Kaninchen und Meerschweinchen in Außenhaltung: So wählen Sie die passenden Ställe aus

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Kaninchen und Meerschweinchen in Außenhaltung: So wählen Sie die passenden Ställe aus

Kaninchen und Meerschweinchen sind wegen ihrer aufgeweckten und munteren Art gerade bei Kindern sehr beliebte Haustiere. Doch auch Erwachsene begeistern sich schnell für die Kleinnager, die in ihrer Haltung und Pflege weniger Zeit und Geld kosten als zum Beispiel Hunde oder Katzen. Durch die verschiedenen Zuchtformen gibt es sie in vielen verschiedenen Farben und, gerade bei den Kaninchen, unterschiedlichen Größen. Wenn Sie nur eine kleine Wohnung haben, die keinen Platz für einen Käfig bietet, oder Sie Ihre Kaninchen und Meerschweinchen generell an der frischen Luft halten möchte, dann stellen verschiedene Außenställe in unterschiedlichen Größen eine gute Alternative dar. Die Außenställe können selbst auf kleinem Raum wie einem Balkon oder in einem kleinen Garten aufgestellt werden. Werden die Tiere rechtzeitig an die Außenhaltung gewöhnt, können sie meist auch problemlos den Winter draußen verbringen.

Generell weisen die Ställe und Käfige für Kaninchen und Meerschweinchen keine Unterschiede in der Bauart auf, sodass eine Bezeichnung als Kaninchenstall nicht bedeutet, dass dieses Produkt nicht ebenso sehr auch für Meerschweinchen verwendet werden kann. Einige der größeren Außenställe werden auch für die Geflügelhaltung angeboten. In diesem Fall sollten Sie vor dem Kauf darauf achten, dass diese den Haltungsanforderungen der Kleinnager entsprechen, da Hühner beispielsweise Sitzstangen benötigen, die für Nagetiere jedoch unnötig ist.

Die artgerechte Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen

Sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen sind Gruppentiere, die wenigstens einen Partner brauchen, um sich wohlzufühlen und artgerecht gehalten werden zu können. Gerade im Winter sind diese Partner nötig, damit die Tiere sich gegenseitig wärmen können. Werden Meerschweinchen im Winter im Freien gehalten, muss die Gruppe sogar aus mindestens vier Tieren bestehen. Aber auch im Sommer kann ein Mensch einen fehlenden Artgenossen niemals ersetzen. Beim Kauf eines Käfigs muss deshalb darauf geachtet werden, dass er allen Tieren ausreichend Platz bietet. Generell ist zu sagen, dass ein Stall immer so groß wie möglich gekauft werden sollte. Auch wenn im Handel oft von Hasenställen die Rede ist, es handelt sich hierbei um Kaninchenkäfige, da ausschließlich Kaninchen als Haustiere gehalten werden können, während Hasen nur in ihren Wildformen vorkommen.

Um schon vor der Anschaffung von Kaninchen oder Meerschweinchen alle Fragen zu beantworten oder Probleme richtig angehen zu können, die während der Haltung auftreten, empfiehlt sich einer der zahlreichen Ratgeber für Kaninchen und Meerschweinchen, die es sowohl als allgemeine Bücher für alle Tiere einer Art als auch speziell für bestimmte Rassen und ihre besonderen Ansprüche gibt.

Kaninchen und Meerschweinchen dürfen nicht zusammen gehalten werden

Leider werden noch immer Kaninchen und Meerschweinchen zusammen gehalten, manchmal sogar auf Empfehlung von Zoofachläden hin. Da die Verhaltensweisen beider Tierarten sich aber grundlegend unterscheiden, sollten Sie davon dringend absehen. Die kleineren Meerschweinchen werden schon wegen ihrer geringeren Größe von den Kaninchen dominiert. Was auf den ersten Blick wie inniges Kuscheln aussieht, sind in Wahrheit verschüchterte Meerschweinchen, die gemäß ihrem eigenen Verhalten in Gegenwart eines stärkeren Tieres, dem Kaninchen, ängstlich ausharren. Die gegenseitigen Begrüßungen, das Sozialverhalten und die „Sprache“ beider Arten unterscheiden sich grundlegend, sodass keine artgerechte gemeinsame Haltung möglich ist. Auch die Haltung mehrerer Meerschweinchen zusammen mit mehreren Kaninchen im selben Stall sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Wenn Sie sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen besitzen, müssen Sie diese stets in getrennten Ställen halten, damit sich alle Tiere wohlfühlen.

Den richtigen Außenstall für Kaninchen und Meerschweinchen finden

Eine wichtige Unterscheidung bei der Wahl der Unterbringung für Kaninchen und Meerschweinchen ist die zwischen Käfig und Stall. Auch wenn diese Unterteilung nicht verbindlich ist, werden als Käfige Plastikunterschalen mit Gitteroberteilen bezeichnet, während Ställe aus Holz gefertigt, an drei Seiten und dem Dach geschlossen und nur von vorne durch eine Gittertür einsichtig sind. Sowohl Käfige als auch Ställe gibt es in einfacher als auch in doppelstöckiger Ausführung.

Der richtige Standort ist entscheidend

Käfige sind für die Außenhaltung nicht geeignet, da sie den Tieren keinen Schutz vor Wind, Sonne und Regen bieten. Wenn Sie diese allerdings in einem Gebäude wie einem Schuppen aufstellen, der Ihre Tiere vor Witterungseinflüssen schützt, sind Käfige eine geeignete Unterbringung. In diesem Fall muss das Gebäude große Fenster haben, um ausreichend Licht hereinzulassen. Ställe hingegen sind speziell für die Außenhaltung konzipiert. Durch die drei Holzwände und das Dach bieten sie Schutz vor Wettereinflüssen. Selbstverständlich müssen sie dennoch so aufgestellt werden, dass es nicht in sie hineinregnet und die Tiere vor Zugluft geschützt sind. Um den Tieren bei etwas kühleren Temperaturen Schutz zu bieten, brauchen diese mit ausreichend Heu gepolsterte Häuschen als Rückzugsort.

Worauf Sie beim Aufstellen eines Stalls achten sollten

Außenställe sind in der Regel in zwei Bereiche unterteilt, von denen einer eine Gittertür hat und von vorne eingesehen werden kann, während der andere Bereich durch eine Holztür verschlossen wird und die Funktion eines Häuschens einnimmt. Sollen Ihre Tiere auch den Winter draußen verbringen, ist es wichtig, dass der Stall nicht direkt auf dem Boden steht. Ställe haben zudem oft ein angebautes kleines Auslaufgehege, das Ihren Tieren ermöglicht selbst zu entscheiden, wie viel Zeit sie im Stall oder im Auslauf verbringen wollen. Dies bringt allerdings den Nachteil mit sich, dass diese Ställe oft sehr unhandlich sind und nicht gut bewegt werden können. Steht der Stall auf einer Rasenfläche bedeutet dies, dass die Tiere das Gras schnell abgefressen haben und dann auf nackter Erde oder kümmernden Grasresten sitzen. Zudem graben Kaninchen gerne, weshalb sie sich öfter unter dem Gitter von Freigehegen herausgraben. Geschieht dies in einem großen Stall, ist es sehr mühsam, diesen an einen anderen Ort zu bewegen. Statt den Stall mit Auslauf deshalb auf nackten Steinboden zu stellen, sollte Sie lieber auf einen Stall ohne angebauten Auslauf und ein zusätzliches Freilaufgehege zurückgreifen, das sich leicht bewegen lässt. Da Meerschweinchen nicht graben, besteht bei ihnen nicht die Gefahr, dass sie auf diesem Wege aus dem Auslauf flüchten.

Größe und Ausstattung des Stalls

Insgesamt sollten Sie bei den Ställen mit angebautem Auslauf auf eine möglichst große Grundfläche achten. Da Kaninchen und Meerschweinchen nicht klettern, ist eine Höhe von 50 bis etwa 80 cm bei großen Kaninchenrassen ausreichend. Ausläufe, in denen Sie stehen können, sind zwar komfortabler beim Ausmisten, bringen jedoch den Tieren keine Vorteile. Ebenfalls wichtig ist, dass die Rampen in doppelstöckigen Käfigen und Ställen, über die die Tiere Höhenunterschiede überwinden, nicht zu steil angebracht und nicht vollkommen glatt sein dürfen. Querleisten auf den Rampen geben Ihren Tieren Halt und verhindern, dass die Rampen zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Da Sie die Ställe Ihrer Tiere regelmäßig ausmisten müssen und insbesondere im Winter ausreichend trockenes Heu und Stroh zum Schutz vor Kälte vorhanden sein muss, kann es sich lohnen, statt der kleinen handelsüblichen Einstreupakete für Nagetiere Heu- und Strohballen sowie große Einstreupakete mit Holzspänen aus der Pferdehaltung zu kaufen. Zwar nehmen diese mehr Platz in der Lagerung in Anspruch, sind im Vergleich zu den Kleintierprodukten allerdings deutlich günstiger.

Freilauf ist wichtig für Kaninchen und Meerschweinchen

Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen sollten täglich die Gelegenheit haben, sich im Auslauf frei zu bewegen, da auch ein großer Stall dauerhaft nicht genügend Raum für ausreichend Bewegung bietet. Möglich ist der Auslauf im Zimmer, aber im Garten oder auf dem Balkon bekommen die Tiere deutlich mehr Eindrücke ihrer Umwelt, können die frische Luft genießen oder Gras knabbern. Wenn Sie nicht den kompletten Garten ausbruchsicher umzäunen können, sind Sie mit einem Freilaufgehege gut beraten. Wichtig ist, dass der Gitterabstand so klein ist, dass die Tiere sich nicht hindurchzwängen und entwischen können. Das Gehege muss auch auf ebenen Grund stehen, sodass keine Lücken unter dem Rand des Gitters entstehen. Junge Meerschweinchen, die noch sehr klein sind, können wahre Ausbruchmeister sein. Haben Ihre Tiere das Gras abgefressen, kann das Gehege leicht an einen anderen Ort verschoben werden.

Sicher vor Hund und Katze

Ebenfalls wichtig bei einem Freilaufgehege ist, dass Ihre Kaninchen und Meerschweinchen darin sicher vor Raubtieren wie Katzen, Hunden oder auch Greifvögeln sind. Die meisten Gehege besitzen eine stabile Abdeckung aus Gitter, die die Tiere schützt. Ist dies nicht der Fall, sollte man selbst eine solche Abdeckung anfertigen. Weiterhin ist ein schattiger Bereich bei Sonnenschein und hohen Temperaturen ebenso nötig wie eine Abdeckung als Schutz vor kurzen Schauern. Bei dauerhaftem Regen sollten Sie Ihre Kaninchen und Meerschweinchen nicht ins Freilaufgehege setzen, sondern im Stall lassen. Ein oder mehrere Häuschen als Rückzugsort sind ebenfalls wichtig. Weiterhin müssen Ihre Tiere auch im Freilaufgehege jederzeit frisches Wasser und Futter zur Verfügung haben, weshalb eine Tränke und ein Napf zur Ausstattung eines Freilaufgeheges gehören.

Außenställe für Kaninchen und Meerschweinchen selbst bauen

Wenn Sie handwerklich begabt sind können Sie einen Außenstall auch selbst bauen. Sie benötigen dafür lediglich Kanthölzer und Kaninchendraht. Beim Kauf des Drahtgeflechts sollten Sie darauf achten, dass es keine Plastikummantelung besitzt. Da manche Kaninchen und Meerschweinchen gerne am Gitter ihres Stalls knabbern, würden sie diese Ummantelung abnagen und dabei die kleinen Plastikteile fressen, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Nicht alle Kaninchen und Meerschweinchen können im Winter draußen gehalten werden

Wenn Sie Ihre Kaninchen und Meerschweinchen das ganze Jahr über draußen halten möchten, müssen Sie einige Dinge beachten, damit es nicht zu Problemen kommt. So müssen die Tiere bereits im Frühsommer an die Außenhaltung gewöhnt werden, damit sie im Herbst durch die sinkenden Temperaturen rechtzeitig in den Fellwechsel kommen und ausreichend Winterfell bilden.
Dennoch gibt es einige Tiere, die nicht für eine Außenhaltung bei tiefen Temperaturen oder Minusgraden geeignet sind. Dazu gehören Rassen wie Rex-Kaninchen und andere, die kein Deckhaar oder nur extrem kurzes Fell haben. Fehlt das Deckhaar, kann sich kein isolierendes Luftpolster bilden und das Unterfell saugt sich schnell mit Feuchtigkeit voll. Kaninchen mit sehr langem Fell haben oft das Problem, dass ihr Fell sich scheitelt und an diesen Stellen Kälte und Feuchtigkeit ungehindert bis zur Haut gelangen. Ihr dickes Unterfell kann die Wärme zudem nicht halten. Aber auch sehr kleine Zwergkaninchen, die 1 kg oder weniger wiegen, sind nicht für eine Außenhaltung im Winter geeignet, da sie nur eine dünne Fettschicht haben. Auch sehr alte Tiere können Minustemperaturen mitunter nicht mehr vertragen und müssen im Winter geschützt gehalten werden. Im Sommer können jedoch alle Kaninchen und Meerschweinchen problemlos draußen gehalten werden.

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