Havanna-Feeling: Kubanische Musik auf CD

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Havanna-Feeling: Kubanische Musik auf CD

Kubanische Musik - Ausdruck von Lebendigkeit

Sie erfreuen sich an heißen Rhythmen, beschwingten Klängen und poetischen spanischen Texten? Dann wird Sie die temperamentvolle Musik der karibischen Insel begeistern. Vielfältige Stilrichtungen mit dem traditionellen "Son Cubano" als Vorreiter, besondere traditionelle Instrumente und eine unvergleichliche Kombination derselben sowie tiefsinnige Lyrics formen einzigartige Rhythmen zum Tanzen wie zum Nachdenken. Die Musik Kubas gibt Liebesschmerz und Sinneslust klangvollen Ausdruck und ist zugleich eine Feier der Lebensfreude. Vertreter wie der Buena Vista Social Club und Gloria Estefan präsentierten der ganzen Welt das kubanische Musikherz und eroberten sie im Sturm. Musikalische Highlights des lebendigen Treibens in Kuba finden Sie online bei eBay.

Der Buena Vista Social Club

In der westlichen Welt einen Namen gemacht hat sich der Buena Vista Social Club. Gegründet wurde das Projekt vom US-Amerikaner Ry Cooder gemeinsam mit Juan de Marcos González Cárdenas - einem kubanischen Sänger. Der Gitarrist aus den Vereinigten Staaten unternahm im Jahre 1996 eine Reise nach Kuba, ursprünglich aufgrund einer geplanten Zusammenarbeit mit afrikanischen Musikern. Während das anvisierte Projekt allerdings nicht zustande kam, entwickelte sich aus einer simplen Idee ein musikalischer Welterfolg: "El Social Club de Buenavista". Als Cooder in Kuba ankam, liefen im Studio des Plattenlabels "World Circuit", dem auch Cooder angehörte, bereits Aufnahmen mit dem einheimischen Sänger Juan de Marcos Gonzáles Cárdenas und den "Afro-Cuban All Stars". Cooder war begeistert davon und übernahm die "Afro-Cuban All Stars"; zudem erfuhr er durch seinen kubanischen Kollegen Gonzáles Cárdenas von Sängern, die den orchestralen "Son" gut repräsentierten - dieser war insbesondere in den 1950er Jahren äußerst beliebt. Es entstand in der Folge ein Musikprojekt, das weltweit für Furore sorgte: Im Jahre 1998 gewann Ry Cooder den Grammy Award für die "Best Tropical Latin Performance" - den Buena Vista Social Club. Der weltbekannte Regisseur Wim Wenders drehte auf den Erfolg des Projekts hin einen Dokumentarfilm mit dem Titel "Buena Vista Social Club" - und ehrte die amerikanisch-kubanisch-afrikanische Produktion damit zusätzlich. Zu den wichtigsten beteiligten Musikern des Buena Vista Social Clubs zählten neben Cooder selbst vor allem der Sänger Ibrahim Ferrer, der Sänger und Gitarrist Compay Segundo, die Sängerin und einzige Frau Omara Portuondo, der Pianist Rubén González sowie der Sänger und Gitarrist Eliades Ochoa. Obwohl bereits einige der bedeutenden Musiker verstorben sind, wird das Projekt weiterhin fortgesetzt. Die lebenden Originale unterstützen andere kubanische Musiker - unter dem Namen "Orquesta Buena Vista Social Club" reist die Gruppe um die Welt und gibt euphorisch gefeierte Konzerte.

Die Formen kubanischer Musik

Kubanische Musik wird in verschiedenen Formen zelebriert. Zahlreiche Einflüsse aus anderen Ländern und sogar Kontinenten gepaart mit den eigenen Wurzeln ergeben die einzigartig lebendigen und leidenschaftlichen Rhythmen, für welche die Musik des karibischen Landes bekannt ist. Darüber hinaus inspirierten die Kubaner mit ihrer Art zu musizieren auch viele Stilrichtungen in anderen Erdteilen. Die populärsten Arten kubanischer Musik sind "Son Cubano" und "Nueva Trova Cubana".

"Son Cubano" - traditionelle kubanische Musik

Der ursprüngliche Son Cubano entstand aus der harmonischen Mischung afro-kubanischer Trommelmusik und vielfältigen Arten an Gitarrenklängen, die auf spanische Farmer im Osten der Insel zurückgehen. Neben den eingebrachten Motiven der Tanzformen Contradanza, Bolero, Menuett oder Zapateado und dem Bass-Impuls, welcher einem Downbeat vorausgeht, bildet der Frage- und Antwortgesang ein weiteres typisches Element des traditionellen kubanischen Musikstils. Die Texte handeln zu weiten Teilen von für den Menschen alltäglichen Themen - dies beschert dem Son Cubano Vergleiche mit dem in Nordamerika beheimateten Blues. Gerne verwendet werden sogenannte "Décima" - dabei handelt es sich um zehnversige Strophen. Zudem spielen achtsilbige Verse sowie ein 2/4-Takt eine wichtige Rolle. Für die Einheimischen Kubas hat der "Son" eine große Bedeutung, er erscheint ihnen als der Urklang der Musik und die Mutter aller Rhythmen. Der Son Cubano gilt als Inspirationsquelle, einige bedeutende lateinamerikanische Musikstile gingen aus ihm hervor - etwa die bekannten Tänze Mambo und Rumba. Auch ein gewisser Einfluss auf die Entstehung des Salsa wird dem "Son" nachgesagt.

Geschichtlicher Hintergrund zum "Son Cubano"

Infolge der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Spanien erlangte der Son Cubano große Popularität - er fand sowohl unter den schwarzen als auch unter den weißen kubanischen Musikern seine Anhänger. Mit dem Ende der Revolution jedoch verabschiedete sich der einzigartige Musikstil zunehmend von seiner einstigen Bedeutung, da die Rassenpolitik in Kuba ihren Stellenwert verlor und in den Hintergrund trat. Auch westliche musikalische Einflüsse, etwa durch Jazz oder Blues, verweigerten die Kubaner, was einer Weiterentwicklung des Son Cubano wenige Möglichkeiten bot. So verschwand er bis zum Jahre 1999 von der Bildfläche, erlebte dann dank des Buena Vista Social Club allerdings eine Art "zweite Blüte". Der weltweite Erfolg machte sich auch in Kuba selbst bemerkbar: Son Cubano wurde wieder beliebter, sodass sich mehr und mehr neue Gruppen formten, welche sich den traditionellen Rhythmen des Musikstils widmeten.

Bedeutende Vertreter des "Son Cubano"

Den klassischen Son Cubano spielen viele Gruppen; zu diesen zählen beispielsweise Jóvenes Clásicos del Son, Orquesta Aragón, Orquesta Ritmo Oriental, Orquesta Original de Manzanillo, Septeto Nacional sowie Sierra Maestra. Eine Mischung aus Son Cubano und anderen Genres präsentieren etwa Addys Mercedes, Irakere, Haila Mompié, NG La Banda, Orishas sowie Son 14.

"Nueva Trova Cubana" - moderne kubanische Musik

Während der Son Cubano bereits um 1920 seine Anfänge nahm, entstand die Nueva Trova Cubana erst in den 1960er Jahren. Der Musikstil kombiniert Elemente der traditionellen kubanischen Volksmusik mit Einflüssen aus anderen Musikrichtungen. Ein weiteres bedeutendes Merkmal der Nueva Trova Cubana liegt begründet in der Art der Texte: Die "neue Volksmusik" ist geprägt durch ihre poetischen sowie politischen Lyrics; sie behandelt Themen wie den Vietnamkrieg, Armut und Imperialismus. Zudem gibt es zahlreiche Lieder, die persönliche Empfindungen und Erfahrungen ausdrücken - also etwa die Liebe behandeln. Verbreitet ist die Nueva Trova Cubana insbesondere im spanischsprachigen Raum. Wesentliche Vertreter stellen beispielsweise Carlos Varela, Pablo Milanés, Silvio Rodríguez und Vicente Feliú dar.

Silvio Rodríguez

Silvio Rodríguez Dominguez zählt zu den bekanntesten Interpreten der Nueva Trova Cubana. Der Liedermacher aus San Antonio de los Baños brilliert durch seine poetischen Texte und Melodien. Seit seinem ersten Werk "Pluma en Ristre, 7" aus dem Jahre 1969 erschienen zahlreiche weitere mitunter sehr erfolgreiche Alben wie "Al final de este viaje", "Silvio Rodríguez en Chile", "Erase que se era" und "Segunda Cita".

Carlos Varela

Carlos Varela wurde einst von Silvio Rodríguez Dominguez entdeckt; dieser nahm ihn mit auf Tournee, was Varela zunehmend mehr Bekanntheit verschaffte. Ein Song des in Havanna geborenen Varela - "Una palabra", was soviel wie "Ein Wort" bedeutet - fand in zwei Filmen Verwendung: "Powder Keg" aus dem Jahre 2001 sowie "Mann unter Feuer", im Jahre 2004 produziert. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem "Monedas al Aire", "Bossa N Tango", "Los Tangos de Gardel", "Como los Peces" sowie "No es el fin".

Pablo Milanés

Pablo Milanés Arias arbeitete wie Carlos Varela mit Silvio Rodríguez Dominguez zusammen und popularisierte die Nueva Trova Cubana. Seine eindringliche Poesie und die enormen Qualitäten als Melodieformer verhalfen ihm zu einem bedeutenden Status innerhalb der kubanischen Musikszene. Milanés singt vor allem über die Liebe, aber auch politische und gesellschaftliche Themen kommen in seinen Liedern häufig vor. Eine Kompilation mit den wichtigsten Liedern des kubanischen Sängers findet sich auf der CD "La Mas Completa Coleccion". Weitere Werke sind etwa "Cantos de Amor y Desamor", "Evolucion" und "Antologia".

Weitere Stile kubanischer Musik

Neben den weit verbreiteten und äußerst beliebten Stilen des Son Cubano und der Nueva Trova Cubana gibt es noch weitere begeisternde Genres in der kubanischen Musikwelt. Dazu zählen etwa "Guajira", "Changuí" und "Bolero".

"Guajira"

"Guajira" bezeichnet Bauernmusik aus den ländlichen kubanischen Gebieten, die etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand. Eine sechsseitige kubanische Gitarre, die sich "Tres" nennt, stellt ein grundlegendes Merkmal dieser Stilrichtung dar. Das Instrument ist dabei auf sehr spezielle Art und Weise gestimmt. Zudem weist "Guajira" Ähnlichkeiten zum "Jíbaro" aus Puerto Rico auf.

"Changuí"

"Changuí" wird eine schnelle Form des berühmten Son Cubano genannt. Sie entstand in den Ostprovinzen Guantánamo und Santiago de Cuba. Gekennzeichnet ist der "Changuí" insbesondere durch die sehr starke Betonung des schnellen Downbeat sowie des Schlagzeugs. Elio Revé und Los Dan Den stellen bedeutsame Vertreter des "Changuí" dar.

"Bolero"

"Bolero" ist eine Form kubanischer Folk-Musik. Sogenannte "Charangas" - kleine französisch-kreolische Bands - spielen Balladen aus Santiago de Cuba.

Gloria Estefan - ein kubanisches Aushängeschild in Sachen Musik

In Havanna wurde die Sängerin und Schauspielerin Gloria Estefan geboren - mit vollem Namen heißt sie Gloria Maria Milagrosa Fajardo García. Die weltweit bekannte Musikerin vereint in ihren Werken moderne Popmusik mit traditionellen Rhythmen aus ihrer Heimat Kuba. Bekannte und erfolgreiche Alben der in den Vereinigten Staaten lebenden Sängerin mit karibischen Wurzeln sind beispielsweise "Let it loose", "Éxitos de Gloria Estefan", "Mi tierra", "Abriendo puertas" und "Oye Mi Canto Europa, Oye Mi Canto... Los Exitos".

Die Vereinigung kubanischer Musik und Tänze

Kubanische Musik lädt durch ihre belebten Rhythmen zum ausgelassenen "Schwingen der Hüften" ein, mal verhaltener, mal entfesselter. Die karibische Insel führte mehrere Tänze aus der Heimat in die weite Welt - allen voran: "Danzón", "Rumba" und "Timba".

"Danzón"

Bei "Danzón" handelt es sich um eine elegante Tanzform. Sie entwickelte sich in den 1870er-Jahren im Gebiet rund um die Stadt Matanzas. Sie können Ähnlichkeiten zum englischen Country Dance, dem spanischen Contradanza sowie dem französischen Contredanse feststellen.

"Rumba"

Die Wurzeln der heute bekannten und beliebten "Rumba" liegen in Kuba - genauer gesagt bei den Hafenarbeitern von Havanna und Matanzas. Diese lieferten spontane, improvisierte und in jedem Fall lebendige Tänze zu Rhythmen, die durch verschiedene Schlaginstrumente und Gesangseinlagen zustande kamen.

"Timba"

"Timba" entstand in den 1990er-Jahren und avancierte prompt zur populärsten Tanzmusik in Kuba. Sie ist eng verknüpft mit der Geschichte der karibischen Insel und vor allem jener der Hauptstadt La Habana.

Häufig verwendete Instrumente bei kubanischer Musik

Kubanische Musik lebt von den vielfältigen Perkussionsinstrumenten: Clave, Conga und die Batá- sowie Yuka-Trommeln sind häufig eingesetzte Exemplare. Zudem spielen vielfältige Arten von Gitarren eine überragende Rolle - es gibt sogar explizit kubanische Arten, beispielsweise die "Tres".

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