Induktionsfähiges Geschirr, Pfannen und Töpfe

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Aufgrund von vielen Nachfragen zu meinem Ratgeber bezügl. dem Vergleich von Induktionskochstellen habe ich diesen zusätzlichen Ratgeber begonnen und werde ihn weiter aktualisieren. (Dazu brauche ich allerdings Hilfe, mehr dazu im Text dieses Ratgebers) 

Nein, wir verkaufen auch keine Töpfe, Pfannen oder andere Geschirre!!!!

Zuerst einmal das wichtigste:

Ein Induktionsherd funktioniert nur mit dem geeigneten Geschirr! Es gibt sehr große Unterschiede wie Töpfe und Pfannen die Induktionsleistung in Hitze umwandeln. Manche reagieren superschnell, andere sind eher langsam. Dabei spielt neben der Dicke des Bodens das Material aus dem die Geschirre sind eine große Rolle!

Induktionsherde erzeugen ein magnetisches Wechselfeld. Dabei werden die magnetisierbaren Eisenanteile im Topfboden jeweils neu ausgerichtet. (die Funktionsweise der Induktionsherde können Sie in meinem Ratgeber zum Vergleichen von Induktionsherden nachlesen)

Da das magnetische Feld auch oberhalb des Glases wirksam ist, funktionieren auch Geschirre mit unebenem Boden. ABER: es besteht durch solch einen unebenen Boden die Gefahr, das u.U. im Induktionsherd eingebaute Temperatursicherungen nicht mehr wirksam sind! D.h. unter dem Glasfeld können Temperatursicherungen eingebaut sein, die nur dann zuverlässig die Temperatur messen können, wenn der Topfboden auf dem Glas aufliegt! Töpfe und Pfannen, deren Boden sich "verworfen" hat gehören in den Müll! Das gleiche gilt auch für ausgeglühtes Geschirr, dessen magnetisierbare Eigenschaften können sich zum Nachteil des Induktionsherdes geändert haben! 

ausglühen kann Geschirr, wenn es längere Zeit ohne Gargut auf einem eingeschalteten Induktionsfeld steht und keine Temperatursicherung im Induktionsfeld die Leistungszufuhr abschaltet. Je nach Leistungsaufnahme kann das Geschirr schon in relativ kurzer Zeit eine Temperatur erreichen, bei der Aluminium schmilzt bzw. das Topfmaterial anfängt zu glühen (sichtbares Zeichen ist ein blaues anlaufen des Materials oder eine Verformung des Bodens, bei angesetzten Böden löst sich auch oft Induktionsfähiges Material vom Geschirrboden, erkennbar daran, das sich bei diesen Töpfen nach dem Spühlvorgang Wasser im Hohlraum blitzschnell erhitzt, was Sie unter Garantie sofort bemerken! )

Reines Eisen ist am besten magnetisierbar und stellt dem Wechselfeld dabei einen geringen Widerstand entgegen (warum das wichtig ist kommt später noch). Leider rostet dieses Material auch sehr schnell und bedarf deshalb einer guten intensiven Pflege (z.B. durch gutes trocknen und einölen). Es gibt unter den Ratgebern hier bei ebay einen, der sich besonders intensiv mit der "guten alten Eisenpfanne" beschäftigt und nach meiner Meinung lesenswert ist.

Geschirre aus einem Mehrkomponentenmaterial erfreuen sich immer größerer Beliebtheit! Diese sind nicht so Pflegeintensiv und versprechen neben einer einfachen Handhabung gute Koch- und Bratergebnisse für Jedermann. Bei solchen Mehrkomponenten ist es wichtig das der oberste Rand des Topfes mit dem gleichen Material verschlossen ist, aus dem auch die Innenseite des Geschirrs besteht. Wenn dort der "Wärmeleiter" (meist Aluminium) sichtbar ist kann bei häufigem Gebrauch der Spülmaschine eine "Auswaschung" eben dieses Wärmeleiters stattfinden!

Geschirre mit einem angesetzten Boden:  Einige Hersteller von Geschirren schweißen dazu an einen ansonsten nicht induktionsfähigen Topf einen Boden an, der sich durch die Induktion erhitzt. Der Boden kann auch durch hohen Druck angepresst werden! Die Berufsgenossenschaft, die für die Gastronomie zuständig ist, rät davon ab Geschirre zu verwenden, die über einen "angesetzten" Boden verfügen. In einigen Gewerbeküchen ist es zu Unfällen gekommen. Dabei wurden Geschirre, nachdem sie leer gekocht waren, durch die Induktion weiter erhitzt und regelrecht zum glühen gebracht. Das als Wärmeleiter in solchen Töpfen oft eingesetzte Aluminium wird bei sehr hohen Temperaturen wieder flüssig. Wird dann der Topf von der Kochstelle genommen so kann der angesetzte Boden abfallen. Das heiße Aluminium kann auf die Füße der Person gelangen die den Topf weggenommen hat. Dabei kann das flüssige heiße Aluminium problemlos das Leder von Schuhen durchdringen, was zu schwersten Verletzungen führen kann. Wenn sich der angesetzte Boden teilweise vom Kochgeschirr gelöst hat muss so ein Topf entsorgt werden. Sie erkennen das daran, das der Boden teilweise blau angelaufen ist. An diesen Stellen wird zwar noch Induktionsenergie in Hitze umgewandelt, diese wird aber nicht mehr an das Gargut weitergegeben, deshalb: solches Geschirr wegwerfen!

In der "Oberklasse" treten dann noch Pfannen mit einer speziellen Antihaftbeschichtung an, die dem Nutzer das Braten zur reinen Freude machen sollen. Leider sind solche Beschichtungen nicht selten von kurzer Lebensdauer und oft sehr empfindlich gegen eine Überhitzung. Denn beim Überhitzen löst sich vielfach die Beschichtung! 

Auf Induktionsherden erreicht das Geschirr meist schon vor Ablauf von 30 Sekunden eine Temperatur von über 280° C wenn es leer aufgestellt wird!

Indukcontol: die neuesten Töpfe auf dem Markt verlieren bei einer bestimmten Eigentemperatur ihre Fähigkeit die Induktionsenergie in Hitze umzusetzen. Das heißt das diese Töpfe nicht mehr überhitzt werden können. Die Antihaftbeschichtungen bekommen dadurch neue Bedeutung! Ich denke das diesen Töpfen die Zukunft gehört, doch muss sich erst noch herausstellen wie sich das "Abschalten durch die Töpfe" auf die Komponenten in dem Induktionsherden auswirkt.

was passiert im Herd?

Nun setzen die, von den Geschirrherstellern verwendeten Materialien, dem magnetischen Wechselfeld der Induktionsherde sehr unterschiedliche Widerstände entgegen. Diese sind verantwortlich für hohe Temperaturen im Leistungsteil der Geräte. Diese Temperatur wird nicht zur Erwärmung des Geschirrs genutzt, muss vom Nutzer trotzdem bezahlt werden und setzt zusätzlich dem Induktionsherd negativ zu!

Denn, was alle Induktionsherde nicht vertragen können ist (neben Feuchtigkeit) übermäßige Hitze. Diese Hitze verringert die Lebensdauer der elektronischen Leistungselemente erheblich.  

Doch auch hier ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, Induktionsherde werden ständig weiter verbessert und die allerneuesten Induktionsherde (leider im Moment noch für den Gerwerbebereich) verfügen über eine elektronische Testvorrichtung, die das Topf- und Pfannenmaterial vor der Freigabe auf seine Bestandteile analysieren (nicht zu verwechseln mit der normalen Topferkennung!!!), dann wird eine im Mikroprozessor abgelegte Kennlinie speziell für das verwendete Geschirrmaterial genutzt um die Leistung so ökonomisch wie möglich auf den Geschirrboden zu übertragen. Solche Induktionsherde werden (laut Herstellerangabe) fast unbegrenzt halten, da die elektronischen Bestandteile einer viel geringeren Temperaturbelastung unterliegen.  

selber testen:

a) elektrische Eignung

Die meisten Nutzer kennen die Möglichkeiten wie sie das Geschirr einfach testen können nicht. Sie haben weder Stromzangen noch Amperemeter oder Messgeräte zur Leistungsbestimmung zur Verfügung. Aber: Induktionsherde haben meist einen Lüfter (Ventilator) zur Kühlung der elektronischen Komponenten im Innern. Meist sind diese so eingebaut, dass sie sich hörbar einschalten wenn die Komponenten zu warm werden. Induktionsherde die schon beim Einschalten den Lüfter aktivieren sind dabei leider keine Hilfe! Solche Geräte sind wenig geeignet die Energiekosten zu senken, denn auch ein Lüfter verbraucht Strom sobald er läuft!

Vergleichen Sie wie lange es dauert bis sich der Lüfter hörbar einschaltet! Bei gutem Geschirr sollten nach dem Aufsetzten des Topfes schon ein paar Minuten vergehen bis sie Ihren Lüfter einschalten hören! Ich habe aber auch schon Töpfe gesehen die nach 15 Sekunden den Lüfter zu Höchstleistungen brachten (diese zeichneten sich meist durch besondere Trägheit bei der Umsetzung der Induktionsenergie auf das Gargut aus, sprich diese Töpfe sind eher langsam)

Begründung:

die Hersteller der Töpfe sind in den seltensten Fällen die Hersteller des Materials aus dem die Töpfe gearbeitet sind. Die Mehrkomponenten-Materialien bestehen im Einzelnen aus einer (oder mehreren) die Induktionsleistung in Hitze umwandelnden Schicht, einer diese Hitze gut transportierenden Schicht und oft noch einer zusätzlichen z.B. gegen Bratrückstände unempfindlichen Schicht. Schon vor einigen Jahren haben findige Leute bemerkt das die Zusammensetzung (gemeint ist unter anderem die Dicke im Verhältnis) dieser unterschiedlichen Materialien eine große Rolle spielt. Sie haben sich die Rechte an den Grundformeln gesichert. Hersteller die  keinen Zugang zu einer entsprechenden Lizenz haben, umgehen (wie bei vielen Patenten) mit einer Abweichung, die Rechte und fertigen dann ohne Lizenzgebühren und meist billiger. Leider sind damit oft "Nebenwirkungen" verbunden über die der Nutzer wenig informiert wird! Da auch solche nicht ganz optimalen Materialien zunächst auf dem Induktionsherd funktionieren, fällt das dem Nutzer meist erst auf wenn sein Induktionsherd vor Ablauf einer Mindestnutzungszeit den Dienst quittiert und nur durch eine (meist teure) Reparatur zu retten ist.

b) kochtechnische Eignung:

um die Wärmeverteilung des Geschirrs zu testen bestreut man die Innenseite des Geschirrs leicht mit Puderzucker. Der Puderzucker zeigt durch anschmelzen genau auf, wo und wie die Wärme im Topf- / Pfannenboden verteilt wird. Meist breitet sich die Wärme von einem Punkt aus nach außen aus. Neben dem Geschirr ist dabei auch die Spulenanordnung des Gerätes für eventuell heiße Zonen verantwortlich, das erkennen Sie dann, wenn auch andere Geschirre an dieser Stelle zuerst heiß werden. Der Puderzucker wird karamelisieren und der Test sollte abgebrochen werden bevor er stellenweise ganz zersetzt ist!  Dieser Test hilft dem ambitionierten Koch auch für sein Arbeiten, denn wer die heißen Stellen seiner Kochstelle studiert hat kann sie für ein optimales Kochergebnis ausnutzen, empfindliche Zutaten können gezielt in die Zone der geringsten Hitze verbracht werden um ein schonendes Garen zu ermöglichen!

Hier brauche ich Ihre Hilfe

Gerne würde ich Ihre Erfahrungen hier verwerten und diese möglichst neutral weitergeben. Wenn Sie bestimmte Pfannen oder Geschirre verwenden schreiben Sie mir bitte eine Mail mit Ihren Beobachtungen. Dabei ist es wichtig folgende Merkmale zu wissen:

1. Durchmesser des Geschirrs (o.Pfanne) am oberen Rand

2. Durchmesser des Geschirrs (o.Pfanne) am aufstehenden Boden

3. wenn möglich Zuordnung des Materials des Geschirrs (Eisen, Mehrkomponentenstahl)

4. verwendeter Herd (Hersteller, Spulengröße, Leistungsaufnahme, wenn bekannt die Stromaufnahme)

5. die Zeit bis 1 Liter Wasser ,von Zimmertemperatur ausgehend, im Topf kocht!

6. Zeit bis der Lüfter einschaltet (wenn sie diesen Test machen, müssen sie nach jedem Test warten bis sich die Temperatur im Gerät wieder normalisiert hat!!)

7. Hersteller des Geschirrs

8. Bezugsquelle

9. Preis

Alternativ schlage ich vor das auch Sie einen Ratgeber schreiben und Ihre Beobachtungen dort zur Verfügung stellen :-)

Worauf ferner noch geachtet werden sollte:

Topfform:

eine Sauteuse (zum reduzieren von Saucen) ist in der Form Ideal, wenn der Schneebesen auch in die Ecken am Boden dringen kann. Die am besten geeigneten Sauteusen weisen Seitenwände auf, die weniger Induktionsfähig sind, ansonsten werden die  Seitenwände sehr schnell heiß und die Sauce brennt dort u.U. fest. Beim Umrühren kann dann diese "Ablagerung" ungewollt in die Sauce gelangen und dort zu kleinen Klumpen werden, die die Sauce verderben.

Schüttrand:

Geschirr aus dem nicht geschöpft wird sollte einen Schüttrand haben der ein sauberes Abreißen von Flüssigkeitsfahnen ermöglicht. (Hier hilft ein Test mit klarem Wasser!). Vorteil: Gerade bei Induktionsgeschirr ist der Topf die Hitzequelle. Eine Gargutfahne die sich an der Außenseite des Geschirrs befindet wird vom Topf erhitzt und wird beim Reinigen des Geschirrs unangenehm auffallen, da sie nicht selten einbrennt!

Griffe:

hier gilt, das der Griff möglichst gut in der Hand liegen soll und keine Druckstellen an ihrer Handinnenseite oder auf ihren Fingern hinterlassen darf. Ferner sollen die Griffe aus einem Material sein das nicht Induktionsfähig ist, sprich die Griffe sollen nicht heiß werden! Von sehr tief liegenden Griffen rate ich besonders ab, da einige Induktionsherde große Spulen aufweisen und das magnetische Wechselfeld diese tief liegenden Griffe (wenn diese über die Spule ragen) sehr stark erhitzen können!

zu guter letzt: lassen Sie Sich bitte nicht verunsichern! Der Induktion gehört meiner Meinung nach die Zukunft. Es gibt sehr viele gute Gründe sich einen Induktionsherd anzuschaffen. Ich möchte Sie nur sensibilisieren! Denn Induktionsherde funktionieren nur mit geeignetem Topfmaterial, wenn das auch die Hersteller der Herde gerne herunterspielen !-)  und Sie wissen nun davon! Und auch darüber das der gute Topf die Lebensdauer Ihres Herdes verlängern hilft!

Preis und Wert

Gerade in unserer "Geiz ist Geil"-Gesellschaft sehen viele Nutzer nur noch den Preis nicht aber den Wert. Dieser Wert wird ja leider oft auch erst nach vielen Jahren sichtbar. Ein qualitativ hochwertiges Produkt, das zwar in der Anschaffung teuer war, versieht nach Jahren noch seinen Dienst ohne Beanstandungen und macht Ihnen täglich Freude, oder kann dann immer noch, z.B. hier bei ebay, zu einem anständigen Preis verkauft werden. Während ein vermeintlich billiges Produkt neben dem Ärger, den es verursacht hat, auch noch entsorgt werden muss. Was ich damit sagen will ist: das Sie als Nutzer testen sollen! Vergleichen Sie! Und wenn ein gekauftes Teil Ihren Anforderungen nicht entspricht, dann bringen sie es dem Verkäufer zurück! Im Internet, bei gewerblichen Anbietern gekaufte Artikel, können Sie einen ganzen Monat lang in Ruhe testen. Dabei müssen sie natürlich aufpassen das sich der Zustand in dem es sich befindet nicht verändert und sie sollten auf jeden Fall die Originalverpackung aufheben um das Teil, wenn es Ihren Anforderungen nicht entspricht, dem Verkäufer dann zurückzuschicken (bitte darauf achten das Sie einen Versandnachweis erhalten!!!). Die gewerblichen Anbieter müssen Ihnen dafür sogar, ab einem Warenwert von mehr als 40 Euro, die Transportkosten erstatten! Sie müssen dazu nicht auf eine Rückgabe bestehen, es reicht wenn Sie Sich auf Ihr Widerrufsrecht berufen, dabei handelt es sich um keine "Gnade" des Verkäufers, sondern um Ihr Recht! Dieses Recht umgehen "windige" Anbieter indem sie sich als Privatverkäufer ausgeben und alle Garantien ausschließen, auf der anderen Seite aber von einem bestimmten Artikel direkt 5 oder mehr Stück in einzelnen Auktionen anbieten! Sie sehen, auch hier hilft es die Augen immer aufzuhalten und zu vergleichen!

Wenn Ihnen dieser Ratgeber geholfen hat, dann geben Sie dies bitte durch eine positive Bewertung dafür an andere weiter. Sollte er Ihnen nicht gefallen sagen Sie es uns!

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