Holzklebstoffe - eine Übersicht

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Die wohl ältesten Klebstoffe der Welt, die auch zur Verklebung von Holz eingesetzt wurden, sind die Haut- oder Knochenleime. Sie wurden und werden aus der Haut bzw. den Knochen von Tieren hergestellt und sind auch heute noch als Platten, Perlen oder Granulat erhältlich. Da die Verwendung sehr aufwändig ist (in Wasser aufquellen, erwärmen aber nicht kochen und warm verarbeiten), werden diese Leime nur noch zur Restauration eingesetzt, wenn man z.B. bei alten Schränken auf Grund der Verträglichkeit darauf Wert legt, die selben Klebstoffe einzusetzen wie damals.

Heute werden in der Regel Weißleime auf Dispersionsbasis eingesetzt. Der Vorteil: sie sind preiswert und einfach in der Anwendung. Nachteil: sie können meist nur für Holz eingesetzt werden und haften schlecht auf anderen Materialien mit glatten, nicht saugenden Oberflächen. Ausserdem haben sie nur eine begrenzte Wasserbeständigkeit.
 
Bei den Weißleimen unterscheidet man verschiedene Typen:
  • Die normalen Weissleime haben meist keine Wasserbeständigkeit (D1 oder keine Norm) und können nur im Innenbereich eingesetzt werden.
  • Express-Leime sind etwas schneller im Abbinden und besitzen manchmal eine etwas bessere Wasserbeständigkeit (D2)
  • Wasserbeständige Weissleime werden auch als D3-Leime bezeichnet. Sie können zwar im Aussenbereich eingesetzt werden, sollten aber vor ständiger Wasserbelastung geschützt werden. D3-Leime sind "nur" wasserbeständig aber nicht wasserfest.
  • Will man wasserfestere Verklebungen erzielen, muss man D3-Leime mit einem passenden Härter versetzen, um D4-Leime zu erhalten. Diese können dann mehrere Stunden verarbeitet werden, bis der Härter seine Wirkung wieder verliert. Es werden zwar auch einkomponentige  D4-Weißleime angeboten, allerdings ist die Haltbarkeit solcher Leime noch etwas kritisch. Meist erfüllen sie nur in den ersten Monaten die D4-Norm und nach einiger Zeit kommt es zu Eindickungen.
Besser für wasserfeste Holzverklebungen sind die modernen einkomponentigen PU-Leime. Sie sind wasserfest (D4) und haften auf nahezu allen Materialien und Oberflächen mit hoher Festigkeit. Sie sind zwar lösungsmittelfrei, trotzdem gelten sie im nicht ausgehärteten Zustand als gesundheitsschädlich und sind daher nur für Profis und nicht für Kinder geeignet. Nach dem Aushärten sind sie jedoch absolut ungiftig und können problemlos im Innenbereich eingesetzt werden.
Bei der Anwendung von 1-K-PU-Leimen sollte man immer beachten, dass sie mit Feuchtigkeit reagieren um auszuhärten. Große Flächen sollten daher unbedingt vor dem Pressen mit Wasser besprüht werden, um eine komplette Aushärtung zu erreichen.

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