Heidelbeeren: Heidekrautgewächs mit wunderbar fruchtigem Geschmack

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Heidelbeeren: Heidekrautgewächs mit wunderbar fruchtigem Geschmack

Die beschauliche Kleinstadt Eggesin hoch im Norden Deutschlands hat das außergewöhnliche Potenzial der Blaubeere beziehungsweise Heidelbeere längst erkannt und ihr zu Ehren ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Auf dem alljährlichen Blaubeerfest erfahren Besucher, Gäste und Interessierte alles über die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der kleinen Früchte in so vielfältigen Bereichen wie Medizin, Keramikkunst, Malerei, Mode und nicht zuletzt in der Küche.
Doch nicht nur die selbst erklärte Blaubeerstadt ist sich der Vorzüge des bekannten Heidekrautgewächses bewusst. Schon der römische Schriftsteller Plinius wusste zu berichten, dass Sklaven ihre Kleidung durch den intensiven Farbstoff der Beeren einfärbten. Beinahe 500 verschiedene Arten der Heidelbeeren haben sich im Laufe der Zeit über die gesamte Nordhalbkugel ausgebreitet und entwickelt. Man kennt sie unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen. Während hierzulande kleine Kuchen und Törtchen mit der leckeren Blaubeerfüllung angeboten werden, genießen die Amerikaner dagegen das wohlschmeckende Aroma der Preiselbeeren.

Geschmack und Wirkung der Heidelbeere

Die meisten Sorten der Heidelbeerarten bieten essbare Früchte in Hülle und Fülle. Auch bei Kindern sind die dicken blauen Beeren mit dem süßsauren Geschmack sehr beliebt. Die kleinen Vitaminbomben wurden bereits im Mittelalter von Hildegard von Bingen zur Förderung der Gesundheit eingesetzt. Schon ab dem 12. Jahrhundert kamen die getrockneten Beeren als Heilpflanze gegen Durchfall zum Einsatz. Durch moderne Untersuchungen konnte allerdings erst das wahre Potenzial der Beere erschöpft werden. Die dunkle Pigmentierung der Schale sorgt für einen immensen Reichtum an Antioxidantien. Diese wiederum wirken entzündungshemmend und sorgen für eine verlangsamte Hautalterung. Schon eine halbe Tasse der Beeren am Tag reicht im Kampf gegen unreine und faltige Haut aus. Zusätzlich können Heidelbeeren zur Kreislaufstabilisierung beitragen und das Krebsrisiko minimieren.

Gerade ältere Menschen profitieren von den Beeren. Studien belegen, dass sich bereits 100 Gramm täglich positiv auf die Gehirn- und Gedächtnisleistungen auswirken können. Ein großes Glas Blaubeersaft gehört also zum Standardgetränk für die nächste Runde Kreuzworträtsel.

Aussehen und Vorkommen der leckeren Beere

Die botanische Fachbezeichnung für die Heidelbeere lautet Vaccinium, doch das Heidekrautgewächs ist eher bekannt unter den Namen Blaubeere, Schwarzbeere, Waldbeere oder Wildbeere. Im Süden Deutschlands und vor allem in der Schweiz, wo die Pflanze noch sehr häufig in den Wäldern und Wiesen anzutreffen ist, kennt man sie unter der Bezeichnung Heubeere. Die roten bis tiefblauen Beeren wachsen an Bäumen, Sträuchern und Kletterpflanzen. Ihre kugelige Form oder eiförmige, pralle Gestalt gibt schon beim Pflücken einen Vorgeschmack auf den fleischigen Saft der süßen Beeren.

Sowohl in Europa als auch in Nordamerika ist die Heidelbeere schon sehr lange als natürliches Nahrungsmittel bekannt. Die meisten Heidelbeeren, Blau- und Preiselbeeren, die wir heute in den Supermärkten finden, haben mit den ursprünglichen Gewächsen nicht mehr allzu viel gemein. Die hochgezüchteten Kreuzungen aus einheimischen und amerikanischen Arten sind zwar um ein Vielfaches größer und farbintensiver, dafür jedoch auch wesentlich ärmer im Geschmack. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden etwa 100 neue Sorten der Kulturheidelbeeren auf den Markt gebracht. Sie wachsen auf großen Plantagen und lassen sich nur bedingt mit den natürlichen Wald- und Wiesenbeeren vergleichen.

Gekaufte Heidelbeeren aus dem Supermarkt

Heidelbeeren gibt es in Supermärkten ganz frisch an der Obsttheke, tiefgefroren oder im Glas. Wenn Sie die frischen Früchte zum Beispiel für einen Kuchen oder einfach als Naschwerk für Zwischendurch nutzen wollen, dann achten Sie beim Kauf auf ein paar Details. Halten Sie beim Beerenobst Ausschau nach eher kleinen Schalen als den ganz großen. So halten auch die unteren Früchte dem Gewicht stand und werden nicht matschig. Lassen Sie sich zudem nicht von den Supermarkt-Tricks beeinflussen. Früchte, Fleisch und Fisch werden unter einer ausgeklügelten Beleuchtung angeboten, die der Ware eine besonders frische Optik verleihen soll. Gehen Sie lieber ein paar Schritte beiseite und überzeugen Sie sich genau von der Qualität des Obstes. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn die Beeren beim leichten Schütteln der Schale ohne Probleme hin und her rollen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, greifen Sie lieber zu den regionalen Produkten. Die kürzeren Transportwege wirken sich natürlich positiv auf Qualität und Geschmack der sensiblen Beeren aus.

Heidelbeeren aus der Tiefkühltruhe - eine praktische Alternative

Heidelbeeren werden vor allem in den Sommermonaten geerntet und verkauft. Möchten Sie auch im Winter nicht das wohlschmeckende Beerenobst verzichten, bietet die Tiefkühltruhe eine gute Alternative. Frieren Sie die Beeren entweder selber ein oder verwenden Sie ganz bequem die Produkte aus dem Supermarkt. Durch die sofortige Schockfrostung nach der Ernte bleiben so gut wie alle Nährstoffe und Vitamine der Beeren erhalten. Ganz egal, ob Sie sich für eine Pappkiste oder einen Plastikbeutel entscheiden, schütteln Sie das Produkt vor dem Einkauf einmal kräftig. Wenn Sie dabei die einzelnen Beeren klappern hören und nicht einen einzigen schweren Beerenblock, dann wissen Sie, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Am gesündesten sind natürlich die Früchte, die Sie selber ganz frisch vom Strauch pflücken.

Wilde Heidelbeeren aus dem Wald

Heidelbeeren, Moosbeeren und Rauschbeeren finden sich häufig in der Natur und können problemlos gegessen werden – allerdings nicht sofort. Solange der Strauch nicht in Ihrem geschützten Garten steht und Sie nicht absolut sicher sein können, dass keine wilden Tiere oder Hunde an die Früchte herankommen, müssen Sie die Beeren vor dem Verzehr immer gründlich abwaschen. Setzen Sie sich nicht der Gefahr eines Bandwurmes oder anderer Krankheitserreger aus und schulen Sie auch Ihren Nachwuchs, die Beeren erst einmal in den Eimer und nicht gleich in den Mund zu stecken. Ansonsten können Sie Ihrer Sammelleidenschaft freien Lauf lassen. In den Sommermonaten sind die meisten Beerensorten vollends ausgereift. Auch Kinder beteiligen sich ganz herrlich an den Pflückaktionen und lernen dabei spielerisch, dass das Essen eigentlich aus der Natur und nicht aus der Frischetheke kommt.

Anbau und Pflege des Beerenobstes

Am liebsten haben es die üppigen Heidekrautgewächse in grünen Wäldern, in Gebirgen und auch Moorlandschaften. In vielen Bergregionen oder urigen Dorfgemeinschaften gehören sie zum alltäglichen Landschaftsbild. Heidelbeeren wachsen vorzugsweise auf sauren, nährstoffarmen Böden in der freien Natur. Mit ein bisschen Geschick bauen Sie sie jedoch auch selbst im Obstgarten an. Durch die besonderen Ansprüche ist es nicht ganz einfach, Blaubeeren direkt aus den Samen zu ziehen und anzupflanzen. Unerfahrene Hobbygärtner sollten sich lieber an einen Pflanzenmarkt wenden und mit den bereits vorgezogenen Sträuchern vorliebnehmen. Eine ordentliche Auswahl an verschiedenen Sorten lässt Ihnen genug Spielraum zum Experimentieren und Ausprobieren. Blaubeersträucher können Sie sowohl im Garten als auch in einem Kübel auf dem Balkon pflanzen.

Welche Bedingungen braucht eine Heidelbeerpflanze?

Die Heidekrautgewächse brauchen einen sauren und kalkhaltigen Boden und ausreichend Flüssigkeit. Ist diese Basis einmal gegeben, zeigt sich die Blaubeere als recht anspruchslos und pflegeleicht. Sie wächst zügig und kann je nach Art eine beachtliche Größe erreichen. So mancher Beerenliebhaber gestaltet das Heidelbeergewächs sogar als blickdichte Gartenbegrenzung. Um eine ständige Bewässerung zu gewährleisten, bedecken Sie den Boden rund um die Pflanze mit einer dicken Mullschicht, so geht weniger Flüssigkeit verloren. Im Frühjahr zeigt die Heidelbeere ihre wunderschönen weißen Blüten bevor sie im Sommer die zu den leckeren Beeren werden. Sobald der Herbst einsetzt, verfärben sich die Blätter rubinrot und fallen letztlich ab.

Ganz klar, wer sich einen Blaubeerstrauch in den Garten stellt, der möchte auch ernten. Dabei gehen Sie ganz traditionell mit der Hand vor oder aber Sie machen es wie die Profis und besorgen sich einen speziellen Blaubeerkamm. So praktisch Letzteres auch sein mag, streichen Sie jedoch bitte behutsam über die Äste und achten Sie darauf, die Pflanze nicht zu verletzen.

Rezeptideen mit Heidelbeeren

Spätestens seit dem Blaubeermuffin einschlägiger Fast-Food-Riesen und amerikanischer Bäckereien gehört das Heidekrautobst wieder zu den Trend-Highlights unter den Früchten. Nicht minder beliebt bei Jung und Alt sind die Beeren in Obstkuchen, Cupcakes und Eierkuchen bzw. Pancakes. Dabei hat die kleine Frucht schon viel länger Tradition in deutschen Küchen. Als Blaubeermarmelade, Saft oder Mus, getrocknet im Winter, als Gelee im Sommer oder einfach pur genossen, zeugen bereits mittelalterliche Schriften von der kulinarischen Vielfalt der blauen Beere.

Frauenzeitschriften und Rezeptblogs loben die Heidelbeere als vielseitig einsetzbar in der süßen und herzhaften Küche. Ein Flammkuchen mit Zucchini und Blaubeeren betont den besonderen Geschmack genauso gut wie ein grüner Sommersalat. Auch deftige Aufläufe und Großmutters Eintopf können mit den leckeren Beeren verfeinert werden. Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet die Blaubeere in Form von Blaubeereis. Die Süße der Beere in Kombination mit leckerer Zitronensäure sorgen im Mund für eine eiskalte Geschmacksexplosion. Bioeisläden und spezialisierte Geschäfte bieten die Sorte sehr gerne in den heißen Sommermonaten an. Mit dem richtigen Rezept kann das Eis jedoch auch problemlos in der heimischen Küche zubereitet werden.

Fleckenteufel: Die Brisanz liegt im Detail

Blaubeeren, Preiselbeeren und Waldbeeren schmecken köstlich als Mus, Marmelade oder ganz frisch vom Strauch. Vor allem Kinder haben ihre helle Freude mit den blauen Beeren und zügeln sich beim Naschen nur selten, wenn sich ihre Finger, Lippen und Zungen dunkelblau verfärben. Doch was den Kindern Freud ist, ist der Hausfrauen Leid. Blaubeerflecken auf Teppichen und der Kleidung lässt sich oft nur noch schwer entfernen. Ist der Fleck noch ganz frisch, lösen Sie ihn unter Umständen durch ein Bad in Zitronensaft. Eingetrocknete Flecken können zunächst in Milch oder Buttermilch einweichen. Waschen Sie die Kleidung im Anschluss bei mäßigen Temperaturen in der Maschine. Empfindliche Materialien wie Seide, die mit dem hartnäckigen Saft der Heidelbeere in Berührung kommen, reinigen Sie mit einer Lösung aus Spiritus. Im Zweifel wenden Sie sich an den Fachmann. Vor allem Reinigungen in ländlichen Gegenden kennen sich mit den Tücken der süßen Beere gut aus.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden