KUNSTHANDWERK

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Kunsthandwerk
 
Die Begriffe Kunsthandwerk und Kunstgewerbe bezeichnen sowohl die Gruppe der -Kunsthandwerker- wie auch deren Arbeiten, welche auch als angewandte Kunst oder Gebrauchs-Kunst bezeichnet wurden.
Beide Begriffe wurden über lange Zeit oft nebeneinander für die Beschreibung des gleichen Sachverhaltes verwendet.  
Vor 1900 war die Verwendung von Kunstgewerben üblich. Danach wurde die  Begrifflichkeit - Kunsthandwerk- im Sprachgebrauch gebräuchlicher.

 Der Anspruch und die Inhalte des Kunstgewerbes u/o. Kunsthandwerkes wandelten sich ab dem Beginn seiner Einführung stark.
Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Inhalt des Begriffes gegenüber unserem heutigen Verständnis nur wenig verändert.
Das Kunsthandwerk versuchte unter Verweis auf die gestalterische und somit künstlerische Qualität ihrer Werke eine Abgrenzung zum traditionellen Handwerk zu erreichen.
 Die Kombination der Begriffe betont die qualitativen und quantitativen Werte handwerklicher Arbeit in Abgrenzung zu den in Serien und Massen re - produzierbaren Produkten der Industrie.
Wie dem Begriff Kunsthandwerk leicht zu entnehmen ist, so steht hier handwerkliches Interesse im Vordergrund.
In der Erhaltung traditioneller handwerklicher Techniken übernimmt das Kunsthandwerk eine höchst wichtige Aufgabe.
Material,Materialästhetik und die Verarbeitung von Materialien spielen eine wichtige Rolle.      Häufig wird Gestaltung und ästhetisches Interesse angewandt, um Gebrauchsartikel aufzuwerten.
 Im Unterschied zu Designern, die vorwiegend Prototypen für Serien- und Massenproduktion entwerfen, handelt es sich beim  - Kunsthandwerk - vorwiegend um Unikate und Kleinserien.Immer manuell gefertigt.

 Auch sind zumeist der Erschaffer (also) Gestalter und praktisch Ausführender, ein und dieselbe Person.

 Das Kunsthandwerk und Kunstgewerbe entwickelte sich nur in einigen, wenigen traditionellen Werken. Und stets unter Verwendung bester,ausgewählter Materialien.Die Definition des Begriffes Kunsthandwerk deckt sich  weitestgehend mit der englischen Bezeichnung      Crafts and  Arts. 
Begriffsbildung  : Der Begriff Kunstgewerbe wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts geprägt.
Er entwickelte sich im Prozess der Industrialisierung, in dem das (Kunst)- Handwerk seine Stellung bei der Produktion von Waren an die Verlage, die Manufakturen und Fabriken verlor.Die 1869 in Deutschland eingeführte Gewerbefreiheit markierte dabei nur den Abschluss einer Entwicklung größerer Zentralisierungsbestrebungen. Diese begannen  bereits im 18. Jh. mit der Reformierung der Reichshandwerksordnung  und nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges und somit der Befreiungskriege verstärkt wurden.
Diese hoben die verbliebenen Privilegien städtischer Innungen auf.
Durch den Entzug der Kontrolle über die Märkte verschlechterten sich die - Wettbewerbsbedingungen - für die stets wirtschaftlich schwachen Handwerker. Während sich die Produktions- und Verkaufsmöglichkeiten für die   sich entwickelnde Industrie im Binnenmarkt weiter verbesserten.Während die Industrie mit den Prädikaten von Fortschritt und Moderne ausgezeichnet wurde, prägte man das traditionelle - Alte (Kinst) Handwerk-  mit dem Stigma des Konservativen. Mit dem Absatz- und Statusverlust begann der Prozess der Suche nach Möglichkeiten und Auswegen, die Existenz zu sichernden . Einer der Wege führte dazu, sich von der Masse der betroffenen Handwerker abzugrenzen. Als Unterscheidung wurde das ästhetische Kriterium der Kunst im Handwerk gefunden und betonend erwähnt.
 Eine Entwicklung,welche begleitet war von symbolischen Handlungen, wie z.B.die Wiedereinführung von Begriffen wie dem der Innung.
Doch der Wettbewerb zur Industrie blieb bestehen.
 Um diesem jedoch standzuhalten, ging ein Teil des Handwerks dazu über, den Kunstcharakter gegenüber der Industrie zu betonen. Gleichzeitig diente jener Verweis dem Zwecke der Anhebung des sozialen Status des Kunsthandwerkers. Als auch dem Prestigewert seiner Waren gegenüber dem nunmehr einfachen Handwerker und seiner minderen (eher künstlichen)  und nur noch handwerklichen Arbeit.

 
 

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