Gummi, Kunstrasen, Linoleum und Teppich: Wo passt welche Auslegware?

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Gummi, Kunstrasen, Linoleum und Teppich: Wo passt welche Auslegware?

Bei der Einrichtung einer Wohnung kommt der Gestaltung des Fußbodens eine besondere Bedeutung zu. Die Farbe sollte sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Die Oberflächenbeschaffenheit soll funktional und haptisch ansprechend sein. Zu teuer sollte er außerdem nicht sein.

Im vorliegenden Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Auslegung von Bodenbelägen besonders achten müssen. Im Zentrum soll dabei nicht allein der Teppich stehen. Auch auf Alternativen wie Kunstrasen und Linoleum wird eingegangen. Besondere Berücksichtigung sollen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bodenarten erfahren. Hinweise auf Besonderheiten beim Kauf runden die knappe Einführung ab.

Fußböden und verschiedene Arten von Bodenbelägen

Der Fußboden ist einer der am meisten beanspruchten Bauteile eines Hauses. Man versteht darunter die begehbare Bodenfläche eines Gebäudes. Fußböden bestehen aus mehreren Schichten mit jeweils eigener Funktion. Häufig verbreitet ist die Bauweise, bei der sich auf einer Platte von Stahlbeton der Estrich befindet, auf dem Estrich wiederum der Fußbodenbelag.

Der Estrich dient als ebenmäßiger Untergrund des Bodenbelags. Er besteht aus einer oder mehreren Schichten von Mörtel und befindet sich über einer Dämmschicht. Die Verlegung von Estrich dient im Wesentlichen drei Zwecken: der Regulierung der Fußbodenhöhe, der Stabilisierung und der Ebnung. Darüber hinaus verteilt er das auf ihm lastende Gewicht gleichmäßig. Je nach Art des verwendeten Bindemittels unterscheidet man verschiedene Typen von Estrichen. Am häufigsten wird Zement verwendet. Darüber hinaus kommen Gussasphalt, Kalziumsulfat und Kunstharz zum Einsatz.

Damit der Estrich eine möglichst hohe Spannung tolerieren kann, ohne zu reißen, versieht man ihn mit verschiedenen Fasern Glas, Kalziumsulfat und Gussasphalt.

Aus optischen und funktionalen Überlegungen, bedeckt man Fußböden mit Belägen. Sie dienen der Dämmung von Trittschall und der besseren Wärmeerhaltung. Man unterscheidet Textilbeläge von nicht textilen Belägen. Zur ersten Art gehören Webteppiche, Tuftingteppiche, Kunstrasen und Nadelvliesteppiche. Bei den nicht textilen Belägen unterscheidet man noch einmal in elastische Beläge, Hartbeläge und mineralische Beläge.

Elastische Beläge:

Hartbeläge:

Mineralische Beläge:

  • Naturstein
  • Keramische Fliesen

Das gibt es alles über Teppiche zu wissen

Unter dem Begriff Teppich fasst man verschiedene Bodenbeläge auf Textilbasis zusammen. Alternativ verwendet man den Begriff Auslegware. Im Gegensatz zum Läufer bedeckt handelsüblicher Teppichbelag den Fußboden ganzflächig. Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von Teppichen. Am verbreitetsten sind Wirken, Weben, Tufting, Beflocken und Nadeln. Man verarbeitet verschiedene Materialien zur Herstellung von Teppichen. Zu den natürlichen Pflanzenrohstoffen zählen Jute, Flachs, Baumwolle, Hanf und Sisal. Vom Tier verwendet man Seide, Haare und Wolle. Künstliche Ausgangsstoffe werden bei der Teppichherstellung ebenfalls verwendet. Polyamid, Polyacryl, Polyester und Polypropylen finden häufig Anwendung. Aus den Fasern stellt man im Laufe des Produktionsprozesses Gewebe her.

Teppiche bestehen aus drei Teilen. Auf der Oberfläche befinden sich die sicht- und fühlbaren Fasern. In der Mitte befindet sich die Trägerschicht. Die Fasern sind maschinell darauf befestigt. Die Unterseite des Teppichs besteht aus Weichgummi und Gewebe. Sie ist der einzige Teil des Belags, der direkt mit dem Fußboden in Berührung kommt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Verlegung. Man kann Teppichbeläge ohne Befestigung ausbreiten, verkleben, verspannen oder verkletten.

Die Beschaffenheit des Teppichrückens

Zunächst ist zu entscheiden, aus welchem Material der Rücken bestehen soll. Zur Auswahl stehen Ausführungen aus Gummi und aus Textilien. Die erste Variante hat den Nachteil, dass Sie einige Tage nach dem Verlegen einen unangenehmen Geruch verbreitet. Darüber hinaus neigt die Gummiunterfläche mit der Zeit zum Austrocknen. Sie wird brüchig.

Textile Rücken bieten demgegenüber Vorteile. Sie bleiben bei längerem Gebrauch flexibel und riechen neutral. Im Gegensatz zu den Gummirücken müssen sie nicht geklebt werden. Zur Befestigung an den Seiten kann man Holzleisten nutzen. Ein positiver Nebenaspekt dieser Einrichtungsweise ist die leichtere Entfernbarkeit. Klettverschlüsse punkten auf die nämliche Weise. Neben dem Aspekt der Nutzerfreundlichkeit ist der Energiesparfaktor zu berücksichtigen. Textilrücken speichern Wärme in Verbindung mit Vlies- und Filzunterlagen sehr gut.

Die Herstellungsweise – Schlingen, Velours oder Nadelvlies

Bei industriell hergestellten Teppichen sind die Fasern in Schlingenform auf den Träger gestickt. Man spricht in diesem Zusammenhang von Schlingenflor. Der Bodenbelag ist aufgrund dieses Verfahrens besonders widerstandsfähig. Auch bei längerem Gebrauch bleibt die rustikale Ästhetik erhalten. Schlingenflorteppiche verwendet man typischerweise in stark beanspruchten Räumen wie Büros. Im Kinderzimmer ist er nur bedingt zu empfehlen. Er widersteht zwar den meisten Beanspruchungen dauerhaft, ist aber zum Spielen mit kurzen Hosen zu rau. Für Katzenbesitzer ist diese Teppichart ungeeignet. Katzen verfangen sich mit ihren Krallen in den Schlingen und zerstören sie.

Veloursteppiche werden ähnlich hergestellt wie Schlingenteppiche. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Schlingen am Ende des Fertigungsprozesses aufgeschnitten werden. Eine besonders weiche Oberfläche ist der Effekt dieser Modifikation. Ein Nachteil besteht darin, dass die aufgeschnittenen Schlingen nur noch eine eingeschränkte Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung aufweisen. Schmutz sammelt sich überdies schneller darin an. Veloursteppiche werden gern in Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmern verlegt. Die weiche Oberfläche schmiegt sich an die Konturen der Füße an.

Teppiche aus Nadelvlies bestehen aus aufgeschichteten Faservliesen. Sie bestehen aus Polypropylen oder Polyamid. Wie Schlingenteppiche sind sie sehr widerstandsfähig. Durch eine hohe Schmutzresistenz zeichnen Sie sich ebenso aus.

Welches Material ist besser geeignet – Kunst- oder Naturfaser?

Für welches Material Sie sich entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist die Preisfrage für Sie von übergeordneter Bedeutung, wählen Sie einen Teppich aus Polyamid, Polypropylen oder Polyester. Sie sind in der Regel günstiger als Naturfaserteppiche. Ein weiterer Vorteil besteht in Ihrer höheren Widerstandsfähigkeit. Kunststoffteppiche halten mechanischen Beanspruchungen wesentlich länger stand, ohne zu verschleißen. Es bilden sich keine Laufstraßen bei der häufigen Nutzung derselben Teppichabschnitte. Für Allergiker kann der Kauf eines Kunststoffteppichs ebenfalls ratsam sein. Es lösen sich bei der Nutzung weniger Partikel ab, die allergen wirken können.

Naturfaserteppiche gibt es aus Sisal Schurwolle und Wolle. Sisal ist strapazierfähig und rau. Man nutzt es häufig in Geschäftsräumen. Schurwolle kommt vom lebenden Schaf. Damit gehen besondere Eigenschaften wie Schmutzabweisung einher. Sie rührt daher, dass Haar vom lebenden Schaf über einen natürlichen Fettgehalt verfügt. Veloursteppiche aus Schurwolle haben den Vorteil, dass sich die Haare nach längerer Belastung selbstständig wiederaufrichten. Zur Feuchtigkeitsregulierung im Raum tragen Naturfaserteppiche ebenfalls bei. Sie können Wasser besser aufnehmen und abgeben als andere Arten von Wolle. Reißwolle und Wolle vom toten Schaf verfügen über dieselben Vorteile wie Wolle vom lebenden Schaf, sind aber billiger. Zu einer guten Wärmedämmung tragen Sie überdies bei.

Kunstrasen im Wohnzimmer

Der grüne Bodenbelag findet nicht nur auf dem Fußballplatz Anwendung. Kunstrasen kann man ebenso zur Ausgestaltung seines Wohnzimmers nutzen. Die Besonderheit des grünen Kunststoffteppichs besteht in erster Linie in seiner haptischen Qualität. Er ist besonders weich und hochflorig. Weitere Vorteile sind ein geringerer Aufwand bei der Pflege und eine hohe Belastbarkeit. Aufgrund der eigenwilligen Optik und markanten Oberflächenqualität ist Kunstrasen in erster Linie für Hobbyräume zu empfehlen. Spielräume für Kinder können damit ebenfalls besonders interessant gestaltet werden.

Zur Herstellung nutzt man das Tuftverfahren. Bedenken Sie, dass Kunstrasen auf einer speziellen Elastikschicht aus Polyurethan aufgebracht werden muss. Zur Stabilisierung des Teppichs verwendet man Latexrücken.

Das "Certificate of Quality" Siegel

Sie erkennen die Güte eines Teppichs an dem großen 't'-Zertifikat der Europäischen Teppichgemeinschaft. Verschiedene Institute prüfen die Eigenschaften verschiedener Teppiche unabhängig voneinander. Zur Kennzeichnung der Qualität verwendet man eine variierende Anzahl von Sternen. Je mehr Sterne vorhanden sind, desto besser ist der Teppich. Einige Qualitätsmerkmale erkennen Sie bereits bei der ersten optischen Überprüfung. Teppiche, deren Grundschicht man durch die Fasern hindurch sehen kann, sind von minderer Qualität. Ein dichtes undurchsichtiges Gewebenetz zeugt von Qualität.

Ein weiteres Qualitätskriterium ist die Belastbarkeit. Das Siegel zeigt diesen Wert piktografisch durch eine bestimmte Anzahl Menschen an. Je mehr abgebildet sind, desto belastbarer ist der Teppich.

Fußbodenbeläge aus Linoleum – eine Alternative zum Teppich

Bei Linoleum handelt es sich um einen chemisch hergestellten Bodenbelag. Er entsteht aus einer Mischung von Leinöl, Farbstoff, Harzen, Kork- und Holzmehl, die man über ein Gewebe aus Jute walzt.

Linoleum zeichnet sich durch gute Eigenschaften aus. Es ist leicht zu reinigen, warm und strapazierfähig. Beliebt ist es nicht zuletzt aufgrund seiner Langlebigkeit. Man kann es bis zu 40 Jahre lang als Bodenbelag verwenden, ehe man es auswechseln muss.

Für die guten Wärmeeigenschaften von Linoleum ist der hohe Korkanteil verantwortlich. Moderne Linoleumböden sind erheblich pflegeleichter als die Mischungen der Anfangszeit. Bis in die 50er Jahre musste Linoleum noch gebohnert und gewachst werden. Bei neueren Belägen ist dies nicht nötig. Sie verfügen ab Werk über eine Schutzschicht, die eine zusätzliche Wachsbehandlung überflüssig macht.

Zum Verlegen von Linoleum benutzt man Kleber oder Spachtelmasse. Da bestimmte Werkzeuge benötigt werden, übernimmt die Verlegung in der Regel der Fachmann. Beachten Sie weiterhin, dass einige Kleber bis zu 30% Wasser enthalten. Das Linoleum nimmt diesen über den Unterboden auf. Das Trocknen kann zwischen 5 und 6 Wochen dauern. Der Boden kann während dieser Zeit noch nicht vollständig beansprucht werden. Verlegt man Kork zur Schallisolierung darunter, kann der Trocknungsprozess noch länger dauern.

Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass der Belag empfindlich auf Laugen reagiert und zu Beginn einen sehr markanten Geruch verströmt. Lässt dieser mit der Zeit auch nach, wird er von einigen Menschen doch als unangenehm empfunden.

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