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Rhythm and Blues

Rhythm and Blues, kurz auch R&B oder R 'n' B, kann grob in zwei Gruppen eingeteilt werden: In den klassischen Rhythm and Blues von den 40er Jahren bis zu den 1980ern und in Contemporary Rhythm and Blues ab ungefähr 1980. Bei eBay finden Sie daher nicht nur alte und seltene Schellacks zum Thema, sondern auch herkömmliche Schallplatten und CDs. Rhythm and Blues fasst viele Musikrichtungen und Stile zusammen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben und miteinander verschmolzen sind.

Blues als Vorgänger und Wegbereiter des Rhythm and Blues

Die Bezeichnung „Blues“ stammt vom geflügelten Wort „I feel blue“ (ich bin traurig). Der Inhalt der meisten Lieder erstreckt sich von Verrat und Verbrechen über Arbeitslosigkeit, Hunger, Einsamkeit und Resignation bis hin zu Untreue und unerwiderte Liebe. Doch auch viele heitere und optimistische Themen wurden behandelt. Ebenso finden sich gesellschaftskritische Stücke neben Texten über Frauenrechte, Politik und sogar derben Sexismus. In den Anfängen war der Blues nur ein Teil des Repertoires der afroamerikanischen Musiker, wobei in den 1920ern eine Spezialisierung auf reinen Blues folgte. Ab den 1940ern wurde der Blues durch den Einsatz von elektrischen Verstärkern stilistisch weiterentwickelt. Besonders charakteristisch ist die Verwendung von Verstärkern für John Lee Hooker und Muddy Waters.

Rhythm and Blues in seinen Anfängen

Eine rhythmisch sehr stark akzentuierte Form des Blues ist der Rhythm and Blues. Später wurde daraus der Rock and Roll, den die Weißen spielten und hörten. In den Vereinigten Staaten sind erst nach dem Zweiten Weltkrieg Rhythm and Blues-Bands entstanden. Da es für die Radiostationen zu teuer kam, aufwendige Big Bands zu engagieren, wurde vermehrt auf Schallplatten zurückgegriffen. Dabei stand die Unterhaltung der Zuhörer im Vordergrund. Das bis zu dieser Zeit vorherrschende Piano wurde nach und nach durch elektrische Gitarren ersetzt. Berühmte Vertreter aus dieser Zeit sind zum Beispiel T-Bone Walker und auch Ike und Tina Turner. T-Bone Walker gilt als Pionier der elektrischen Gitarre. Seine Karriere begann 1936 als Tänzer, aber er wurde 1939 als Sänger engagiert. Sein Titel „Call it Stormy Monday“ ist bis heute als einer der einflussreichsten Songs der Musikgeschichte bekannt. Tina Turner fing schon als kleines Mädchen an, im Kirchenchor zu singen. Nachdem sie 1960 mit ihrem Titel „A fool in love“ den 27. Platz der US-Charts erklomm, ging sie mit ihrem damaligen Lebensgefährten Ike Turner auf Welttournee. Sie war in seiner Band sehr erfolgreich und die Turners gingen unter anderem mit den Rolling Stones auf Tournee. 1988 brachte es Tina Turner mit einem Auftritt von 188.000 Menschen in das Guiness-Buch der Rekorde. Im Jahr 2013 nahm sie die schweizerische Staatsbürgerschaft an.

Rhythm and Blues in den 1950ern

In den 50er Jahren entwickelte sich aus Rhythm and Blues der Rock 'n' Roll. Dieser übernahm neben Metrum und Gesangsstil auch die Grundlagen der Texte. Dabei waren Interpreten wie Bo Diddley oder Chuck Berry Vorbild für die Rock 'n' Roller. Bo Diddley als Pioneer des Rock 'n' Rolls ist dennoch ein Musiker des Rhythm and Blues. Er erregte durch seinen neuen und einzigartigen Stil enormes Aufsehen. Auch seine Gitarren waren ungewöhnlich, denn sie bestanden teilweise aus alten Uhren und Autoteilen. Auch prägte er einen eigenen Rhythmus, den sogenannten Bo Diddley Beat. Er wurde 1987 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und im Jahr 2004 in die Blues Hall of Fame. Chuck Berry wurde aufgrund seines Lebenswerkes ebenfalls in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Er gilt als Erfinder des Duckwalk und als eine Legende des Rock 'n' Rolls. In den Jahren 1957 bis 1979 brachte er 24 Alben auf den Markt. Aus Rhythm and Blues ist in Verbindung mit dem Gospel die Soulmusik entstanden. Dies ist eine Form des Rhythm and Blues, in der primär alte religiöse Themen behandelt werden, aber auch Motive der Bürgerrechtsbewegung der unterprivilegierten schwarzen Bevölkerung beinhaltet. Daneben entstand in dieser Zeit auch der Doo Wop aus dem Blues. Stilprägend waren in dieser Zeit beim Soul Stevie Wonder und Marvin Gaye.

Rhythm and Blues in den 1960ern

Da in den 60er Jahre die Mods in England gegen die Elterngeneration rebellierten, wollten sie sich auch durch die Musik von den Beatles-Fans und Rockern der damaligen Zeit abgrenzen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang in den 1960ern die Band The Who mit ihrem Programm „Maximum R&B“.

Rhythm and Blues in den 1970ern und 1980ern.

In den 1970er Jahren war es eher ruhig um den Rhythm and Blues. Bei den Musikrichtungen dominierte neben Glamrock und Punk auch Schlager und Progressive Rock den Markt. Relevante Veröffentlichungen waren zum Beispiel „Imagine“ von John Lennon oder „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin. Neuen Aufschwung erhielt der Rhythm and Blues in den 80er Jahren. Zwar waren New Wave, Heavy metal und Acid House die Musikrichtungen der 80er, doch auch Hip Hop etablierte sich. Der Hip Hop hat seine Wurzeln in der Soulmusik. Zu den bekanntesten Interpreten und Songs des Rhythm and Blues dieser Epoche zählen Michael Jackson mit „Rock with you“, Diana Ross mit „Upside down“, und Stevie Wonder mit „Master Blaster“.

Contemporary Rhythm and Blues

Ab den 1980ern ist der Übergang fließend von Rhythm and Blues und seinen Variationen bis zum Contemporary Rhythm and Blues. Hier erfuhr der Begriff Rhytm and Blues eine neue Bedeutung und bezeichnete eine Verbindung zwischen Popmusik und Soul, während später auch die Verbindung zwischen Popmusik und Hip-Hop als Rhytm and Blues bezeichnet wurde.

Contemporary Rhythm and Blues ab den 1980ern

Tonangebend war zu dieser Zeit die Popmusik. In dieser Zeit verband sich der Rhythm and Blues mit Pop, Funk und Soul und wurde so zu New Jack Swing. Berühmte Vertreter dieser Richtung sind Janet Jackson und Whitney Houston.

Contemporary Rhythm and Blues in den 1990ern

In den 1990ern nahmen Hip Hop und Rap immer mehr Einfluss. Deswegen vermischte sich auch Rhythm and Blues zusehends mit diesen. Dieser Mischstil wird auch Hip Hop Soul genannt. R. Kelly und auch Aaliyah zählen zu den wichtigen Vertretern dieser Richtung. Zeitgleich entwickelte sich der Contemporary Rhythm and Blues wieder zurück zu den Anfängen. Dabei sind Babyface und Brian McKnight maßgeblich daran beteiligt. Ebenso war die erfolgreichste Zeit für den Contemporary Rhythm and Blues in dieser Epoche. Der Rhythm and Blues nahm am Ende der 1990er Jahre immer mehr Einfluss auf die Popmusik. Mariah Carey beispielsweise kam mit ihrem Debütalbum direkt in die Billboard 200, wobei dieser Erfolg durch ihren Auftritt bei den Grammy Awards begünstigt worden ist. Sie gewann mit „Daydream“ zwei American Music Awards, den Favorite Pop/Rock Female Artist und den Favorite Soul/R&B Female Artist. Vier weitere Auszeichnungen folgten bei den World Female Artists Awards. Ihre erste Single wurde auf Anhieb Song of the Year. Ein weiterer bekannter Künstler dieser Musikrichtung ist D’Angelo. Er gehört der sogenannten Neo-Soul-Strömung des Contemporary Rhythm and Blues an. Er gewann als 18-jähriger dreimal hintereinander einen Amateurwettbewerb. Sein Debütalbum ist im Jahr 1995 erschienen, mit dessen Titeltrack er drei Grammy-Nominierungen und einen American Music Award erhielt. Whitney Houston ist auch eine typische Vertreterin dieser Stilrichtung. Die erfolgreiche Sängerin verkaufte über 170 Millionen Tonträger. Sie erhielt mit ihrem Werk über 200 Platin-, Gold- und Silberauszeichnungen und sechs Grammys. Damit zählt sie zu den erfolgreichsten Sängerinnen überhaupt. Ihre Berühmtheit verdankt sie unter anderem dem Soundtrack zu Bodyguard, wo sie in der Hauptrolle auch ihr Schauspieldebüt gab. In den 90ern erschien ihr Album „I´m Your Baby Tonight“. Sie erreichte damit die Spitze der amerikanischen Charts.

Contemporary Rhythm and Blues ab dem Jahr 2000

Der Trend, Rhythm and Blues mit Hip Hop zu vermischen, verstärkte sich ab dem Jahr 2000. Diese Mischung wird dabei als Black Music oder als Urban Music bezeichnet. Es wurden vermehrt Rhythm and Blues Refrains integriert, so zum Beispiel von 50 Cent oder P. Diddy. Da es immer weniger Gruppen des Rhythm and Blues gab, waren vermehrt Einzelinterpreten erfolgreich. Alicia Keys, Usher, Rihanna und Ashanti sind nur einige wenige Künstler zu dieser Zeit. Als Soulful R&B wird eine weitere Richtung des Rhythm and Blues bezeichnet, die sich in den 2000ern entwickelt hat. Bekannte Künstler sind dabei John Legend oder Anthony Hamilton.

Contemporary Rhythm and Blues ab 2005

Ein extrem kurzer Trend war in der Mitte der 2000ern der Crunk&B. Dabei wurde R&B mit Crunk gemischt. Crunk ist ein Subgenre des Hip Hops und zeichnet sich durch stark akzentuierte tiefe Bässe und drummachine-erzeugten Rhythmen aus. Auch Auto-Tune war wieder populär. Auto-Tune ist ein Computerprogramm, mit dem bei digitalen Musikaufnahmen die Tonhöhen nachträglich korrigiert werden. Somit kann eine falsch gesungene Musikpassage auf die richtige Höhe gebracht werden. Im Jahr 1998 wurde diese Technik vor allem durch die Nummer „Believe“ von Cher bekannt und wird deswegen oft als „Cher-Effekt“ bezeichnet.

Contemporary Rhythm and Blues zwischen 2007 und 2010

Der elektronische Rhythm and Blues setzte sich ab 2007 durch, da einige Interpreten Nummer-1-Hits kreierten. Dazu zählen Rhianna, Chris Brown und Ne-Yo. Auch haben sich in dieser Zeit einige weitere Vertreter dieses Genres etabliert, unter anderem Bruno Mars oder Jay Sean.

Deutschsprachiger Contemporary Rhythm and Blues

Erstmals gab es kommerzialisierten deutschsprachigen Rhythm and Blues gegen Ende der 1990er Jahre. Regelmäßig waren Singles von Künstlern des Genres in den Top-ten-Positionen der deutschen Charts zu finden. Dazu gehören Xavier Naidoo und Joy Denalane. Der Mannheimer Künstler Xavier Naidoo ist auch ein Gründungsmitglied der „Söhne Mannheims“, hat eigene Plattenlabels und ist Dozent an der Mannheimer Popakademie. Seine Texte drehen sich um das Christentum, die Apokalypse und um Nächstenliebe. 1998 hat er sein Debütalbum über eine Million Mal verkauft und drei weitere Soloalben erreichten Platz eins der deutschen Charts. Im Jahr 2006 wurde er als bester nationaler Künstler geehrt und sang zur Begrüßung der deutschen Fußballnationalmannschaft auf der Fanmeile in Berlin.

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