Fenix Gitarren, Märchen, Mythen und ein wenig Wahrheit...

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Fenix Gitarren by Young Chang,

 

sind beliebte und mitunter günstig zu ersteigernde E- und Acoustikgitarren aus Korea.

Hersteller ist und war der Konzern Young Chang, der Klaviere und Flügel im unteren Preissegment

herstellte und (vornehmlich in den USA) verkaufte. Zum Konzern gehört auch eine große Gitarrenfabrik,

die als Zulieferer für viele Fernostmarken fungierte,  sich im Bereich Acousticgitarrenbau als Hersteller der

Marke SIGMA (by Martin) einen guten Ruf erworben hatte und beinahe Nachfolger von SQUIER Japan
geworden wäre, wenn man konstante Qualität hätte bieten können.

Aber Fender, Anfang der 1980er Jahre selbst in großen Schwierigkeiten, suchte sich andere Partner. 
 

Ende der 80er ging der Wirtschaftsboom in Korea so richtig los, wie das große Vorbild Japan kopierte und
produzierte man Haushaltsgeräte, Elektronikprodukte und auch Musikinstrumente in großen Stückzahlen.

Die Marke FENIX wurde in Mitteleuropa eingeführt,  Fender Tele und Stratkopien, Metalmodelle,

Fender P-Bass und Jazzbasskopien, Martin-like Acoustics in zum Teil erfreulich guter Qualität,

zu Preisen, die 1989 fast konkurrenzlos waren ( Tele ca. DM 450.-, Strat um die  DM 520.- ,
eine Top Martin Kopie für DM 800.- ), tolle Sache, hätte man doch was dran verdienen können, wenn
Qualitätsbewußtsein und Endkontrolle in Korea nicht so naiv gewesen wären...

Die Hälfte der nach Deutschland gelieferten Ware musste hier, in einem Hochlohnland, penibel nachgearbeitet
werden, das machte dann jeden Profit der Produktion von 1989 zunichte.

Die Musikalienhändler konnten sich dennoch freuen, bei einer damaligen Gewinnspanne von ca. 20 %.

Doch Young Chang investierte weiter, die Produktpalette wurde deutlich erweitert, eigene Luxusdesigns der
Klassiker kreiert, 1990 bezog man ein großes Auslieferungslager in Viersen, die gesamte Palette an Klavieren
und Gitarren wurde von  dort aus vertrieben.

Der Qualitätsstandard verbesserte sich in einigen Serien (Gotoh Hardware, Shadow PU`s).

Es gab jetzt auch E-Acoustiks, Jazzgitarren und GIBSON- Kopien in (Preis/Leistungs mäßig gesehen) sehr guter
Qualität, ein deutscher Giarrenbauer entwarf mit der Mona Lisa eine ergonomisch tolle, leider optisch äusserst
unattraktive Gitarre, man traute sich was.

Doch die Profite blieben irgendwo auf der Strecke....

Daran änderte auch der Kauf der Synthesizer Nobelmarke Kurzweil wenig, Service und Reparaturwesen in
Europa waren sehr kostenintensiv.

Und so kam es wie es kommen musste: Das Abenteuer Fenix-Europa war Mitte der 90er beendet.

Fazit:

Die Marke Fenix ist ein Teil der koreanischen Gitarrengeschichte, nicht mehr und nicht weniger.

Die Qualität der Gitarren unterliegt  sehr starken Schwankungen, bedingt durch z.T. grottige Hardware und unterschiedliche Holzqualität in der ersten Phase bis Mitte 1990, meine Favoriten waren damals die Teles, Fender Basskopien  und die Martin nachempfundenen Acoustics.

Tip:

Die Mapleneckmodelle der ersten Tele- und Stratserien (mit original Fenderkopfplattendesign) lassen durchweg eine bessere Saitenlage zu  als die  der Rosewood Neck Modelle, bei den  folgenden Serien (mit Fenix Kopfplatte) änderte sich dies zum Besseren.
 

Wenn man alle Mythen (siehe unten) beiseite lässt sich durchaus ein schönes Stück ergattern, vorausgesetzt, man bietet  nicht auf blumige Produktbeschreibungen ("Vintage 82er Fenix Custom Shop" etc.) ....
dann kann es schon mal teurer als der ursprüngliche DM Verkaufspreis werden.

 

Mythen und Märchen:

Young Chang war und ist ein Konzern, kein Gitarrenbauer bei Fender, auch nicht verbandelt mit dem Fender Customshop, man liest immer noch sehr viele Märchen in dieser Hinsicht.

 

Viel Spass beim Bieten!!!!!!!!!

 

  

 

Schlagwörter:

Young Chang

Fenix

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