Gebrauchte Streich- & Zupfinstrumente – ein Ratgeber

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Streich- & Zupfinstrumente gebraucht online kaufen - ein Ratgeber

Kontrabass, Ukulele, Laute, Harfe und Geige unterscheiden sich in Größe, Form und Klang. Trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit. Sie gehören zur Familie der Saiteninstrumente und können innerhalb dieser in Zupf- und Streichinstrumente unterteilt werden.
Ein Saiteninstrument ist ein Musikinstrument, das Klänge erzeugt, indem Saiten, die zwischen zwei Punkten gespannt sind, in Schwingungen versetzt werden. Diese Schwingungen werden auf einen Resonanzkörper übertragen und erzeugen so einen bestimmten Ton.

Streichinstrumente - große Wirkung trotz sanfter Töne

Bei Streichinstrumenten werden die Saiten in Schwingungen versetzt, indem man mit einem Stab oder einem Streichbogen darüberstreicht. Die entstehenden Schwingungen werden auf den Resonanzkörper übertragen, wodurch ein Ton erzeugt wird.

Geigeninstrumente

Violine, Bratsche und Cello sind allesamt Geigeninstrumente und zählen zu den bekanntesten Streichinstrumenten. Geigeninstrumente folgen alle einem sehr ähnlichen Aufbau. Sie bestehen aus Korpus, Stimmstock, Steg, Saitenhalter und Hals.
Der Korpus ist der Resonanzkörper und setzt sich aus Decke, Boden und Zargen zusammen. Innerhalb des Korpus befindet sich der Stimmstock.
Die Decke ist der obere Teil des Korpus, enthält die sogenannten F-Löcher und besteht bei einem qualitativ hochwertigen Instrument aus Fichtenholz. Sie sollte dabei je nach Beschaffenheit des Holzes eine Dicke von 2,4 bis 3 mm haben. Für den Boden des Korpus eignen sich besonders Ahorn-, Pappel- und Weidenholz. Dabei kann er aus einem Einzelstück oder aus zwei miteinander verleimten Teilen bestehen. Die Zargen verbinden Boden und Decke miteinander. Sie sollten aus dem gleichen Material bestehen, wie der Boden und sauber mit Decke und Boden verleimt sein.
Auf dem Korpus befindet sich der Steg. Der Steg überträgt die Schwingungen der Saiten auf den Resonanzkörper. Ahornholz ist hier das beste Material. Stellen Sie außerdem sicher, dass der Steg mittig zwischen den F-Löchern aufgestellt ist.
Am Saitenhalter sind die Saiten befestigt und können gestimmt werden. Je nach Qualität des Instruments können entweder nur die beiden höchsten Saiten oder alle vier Saiten stimmbar sein. Der Hals geht vom Korpus ab. Hier befinden sich Schnecke, Wirbel, Sattel und Griffbrett. Harthölzer - besonders Ebenholz - sind als Material besonders geeignet.
Neben den zum Bau verwendeten Materialien ist auch die Lackierung sehr wichtig. Sie schützt das Holz nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern beeinflusst auch den Klang Ihres Instruments. Zuerst sollten einige Schichten Grundlack, anschließend einige Schichten Farblack und schlussendlich eine Schicht Überzuglack aufgetragen sind.

Bratsche und Violine - zum Verwechseln ähnlich

Bratsche und Violine unterscheiden sich zwar im Aufbau nicht voneinander. Vom Cello unterscheiden sie sich dadurch, dass sich hier unterhalb des Saitenhalters der Kinnhalter befindet. Dieser wird beim Spielen zwischen Hals und Schulter gehalten und besteht klassischerweise aus schwarz gefärbtem Holz.
Voneinander unterscheiden sich diese zum Verwechseln ähnlichen Geigeninstrumente in Größe und Klang. Während A-, D- und G-Seite bei beiden Instrumenten identisch sind, unterscheidet sich die vierte und letzte Seite bedeutend.
Die E-Seite der Violine hat einen deutlich höheren und auffälligeren Klang als die eher unauffällig klingende C-Seite der Bratsche. Auch unabhängig von dem Farbton der letzten Seite ist die Bratsche tiefer gestimmt.
Die Violine ist das bekannteste Geigeninstrument und ihr Klang wird von vielen Musikliebhabern als besonders schön empfunden. Eine Bratsche empfiehlt sich für Sie, wenn Sie bereits Erfahrung mit der Violine haben und sich diese in Ihren Händen etwas zu klein anfühlt.
Bei eBay gibt es Angebote zu Bratschen aus verschiedenen Baujahren. So findet man hier fast historisch anmutende Instrumente aus der Zeit vor 1900, aber auch neuere Modelle aus den Zeiten 1900-1950, 1951-2000 und noch junge Bratschen aus dem 21. Jahrhundert.
Zudem hat die Modernisierung des Geigenbaus dazu geführt, dass bei Bratschen und Violinen mittlerweile neben der klassischen akustischen Klangerzeugung auch die elektronische Klangerzeugung gibt.

Das Cello - ein großer und dunkler Streicher

Das Cello unterscheidet sich von Geige und Bratsche durch seinen dunkleren Klang und durch die Tatsache, dass es Celli in verschiedenen, genormten Größen gibt. Zu erklären sind diese unterschiedlichen Größen durch die Art und Weise, auf die man das Cello beim Spielen hält. Es wird beim Spielen zwischen den Beinen gehalten und steht in einer Halterung auf dem Boden.
Viele Cellisten beginnen bereits im Kindesalter mit dem Spielen und benötigen somit Celli geringerer Größe. Es gibt fünf Cellogrößen, die mit Hilfe von Bruchzahlen kategorisiert werden.
Das kleinste Cello trägt die Größenbezeichnung 1/8, hat eine Gesamtlänge von 83 cm und wird für Kinder von 4 - 7 Jahren empfohlen.
Die zweitkleinste Größe ist 1/4 und hat eine Länge von 95 cm. Grob kann man sagen, dass sich diese Größe für Kinder der Altersstufen 5 - 7 Jahre eignet.
Ein Cello der Größe 1/2 hat eine Gesamtlänge von 106 cm und hat somit die richtige Größe für Kinder in dem Alter von 6 - 8 Jahren.
Die zweitgrößte Größte ist mit einer Länge von 113 cm 3/4 und eignet sich für 7-10 jährige Kinder.
4/4 bildet schließlich die letzte und größte Größe. Celli dieser Größe können von Kindern ab 10 Jahren gespielt werden.
Verschiedene Angebote zu Celli aller Größen finden Sie bei eBay. Die Kinnstütze bei Violine und Bratsche wird beim Cello durch den Stachel ersetzt. Dieser befindet sich am unteren Ende des Korpus und besteht aus Metall, Holz und bei sehr modernen Geräten aus Carbonfaser.

Gebrauchte Geigen - eine günstige Option?

Es stellt sich die Frage, ob ein edles Instrument wie eine Geige gebraucht gekauft werden sollte. Die Antwort hierauf ist nicht einfach und muss von jedem selbst entschieden werden.
Beim Kauf eines Geigeninstruments sollte sicher nicht an falscher Stelle gespart werden. Allerdings kann man sagen, dass es sich gerade für Anfänger oft nicht lohnt, ein neues, mehrere Tausend Euro teures Instrument zu erstehen. Ein Musiker hat meist ein ganz besonderes Verhältnis zu seinem Instrument.
Oft spielt ein Geiger sein ganzes Leben auf demselben Instrument, sobald er sich festgelegt hat. Daher sollte erst einige Erfahrung gesammelt werden, bevor diese Entscheidung, die durch den hohen Preis meist endgültig ist, getroffen wird. Um ein Gefühl für das Spielen zu bekommen, reicht eine gebrauchte Geige völlig aus.
Achten Sie auf die oben beschriebenen Qualitätsmerkmale und darauf, dass die Geige gut erhalten ist. Der Korpus darf keine Schäden aufweisen, die Saiten dürfen nicht beschädigt sein und die Mechanik des Stimmbretts muss intakt sein, um eventuell verstimmte Saiten wieder richtig Stimmen zu können. Optimal wäre es, die Geige vor dem Kauf einmal in Wirklichkeit anzusehen und vor allem hören zu können.

Zupfinstrumente - verbessern Sie Ihre Fingerfertigkeit

Wie Saiteninstrumente auch bestehen Zupfinstrumente meist aus Korpus und Hals. Die Saiten werden entweder mit den Fingerspitzen oder dem Plektrum angerissen. Es gibt Zupfinstrumente bei denen die Tonhöhe einer Saite durch das Verkürzen mit dem Finger verändert werden kann und solche, bei denen es für jeden Ton eine Seite gibt.

Lauteninstrumente - mehr als nur laute Instrumente

Ähnlich wie der Begriff "Geige" bei Streichinstrumenten oft fälschlicherweise für die Bezeichnung eines bestimmten Instruments verwendet wird, verhält es sich bei Zupfinstrumenten mit dem Begriff "Laute".
Ein Lauteninstrument zeichnet sich dadurch aus, dass der Korpus untrennbar mit dem Hals verbunden ist. Bis auf Zither und Harfe sind alle Zupfinstrumente unter diesem Begriff zusammengefasst.

Die Ukulele - ein Instrument für Urlaubsfeeling

Eine Ukulele sieht sehr aus wie eine Gitarre in Miniaturformat. Sie ist für gewöhnlich nur 60 cm lang und 20 cm breit. Meist hat eine Ukulele vier Saiten, kann aber auch sechs oder acht Saiten haben.
Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Oberfläche des Korpus glatt ist, eine gleichmäßige Lackierung hat und sauber verarbeitet ist. Eine unsaubere Verarbeitung erkennen Sie unter anderem daran, dass Spuren von Leim am Korpus zu sehen sind. Noch wichtiger als bei anderen Zupfinstrumenten ist bei der Ukulele, dass sie nicht verzogen ist.
Je geringer die Größe eines Zupfinstruments, desto drastischer wirken sich Abweichungen im Bau aus. Deswegen können millimeterkleine Ungenauigkeiten die Ukulele bereits unbrauchbar machen. Die Töne einer Ukulele werden durch Verkürzen der Saiten verändert. Die Saiten werden verkürzt, indem man sie am Griffbrett greift.
Sie wollen keine Ukulele, bei denen die Saitenlage am Sattel zu niedrig ist, da für das Spielen so mehr Kraft aufgewendet werden muss und zur echten Anstrengung wird.
Bei der Wahl des Materials für die Ukulele kommt es auf Ihre Ansprüche an. Massivholz macht die Ukulele lauter und erweitert das Klangspektrum, während laminiertes Holz resistenter gegen Feuchtigkeit und Temperatur ist. Holzarten, die sich für den Bau einer Ukulele eignen, sind Nato, Mahagoni, Zeder, Fichte und Agathis.

Das Banjo - auch bekannt aus irischer Volksmusik

Das Banjo unterscheidet sich von anderen Instrumenten durch die Art der Klangerzeugung. Anstelle eines Resonanzkörpers mit Schalllöchern ist hier ein Fell über einen Ring aus Holz oder Messing gespannt. Qualitativ hochwertige Banjos sind sehr teuer.
Die gute Nachricht ist aber, dass Sie als Anfänger auch auf ein preisgünstigeres Modell zurückgreifen können. Die beiden meist verbreiteten Varianten sind das Tenor- und das 5-String-Banjo. Das Besondere am 5-String-Banjo ist, dass es im Gegensatz zu anderen Banjos eine fünfte Saite hat.
Für welches Modell Sie sich entscheiden, hängt davon ab, welche Art von Musik Sie spielen möchten. Ein Tenorbanjo kann wie eine Violine gestimmt werden und wird deswegen besonders im Bereich Irish-Folk gern eingesetzt. Das 5-Stringbanjo erlaubt sehr schnell Tonfolgen und Figuren und findet dazu passend in der Countrymusik seinen Platz. Jazzfans werden mit einem Plektrumbanjo glücklich.
Angebote zu all diesen Variationen finden Sie bei eBay.

Gebrauchte Zupfinstrumente - lohnt die Anschaffung?

Der Einstiegspreis bei Zupfinstrumenten ist nicht ganz so hoch wie bei Streichinstrumenten. Gebrauchte Zupfinstrumente sind darum oft günstig. Besonders Anfänger, die das Spielen eines Instrumentes erst einmal kennenlernen wollen, haben so die Möglichkeit, nicht direkt eine große finanzielle Verpflichtung einzugehen. Aber auch erfahrene Musiker können mit etwas Glück genau das richtige Instrument für sich finden.
Es gelten dieselben, vorher bereits erwähnten Qualitätsmerkmale, die auch für neue Geräte gelten. Kleinere Gebrauchsspuren sind zu verschmerzen, Beschädigungen an Korpus, Hals und Saiten sollten einen Kauf allerdings ausschließen. Diese können in manchen Fällen zwar behoben werden, aber der Instrumentenbau ist eine hohe Kunst und ein Instrument mit ausgebessertem Schaden wird niemals so gut klingen wie ein Instrument, das nie beschädigt wurde.

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