Kerzen kaufen oder Kerzen gießen – was ist zu berücksichtigen?

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Was Sie beim eBay-Kauf von Kerzen & Kerzengießen berücksichtigen sollten

 

Früher dienten Kerzen überwiegend als Beleuchtung. Sie kamen auch bei Bräuchen der unterschiedlichsten Religionen zum Einsatz. Auch heute noch werden zu besonderen Festen in der Kirche Kerzen angezündet. Aber die Kerze hat sich darüber hinaus im Lauf der Zeit auch zu einem Wohnaccessoire entwickelt, das für eine entspannte und harmonische Atmosphäre in Wohnräumen sorgt.

Des Weiteren sind Kerzen auch begehrte Bastelobjekte. Es gibt Rohkerzen, die mit passenden Dekorationsmaterialien individuell verziert werden können. Mithilfe einer passenden Ausstattung lassen sich Kerzen auch ganz leicht selbst gießen.

Welche unterschiedlichen Kerzenarten es gibt und worauf Sie beim Kauf von Ausstattungen für das Kerzengießen achten sollten, darüber informiert Sie dieser Einkaufsratgeber mit interessanten Tipps.

Der Kerzendocht – das Herzstück jeder Kerze

Ob Kerzen fertig gekauft oder selber gegossen werden – ohne einen geeigneten Kerzendocht gibt es keine Flamme. Normalerweise wird als Docht ein saugfähiges Geflecht aus Baumwollfäden verwendet, das mit Wachs oder Paraffin umgeben ist. Dieser Mantel beginnt bei etwa 60 Grad Celsius zu schmelzen, sodass der Docht mit einem handelsüblichen Feuerzeug oder Streichholz angezündet werden kann. Dabei entwickelt das Baumwollgeflecht eine Kapillarwirkung, mit der das Wachs der Kerze in die Flamme transportiert wird. Dort verdampft es und verbrennt in Verbindung mit Sauerstoff. Die warmen Verbrennungsgase steigen nach oben und machen Platz für unverbrauchte Luft. So entsteht die lang gestreckte Form, die für eine Kerzenflamme charakteristisch ist. Liegt der Sauerstoffgehalt in der Umgebung des brennenden Dochts unter etwa 16 Prozent, verlischt die Kerzenflamme.

Achtung: Wenn die Kerze zu rußen beginnt, kann es sein, dass der Docht zu lang ist. Zum Abtrennen gibt es spezielle Dochtscheren. Bei modernen Kerzen aus der Industrieproduktion ist das aber nur noch selten der Fall, weil hier ein asymmetrisch geflochtener Docht verwendet wird, der über Spannfäden verfügt. Diese sorgen dafür, dass sich der Docht zur Seite neigt und aus der Flamme herausragt. Dort kommt er mit Sauerstoff in Berührung und verglüht.

Die unterschiedlichen Herstellungsweisen von Kerzen

Früher wurde überwiegend Bienenwachs zur Kerzenherstellung verwendet. Heute sind auch Materialien wie zum Beispiel Stearin oder Paraffin als Rohmaterial erhältlich.

Zum Herstellen von Kerzen gibt es unterschiedliche Techniken.

  • Kerzenkneten
  • Kerzenziehen
  • Kerzenpressen
  • Kerzengießen
  • Kerzenwickeln

Während Kerzenpressen überwiegend bei der industriellen Produktion von günstigen Kerzen und Teelichtern verwendet werden, können einige andere Methoden auch von Hand ausgeführt werden. Ein besonders beliebtes Hobby ist dabei das Kerzengießen oder das Verzieren von fertig gekauften Rohkerzen.

Das Kerzenkneten gehört zu den ältesten überlieferten Methoden, Kerzen zu produzieren. Das Bienenwachs wird dabei um einen Docht herumgeknetet. Anschließend wird die Rohkerze so lange über eine glatte Oberfläche gerollt, bis die passende Form entstanden ist.

Der Kerzenzieher war früher ein angesehener Berufsstand. Heute findet das Kerzenziehen überwiegend maschinell statt. Dabei wird ein Docht so lange durch flüssiges Wachs, Paraffin oder Stearin gezogen, bis er die gewünschte Dicke der fertigen Kerze erreicht hat.

Kerzenpressen und Kerzenwickeln

Kerzenpressen arbeiten überwiegend mit gekörntem Paraffin als Rohmaterial. Der Docht wird dabei mittig befestigt und die Paraffinkörner werden maschinell in die Form gepresst, sodass sie den Docht vollständig umgeben. Lediglich ein kurzes Stück von etwa 10 Millimetern ragt heraus, damit die Kerze angezündet werden kann.

Bei Bienenwachskerzen wird auch heute noch oft die Wickeltechnik angewendet. Das ist aber inzwischen auch mit einem maschinellen Verfahren möglich. Hier besteht das Rohmaterial aus den Wabenplatten der Honigbiene. Sie werden erwärmt und um den Docht gewickelt. Dazu ein Tipp: Wenn Sie diese Technik gern selbst ausprobieren möchten, erhalten Sie Wabenplatten im Imkereibedarf. Geeignete Dochte finden Sie beim Zubehör für das Kerzengießen.

Kerzengießen

Besonders hochwertige Kerzen, die verschiedene Formen, Farben oder Verzierungen erhalten sollen, werden mit flüssigem Wachs, Paraffin oder Stearin gegossen. Dazu sind Formen notwendig, in die das verflüssigte Rohmaterial gegossen wird.

Es gibt noch einige Manufakturen, in denen ein frei hängender Docht wiederholt mit flüssigem Wachs übergossen wird. Diese Gießmethode erinnert ein wenig an das Kerzenziehen. Sie ist aber sehr aufwendig, kann überwiegend nur in Handarbeit erfolgen, und deshalb sind Kerzen, die so hergestellt wurden, in der Regel deutlich teurer als maschinell gegossene Kerzen.

Kleine Kunstwerke selber herstellen – das Kerzengießen als Hobby

Auch wenn es ein wenig Übung erfordert, das Kerzengießen ist ein Hobby, bei dem man seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann. Es gibt eine gewisse Grundausstattung, die für das Gießen von Kerzen erforderlich ist. Dazu gehört unter anderem:

Hilfreich sind Holzstäbe oder Schaschlik-Spieße, die man über die Form legen kann, um den Docht genau in der Mitte zu platzieren. Alle diese Materialien können Sie einzeln als Bastelzubehör bestellen. Es gibt inzwischen aber auch fertige Sets für das Kerzengießen, die mit allen notwendigen Dingen ausgestattet sind.

Das Rohmaterial schmelzen

Das Rohmaterial schmelzen Sie am besten in einem Wasserbad, ganz ähnlich, wie man es mit Schokoladenglasur für den Kuchen macht. Das hat den Vorteil, dass Wachs, Stearin oder Paraffin zum einen nicht mit dem Wasser in Berührung kommen, zum anderen aber auch nicht die volle Wirkung der Schmelzhitze aufnehmen müssen. Bei Stearin sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn es hat die Eigenschaft, sich sehr schnell sehr hoch zu erhitzen. Mit diesem Material muss man also besonders vorsichtig umgehen, um Verbrennungen zu vermeiden. Beachten Sie deshalb unbedingt die Sicherheitshinweise auf der Verpackung oder informieren Sie sich zusätzlich auf der Webseite des Herstellers. Sie können auch alte Kerzenreste einschmelzen und wiederverwenden. Achten Sie aber darauf, dass sich keine Rußpartikel oder Reste des abgebrannten Dochts darin befinden. Das stört nicht nur die Optik der neuen Kerze, sondern kann auch die Flamme nachteilig beeinflussen.

Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht kocht. Eine Schmelztemperatur zwischen 60 und 90 Grad Celsius ist ideal für alle Rohmaterialien. Ist die Temperatur höher, kann es passieren, dass das Wachs verbrennt. Normalerweise reicht niedrige bis mittlere Hitze zum Erwärmen des Wachses aus.

Mit dem Ausgießen der Form allein ist es noch nicht getan

Grundsätzlich werden Kerzen langsam gegossen. So verhindert man Lufteinschlüsse. Besonders am Boden der Form verteilt man zunächst eine kleine Menge flüssiges Wachs, die das Dochtloch abdichtet. So kann später nichts mehr herauslaufen.

Wenn die Kerze fertig ist, zeigt sich rund um den Docht häufig eine kleine Kuhle. Deshalb sollte immer ein wenig Wachs aufbewahrt werden. Damit kann man diese Absenkung vorsichtig auffüllen, sodass eine homogene Oberfläche entsteht. Wenn sich die fertige Kerze nicht einfach aus der Form löst, stellen Sie sie für kurze Zeit in den Kühlschrank. Bei Rohmaterialien wie Wachs oder Stearin funktioniert das ausgezeichnet. Reicht die Kühlung allein nicht aus, kann die Form anschließend mit etwas heißem Wasser angewärmt werden. Welche Methode für das von Ihnen ausgesuchte Rohmaterial am Besten ist, muss im Versuch getestet werden.

So bleibt die Form sicher stehen

Oft besteht beim Kerzengießen das größte Problem darin, dass die Form an sich beim Füllvorgang vielleicht umfallen könnte. Eine flache Schüssel, die mit etwas Sand gefüllt wird, verhindert das. Die Form wird fixiert und bewegt sich nicht, während das flüssige Wachs hineingeschüttet wird. Mithilfe solcher Vorrichtungen lassen sich auch ausgefallene Formen wie zum Beispiel schräge Kerzen gestalten. Probieren Sie es einfach einmal aus. Achten Sie aber darauf, dass sie nur eine geringe Schräglage der Form wählen, sonst lässt sich die Kerze nicht mehr tropffrei abbrennen.

Andere Formen und Variationen beim Kerzengießen

Natürlich lassen sich selbst gegossene Kerzen mit allen möglichen Materialien verzieren. Es ist aber auch möglich, das Dekor schon in den Gießvorgang mit einzubeziehen. So kann man zum Beispiel die Form von innen leicht anfeuchten und dann mit Sand, Deko-Granulat oder anderen Materialien füllen. Zahlreiche Partikel setzen sich so an den inneren Wänden der Form fest. Der Rest wird ausgeschüttet und danach wird die Kerzenform wie gewohnt mit dem Docht versehen und mit flüssigem Wachs aufgefüllt.

Auch Kerzen mit unterschiedlichen Farbschichten lassen sich leicht herstellen. Hier müssen einfach nur verschiedenfarbige Wachse geschmolzen werden. Lassen Sie dabei immer erst eine Wachsschicht antrocknen, bevor Sie mit einer anderen Farbe weiterarbeiten. Je besser die Wachsschicht getrocknet ist, umso weniger Farbverläufe entstehen.

Kerzen im Chrunchy-Look

Kerzen im sogenannten Chrunchy-Look werden mit Wachsflocken hergestellt. Wachsflocken können Sie bestellen oder mit einem Messer oder einer Reibe von einem Wachsblock selbst abraspeln. Diese Flocken werden in eine Gießform gefüllt, der anschließend heißes Wasser zugefügt wird. So schmelzen die Flocken. Durch vorsichtiges Drehen der Form setzen sie sich in unterschiedlicher Stärke an den Innenwänden ab und bilden damit ein interessantes Wachsdekor für gegossene Kerzen.

Im Bastelzubehör gibt es Anleitungen und Literatur, die sich mit dem Kerzengießen in den unterschiedlichsten Techniken beschäftigen. Hier finden Sie weitere wertvolle Tipps zu Material, Ausrüstungsgegenständen und kreativen Ideen rund um das Gießen von Kerzen.

Kerzen dekorieren – von innen und von außen

Selbst gegossene Kerzen kann man gut auch von innen dekorieren. Dazu eignen sich Gegenstände, die sich unter Hitzeeinwirkung nicht verformen. Muscheln, Glitzerpartikel oder Granulat erzeugen auch beim Abbrennen hübsche Effekte. Wenn Sie größere Dekorationen in die Kerze einarbeiten möchten, sollte das möglichst am Kerzenrand gemacht werden. Gießen Sie die Form mit flüssigem Wachs bis zu der Höhe aus, in der Sie zum Beispiel Muscheln oder Ähnliches einarbeiten möchten. Das Wachs sollte abkühlen, damit der Gegenstand nicht versinkt. Anschließend wird die Form bis zur gewünschten Größe mit Wachs ausgefüllt.

Einfacher ist es, Streumaterial in das flüssige Wachs einzurühren. Hier werden meist sehr kleine Partikel verwendet. Deshalb ist es wichtig, damit nicht zu sparsam zu sein, damit die dekorative Wirkung später gut zur Geltung kommt.

Für das Verzieren von Außen eignen sich unter anderem:

  • Deko-Kerzenfolie, die passend zurechtgeschnitten wird,
  • Deko-Wachs (gibt es bereits in fertig zugeschnittenen Formen),
  • Kerzenpens zum Bemalen oder
  • Servietten mit brennbarem Serviettenkleber aus der Serviettentechnik.

 

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