Erfolgreich abdichten in Haus & Garten – passendes Material finden

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Erfolgreich abdichten in Haus & Garten – passendes Material finden

Abdichtung – ein Muss für jeden Hausbesitzer

Die Abdichtung gegen Feuchtigkeit und Wasser ist einer der wichtigsten Punkte beim Hausbau. Denn wird hier keine optimale Arbeit geleistet, sind Keller, Wand, Boden oder auch Dach schnell feucht und es kann sich Schimmel bilden. Im schlimmsten Fall kann die eindringende Feuchtigkeit die Bausubstanz angreifen und schwere Schäden verursachen oder sogar die Statik Ihres Heimes in Frage stellen. Wichtig bei jeder Art von Abdichtung ist das Verfahren und auch das richtige Material. Denn nutzen Sie die falschen Materialien, hält die Dichtung eventuell nur wenige Monate und Sie müssen eine neue Lösung finden.

Abdichten von Mauerwerk

Bei der Auswahl der Materialien zum Abdichten von Mauerwerk müssen Sie zunächst wissen, wo Sie abdichten. Dabei haben Sie die Wahl an der Positivseite Ihres Hauses, an der das Wasser die Abdichtung gegen das Mauerwerk drückt, oder auch an der Negativseite, an der das Wasser die Abdichtung vom Mauerwerk weg drückt, abzudichten. In beiden Fällen werden Sie wohl nicht darum herumkommen, Ihr Haus quasi auszubuddeln, es also an der feuchten Stelle bis an die Grundmauer frei zu legen. Meist können Sie, besonders bei feuchten Kellern, auch dann erst wirklich feststellen, wo und warum die Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt. Nicht selten handelt es sich um aufsteigende Feuchtigkeit. Hierbei steigt im Erdreich vorhandene Nässe durch die Kapillarwirkung des Mauerwerks nach oben auf. Wurde beim Hausbau die Horizontalsperre nicht korrekt angebracht oder weist Sie Schäden auf, kann Feuchtigkeit eindringen. Bei beschädigter oder auch fehlender Horizontalsperre haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihr Haus abzudichten.

Abdichten durch Horizontalsperre

Bei einem Neubau werden Sie von vorneherein darauf achten, dass eine korrekte Horizontalsperre angebracht wird. Hier werden schon beim Bau mechanische Sperren aus Bitumenbahnen oder auch dicke Folien genutzt, die Sie bei eBay erhalten. Diese müssen auf einer glatten Unterlage verlegt werden und sollten an den Kanten überlappen, um Ritzen zu verhindern. Bei Neubauten mit Keller werden auch oft mehrere Schichten angebracht.

Zum Abdichten nachträgliche Horizontalsperren einbauen

Ist bei Ihrem Haus keine Horizontalsperre eingebracht worden oder weist diese nachweislich Schäden auf, können Sie auch nachträglich eine solche Sperre einbringen.

Abdichten mit dem Mauersägeverfahren

Bei dem sogenannten Mauersägeverfahren wird in das Mauerwerk eine Fuge in Abschnitten von einem Meter eingebracht, das heißt, die Mauer wird aufgeschnitten. In die Schnitte werden dann PE-Fiberglas- oder auch Edelstahlplatten eingelegt. Zum Abschluss werden diese verkeilt und die Schnitte wieder geschlossen und verputzt. Die Platten hindern die Feuchtigkeit langfristig daran, weiter in das Mauerwerk aufzusteigen und es zu schädigen.

Weitere Abdichtmöglichkeiten: trockene Kellerwände durch Mauertauschverfahren

Eine weitere Möglichkeit ist das Mauertauschverfahren. Hier werden Steine auf einer Länge von ca. einem Meter aus dem Mauerwerk heraus gemeißelt. In die nun vorhandene Lücke wird eine Bitumenbahn eingebracht, die die Feuchtigkeit am Aufsteigen hindert.

Abdichten mit Blechen und Platten

Auch das Einschlagen von Blechen in eine vorgebohrte Fuge hilft gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Hierzu verwenden Sie am besten nichtrostende Chromstahlplatten, die in eine vorhandene Mörtelfuge getrieben werden, wobei sich der Mörtel verdichtet. Diese Methode birgt allerdings die Gefahr, dass durch das Einschlagen der Platten kleine Risse im gesamten Mauerwerk und somit Folgeschäden entstehen.

Abdichten mit dem Bohrloch- und Injektionsverfahren gegen

Verdichteter Mörtel wird auch beim Bohrkernverfahren verwendet. Dabei werden in das Mauerwerk Löcher von acht bis zehn Zentimetern Tiefe gebohrt, die mit Mörtel gefüllt werden. Die Löcher sollten Sie so setzen, dass sie sich überlappen. So entsteht eine durchgehende Sperrschicht. Viel genutzt wird auch das sogenannte Injektionsverfahren, da es gute Resultate bringt und relativ einfach und kostengünstig ist. Hierbei müssen Sie zunächst alte Anstriche und losen Putz entfernen. Dann bohren Sie eine Bohrlochreihe kurz über dem Boden. Die Löcher sollten ca. 10 bis 20 cm Anstand voneinander haben und bis in eine Tiefe von 2/3 der Wanddicke gebohrt werden. In diese Löcher wird dann ein Injektionsstoff eingebracht. Hierzu verwenden Sie Injektionstrichter. Der Injektionsstoff, beispielsweise Porofin oder auch MEM trockene Wand wird solange in die Löcher gegeben, bis diese keine Flüssigkeit mehr aufnimmt. Dann können Sie davon ausgehen, dass sich der Injektionsstoff über den ganzen Mauerwerksquerschnitt verteilt hat und die Poren des Mauerwerks dauerhaft verschließt.

Nach dem Abdichten neu verputzen

Sobald Sie das Mauerwerk trocken gelegt haben und auch nachweislich die Wand abgetrocknet ist, können Sie sie neu verputzen. Um auch hier sicherzustellen, dass keine Restfeuchte in den neuen Putz eindringt, sollten Sie verschiedene Schritte einhalten. Zunächst streichen Sie den Bereich mit einer speziellen Grundierung, dem Haftgrund. Er sorgt dafür, dass der neue Putz optimalen Halt findet. Als Putz wählen Sie am besten Sanierputz, der wasserabweisende Luftporen bildet und so die kapillare Saugkraft des Putzes reduziert.

Dachabdichtung – so hat Regen keine Chance

Nicht nur der Keller kann zu einem wahren Feuchtgebiet werden, auch das Dach neigt dazu, irgendwann den Kampf gegen Regen und Feuchtigkeit zu verlieren. Als Dachabdichtung bezeichnet man die äußere Schicht des Dachs, die vor Eindringen von Feuchtigkeit schützt. Je nach Dachform haben Sie verschiedene Möglichkeiten, es abzudichten.

Dächer durch Bitumenbahnen abdichten

Bei Flachdächern werden oft EPDM-Dichtungsbahnen oder auch Bitumenbahnen verwendet. Diese werden mit einer Trägereinlage und Decksicht aus Polymerbitumen befestigt. Auch Kunststoff oder Kautschukbahnen finden hier oft Verwendung. Zur Auswahl des richtigen Materials befragen Sie am besten einen Experten. Kunststoffbahnen erreichen beispielsweise anders als Bitumenbahnen die wassersperrende Wirkung nicht durch Verschmelzung mehrerer Schichten, sondern durch die wassersperrende Wirkung des Bahnenquerschnitts selbst. Das hat allerdings zur Folge, dass man bei der Verarbeitung noch stärker auf die korrekte Ausführung der Anschlussverbindungen achten muss, die allerdings bei jedem Kunststofftyp anders ist.

Abdichtung mit Flüssigkunststoff auch für Laien geeignet

Flachdächer können aber auch mit Flüssigkunststoff abgedichtet werden. Dieser wird auf ein Vlies aufgebracht und bildet so nach Trocknung eine naht- und fugenlose Folie, die das Dach abdichtet. Vorteil der Flüssigkunststoffe ist eine leichte Anwendung durch den Laien. Auch sind die Kunststoffe langlebig und relativ umweltverträglich.

Terrassen- und Balkonabdichtung

Auch zur Abdichtung von schon vorhandenen Balkonen und Terrassen können Sie Flüssigkunststoffe nutzen. Allerdings können sich hier nach längerer Zeit in dem Material Abdrücke durch Möbel oder andere Gegenstände finden. Besser sind hier Abdichtungen, auf denen Sie Beläge aufbringen können. Bahnenabdichtungen sind hier also wesentlich ratsamer, beispielsweise in Form einer Schnelldichtbahn. Diese wird lose verlegt und kann auch auf leicht feuchten Untergründen verarbeitet werden, da sich an der Unterseite ein Dampfdruckausgleichsvlies befindet. Neben lose verlegten Bahnen können Sie auch hier zu den bekannten Bitumenbahnen greifen. Möchten Sie eine vorhandene Terrasse oder einen Balkon sanieren, ohne aufwendige Bauarbeiten und dem neuen Verlegen von Bodenbelägen, bietet sich eine sogenannte Sperrschicht an. Diese wird auf den Untergrund aufgebracht und mit einem Dichtband versehen und schützt Ihren Balkon vor Feuchtigkeit.

Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte – Fenster abdichten

Nicht nur Keller, Dach oder Bauten im Außenbereich neigen dazu, Feuchtigkeit durchzulassen, auch die Fenster sind hier meistens Schwachstellen. Hier gibt es auch ein weiteres Problem. Undichte Fenster lassen auch kalte Luft ins Haus und führen nicht selten zu hohen Heizkosten. Daher sollten Sie Ihre Fenster und auch Rahmen auf undichte Stellen prüfen und diese abdichten. Wenn es im Haus zieht, schließt oft ein Fensterflügel nicht mehr richtig, die Dichtung ist alt und porös oder es haben sich Ritzen durch verzogene Flügel gebildet. Letztes haben Sie meist schnell im Griff, bei modernen Kunststofffenstern reicht es oft die Beschläge zu ölen und neu einzustellen.

Fenster selbst abdichten

Fensterdichtungen können Sie auch ohne Fachmann in Eigenregie relativ einfach ersetzen. Hierzu erhalten Sie auch bei eBay selbstklebende Dichtungsbänder. Diese werden zum Abdichten von Spalten im Rahmen verwendet. Doch beim Kauf sollten Sie sich entscheiden. Schaumstoffdichtungen sind hier wesentlich günstiger als Gummidichtungen, halten aber nicht so lange. Auch bei der Wahl der optimalen Profile ist Vorsicht geboten. E-Profile eignen sich eher für schmale Schlitze, während Sie P-Profile eher für breitere Schlitze verwenden sollten. Gerade bei Kunststofffenstern gestaltet sich die Ausbesserung der Dichtung leider nicht ganz so einfach. Viele haben vorgefertigte Gummidichtungen, auf die Sie nichts aufkleben dürfen. Um den Verschleiß zu verlangsamen, können Sie diese regelmäßig mit Grafit einreiben, damit das Gummi weich bleibt. Müssen sie ausgetauscht werden, kann leider nur der Fensterbauer helfen. Ist das Fenster dicht, aber es zieht trotzdem, ist vielleicht die Verbindung von Rahmen und Wand schuld. Ist diese undicht oder nicht richtig abgedichtet, kann es auch zu Zugluft kommen.

Worauf beim Abdichten von Fugen zu achten ist

Undichte Fugen können Sie einfach mit handelsüblichem Silikon abdichten. Wichtig ist allerdings, darauf zu achten, dass die Fugen auch wirklich dicht sind. Die Methoden, ein Haus gegen eindringende Feuchtigkeit oder auch Kälte abzudichten, sind sehr vielfältig. Bevor Sie also einfach los legen, sollten Sie zuerst in Erfahrung bringen, wo die Ursache der Kälte und vor allem der Feuchtigkeit liegt. Sind Kellerwände beispielsweise feucht, handelt es sich zwar in den meisten Fällen um drückendes Wasser oder Erdfeuchte, aber auch schlechtes Lüftungsverhalten oder Kondensfeuchtigkeit kommen infrage. Analysieren Sie also genau, woher die Feuchte wirklich kommt und legen Sie erst dann los. Anleitungen zum richtigen Abdichten und auch sämtliche Materialien und die benötigten Werkzeuge finden Sie bei eBay. Sollten Sie sich bei einigen Schritten nicht sicher sein, zögern Sie auch nicht und wenden Sie sich an einen Handwerker Ihres Vertrauens.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden