dem Verkäufer über kleinste Mängel eines Artikels (um den Preis zu drücken) die den Status eines voll funktionstüchtigen Produkts anzweifeln lassen oder eine Reduktion ästhetischer Art zur Folge haben?!

Bleibt eigentlich nur die Frage:Wollen wir eine Insel bleiben, die unter dem Deckmantel moralischer Verpflichtung sich der Außenwelt verschließt, andererseits aber gerade in moralischer Hinsicht eine Menge Fehler in der Vergangenheit machte - um diese jetzt durch einen weiteren zu ergänzen oder beginnen wir endlich mal über eine gesunde Erziehung unserer "Next Generation" vom Anbeginn ihres Lebens nachzudenken ?

P.S.
Ich arbeitete 12 Jahre als Jugendverantwortlicher in einem kulturpolitischem Umfeld (Jugendclubs, Internetcafés, Sportvereine).
Zum größten Teil ehrenamtlich (5 Jahre hauptberuflich als Leiter eines Clubs).
Dabei sind mir viele mögliche Facetten einer heranreifenden Persönlichkeit zu Gesicht gekommen.
Da ich sehr aktiv mit den Jugendlichen arbeitete, diskutierte, Veranstaltungen plante und organisierte, waren Gespräche und Gedanken aus allen Bereichen
möglich. Später entdeckte ich für mich selbst den PC als attraktives neues Medium und wurde ungewollt schnell zum erfahrenen Anwender,
wodurch ich dann bald auch über dieses Thema oft von Interessierten befragt oder um mein Voting gebeten wurde.
Ich habe zwar nicht Psychologie studiert - aber mit einigen Jahren an Erfahrung aus der Praxis des täglichen Lebens (oft 10 Stunden täglich) im Umgang mit jungen Menschen - unserer Zukunft, muss ich leider sagen, bedeutet das Wort eines Politikers, der sicher nicht einmal einige Stunden mit einem PC-Game vorweisen kann überhaupt nichts.
Es enttäuscht mich umso mehr, das wieder einmal jemand versucht sich zu profilieren - ohne wirklich dabei an die Entwicklung und den Reifungsprozess der Jugend wirklich zu denken.

Klar ist doch, das dieses Medium nachweislich weniger Gewalt portiert als Nachrichten und Filme.
Aber klar: Das Argument, der Spieler wird zum Akteur soll hier trumpfen.
Das ist aber Halbwissen. Denn nur ein absoluter PC-Anfänger ist beim ersten Kontakt mit Grusel, Schock und Gewalt-Effekten in Spielen wirklich noch zu erschrecken.
Will sagen:
Das Gewohnheitsspieler sich keineswegs von dieversen "Effekten" beeindrucken lassen und damit auch ihr Gewaltpotenzial nicht steigt.
Nun kommt das Argument Abstumpfung durch Gewohnheit.
Aber auch das wurde durch Studien rekonstruiert. Die Vermutung, dass Gewohnheits-Zocker nur weil der Puls nicht mehr steigt gleich gewaltbereiter sind ist absolute Dummheit.
Es steht fest, das labile Menschen anfällig für jede Art Beeinflussung sind.
Diese Leute müssen psychologisch behandelt und behütet werden.
Demnächst läuft einer Amok, weil er ein unsägliches Handy-Gespräch führte und dann werden alle Handys verboten ;-).

Ich glaub ich bin wieder im Mittelalter. Jede neue Erfindung birgt etwas Böses in sich und ist Schuld an der Entwicklung unserer Gesellschaft.
Längst haben Analytiker die zunehmende Gewaltbereitschaft der jungen Generationen fokussiert. Das ist eine Entwicklung, welche stetig voran schreitet und kaum ihren Ursprung in Computer-Games hat. Vielmehr durch das Versagen unserer ach so geschätzten Gesellschaftsform.

(news)
Und erst wieder kürzlich hat sich ein Psychologe geoutet, in dem er bei Counterstrike mitspielte (sich aber dort auch gleich zu erkennen gab) um das Potenzial selbst zu ergründen.
Nach nur wenigen Tage, war er von dem Spiel-Prinzip so angetan, dass er einen eigenen Server aufsetzte/einrichtete, um eine eigene Gilde/Liga/Gruppe zu bilden  - und seinen Kollegen empfiehlt er nun:  "Learnig by doing" - anstatt mit Halbissen die Menschheit noch verrückter zu machen...

Das ist ja fast wie in Japan mit den Delphinen. Dort wird den Menschen durch die Regierung doch tatsächlich erzählt, die Delphine müssen weg, da Sie für den Rückgang der gesamten Fischpopulation verantwortlich sind und dem Menschen somit eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen entziehen. (Übrigens ist Delphin überhaupt nicht als Nahrungsmittel in Japan bekannt, da unüblich). Das Fleisch wird oft unwissentlich unters Volk gebracht. Die japanische Regierung scheint aber wohl einen Genozid vorzuhaben, da nach letzten Studien der Quecksilbergehalt bei diesem Säuger 500-mal höher ist als erlaubt (das weiß die dortige Öffentlichkeit natürlich nicht). Warum geht keiner dagegen vor?  Na weils zu aufwendig ist und mit Worten nicht viel ausgerichtet werden kann.

- Hauptsache die Klappe aufgerissen und eine Killerspiel-Debatte losgetreten (die ja inzwischen auch unsere Regierung beschäftigt - Volksverdummung lebe hoch) 

Na Danke 

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