Flachbildschirme erobern die Computerwelt

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Noch zur Jahrtausendwende zählten sperrige Röhrenmonitore zur Standardausstattung für den heimischen Computer. Doch dann begann der Siegeszug der Flachbildschirme, die heute den Markt nahezu vollständig beherrschen.

 

Flachbildschirme erobern die ComputerweltBildstark, platzsparend und energieeffizient: Flachbildschirme haben alten Röhrenmodellen eine Menge voraus. (Copyright: believe-in-me/Thinkstock)

 

Die Vorteile moderner Flachbildschirme (kurz LCD - Liquid Crystal Displays) gegenüber ihren Vorgängern sind unbestritten: Zum einen weisen sie eine deutlich geringere Bautiefe auf, was das Aufstellen vereinfacht. Dann ist der Energieverbrauch und daraus resultierend die Abwärme deutlich geringer. Und last, not least liefern sie auch ein besseres, flimmerfreies Bild bei kürzeren Reaktionszeiten.

 

 

TFT: Licht trifft auf Flüssigkristallglas

Der eigentliche darstellende Bildschirm eines heute üblichen TFT-Monitors (Thin Film Transistor) verfügt über mehrere Schichten. Basis dieses Panels ist eine  Leuchtschicht (Backlight), die die gesamte Bildfläche gleichmäßig erhellt. Dieses Licht trifft auf eine Flüssigkristallglasschicht, die für jedes einzelne Subpixel über eine Kammer mit einem Flüssigkristall verfügen. Die Flüssigkristalle sind zwischen zwei Glasplatten angeordnet, die auf der Innenseite über eine transparente Elektrodenschicht verfügen.  Liegt kein Strom an, blockieren diese Kristalle das Licht und der Bildschirm bleibt schwarz. Unter Spannung jedoch wird Licht durchgelassen, wobei sich die Helligkeit variieren lässt.

 

 

Weil es farbig sein soll

Um nun Farbe ins Spiel zu bringen, treffen die einzelnen Lichtstrahlen auf eine Farbschicht, die wiederum aus einzelnen Kammern besteht, die jeweils genau über einem Kristall liegen. Diese Kammern sind nebeneinander in den Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) angeordnet, jeweils drei dieser Subpixel bilden ein Pixel.

 

Soll nun beispielsweise ein Pixel in Blau leuchten, wird nur der Kristall unter dem blauen Subpixel aktiv. Für Farbtöne abseits der RGB-Grundfarben wird das additive Farbmischverfahren genutzt. Das heißt: Jedes der drei Subpixel erhält aus der Leuchtschicht Licht in unterschiedlicher Stärke und bildet einen Lichtkegel. Diese Kegel überschneiden sich und an der gemeinsamen Schnittstelle wird die gewünschte Farbe dargestellt. Durch die Intensitätsregelung der Lichtstrahler lässt sich also im Überschneidungsbereich der drei Grundfarben jede beliebige Farbnuance mischen.

 

 

Aus den Anfangsjahren des LCD

Mit der Verbreitung von Laptops erreichten Flachbildschirme die breite Masse und LC-Displays wurden kontinuierlich besser (Copyright: vasabii/Thinkstock) In größeren Stückzahlen kamen LC-Displays erstmals in den 1980er Jahren mit der Verbreitung die ersten Laptops auf. Niedrige Auflösungen und Bildwiederholungsraten machten das Arbeiten an diesen Geräten allerdings nicht zum Vergnügen. In den 1990ern wurden tragbare Rechner dann immer beliebter und wie bei jeder Technologie, die zunehmend Marktanteile gewinnt, investierten die Hersteller mehr in die Weiterentwicklung. Das Ergebnis: schnellere Schaltzeiten, mehr Kontrast und eine verbesserte Farbdarstellung.

 

 

2.500 Euro für flache 14 Zoll

Kurz vor dem Jahrtausendwechsel war es dann soweit,  dass die ersten Flachbildschirme für Destop-PC angeboten wurden - Vorreiter waren unter anderem Apple und IBM. Bessere Fertigungstechniken sorgten für geringere Ausschussquoten bei der Produktion und für sinkende Preise, die sich jedoch immer noch für private Anwender in kaum akzeptablen Regionen bewegten. So kostete 1997  ein 17-Zoll-Röhrenmonitor im Durchschnitt etwa umgerechnet 600 Euro, für einen TFT-Monitor mit 14 Zoll musste man allerdings etwa 2.500 Euro veranschlagen.

 

Zu dieser Zeit gingen Marktforscher zwar davon aus, dass die Preise sinken würden, rechneten aber wie Dataquest für das Jahr 2000 mit Preisen von 1.000 bis 1.500 Dollar. Und selbst 2003 waren die heutigen Preisregionen noch in weiter Ferne. So waren sich die Hersteller einig,  dass mit 250 Euro für einen 15-Zoll-Flachbildschirm die untere Preisgrenze erreicht sei. Sie irrten sich, wie man heute sieht.

 

 

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