Induktion – So funktioniert Kochen ohne Wärmezufuhr

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Induktion – So funktioniert Kochen ohne Wärmezufuhr

Die Zeiten, als der gute alte Küchenherd noch mit Holz und Kohle geschürt werden musste, sind dank neuer Technologien vorbei. Selbst der erste moderne Elektroherd, meist mit vier Kochplatten, oder Gasherd hat seine besten Zeiten hinter sich, als er Anfang der 80er Jahre vom Herd mit Ceran-Kochfeld mehr und mehr in deutschen Küchen abgelöst wurde.

Hightech verbunden mit energiesparender Technologie, da macht Kochen Spaß

Die neueste Entwicklung aufgrund steigender Energiekosten sind Induktions-Herde oder -Kochfelder, die in keiner modernen Küche fehlen sollten. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, sind sie energiesparend, leistungsstärker und vor allem sicherer als herkömmliche Kochstellen. Der Handel bietet Ihnen eine Vielfalt dieser umweltschonenden und innovativen Technologie, sei es für den Single- oder Familien-Haushalt als auch den Camping-Urlaub.

Die Funktionsweise eines Induktionsherdes

Kochen mit normalen Elektroherden verbraucht sehr viel Energie, da sich zunächst die Heizspirale und auch das Umfeld erhitzt, bevor die Hitze an Topf oder Pfanne abgegeben und damit der Inhalt zum Kochen gebracht wird. Die Flamme bei Gasherden trifft zwar direkt den Topf- oder Pfannenboden, gibt dabei aber sehr viel Wärme ab, genau wie ein Elektroherd während des Kochens und noch nach dem Abschalten.

Worin lieben die Unterscheide zwischen Induktions- und Elektroherd?

Beim Kochen mit Induktions-Feldern wird im Gegensatz zu Elektroherden die Wärme direkt im Topf- oder Pfannenboden erzeugt. Dies geschieht durch Strom, der durch Kupferdrahtspulen, die unter den Kochzonen des Glaskeramik-Kochfeldes liegen, geleitet wird und ein hochfrequentes Magnetfeld erzeugt. Trifft dieses auf den Boden einer für Induktion geeigneten Pfanne oder eines solchen Topfes, entstehen dort starke Verwirbelungen, die den Boden direkt und unmittelbar erwärmen, der wiederum die Wärme an den Inhalt weiter gibt. So entstehen kaum Energieverluste, da in dem Kochgerät lediglich dort Hitze erzeugt wird, wo dieses die Glasoberfläche berührt. Deshalb spricht man auch von „kaltem Kochen“. Das nicht bedeckte Kochfeld bleibt kalt und somit besteht kaum die Gefahr des Einbrennens von Speisen oder gar des eigenen Verbrennens. Vor allem Haushalte mit kleinen Kindern oder Tieren werden dies zu schätzen wissen. Dennoch sollte man nach Entfernen eines erhitzten Kochgeschirrs die Hand nicht unbedingt auf das Kochfeld legen, solange im Display das „H“ zu sehen ist, das für Hitze, Heiß oder das englische Wort Heat steht.

Die Vorteile von Induktions-Kochplatten

Die intelligente Erkennung der Größe des Topf- bzw. Pfannenbodens erspart Energie und Verlustwärme, da nur die aufliegende und Induktions-geeignete Fläche erwärmt wird. Selbst bei eingeschalteter Koch-Zone kann, solange kein Topf oder keine Pfanne darauf steht, nichts passieren, da diese erst durch den Bodenkontakt des Kochgeschirrs aktiviert wird.

Um Ihnen die Effizienz und Schnelligkeit einer Induktions-Kochplatte besser zu verdeutlichen, dient das Erwärmen von einem Liter Wasser mit gleicher Ausgangstemperatur und identischem Kochtopf als Beispiel. Bei einem herkömmlichen Elektro- oder Ceranfeld-Herd dauert dies durchschnittlich acht Minuten. Ein Induktions-Kochfeld, mit einer Leistungsstärke von 2000 Watt, benötigt knapp vier Minuten. Wer etwas mehr Geld in die neue Anschaffung investiert und ein Gerät mit 3100 Watt Leistung oder höher erwirbt, kann das kochende Wasser bereits nach knapp zwei Minuten von der Kochstelle nehmen. Ein weiterer Vorteil bei vielen Herstellern ist die sogenannte Eco Booster Funktion, bei der das Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt und exakt auf dieser Temperatur gehalten wird. Somit haben Sie neben der Energie- auch eine Zeitersparnis, die auf der einen Seite den Geldbeutel schont und auf der anderen Zeit für sonstige Tätigkeiten gibt.

Speisen wie vom Profi

Kochen mit Induktion macht gerade bei einem hochwertigen und vielleicht auch etwas teureren Stück Fleisch deutlich mehr Spaß. Denn ein Ärgernis, das fast jeder schon einmal erfahren hat, ob gelegentlich oder täglich kochend, ist, wenn das gute Stück zäh, fast gekocht und nicht auf den Punkt gebraten aus der Pfanne kommt. Grund dafür ist die Temperatur beim Braten. Wird das kalte Fleisch in die erhitzte Pfanne gegeben, „kühlt“ diese zunächst ab und die Herdplatte benötigt einige Zeit um sie wieder auf die richtige Temperatur zu bringen. Während dieser Zeit kann der Fleischsaft aus dem Nahrungsmittel austreten und das Fleisch wird nicht gebraten sondern gegart. Bei einer über Induktion erhitzten Pfanne, kühlt diese zwar kurzfristig auch ab, wird aber augenblicklich und blitzschnell wieder auf Temperatur gebracht. Somit verschließen sich die Poren sofort, der Fleischsaft kann nicht austreten und das Steak wird gebraten.

Das Kochen mit einem Induktions-Herd oder einer Induktions-Platte bedeutet allerdings auch eine gewisse Umstellung in Ihrem Arbeitsablauf, da alles viel schneller geht. Können Sie während des Erhitzens von Nudelwasser auf einem gewöhnlichen Herd, nebenbei noch gemütlich eine Zwiebel für den Salat schälen und schneiden, sollte dies beim Kochen mit Induktion vorher erledigt werden, wenn Sie nicht in eine hektische und stressige Situation geraten wollen. Falls Sie bisher mit Gas gekocht haben, ist dies keine große Umstellung, da Gerichte, die auf einem Gasherd zubereitet werden, bekannterweise schneller gar sind als auf einem Elektroherd.

Mit Induktion genau auf den Punkt gebracht

Doch nicht nur das Kochen - je nach persönlicher Kochkunst - wird zu einem kulinarischen Erlebnis, sondern auch das Zubereiten von Speisen im Backofen lassen Sie als wahren Meister glänzen. Bieten herkömmliche Geräte neben der typischen Ober- und Unterhitze idealerweise auch noch Umluft, trumpft der Induktions-Herd neben diesen Eigenschaften unter anderen noch mit Heißluft, Grill als auch Grill plus Heißluft sowie Spezialfunktionen wie Auftauen, Warmhalten, Aufgehen (für Hefeteige) und Niedrigtemperatur-Garen auf. Mit all diesen Funktionen kann selbst in der größten Eile so gut wie nichts mehr schiefgehen. Der Thanksgiving-Truthahn kann dank der Funktion „Maxi Garen“ – welche ein spezielles Feature für große Fleischstücke ist – rechtzeitig und punktgenau auf dem Tisch landen.

Pizza wie vom Italiener

Auch eine selbst gemachte Pizza oder ein Brot kommt schön knusprig und kross gebacken aus dem Backofen. Sogar das Vorheizen, sei es für einen Kuchen oder zum Aufbacken von beispielsweise Croissants, geht so schnell vonstatten, dass Ihnen kaum Zeit für den Abwasch oder für das Saubermachen der Küche bleibt. Nachdem Sie die Einstellungen für das zubereitende Gericht bzw. Gebäck eingegeben haben, ertönt nach einer relativ kurzen Aufheiz-Phase ein akustisches Signal. Damit wird Ihnen signalisiert, dass der Backofen bereit bzw. auf voller Betriebs-Temperatur ist. Dann müssen Sie das zu backende oder garende Gut nur noch in die Röhre schieben.

Anschaffungskosten im Vergleich zu Effizienz, Energie-Bewusstsein und Ersparnis

Im Vergleich zu Elektro-, Gas- oder Ceran-Herden, -Feldern oder -Platten, sind die Anschaffungskosten für Geräte mit Induktions-Technologie noch immer etwas teurer. Da es sich dabei aber um ein relativ langlebiges Haushalts-Gerät handelt, dürfte bei der Überlegung einer Neuanschaffung der Preis weniger ins Gewicht fallen. Denn auf der einen Seite sollten Sie berücksichtigen, dass die jährlichen Stromkosten (für dieses Gerät) um fast 50 Prozent sinken. Auf der anderen Seite steht die Zeitersparnis um fast 30 Prozent, die Ihnen Raum für andere Tätigkeiten gibt. Ermöglicht wird dies zum einen durch die von den meisten Herstellern angebotene Timer-Funktion, wodurch sich das Kochfeld nach eingegebener Zeit, die von 0 bis 180 Minuten (je nach Hersteller) programmiert werden kann, automatisch abschaltet. Somit bleibt Ihnen mehr Bewegungsfreiheit und auch ein längerer Plausch am Telefon verdirbt das Gericht bzw. Kochvergnügen nicht. Außerdem können Sie zwischen der in Stufen regulierbaren Wattleistung oder Temperatureinstellung – meist zwischen 60 und 240 °C – wählen, wie schnell oder moderat es Ihnen genehm ist.

Sicherheit, Stromersparnis und Schnelligkeit sind die Argumente für Induktion

Bei allen Vorteilen von Induktion gibt es auch einige geringe Nachteile, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Durch die magnetischen Wellen, die im Kochfeld erzeugt werden, entsteht ein elektrisches Magnetfeld, das ab einer gewissen Größe gesundheitsschädlich sein kann. Damit Kochen mit Induktion nicht der Gesundheit schadet, gibt es festgelegte Standardwerte, die in Mikrotesla angegeben sind und den Wert von 6,25 nicht überschreiten sollten. So wird Schwangeren oder Trägern von einem Herzschrittmacher empfohlen, sich nicht zu lange in unmittelbarer Nähe des Gerätes aufzuhalten. Meist wird ein sogenannter Sicherheitsabstand von mindestens 40 Zentimetern genannt. Generell gibt es aber so gut wie kein Risiko oder gesundheitlichen Bedenken.

Nicht alle Töpfe oder Pfannen sind für Induktion geeignet

Ein weiterer kleiner Nachteil ist, dass nicht alle Töpfe oder Pfannen für Induktion geeignet sind. Die meisten Hersteller von Kochgeschirr haben aber in den letzten Jahren darauf reagiert. Beim Kauf von neuem Kochgeschirr erkennen Sie neben anderen Symbolen an der wellenförmigen Spirale, dass das neue Küchengerät für Induktion geeignet ist. Und waren vor ein paar Jahren die Anschaffungskosten für solche Töpfe oder Pfannen noch recht hoch, sind diese heute absolut erschwinglich. Was Sie allerdings beim Kauf von Induktion, sei es als Kochfeld, Einbaugerät oder autarker Kochplatte noch wissen sollten, ist die Geräuschentwicklung des Lüfters. Die Lautstärke kann von Anbieter zu Anbieter und auch Preisklasse, mehr oder weniger laut oder störend sein. Die meisten Hersteller geben an, dass der Lüfter allerdings kaum lauter als bei einer Dunstabzugshaube sei.

Fazit

Zusammenfassend sei noch einmal erwähnt, dass neben der enormen Energie- und Zeiteinsparung mehr Zeit für Sie und Ihre Familie bleibt. Kochen mit Induktion ist schneller, sauberer, effizienter und relativ unproblematisch in der Pflege und Reinigung. Viele Geräte sind mit einer Kindersicherung, einer automatischen Abschaltfunktion oder auch einem Timer ausgestattet. Das Handling ist dank einer guten Menü-Führung einfach und kinderleicht. Natürlich bleibt es Ihnen zu Beginn allerdings nicht erspart, sich Zeit für die Bedienungsanleitung zu nehmen. Lesen Sie diese genau und machen Sie sich Schritt für Schritt mit den einzelnen Funktionen vertraut. So vorbereitet werden Sie sehr viel Spaß mit Ihrer neuen Errungenschaft haben und das Kochen mit Induktion nicht mehr missen wollen. Der Handel bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel eine breite Palette von Induktions-Geräten. Damit Sie sich für das richtige Gerät entscheiden können, sollten Sie sich auf jeden Fall die Angebote verschiedener Hersteller prüfen.

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