Emailleikonen, Ikone mit Emaille

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Zu den gesuchtesten Ikonen gehören wegen ihres meist hervorragenden Erhaltungszustands Ikonen aus Bronze mit Emaillierung. Von diesen in Rußland seit dem 16. Jh. zu Millionen angefertigten Ikonen gelangen auch bei Ebay immer wieder schöne und ausgesucht gute Stücke zum Aufruf. Allerdings muß auch hier Vorsicht walten, da auch bei Ebay neue Stücke als antik verkauft werden, manchmal aus betrügerischen Gründen, wenn ein Anbieter auffallend viele gefälschte und kaum Originale anbietet, oft aber einfach aus Unkenntnis. Daß jemand etwas bei Ebay oder auf einem Flohmarkt anbietet heißt halt einfach nicht automatisch, daß er wirklich Ahnung davon hat. Immer wieder werden sehr phantasievolle Datierungen angegeben, so bei Ikonen der Muttergottes Freude aller Leidenden mit den Münzen, die immer wieder ins 18. oder sogar 17. Jh. datiert wird, obwohl das auf der Ikone dargestellte Ereignis sich nachweislich am 23. Juli 1888 bei St. Petersburg ereignete.

Eine nachgegossene Metallikone zu erkennen ist nach Bildern fast unmöglich, auch mir bekannte Fachleute haben hier bei Ebay da schon kräftig daneben gelegen und Ikonen gekauft, die ihnen live auf der Hand niemals Geld wert gewesen wären. Metallikonen aber, die offensichtlich nicht zur Zarenzeit emailliert wurden, erkennt man recht leicht:

Alte Metallikonen sind immer sehr fein gearbeitet, d.h., es geht niemals farbiges Emaille grob über Schriften oder Details der Darstellung. Dickflüssiger Emailleauftrag und Geschmiere wären vor 1917 schlicht unverkäuflicher Ausschuß gewesen, da die Ikonen in den Wohnungen heiliger und damit wertvollster Besitz waren. Altes Emaille hat in der Regel auch keine Luftblasen, da auch das als Mangel galt und unnötig war. Ein guter Emaillierer arbeitete im richtigen Temperaturbereich, also ohne Blasenbildung. Manche Altgläubigenwerkstätten arbeiteten notgedrungen aufgrund ihrer Abgeschiedenheit zwar mit schlechterem Emaille, diese Ikonen sind Fachleuten aber bekannt und die große Ausnahme, da sie nur für eine sehr kleine Käuferschicht bestimmt waren, die nur bei diesem, nach den Regeln ihrer lokalen Gemeinde rechtgläubigen Handwerker kaufte.

Schauen Sie sich bitte genau an, ob das Emaille in Vertiefungen liegt oder sich über dem Untergrund wölbt. Letzteres sind Fälschungen. Eine Ikone, die neu gegossen wurde, hatte Vertiefungen für das vorgesehene Emaille; steht das Emaille auf einer nicht vertieften Fläche, war auch gar kein Emaille vorgesehen. Üblicherweise entstehen solche Fälschungen dadurch, daß man eine alte Ikone neu abgießt, wobei man die alte Emailleschicht naturgemäß mitabformen und mitgießen muß, wenn man nicht das antike Original beschädigen will. Das neue Emaille der Fälschung liegt dann also auf einer Oberfläche auf, die bei der Fälschung Metall ist, beim antiken Original aber schon das Emaille war.

Allzu bunte Farben sind nicht unbedingt ein Hinweis auf eine Fälschung. Emaille verliert auch nach Jahrhunderten nichts von seiner Farbigkeit. Allerdings ist eine zu leuchtende Farbkraft oft ein Hinweis auf einen sehr dicken Auftrag der Emaillemasse, und das ist wieder völlig unhistorisch. Wenn Sie sich die eingestellten Bilder betrachten denken Sie einfach immer daran: Solche Stücke wurden von Fachhandwerkern hergestellt, nicht von Hobbykünstlern. Sie sind in aller Regel sehr feine Stücke bester Handwerkskunst. Alles Geschmiere und Unausgearbeitete sollte Sie stutzig machen. Eine antike Metallikone ist ein wunderbarer Blickfang aufgrund ihrer meisterlichen Verarbeitung. Viel Spaß beim Stöbern, und einfach immer einen klaren Kopf behalten, dann finden Sie auch bei Ebay sicher eines der durchaus vorhandenen guten Stücke.

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