Felgenschlösser - damit Ihre Felgen bleiben, wo Sie sind

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Felgenschlösser - damit Ihre Felgen bleiben, wo Sie sind

Mit Hilfe von Felgenschlössern lassen sich Räder und Felgen gegen Diebstahl sichern. Der Standard-Radbolzen oder auch die Standard-Radmutter eines Rades wird durch ein speziell konstruiertes Felgenschloss ersetzt. Dies übernimmt die Aufgabe von Bolzen oder Mutter, lässt sich aber nur mit einem speziellen Schlüssel öffnen. Felgenschlösser machen besonders dann Sinn, wenn am Fahrzeug hochwertige Alufelgen und Reifen verbaut sind.

Wichtige Hinweise bei der Auswahl von Felgenschlössern – erst prüfen, dann kaufen

Bevor Sie sich Felgenschlösser für ein Fahrzeug anschaffen, müssen bestimmte Punkte überprüft werden. Ein vorheriger Fahrzeugcheck garantiert, dass die Felgenschlösser schließlich auch zum Rad passen. Vorab sollten Sie überprüfen, ob die Radbefestigung Ihres Fahrzeugs aus Radmuttern oder Radbolzen (Radschrauben) besteht:

  • Ist von Radmuttern die Rede, besteht die Radbefestigung aus einer Mutter, die mit einem auf dem Radträger befestigten Bolzen verschraubt wird.
  • Bei der Radbefestigung mittels Radbolzen werden die Schrauben in ein Innengewinde am Radträger verschraubt. Diese Variante wird bei Pkws heute vorwiegend genutzt.

Auch das Befestigungsmaterial kann variieren. Man unterscheidet Kegelbund- und Kugelbundköpfe. Diese wiederum können mit unterschiedlichen Winkeln ausgeführt werden. Die Bezeichnung beschreibt die jeweilige Form der Kontaktfläche zum Lochrand der Fläche. In einigen Fällen gibt es keine handelsüblichen Schrauben oder Felgenschlösser für den vorliegenden Radbolzen. Dann helfen Adapterschalen weiter, mit denen ein Felgenschloss von Kegelbund auf Kugelbund oder umgekehrt adaptiert werden kann.

Die gewählten Felgenschlösser müssen in Länge und Durchmesser mit der Radbefestigung übereinstimmen und außerdem das richtige Gewinde besitzen. Man kann übrigens auch extra Felgenschlösser für Tiefbettfelgen bei erwerben. Falsche Felgenschlösser mit von den Original-Bolzen abweichenden Maßen können schwere Schäden an der Radbefestigung hervorrufen, die sich nur durch eine teure Reparatur beheben lassen.

So machen Sie es Dieben schwer

Um den Diebstahlschutz zu erhöhen, kann an jedem Rad ein anderes Felgenschloss verwendet werden. Zwar haben Sie dann gleich mehrere Adapter aufzubewahren, die Wahrscheinlichkeit, dass alle Reifen und Felgen gestohlen werden, sinkt damit jedoch. Selbst wenn Diebe über einen Universaladapter für ein Felgenschloss verfügen, kommen Sie an die anderen Ausführungen nicht heran. Teilweise werden bereits komplette Felgenschlosssätze verkauft, bei denen jedes Schloss einen gesonderten Adapter besitzt.

Die verschiedenen Radbefestigungen – abhängig von Hersteller und Modell

Hinsichtlich der Radbefestigung gibt es in Abhängigkeit vom Fahrzeughersteller und dem Fahrzeugmodell gleich mehrere Unterschiede. Die Anordnung der Befestigungsstellen variiert ebenso wie die Anzahl. Die Bezeichnung folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten:

  • Bezüglich der Anordnung der Befestigungen der Felge werden unterschiedliche Kreisdurchmesser verwendet, zu erkennen an der Bezeichnung. So steht in der Bezeichnung „4x98“ die „4“ für die Anzahl der Radbolzen und die 98 für den Lochkreis. Der größte übliche Durchmesser beträgt 139,7mm.
  • Hinsichtlich der Anzahl können Sie davon ausgehen, dass ein Pkw vier bis fünf Radbefestigungen besitzt, lediglich französische Autohersteller arbeiten mit nur drei Befestigungen. Größere Fahrzeuge wie Busse oder Lastkraftwagen besitzen dagegen mehr Radbefestigungen.
  • Bei den Radbolzen unterscheidet man Gewinde und Schlüsselweite. Angegeben sind für die Größe Gewindedurchmesser x Steigung und die Schlüsselweite. Damit sich für die Felgenschlösser ein korrekter und formschlüssiger Sitz ergibt, müssen die Maße denen der passenden Radmuttern oder Radschrauben entsprechen. Ansonsten können sich die Befestigungen lösen und die Fahrsicherheit ist gefährdet.

Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Qualität bei den verschiedenen Felgenschlössern?

Die verschiedenen Felgenschlösser weisen durchaus auch Qualitätsunterschiede auf. Schwachpunkt ist in der Regel nicht das Felgenschloss selbst, denn dieses ist in den allermeisten Fällen aus spezialgehärtetem Metall gefertigt. Vielmehr sind die Schlüssel das Problem. Werden die Adapter aus minderwertigem Material hergestellt, dann kann es beim Lösen der Schlösser mit dem Schlagschrauber passieren, dass sich der Schlüssel im Inneren abreibt. Dann ist es schwer, die Felgenschlösser zu öffnen. Um sicher sein zu können, dass das ausgesuchte Felgenschloss auch wirklich seinen Zweck erfüllt und von hoher Qualität ist, lohnt es sich, besonders auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Schlösser müssen ebenso wie die Schlüssel bzw. Adapter aus hochwertigem und hartem Material bestehen.
  • Die Verzahnung am Felgenschloss sollte eine Mindesthöhe von drei, besser vier Millimetern aufweisen.

Ist der verwendete Stahl zu weich oder die Verzahnung zu niedrig, kommt es nach mehrmaligem Wechsel eventuell zur Abnutzung. Die Verzahnung oder auch das Gewinde rund um die Felgenschlösser lässt sich dann nicht mehr öffnen.

Radbefestigung lösen und Felgenschloss einbauen – auf das Drehmoment kommt es an

Damit ein Felgenschloss am Rad verbaut werden kann, muss die Radbefestigung gelöst werden. Das geschieht mit einem Radkreuz oder einem Sechskantsteckschlüssel mit der richtigen Schlüsselweite. Noch einfacher lässt sich der Radbolzen mit einem Druckluftschlagschrauber öffnen, wie er in professionellen Autowerkstätten vorhanden ist.

Werden Radschrauben befestigt, dann geschieht dies am besten mit einem Drehmomentschlüssel. Durch das richtige Anziehdrehmoment ist gesichert, dass die Radbefestigung weder zu fest noch zu locker am Radträger sitzt. Für Felgenschlösser gilt dies ebenso. Dabei wird der Adapter verwendet. Bei hochwertigen Felgenschlössern sind im Innenbereich des Adapters Stifte eingelassen. Dadurch steht eine Vielzahl von Schlüsselkombinationen pro Produkt zur Auswahl. Die Wahrscheinlichkeit, dass Diebe den passenden Adapter dabei haben, sinkt.

Vom Radbolzen zum Felgenschloss – so funktioniert der Umbau

Für den Umbau einer Radbefestigung von Radbolzen oder Radmutter auf Felgenschloss hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

Die Schrauben oder Muttern werden mit einem passenden Schlüssel angezogen und anschließend mit dem Drehmomentschlüssel nachgezogen. Vor dem Einschrauben sollten Sie kontrollieren, dass die Gewinde der Schraubverbindungen und auch die Auflageflächen sauber und rostfrei sind. Der Drehmomentschlüssel besitzt eine Skala, mit deren Hilfe genau bestimmt werden kann, wie fest eine Schraube oder Mutter angezogen wird. Unterschieden werden anzeigende Drehmomentschlüssel, sogenannte Messschlüssel und Klick- oder Knackschlüssel, die zu den auslösenden Typen gehören. Die Automobilindustrie gibt für jedes Fahrzeugmodell die Anzugsmomente vor, die unbedingt eingehalten werden, um den perfekten Sitz des Rades zu gewährleisten. Den entsprechenden Wert findet man in der technischen Dokumentation. Er ist in der Einheit Newtonmeter (Nm) angegeben und liegt für Pkws zwischen 100 und 200. Der genaue Wert ist abhängig von Gewindeart, Felgenart und verbautem Material. Sicherheitshalber sollte das Anzugsdrehmoment nach einer gefahrenen Strecke von 50 bis 100 Kilometer noch einmal überprüft werden.

Um eine Felge zu sichern, ist pro Reifen lediglich ein Felgenschloss erforderlich. Dieses wird gegen eine Radschraube ausgetauscht und mit dem angegebenen Drehmoment angezogen. Da Felgenschlösser als vollwertige Radschrauben eingesetzt sind, ist es ebenso möglich – und im Einzelfall auch praktisch, dass alle Radbolzen durch Felgenschlösser ersetzt werden.

Wichtig: Öl und Fett dürfen an den Schraubgewinden grundsätzlich nicht eingesetzt werden. Das gilt für die Radbefestigungen ebenso wie für die Felgenschlösser.

Felgenschlösser zum Aufstecken – abgeschlossen wird mit einem Felgenschlüssel

Eine Variante der herkömmlichen Felgenschlösser stellen Felgenschlösser zum Aufstecken dar. Dabei wird das Schloss auf die Radmutter oder den Radbolzen aufgesteckt und abgeschlossen. Häufig liegt diesen Schlössern ein Adapter bei, sodass das Schloss für Radverbindungen mit verschiedenen Durchmessern genutzt werden kann. Da das Schloss nur auf der Radschraube oder –mutter sitzt und nicht bis in den Radträger hineinreicht, gilt diese Variante als weniger sicher. Der Verschluss erfolgt dadurch, dass eine Kappe auf die Radbefestigung aufgeklemmt wird und so kein Schlüssel angesetzt werden kann.

Auch bei einem funktionierenden Felgenschloss sollten Sie sich allerdings darauf einstellen, dass das Lösen bei einer Autopanne schwierig werden kann. Durch Rost und Schmutz sitzen die Schlösser häufig sehr fest und lassen sich mit einem einfachen Radkreuz nicht mehr lösen.

Wenn sich das Felgenschloss nicht mehr öffnen lässt – Kontaktkorrosion und verlorene Schlüssel

Es gibt generell zwei Gründe, warum sich ein Felgenschloss nicht mehr öffnen lässt. Bei der Kontaktkorrosion verbindet sich das Gewinde des Schlosses über die Rostbildung mit der Führung und lässt sich nicht mehr lösen. Im zweiten Fall handelt es sich meist um verlorene oder verlegte Schlüssel für das Felgenschloss. Schließlich kann das Gewinde des Felgenschlosses durch verschiedene Gründe nicht mehr greifen. Dann lässt es sich kaum mehr aufschrauben.

Sitzt das Gewinde des Felgenschlosses fest, kann es eventuell mit einer speziellen Schlagnuss oder auch einem Radkreuz mit besonders langem Hebel gelöst werden. Dazu sind jeweils recht starke Kräfte nötig. Derartige Maßnahmen bleiben jedoch meist Profis oder erfahrenen Autoschraubern vorbehalten. Häufig ist entsprechendes Werkzeug in der Autowerkstatt vorhanden. Auch Aufbohren kann Erfolge bringen.

Für den Fall, dass der Schlüssel bzw. Adapter verloren geht, wenden Sie sich am besten an den Hersteller. Anhand der Seriennummer, teilweise auch mithilfe eines Fotos kann dieser einen neuen Schlüssel zuschicken.

Felgenschlösser gebraucht kaufen

Teilweise können Felgenschlösser auch gebraucht gekauft werden. Wechselt man sein Fahrzeug, kann es sein, dass die vorhandenen Felgenschlösser nicht mehr passen. Sind die Felgenschlösser noch gut in Schuss, dann können Sie sie natürlich auch in gebrauchtem Zustand nutzen und die Felgen Ihres Fahrzeugs gegen Diebstahl sichern. Allerdings müssen in diesem Fall Gewinde und Kontaktflächen besonders gründlich kontrolliert werden. Liegen hier Schäden oder Verformungen vor, kann das die Sicherheit beeinträchtigen.

Und wenn die Felgen trotz Felgenschlössern doch gestohlen werden?

Wer Felgenschlösser nachweisen kann, der besitzt im Falle eines Diebstahls von Reifen und Felgen vollen Versicherungsschutz. Die Voll- und Teilkaskoversicherungen bezahlen den Schaden, der entsteht. Allerdings darf keine Fahrlässigkeit bestehen. Diese liegt zum Beispiel dann vor, wenn das Auto unverschlossen geparkt ist und die Adapter im Handschuhfach deponiert werden. Zwar muss der Schlüssel auf jeder Fahrt dabei sein, damit ein Reifenwechsel bei einer Panne möglich ist. Generell sollten Sie den Schlüssel jedoch nicht unbeaufsichtigt im Auto lassen oder an einer wirklich sicheren Stelle deponieren. Als Zusatzmaßnahme zum Felgenschloss empfiehlt sich übrigens eine Auto-Alarmanlage. Entsprechend eingestellt gibt sie bereits Alarm, wenn das Auto mit dem Wagenheber angehoben wird.

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