Entwurmungsmittel für Hunde - chemisch oder natürlich mit Kräutern und ätherischen Ölen?

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Ratgeber: Entwurmungsmittel für Hunde: chemisch oder doch natürlich mit Kräutern oder ätherischen Ölen?

Hunde in europäischen Breitengraden sind besonders der Gefahr ausgesetzt, von Band-, Faden- und Spulwürmern befallen zu werden. Dies kann auf unterschiedlichste Weise passieren. Während manche Wurmarten einen Zwischenwirt benötigen, können andere über zum Beispiel Ihre Schuhe zum Hund gelangen. Auch sind die Symptome, die ein befallener Hund zeigt, je nach Wurmart verschieden.

Warum ist die Entwurmung so wichtig und wie oft sollte sie durchgeführt werden?

Während manche Arten lediglich unangenehm sind, können andere zum Tod des Tieres führen. Außerdem sind einige Spezies auch für den Menschen gefährlich und können ohne ausreichende Handhygiene einfach übertragen werden. Vor allen Dingen Kinder, die schnell einmal vergessen, ihre Hände zu waschen nachdem sie mit einem Hund in Berührung gekommen sind, sind hier gefährdet. Um all dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig eine prophylaktische Wurmkur durchzuführen, die vor möglichen Folgen schützt. Die europäische Vereinigung der Fachleute für Parasiten bei Hund und Katze hat zu diesem Zweck Empfehlungen herausgegeben, in welchen Abständen diese durchzuführen ist. So sollten Welpen alle zwei Wochen, ausgewachsene Hunde vier Mal im Jahr entwurmt werden. Während Welpen vor allen Dingen ein Mittel gegen Spulwürmer benötigen, werden erwachsenen Hunden meist prophylaktisch Bandwurmmittel verabreicht. Dies ist aber auch abhängig davon, wo sich Ihr Hund bewegt und ob er mit anderen Tieren, zum Beispiel Mäusen beim Jagen im Wald, in Berührung kommen kann.

Welche Entwurmungsmittel gibt es und wie sind diese anzuwenden?

Eine Wurmkur im medizinischem Sinn ist in Deutschland dem Tierarzt vorbehalten. Dieser verabreicht im Regelfall bei einem Wurmbefall chemische Mittel, die bei wiederholter Gabe die im Darm des Hundes befindlichen Würmer und Larven abtöten. Wollen Sie zur Prophylaxe Ihrem Hund ein Entwurmungsmittel verabreichen, stehen Ihnen auch hier chemische Mittel zur Verfügung. So gibt es Gels, Pasten und Tabletten, die bei bestimmten Wurmarten wirksam sind, oder auch Kombipräparate, die mehrere Wurmarten einschließen.

Aber auch eine natürliche Behandlung mit Kräutern ist möglich. Zur Prophylaxe sind vor allen Dingen Wermutkraut, Salbei, Thymian und Minze in Verbindung mit Honig ratsam. Die gleichzeitige Gabe von Rizinusöl bewirkt eine gründliche Reinigung des Darms, so dass auch Larven nicht dort verbleiben. Diese Mittel erhalten Sie, in verschiedenen Formen wie Pulver, Tabletten und Pasten. Aber auch Papaya, das durch seine eiweißspaltende Eigenschaft Würmer abtötet, kann zur Wurmprophylaxe in Form von Pulver über das Futter des Tieres gegeben werden.

Vor allen Dingen die Gabe von Knoblauch und Zwiebeln einmal wöchentlich unter das Futter gepresst, Bärlauch oder Lauchzwiebeln macht den Hund als Wirt für den Parasiten wenig attraktiv. Aber auch Ingwer und rohe Möhren stellen einen gewissen Schutz vor Würmern dar. Regelmäßig unter das Futter gemischt können Sie Ihren Hund so vor Wurmbefall bewahren.

Welche Vor- und Nachteile haben chemische Mittel, Kräuter und ätherische Öle?

Leidet Ihr Hund unter Wurmbefall und sind Symptome erkennbar, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt konsultieren, der Ihnen auch die entsprechenden chemischen Mittel geben wird, um den Hund von Würmern zu befreien. Hier gibt es keine effektive und vor allem sichere, natürliche Methode, die den Hund nicht einem Restrisiko aussetzen würde. Diese Medikamente sind nahezu die einzige Garantie, den Hund wurmfrei zu machen. Auch zur Prophylaxe können diese Mittel angewendet werden, jedoch greifen diese nicht nur den Wurm, sondern auch die Darmflora des Hundes an. Dies macht ihn anfälliger für Viren, Bakterien und Pilze und stellt somit eine Schwächung seines natürlich stabilen Immunsystems dar.

Kräuter sind im Rahmen einer Wurmprophylaxe sehr effektiv

Als Kur über mehrere Tage in Kombination mit Rizinusöl verabreicht, wird der Darm umfassend gereinigt und von Parasiten befreit. Die Darmflora wird nicht angegriffen, sondern noch gestärkt. Die unterschiedlichen Formen wie Tabletten und Pulver machen es Ihnen einfach, die Kräuter dem Hund zu verabreichen. Eine absolute Sicherheit liefern diese Mittel jedoch nicht und sollten deshalb nur erwachsenen Tieren ohne Symptome als rein vorbeugende Maßnahme gegeben werden. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Hund nach der Wurmkur mit Kräutern keinerlei Parasiten hat, sollten Sie zusätzlich eine Stuhlprobe zur Untersuchung zum Tierarzt bringen. Zudem sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass Ihr Hund vermehrt "Gassigehen" muss, denn diese Art der Darmreinigung führt oft dazu, dass der Hund seinen Stuhl nicht halten kann.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind die Möglichkeit, die Ihnen die geringste Sicherheit bietet. Zwar sind diese Mittel effektiv und unterstützen auch vor Befall durch andere Parasiten wie zum Beispiel Flöhen, müssen jedoch zu diesem Zweck dauerhaft verabreicht werden. So können Sie Ihrem Hund täglich eine rohe Karotte unter sein Futter mischen und einmal wöchentlich Zwiebel- und Knoblauchsaft, jedoch sollten Sie nicht ganz auf eine anderweitige Sicherheit verzichten. Sei es eine Stuhluntersuchung beim Arzt oder eine Kur mit Kräutern: In jedem Fall ist es ratsam, die fehlende Sicherheit durch eine zusätzliche Maßnahme auszugleichen.

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden: Je mehr Wert Sie auf die Hygiene Ihres Hundes legen und ihn dazu erziehen, außerhalb des Hauses nichts zu fressen, desto sicherer sind Sie vor Parasiten. Zusätzlich sollten Sie nicht nur auf mögliche Symptome achten, sondern auch das Hundebett regelmäßig auf Würmer untersuchen, damit Sie sofort reagieren können.

Welche Besonderheiten sind bei der Entwurmung von Welpen zu beachten?

Welpen stellen eine besondere Herausforderung für ihre Besitzer in vielen Belangen dar, denn anders als beim ausgewachsenen Hund fehlt diesem noch die Erziehung, die verhindert, dass das Tier Erde, Kot oder Lebensmittel vom Boden aufnimmt. Auch beim Parasitenbefall gilt es, besondere Vorsicht walten zu lassen. So wird schon der Züchter die Welpen mit Hilfe des Tierarztes alle zwei Wochen entwurmen, da Würmer über die Muttermilch, Erde oder den Kot anderer Tiere aufgenommen werden können. Bis zur achten Woche wird dieses Verfahren wiederholt, danach mit vier und acht Monaten. Bis zu diesem Punkt sollten Sie auch sicherheitshalber die vom Tierarzt verordneten Mittel verabreichen, denn anders als ein ausgewachsener Hund ist ein Welpe weniger widerstandsfähig und ein Wurmbefall kann hier leicht zum Tode führen. Allerdings können Sie den Hund hier schon auf spätere Maßnahmen vorbereiten. Sobald das Tier anfängt, die Muttermilch durch normales Hundefutter zu ersetzen, können Möhren und Kräuter untergemischt werden. So gewöhnt sich der Welpe an den Geschmack und wird dies später einfacher akzeptieren. Zwiebeln und Knoblauch sollten Sie anfangs nur sehr sparsam einsetzen, da diese auch bei Hunden zu Blähungen führen können. Dies bedarf also einer langsamen Gewöhnung. Auch bei Welpen und Junghunden gilt jedoch die Devise, bei einer reinen Vorsorge mit ätherischen Ölen zusätzlich die Gesundheit des Tieres durch eine Stuhluntersuchung beim Tierarzt abzusichern.

Wie erkennt man, ob ein Hund unter Wurmbefall leidet?

Die Feststellung von Würmern beim Hund ist nicht immer einfach, denn einige Würmer sind nur anhand von Symptomen und nicht im Hundekot erkennbar. Haken- und Spulwurm zum Beispiel sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie setzen sich an den Darminnenwänden fest und ernähren sich dort von aufgesaugtem Blut. Dies führt beim Hund meist zu Anämie. Entsprechend sind dann auch die Anzeichen, die der Hund zeigt. Er leidet in Regelfall unter Gewichts- und Energieverlust, hat blasses Zahnfleisch und kann Durchfall oder blutigen Stuhl haben. Eine eindeutige Diagnose kann jedoch nur der Tierarzt stellen. Der Befall mit einem Bandwurm hingegen ist auch vom Laien feststellbar, denn hier finden sich Teile des Wurms, die einem Reiskorn ähneln, am Anus, im Stuhl oder sogar in der Schlafstätte. Der Hund hat zusätzlich Schmerzen im Bauch und kratzt sich vermehrt am Anus und Bauch.

Vor allen Dingen Welpen werden von einer anderen Art, dem Spulwurm befallen. Dieser ist im Stuhl und im Erbrochenen des Tieres sichtbar und ähnelt einer Spaghetti. Der Welpe verliert an Gewicht, hat kaum Appetit und meist einen aufgetriebenen Bauch. Auch hier ist ein schnelles Handeln durch einen Gang zum Tierarzt erforderlich. Da Sie in vielen Fällen nicht selbstständig eine sichere Diagnose stellen können, sollten Sie bei den entsprechenden Symptomen einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Wie verabreicht man am besten Entwurmungsmittel?

Jeder Hund hat seine eigene Art, mit Medikamenten oder Mitteln umzugehen, die ihm verabreicht werden sollen. So lassen sich manche Tiere durch einfach mit einem Leckerli "bestechen", während anderen das Mittel aufgezwungen werden muss. Entscheiden Sie sich vorab, ob Sie Ihren Hund davon überzeugen können, eine in ein Stück Fleisch gepresste Tablette zu schlucken, oder ob es vielleicht besser ist, ein Pulver unter sein Futter zu mischen. Tabletten, die auf keine andere Art verabreicht werden können, sollten Sie Ihrem Hund in den hinteren Maulwinkel schieben. Hierzu ist es wichtig, dass Sie mit einer Hand in Höhe der Backenzähne den Kiefer öffnen, mit der anderen die Tablette so weit es geht hineinschieben und dann die Schnauze bis nach dem Herunterschlucken geschlossen halten. Pasten können Sie auf ähnliche Weise mit einer Spritze in den hinteren Maulbereich einführen. Bei ätherischen Ölen gilt es, den Hund langsam an den neuen Geschmack zu gewöhnen. Hierzu steigern Sie langsam die Menge, die Sie unter das Futter mischen. Da Hunde jedoch eine viel feinere Nase haben als Menschen, sollten Sie nicht sich selbst als Maßstab für den Geruch nehmen, sondern tröpfchenweise vorgehen. Möhren können, wenn Sie diese nicht unter das Futter mischen möchten, auch als Spielzeug dienen, das der Hund abnagt. Akzeptiert Ihr Vierbeiner dies, ist es nicht nur ein zusätzlicher Schutz vor Parasiten, sondern ebenso ein gesundes Leckerli.

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