Kaufen oder nicht kaufen? Wissenswertes zu Anlageimmobilien

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Kaufen oder nicht kaufen? Wissenswertes zu Anlageimmobilien

Worauf es beim Kauf einer Immobilie ankommt

Der Kauf einer Immobilie hat einen ganz klaren Vorteil, Sie zahlen keine monatliche Miete, sondern investieren langfristig in eine Anlage für Ihre Zukunft und eventuell für Ihre Kinder. Aus diesem Grund stehen viele früher oder später vor der Frage, ob man eine Immobilie kaufen sollte oder nicht. Diese Entscheidung ist allerdings nicht so einfach. Gerade anfangs ist man überfordert, wenn es um den Kauf einer Immobilie geht, da man nicht weiß, was man unbedingt beachten sollte und worauf es ankommt. In erster Linie ist es natürlich am wichtigsten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und Sie nicht überverhältnismäßig viel bezahlen oder einen schlecht verzinsten Bankkredit aufnehmen. Des Weiteren sollten Sie im besten Fall einen Gutachter kommen lassen, der die Immobilie vor dem Kauf genau unter die Lupe nimmt und sie unter Umständen von einem Fehlkauf abhält.

Die Eckdaten einer Immobilie

Sie können eine Immobilie günstig kaufen und nach und nach Ihren Wünschen entsprechend nachbessern oder auch, wahrscheinlich mit höheren Kosten verbunden, direkt in Ihr Traumhaus einziehen. Die Hauptsache ist, dass Sie vorher ein Budget festgelegt haben. Die Lage spielt nicht nur beim Preis eine große Rolle. Möchten Sie zentral oder zumindest stadtnah wohnen und somit die Vorteile kürzerer Wege genießen oder gar außerhalb und ländlich, wo Sie Ruhe und viel Natur haben werden? Wie stellen Sie sich das Grundstück vor, einen großen Garten, in dem Sie sich handwerklich verwirklichen können oder doch lieber klein und leicht überschaubar? Brauchen Sie mehr als zwei oder drei Zimmer für Ihre Hobbys, Gäste etc. und wie viele Quadratmeter sollten diese haben? Entspricht der Quadratmeterpreis der Lage?
Auch das Baujahr ist ein ausschlaggebender Punkt für eine treffende Wahl. Zwar sind die Bauten von der Jahrhundertwende bis zu den 1920er Jahren solide gebaut, dafür sind die Rohre, Heizungsanlangen und elektronische Installationen oftmals überholt oder können auch defekt sein. In den 30er- und 40er- Jahren wurde sehr sparsam gebaut, worunter heutzutage beispielsweise die Statik leidet. Ungefähr ab 1950 standen wieder mehr Materialien zur Verfügung, doch wurde zu der Zeit häufig auch Giftstoffe verarbeitet. Ab 1960 ging es mit der Qualität wieder bergauf, dennoch sollten Sie sich immer über die letzten Sanierungen und bekannte Mängel informieren. Bei den Neubauten wird ein zunehmender Rückgang der Qualität beobachtet.

Ihre Bedürfnisse sind entscheidend

Jeder der ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, hat klare Vorstellungen davon, wie sein eigenes Heim aussehen und gestaltet sein soll. Eine solch wichtige Entscheidung darf nicht überstürzt werden, manche suchen Jahre bis sie das richtige Objekt gefunden haben. Wenn das Bauchgefühl nicht stimmt und Sie sich nicht absolut sicher sind, ist es noch nicht perfekt und das sollte es sein, schließlich möchten Sie wahrscheinlich für immer dort wohnen und glücklich sein, anstatt sich nach 10 Jahren über den Kauf zu ärgern, weil Ihnen etwas fehlt. Besonders was Ihr Grundstück betrifft, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie sich vorstellen und eventuell darauf bauen und pflanzen möchten, denn Sie haben nicht überall die Möglichkeit dieses auch umzusetzen. Es kann immer vorkommen, dass durch den Garten Rohre verlaufen und Sie deshalb an manchen Stellen nicht bauen können, abgesehen dafür brauchen Sie für Gegenstände wie eine Holzhütte, die Bauerlaubnis der Landesbauordnung.

Vor- und Nachteile beim Kauf verschiedener Immobilien

Eigentumswohnung – Vor- und Nachteile

Es gibt Eigentumswohnungen in verschiedensten Varianten, von der kleinen 30 Quadratmeter Wohnung bis hin zu einem 120 qm Loft. So haben Sie die Möglichkeit in Ihren eigenen vier Wänden zu leben und brauchen dazu kein großes Haus, das Ihnen viel Arbeit macht.
Ein wesentlicher Vorteil ist, dass Sie deutlich günstiger in der Anschaffung sind als ein Haus und Sie eventuelle Kredite erheblich schneller abgezahlt haben. Sie können solch ein Objekt auch gut als Zweitwohnsitz nutzen und gleichzeitig, in der Zeit wo Sie nicht da sind, vermieten und somit etwas Geld dazuverdienen. Meistens gehört zu der Wohnung kein Garten der gepflegt werden muss und Sie können unter Umständen sogar direkt in der Innenstadt wohnen.
Eine Eigentumswohnung bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich. Es kann dazu kommen, dass die Eigentümerversammlung beschließt, das Dach zu erneuern und ob Sie wollen oder nicht, Sie müssen Ihren Anteil dazuzahlen. Sie haben unmittelbare Nachbarn, auf die Sie Rücksicht nehmen müssen, was die Lautstärke betrifft. Garagen- bzw. Stellplätze für Ihr Kfz sind oft rar und meistens wird kein hoher Wiederverkaufswert der Wohnung erzielt werden.

Einfamilienhaus – Vor- und Nachteile

Bei einem Einfamilienhaus genießen Sie eine Menge Freiheiten, die Ihnen, in solch einem Maß, keine andere Immobilie bieten kann. Sie können nahezu alle Entscheidungen, was die äußerliche Gestaltung des Hauses, wie die Farbe der Dachziegel und z. B. die Bepflanzung des Gartens betrifft, selbst treffen. Dabei müssen Sie sich lediglich nach den Vorschriften der Landesbauordnung richten. Für gewöhnlich haben Einfamilienhäuser einen Garten, dort können Sie sich zum Beispiel auf Ihrem Liegestuhl entspannen und erholen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Sie in der Regel eine Garage, ein Carport oder wenigstens eine Auffahrt haben, wo Sie Ihr Auto abstellen können.
Einfamilienhäuser sind allerdings relativ teuer in der Anschaffung und genauso in der Instandhaltung. Sie sollten immer Geld zur Seite legen, um vorbereitet zu sein, wenn beispielsweise die Heizungsanlage kaputt geht. Ein anderer großer Nachteil ist, dass die Stadtverwaltung sagen kann, die Straße vor dem Haus müsse saniert werden und dann werden Sie anteilig zur Kasse gebeten. Im Allgemeinen ist ein Einfamilienhaus, vor allem ein frei stehendes, teurer, wenn es um Betriebs- und Nebenkosten geht.

Doppelhaushälfte – Vor- und Nachteile

Eine Doppelhaushälfte ist ein Haus, das meistens in zwei identische Hälften aufgeteilt ist und diese einzeln vermietet oder verkauft werden.
Sie haben den Vorteil, dass Sie zwar in einem eigenen Haus leben, das Grundstück, wie auch die Wohnfläche, etwas kleiner sind und somit die Betriebskosten sowie Hausarbeit geringer ausfallen. Durch den Nachbarn haben Sie eine Außenwand weniger, was auch die Nebenkosten unter Umständen niedriger hält. Preislich gesehen ist die Doppelhaushälfte eine gute Alternative zum Einfamilienhaus für alle, die gerne ein Eigenheim hätten.
Sie haben bei so einem Objekt jedoch weniger Freiheiten in Sachen Gestaltung der Hausfassade und des Gartens, des Weiteren dürfen Sie meistens auch nicht anbauen bzw. umbauen. Je nach Schalldämmung der Wände, die Ihre Hälfte von der anderen trennt, kann es sein, dass Sie mehr von Ihrem Nachbarn hören als Ihnen lieb ist. Im Garten oder auf der Terrasse kann es auch gut passieren, dass der Nachbar direkt nebenan sitzt und je nach Grundstückstrennung, alles sehen und hören kann.

Reihenhaus – Vor- und Nachteile

Reihenhäuser sind wohl die günstigste Variante für einen Hauskauf.
Ein enormer Vorteil ist, dass sie oft sehr zentral in der Stadt zu finden sind. Sie sind meistens relativ klein aber gut geschnitten, der Garten ist schmal und länglich, er bietet Platz aber nicht so viel, sodass Sie ein großer Gärtner sein müssen, um ihn instand halten zu können. Aber Sie haben natürlich auch weniger Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Dadurch dass Sie (außer wenn es ein Eckhaus ist) links und rechts Nachbarn haben, bekommen Sie von den Hausseiten zusätzlich Wärme und müssen demnach womöglich weniger heizen, da Sie nur zwei direkte Außenwände haben.
Ein Reihenhaus bringt allerdings auch viele Nachteile mit sich. Durch ihre unmittelbaren Nachbarn haben Sie wahrscheinlich weniger Privatsphäre. Viele ältere Objekte sind schlecht schallgeschützt, d. h. Sie müssen Rücksicht auf Ihre Nachbarn nehmen, da diese viel von Ihnen hören könnten und umgekehrt ebenso. Auf eBay finden Sie Artikel mit denen Sie den Schallschutz zum Beispiel unter Umständen selbst nachbesser können. Seien Sie sich im Klaren, dass im Garten Ihre Nachbarn direkt neben Ihnen auf der Terrasse sitzen können unter gegebenenfalls jedes Wort hören. Außerdem haben Sie womöglich keine Erlaubnis das Haus weiter auszubauen.

Treffen Sie keine übereilten Entscheidungen

Der Kauf einer Immobilie erfordert einige Überlegungen, Zeit und letztlich viel Mühe. Die Lage, des aktuellen Immobilienmarkts, die richtige Bank etc., all das sind schwerwiegende Faktoren, über die man sich eingehend informieren muss. Es bringt nichts, alles auf eigene Faust machen zu wollen, da Ihnen an manchen Stellen einfach das nötige Fachwissen fehlt. Daher sollten Sie einen Makler zu Ihrer Suche hinzuziehen. Dieser kann Ihnen einiges abnehmen und Immobilien vorschlagen und zeigen, bis Sie sich entschieden haben sollten. Jedoch lassen Sie sich von diesem nicht um den Finger wickeln und etwas kaufen, das im Endeffekt nicht hundertprozentig Ihren Vorstellungen entspricht.

Immobilien als Kapitalanlage

Sind Sie sich nicht sicher, dass Sie den Rest Ihres Lebens in ein und derselben Immobilie verbringen möchten, aber Sie auf jeden Fall kaufen möchten, dann sollten Sie bei der Wahl der Art der Immobilie unbedingt darauf achten, wie gut sie sich wieder verkaufen lässt und welche am meisten Wertzuwachs bietet. So können Sie Ihre Immobilie als Kapitalanlage nutzen. Eine Eigentumswohnung lässt sich nicht immer gut veräußern, genauso wie ein Reihenhaus. Bei einer Doppelhaushälfte ist das meist einfacher und auch ein Einfamilienhaus lässt sich gut veräußern, dabei können Sie auch leichter einen Wertzuwachs erzielen, indem Sie mit der Zeit beispielsweise das Badezimmer durch eine modernere Badewanne aufbessern oder neue Fenster mit besserer Dämmung einbauen lassen. Den größten Wertzuwachs erreichen Sie bei einem frei stehenden Haus. Sie müssen Ihre Immobilie natürlich nicht verkaufen, Sie können sie später auch vermieten und auf diesem Weg als Anlage nutzen.

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