Garagenfund Oldtimer – Tipps für die Zulassung ohne Fahrzeugpapiere

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Garagenfund – ohne Fahrzeugdokumente kann die Zulassung zum Problem werden

Wenn Sie sich für Oldtimer interessieren, können Sie bei eBay so manche Rarität finden. Oftmals sind es die Garagenfunde oder Scheunenfunde, die das Herz eines Oldtimerfans höherschlagen lassen. Doch ein Wermutstropfen ist manchmal bei all der Freude über ein gefundenes Juwel dabei: die fehlenden Fahrzeugdokumente. Warum Sie auf Ihren Oldtimer dennoch nicht verzichten müssen und wie es möglich ist, das Fahrzeug auch ohne Fahrzeugpapiere bei der Zulassungsstelle anzumelden, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Diese Probleme können bei der Anmeldung eines Garagenfundes ohne Fahrzeugpapiere auftreten

Wenn Sie einen Youngtimer oder Oldtimer angeboten bekommen, nachdem Sie schon lange auf der Suche waren, sind Sie sicherlich zuerst einmal hoch erfreut. Doch was bei Garagenfunden manchmal passieren kann, sind die fehlenden Dokumente zum Fahrzeug. Diese können dann bei der Zulassung zum Problem werden. Haben Sie Ihr Schmuckstück frisch restauriert und möchten Sie es bei der Zulassungsstelle anmelden, brauchen Sie dort die dazugehörigen Fahrzeugdokumente. Können Sie diese nicht vorlegen, kann der Schalterbeamte Ihnen die Zulassung Ihres Fahrzeugs verweigern. Auch wenn Sie eine Unbedenklichkeitserklärung des Kraftfahrtbundesamtes vorweisen können und eine aktuelle KBA-Bescheinigung vorlegen, kann es dennoch zu Schwierigkeiten bei der Zulassung kommen. Diese Erfahrung müssen Oldtimerbesitzer immer wieder machen, vor allem dann, wenn die Papiere zum Auto längst verschollen sind oder die Fahrzeuge aus Ländern importiert wurden, in denen keine Fahrzeugpapiere üblich sind. Damit kann der lückenlose Eigentumsnachweis nicht geführt werden.
Doch es gibt durchaus Alternativen, wie Sie Ihr Auto oder Motorrad trotzdem zulassen können. Wichtig ist zunächst einmal die Vorlage eines Kaufvertrages. Dieser ist zwingend nötig. Zudem müssen Sie eine Versicherung an Eides statt über den Verlust der Fahrzeugdokumente abgeben. Üblicherweise müssen diese dann aufgeboten werden. Allerdings können die Behörden auf die Aufbietung auch nach eigenem Ermessen verzichten. Das geschieht vor allem dann, wenn das Fahrzeug schon viele Jahre abgemeldet war oder wenn Sie als Eigentümer des Fahrzeugs glaubhaft versichern, dass Sie das Auto rechtmäßig besitzen. Haben Sie beispielsweise bei eBay ein Fahrzeug ersteigert, das aus dem Ausland eingeführt wurde und keine Papiere besitzt, reicht es in der Regel aus, wenn Sie einen Kaufvertrag vorlegen. Diese muss mit dem letzten ausländischen Besitzer oder dem letzten Eigentümer in Deutschland geschlossen worden sein. Nicht zuletzt spielt auch Ihre eigene Glaubwürdigkeit eine Rolle bei der Zulassungsstelle. Da die Behörden einen gewissen Ermessensspielraum haben, kann es ausreichen, wenn Sie eine nachvollziehbare Erklärung zu einem Garagenfund und eine eidesstattliche Versicherung abgeben.

So können Sie Ihren wertvollen Garagenfund auch ohne Fahrzeugpapiere zulassen

Damit Sie Ihren Garagenfund auch zulassen können, müssen Sie einige Punkte beachten. Zunächst müssen Sie üblicherweise die nötigen Fahrzeugdokumente vorweisen. Dazu gehört die Zulassungsbescheinigung Teil II, der frühere Fahrzeugbrief. Das dient dazu die Besitz- bzw. Eigentumsverhältnisse nachzuweisen. Nur derjenige kann die Zulassung eines Fahrzeugs veranlassen, der auch der Verfügungsberechtigte ist. Das muss zwar nicht notwendigerweise auch der Eigentümer des Fahrzeugs sein, auch wenn das meist die Regel ist.
Vor allem in Oldtimerkreisen ist es allerdings nicht unüblich, dass zu dem Fahrzeug keine Papiere mehr aufzufinden sind. Das gilt insbesondere auch bei Garagen- und Scheunenfunden, zu denen häufig keine Fahrzeugdokumente existieren. Wenn also noch keine Zulassungsbescheinigung Teil II vorhanden ist, so müssen Sie beantragen, dass diese ausgefertigt wird. In diesem Fall müssen Sie Ihre Verfügungsberechtigung über das Motorrad oder Auto auf andere Art und Weise nachweisen. Sie haben dazu verschiedene Möglichkeiten. Legen Sie einen Kaufvertrag über das Fahrzeug vor, Originalrechnungen, Zollquittungen oder ausländische Dokumente. Hilfreich sind alle Papiere, mit denen Sie beweisen können, dass Sie verfügungsberechtigt sind. Vor dem 1. März 2007 war es auch noch üblich, dass Sie beim Kraftfahrt-Bundesamt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung einholen mussten. Zwar ist diese Regelung entfallen, in Ausnahmefällen kann aber immer noch bei der Kraftfahrtbundesbehörde nachgefragt werden, ob das Fahrzeug im Zentralen Fahrzeugregister eingetragen ist oder ob beispielsweise ein Suchvermerk vorhanden ist. Wurde für dieses Fahrzeug bereits eine Zulassungsbescheinigung Teil II ausgegeben, ist auch das bei der Behörde bekannt.

Bei Garagenfunden ohne Fahrzeugpapiere helfen das Aufgebotsverfahren und die eidesstattliche Versicherung bei der Zulassung

Auch das Aufgebotsverfahren und die eidesstattliche Versicherung sind weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihren Oldtimer auch ohne Fahrzeugpapiere anmelden können. Wenn zu Ihrem Fahrzeug bereits einmal ein Fahrzeugbrief existiert hat und dieser nicht mehr aufzufinden ist, dann müssen weitere Schritte veranlasst werden, bevor Sie den Oldtimer auf Ihren Namen zulassen können. In der Regel wird der verlorene Fahrzeugbrief, also die heutige Zulassungsbescheinigung Teil II, im Verkehrsblatt aufgeboten. Dafür wird eine bestimmte Frist gesetzt. Durch das Aufgebotsverfahren bekommt nun jeder die Möglichkeit, eventuell bestehende Rechte an diesem Auto geltend zu machen. Meldet niemand Rechte an, kann eine neue Zulassungsbescheinigung Teil II von der Behörde ausgestellt werden. In der Regel beträgt die Frist 14 Tage, wobei es durchaus mehrere Wochen dauern kann, bis für die verlorengegangene Zulassungsbescheinigung Teil II ein Ersatz ausgestellt wird. Darüber hinaus kann die Zulassungsstelle von Ihnen die Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung verlangen. Diese beinhaltet die Verfügungsberechtigung über das Fahrzeug und den Verbleib der Fahrzeugdokumente. Falsche Aussagen in diese Hinsicht können mögliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Wenn Sie die eidesstattliche Versicherung abgeben, werden Ihnen hierfür Gebühren abverlangt. Sollten Sie wider Erwarten den ursprünglichen Fahrzeugbrief wieder auffinden, müssen Sie diesen bei der Zulassungsstelle abgeben. Nach Abgabe der eidesstattlichen Erklärung und nach dem Aufgebotsverfahren steht in der Regel der Ausstellung einer neuen Zulassungsbescheinigung Teil II nichts mehr im Wege. Kommt es dennoch zu Schwierigkeiten und verlangt die Behörde weitere Unterlagen, sollten Sie um einen schriftlichen Bescheid bitten. Gegen diesen können Sie dann Widerspruch einlegen. Haben Sie bei eBay Ihr Traumauto gefunden, eventuell auch ein Bastlerfahrzeug, schließen Sie unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag, der die Adresse des Verkäufers enthält. Zudem sollten Sie auf eine Eideserklärung bestehen, dass der Verkäufer der uneingeschränkte Eigentümer des Fahrzeugs ist. Mit diesen Unterlagen gestaltet sich die spätere Zulassung erheblich einfacher.

Diese Möglichkeiten bestehen für eine Oldtimer-Zulassung auf der Zulassungsstelle

Wenn Sie auf der Suche nach einem bestimmten Youngtimer oder Oldtimer sind, bietet Ihnen eBay eine große Palette an Angeboten. Hier finden Sie neben Oldtimer Motorrädern auch Oldtimer Cabrios und Oldtimer Wohnwagen. Auch Garagenfunde und Scheunenfunde werden hier angeboten. Wenn Sie das Fahrzeug erworben und anmelden möchten, können sich Ihnen einige Hürden in den Weg stellen. Doch es gibt auch den Idealfall. Sie erwerben ein Fahrzeug bei eBay, das für den Straßenverkehr zugelassen ist und ein reguläres oder historisches Kennzeichen sowie eine gültige HU- und AU-Plakette besitzt. Bei solch einem Oldtimer gestaltet sich die Zulassung genauso einfach, wie bei einem Gebrauchtwagen. Sie brauchen lediglich zur Zulassungsstelle den Kraftfahrzeugbrief und –schein bzw. die Zulassungsbescheinigungen mitzubringen, dazu die bisherigen Kennzeichen, die Versicherungsbestätigung sowie Ihren Personalausweis. Sobald Sie die neuen Kennzeichen erhalten und an Ihrem Auto angebracht haben, können Sie Ihren Oldtimer unverzüglich in Betrieb nehmen. Allerdings ist diese problemlose Abwicklung bei einem Oldtimerkauf meist eine Seltenheit.
Gerade bei Garagenfunde scheitert die problemlose Zulassung häufig an den fehlenden Fahrzeugpapieren. Auch längere Stilllegungszeiten können bei der Zulassung schwierig werden. Rechnen Sie mit Problemen bei der Zulassung Ihres Oldtimers informieren Sie sich am besten vorher bei Ihrer örtlichen Zulassungsstelle oder dem Straßenverkehrsamt. Der Ablauf in den einzelnen Bundesländern kann hierbei durchaus unterschiedlich sein. Wurden Änderungen am Fahrzeug vorgenommen und ist deshalb eine Erteilung der Betriebserlaubnis nötig, sollten Sie sich vorab an die technische Prüfstelle wenden. Das gilt auch für Fahrzeuge, die noch nie in Deutschland zugelassen waren.

So können Sie auftretende Probleme bei der Zulassungsbehörde lösen

Ist die nächste Hauptuntersuchung fällig und war das Fahrzeug mehr als sieben Jahre stillgelegt, müssen Sie das Zulassungsverfahren bei der Behörde einleiten. Die Fahrzeugpapiere werden allerdings erst ausgestellt, wenn eine gültige Hauptuntersuchung vorliegt. Eine weitere Möglichkeit ist das Wiederzulassungsverfahren nach §14 II FZV. Hierbei muss die technische Prüfstelle ein Gutachten erstellen. Beanstandete Mängel müssen beseitigt werden. Haben Sie mit dem Problem zu kämpfen, dass der Fahrzeugbrief oder die Zulassungsbescheinigung verschollen ist, wird ein Verfahren nach §11, 12 FZV eingeleitet. Dann kann die Behörde Ihnen eine neue Zulassungsbescheinigung ausstellen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem die Einholung einer Auskunft aus dem zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrtbundesamtes. Das soll sicherstellen, dass das Fahrzeug, das zugelassen werden soll, nicht als gestohlen gemeldet ist.
Ebenfalls problematisch gestaltet sich die Zulassung, wenn für das Fahrzeug noch nie ein Fahrzeugbrief bzw. eine Zulassungsbescheinigung ausgestellt wurde. Das betrifft beispielsweise Oldtimer, die im Ausland zugelassen waren. Bevor Sie Ihr Fahrzeug zulassen können, müssen Sie zunächst das Zulassungsverfahren bei der Behörde einleiten. Auch hier wird im Regelfall zunächst eine Auskunft aus dem zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrtbundesamtes eingeholt, wobei festgestellt wird, ob das Auto vielleicht als gestohlen gemeldet wurde. Auch die technischen Daten des Fahrzeugs werden für die Ausstellung der Zulassungsbescheinigung benötigt. Hilfestellung können Ihnen hier Prüforganisationen oder Markenclubs anbieten. Die Technische Prüfstelle erstellt dann ein Gutachten, wobei eventuell vorhandene Mängel beseitigt werden müssen. Die anschließende Ausstellung der beiden Zulassungsbescheinigungen Teil I und Teil II erfolgt dann durch die Zulassungsbehörde.

Diese Vorteile haben Sie bei einem Oldtimer-Kennzeichen

Wenn Sie einen Oldtimer erworben haben, möchten Sie sicherlich auch das historische H-Kennzeichen an Ihrem Fahrzeug anbringen. Neben der üblichen Buchstaben und Ziffernkombination unterscheidet sich das Kennzeichen durch den Großbuchstaben H, der sich am rechten Rand des Kennzeichenschildes befindet. Damit Sie das H-Kennzeichen erhalten, sind verschiedene Aspekte zu beachten. Zum einen muss es als Oldtimer gelten, das heißt, vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sein. Zudem muss es hauptsächlich zur Pflege des Kfz-technischen Kulturgutes eingesetzt werden. Darüber hinaus benötigen Sie ein Gutachten für die Einstufung Ihres Fahrzeugs als Oldtimer. Dieses können anerkannte Sachverständige, Prüfer oder Prüfingenieure ausstellen. Wichtig für die Erteilung des Gutachtens ist, dass sich das Fahrzeug weitgehend im Originalzustand befindet. Achten Sie also bereits beim Kauf Ihres Oldtimers darauf, ob nicht allzu viele Umbauten an dem Fahrzeug vorgenommen wurden. Wertvolle Oldtimer wie Mercedes Oldtimer sowie Garagenfunde und Scheunenfunde können Sie bei eBay finden.

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