Gewächshäuser: Gärtnern wie ein Profi

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Stiefmütterchen und Malven schon bei Eis und Schnee aussäen? Gurken und Tomaten vier Wochen früher als die Nachbarn ernten? Mit einem Gewächshaus verlängern Sie die Gartensaison, ganz professionell. Außerdem finden Olivenbaum, Oleander und andere empfindliche Kübelpflanzen hier im Winter frostsicher Unterschlupf.

Die Größe muss stimmen

Reiche Ernte für die ganze Familie – ein Gewächshaus sollte mindestens 2 x 2,50 Meter groß sein, also fünf Quadratmeter. Die meisten Hobbygärtner stellen sich ein zehn Quadratmeter großes Häuschen in den Garten. Ausgestattet mit Hängeborten und Pflanzregal können Sie sich darin nach Herzenslust Ihren Pflanzen widmen. Ein Tisch macht das Inside-Gärtnern dabei komfortabel. Wächst sich Ihr Gartenhobby zur Liebhaberei aus, erweitern Sie einfach auf ein Gewächshaus mit bis zu 50 Quadratmetern.

Tipp: Eine Pyramide oder ein Pavillon als Gartenhaus ist ein toller Blickfang.


Kunststoff statt Glas

 

Gartenhäuschen sind klassischerweise komplett verglast, denn das leitet hervorragend die Sonnenwärme. Doch schweres Glas kommt aus der Mode. Kunststoff isoliert genauso gut und lässt optimal Licht durch.
Durchsichtige Hohlkammer- oder Stegplatten sind der ideale Partner für leichte Tragekonstruktionen aus Aluminium.
Tipp: Kakteen und Zitruspflanzen gedeihen am besten unter UV-durchlässigem Plexiglas.


Gut geerdet

 

Fundament oder keines? Das kommt ganz auf die Nutzung an. Wollen Sie nur während der frostfreien Zeit gärtnern, reicht es, das Gewächshaus auf ebenen Untergrund zu stellen. Aber verankern Sie es lieber sturmfest im Boden. Für Gewächshaus-Arbeiten auch in den Wintermonaten ist ein Fundament empfehlenswert: Bei 80 Zentimeter Tiefe hat Bodenfrost keine Chance.
Praktisch: Gewächshäuser zum Eigenaufbau liefern eine Anleitung für das Legen des Fundamentes gleich mit.


Hitzestau vermeiden

 

Bei Sonnenschein kann es im Gewächshaus schnell zu heiß werden. Sorgen Sie für Frischluft. Zehn Prozent der Außenfläche sollte sich öffnen lassen: Aus einem offenen Fenster auf der Nordseite kommt kühle Luft. Zur Südseite hin entweicht die Hitze. Aber vermeiden Sie dabei Durchzug.
Praktischer Luxus: Automatische Fensteröffner, die sich je nach Temperatur von alleine öffnen.


Isolierung spart Heizkosten

 

Bei Eis und Schnee wird es im Gewächshaus kalt. Sperren Sie den Frost aus. Eine isolierende Schicht aus Holz oder Kunststoff verhindert Kältebrücken. Die größeren Häuschen können Sie beheizen: mit einem elektrischen Heizlüfter, einem Propangas-Ofen oder per Anschluss an die Heizung im Wohnhaus.
Achten Sie darauf, dass die Aluprofile thermisch getrennt sind. So senken Sie die Heizkosten.


Vom Wintergarten zum Anlehnhaus

 

Als Gewächshaus kann auch ein klassischer Wintergarten dienen. Zwar kommt die Sonne dann nur aus einer Himmelsrichtung. Aber die Hauswand reflektiert das Licht und gleicht so den fehlenden Lichteinfall aus. Zeigt das Glasdach nach Süden, wird es den Pflanzen selbst im Winter schön warm. Im Sommer müssen Sie für Abkühlung durch gute Entlüftung sorgen. Ein Anlehn-Gewächshaus nutzt ein vorhandenes Gebäude und lehnt sich mit einer Seite an die Hauswand an.
Tipp: Wenn Sie das Anlehnhaus vor die Terrassentür bauen, gewinnen Sie einen Wintergarten dazu.


Gewächshaus light

 

Schlagen Sie dem langen Winter ein Schnippchen: Gerade in kleinen Gärten ist ein Frühbeetkasten eine platzsparende Alternative zum Gewächshaus. Sie können ihn selbst aus Holz zimmern. Oder sie nehmen einen fertigen Kasten, der mit einem einfachen Stecksystem leicht aufzubauen ist.
Durchsichtige Kunststoffplatten lassen wie bei den modernen Gewächshäusern ein Maximum an Licht durch. Die Platten stellen Sie an sonnigen Tagen auf Kipp, damit es Ihren zarten Pflänzchen nicht zu heiß wird.
Tipp: Auch ein Pflanztunnel ermöglicht eine frühere Ernte und ist schnell auf dem Beet montiert.


Gärtners Outdoor-Regal

 

Das Folien-Gewächshaus ist ein freistehendes Regal in einer Plastikhülle – gute Option für Gartenfreunde, die nicht viel Platz haben. Hier bringen Sie auf mehreren Etagen übereinander Ihre Anzuchtschalen unter.
Mobil wird das Ganze durch Rollen; praktisch für Balkon oder Terrasse.
Gut zu wissen: Auch wenn es mancherorts Tomaten-Gewächshaus heißt, gedeiht darin auch vieles andere.



Auf der Fensterbank

 

Klein aber fein: Die Samenanzucht gelingt auch im Minigewächshaus auf der Fensterbank. Ob als einfache Plastikschale mit durchsichtigem Deckel oder als Glashäuschen im Landhausstil:
Am sonnigen Küchenfenster können Sie Licht und Wärme optimal regulieren. Keimlinge für Ihren Balkon haben Sie so immer im Blick.


Baugenehmigung?

Gewächshäuser bis zu einer Größe von 30 Kubikmeter umbauten Raum brauchen in der Regel keine Baugenehmigung. Anders als das Anlehngewächshaus, das unter Umständen als Erweiterung des Wohnhauses angesehen wird. Erkundigen Sie sich in jedem Fall bei Ihrem örtlichen Bauamt nach den Bestimmungen. Jedes Bundesland hat andere Regelungen. Und weihen Sie Ihren Nachbarn in Ihre Baupläne ein.

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