Eingewachsene Haare: Erste Hilfe, Ursachen und Vermeidungstaktik

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Eingewachsene Haare: Erste Hilfe, Ursachen und Vermeidungstaktik

Wie Sie eingewachsene Haare schon frühzeitig erkennen können

Viele Menschen leiden unter einwachsenden Haaren. Neben dem kosmetischen Problem können Abszesse mit Druckschmerzen, Narbenbildung oder gar Blutvergiftungen die Folge sein. Um einwachsende Haare frühzeitig zu erkennen, achten Sie auf die umliegende Haut. Sobald Sie die ersten Haarspitzen unter der Haut erkennen, können eingewachsene Haare auftreten. Haare können grundsätzlich auf zwei unterschiedliche Weisen einwachsen. Die harmlose Form des Einwachsens können Sie deutlich sehen. Dabei schiebt sich das Haar unter den obersten Hautschichten vorwärts, anstatt aus der Haut auszutreten. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde das Haar an der Hautoberfläche anliegen. Wenn Sie genauer hinsehen, können Sie jedoch feststellen, dass es unter der Haut weiter wächst. Die unangenehmere und problematischere Art des Einwachsens ist nur schwer auszumachen. Im Bestfall bemerken Sie eine leichte Wölbung der Haut ohne die Haarspitze erkennen zu können. Zuweilen ist die Haut an dieser Stelle leicht gerötet. Im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Begleiterscheinungen eines Abszesses wie massive Rötungen, Schwellungen und Druckschmerz.

Erste Hilfe bei beiden Formen der eingewachsenen Haare

Sofern Ihre Haare sichtbar unter der Haut weiterwachsen, hilft es, die Haut durch ein Bad oder feuchte Umschläge an der entsprechenden Stelle aufzuweichen und ein Peeling durchzuführen. Hier können Sie auf Peelings oder aber auf sanfte Bürsten, Schwämme oder Produkte mit Salicylsäure zurückgreifen. Letztere wirkt ähnlich einem Peeling, spendet der Haut jedoch auch Feuchtigkeit. Je nach Produkt und Intensität der Anwendung entfernen Sie damit die obersten Hautschichten, sodass das Haar danach frei liegt und ungestört aus der Haut herauswachsen kann. Da Sie damit jedoch die Haut strapazieren, empfiehlt es sich, abschließend eine nicht zu fettige Feuchtigkeitspflege anzuwenden. Sollten Sie hingegen das einwachsende Haar nicht sehen können, kann es helfen, die Haut an der entsprechenden Stelle aufzubrechen. Es empfiehlt sich dazu, eine gute und durch Alkohol oder Abkochen sterilisierte Zupfpinzette für Augenbrauen zu verwenden. Versuchen Sie mittels der Pinzette, einen kleinen Teil der Haut über dem einwachsenden Haar zu greifen und ziehen Sie leicht daran. Sobald sich ein kleiner Hautzipfel abgelöst hat, sollte das Haar im weiteren Verlauf aus der Haut austreten können. Alternativ können Sie auch eine sterilisierte Nadel verwenden.

Erste Hilfe bei Abszessen

Sollte sich bereits ein deutlich erkennbarer Abszess gebildet haben, sehen Sie unbedingt von der Verwendung von Peelings ab und setzen Sie die Stelle weder Druck noch übermäßiger Reibung aus, da sie ansonsten Narbenbildung riskieren oder den Abszess verschlimmern könnten. Linderung kann hier vorübergehend durch Kühlung des entsprechenden Areals verschafft werden. Auch das Einweichen der Haut kann hilfreich sein, um den Druckschmerz zu lindern und den Durchbruch des Haares zu fördern. Sollte sich der Abszess nicht innerhalb weniger Tage von selbst zurückbilden und das Haar die Haut durchbrechen, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. Dieser wird dann mittels Nadel oder notfalls mit einem kleinen Schnitt den Abszess öffnen oder Ihnen Medikamente verschreiben, um die Entzündung zu bekämpfen.

Die Ursachen von einwachsenden Haaren verstehen

Generell leiden Menschen, deren Haar zu Locken neigt, öfter unter einwachsenden Haaren. Ebenso wie zu enge Kleidung und die damit verbundene Reibung sind allerdings auch die Art der Haarentfernung und die Nachsorge bzw. Prävention entscheidende Faktoren. Um die Ursachen zu verstehen, hilft es, sich mit dem Aufbau der Haut vertraut zu machen. Die Haut besteht aus mehreren Schichten von Hautzellen, durchsetzt mit kleinen Haarkanälen. Die sogenannte Keimschicht bildet neue Hautzellen und schiebt somit Ältere nach außen. Unmittelbar unter ihr sitzt die Haarwurzel. Abhängig von der gewählten Haarentfernungsmethode wird das Haar nun unterschiedlich stark gekürzt.

Rasur

Bei der Rasur schneidet eine scharfe Klinge das Haar im schrägen Winkel ab. Sofern in Wuchsrichtung rasiert wird, befindet sich die Haarspitze über der Haut und das Haar kann daher nicht einwachsen. Allerdings ist das Ergebnis dieser Methode oft nicht ausreichend. Wird das Haar jedoch entgegen der Wuchsrichtung rasiert, so befindet sich das nun mit einer spitzen Schnittkante versehene Haar unter der Haut. Das Haar kann sich dann im weiteren Verlauf des Wachstums entweder quer unter der Haut vorschieben oder aber gänzlich blockieren. Dadurch dehnt das wachsende Haar nun den Haarkanal, anstatt durchzubrechen.

Epilation

Ähnlich kann es sich bei der Epilation verhalten. Wenn ein Haar gezupft wird, reißt es meist unmittelbar über der Haarwurzel ab. Daher entsteht eine unsaubere Kante. Auch sie kann leider dazu führen, dass das Haar nicht weiter nach oben wächst, sondern sich verkantet. Dieser Effekt wird durch Reibung noch verstärkt. Darüber hinaus kann das Eindringen von Fremdkörpern in den Haarkanal zu diesem Problem führen. Sowohl kleine Hautschuppen als auch Schmutz sind hier problematisch. Da die Haut grundsätzlich nicht steril ist und auch Schuppen und Schmutz Bakterien mit sich führen, kommt es dann für gewöhnlich dazu, dass sich in dem verbliebenen Haarkanal Bakterien vermehren. Durch die Immunreaktion des Körpers bildet sich schließlich ein Eiterherd. Da das Haar jedoch weiter wächst und sich ausdehnt, drückt es bald gegen den Eiterherd bzw. Abszess, sodass es zum typischen Druckschmerz kommt. Bleibt der Abszess unbehandelt, kann er sich entweder zurückbilden, ausweiten oder eingekapselt werden. Das Haar kann dann mitunter unter der Haut und im Entzündungsherd weiter wachsen und dort langfristig durch Abkapselung zu einer verhärteten Erhebung in der Haut führen.

Vermeidung von einwachsenden Haaren bei der Haarentfernung auf klassische Art

Die klassischen Methoden der Haarentfernung bestehen aus Epilation mittels Zuckerpaste bzw. Wachs, Epilierer, Cremes und Sprays und ähnlichen Produkten oder der Nassrasur. Bevor Sie sich für eine der entsprechenden Methoden entscheiden, sollten Sie sich Gedanken über die Vorbehandlung machen.

Vorbehandlung

Es empfiehlt sich grundsätzlich, die zu behandelnde Stelle vor der eigentlichen Haarentfernung einzuweichen. Hier bietet sich vor allem ein warmes Bad an. Dadurch wird die Haut besser durchblutet, Schüppchen lösen sich besser ab und die Haut dehnt sich vermehrt aus, wodurch nach der Haarentfernung der Haarkanal schneller gegenüber Fremdkörpern geschützt wird. Außerdem sollte die entsprechende Stelle mittels eines Peelings gesäubert werden.

Nassrasur

Eine beliebte Methode der Haarentfernung ist die Nassrasur. Besondere Vorteile liegen vor allem in der Geschwindigkeit der Haarentfernung und dem geringen Prozentsatz an einwachsenden Haaren. Der Nachteil besteht in der Nachhaltigkeit. Je nach Region und eigenem Haarwuchs müssen Sie sich täglich neu rasieren. Beim Kauf eines Rasierers bieten sich Produkte mit mehreren Klingen an, da diese die Haut schonen. Daher sollte man von den meisten Einwegrasierern Abstand nehmen. Um die Zahl an eingewachsenen Haaren zu reduzieren, sollten Sie immer mit der Haarwuchsrichtung rasieren und einen milden Rasierschaum verwenden. Würden Sie gegen die Haarwuchsrichtung rasieren, käme es vermehrt zu eingewachsenen Haaren. In der Intimzone sollten Sie im Übrigen die Haut nicht glatt ziehen, da sie dort sehr dehnbar ist und die Haare zu sehr gekürzt würden. Während die Rasur also oberflächennah das Haar kürzt, setzt die Epilation tiefer an, möglichst unmittelbar vor der Haarwurzel.

Enthaarungscremes & -Sprays

Je nach Produkt unterscheidet sich die Tiefe bis zu der das Haar entfernt werden kann. Von allen Methoden der Epilation kürzen Cremes & Sprays das Haar im Allgemeinen am wenigsten. Der Vorteil dieser Produkte besteht in der einfachen und schmerzlosen Anwendung und einem deutlich nachhaltigeren Ergebnis als bei der Rasur. Die Produkte dürfen allerdings nur für die ausgezeichneten Körperregionen benutzt werden, da sie sonst zu Hautirritationen führen können. Die Anwendung ist denkbar einfach. Zuerst sollten Sie ein Peeling durchführen und dann das Produkt auftragen. Nach wenigen Minuten können Sie es abwaschen oder mittels eines Spachtels abziehen und haben eine glatte Haut. Danach sollten Sie Reste gründlich abwaschen und eine sanfte Feuchtigkeitspflege verwenden.

Epilation mit Wachs

Die Epilation mit Wachs gestaltet sich ebenfalls einfach. Es gibt eine Fülle an verschiedenen Lösungen, vom Warmwachs über Kaltwachsstreifen bis hin zu Rollern. Diese Methode wirkt besonders tiefgreifend und ist daher sehr nachhaltig. Je nach persönlichem Schmerzempfinden wird diese Form der Epilation als sehr schmerzhaft empfunden. Im Gegensatz zu Rasur sowie Cremes und Sprays kann man bei Wachs und Paste auf ein vorangehendes Bad und Peeling verzichten, da mit dem Wachs auch Schüppchen gelöst werden. Allerdings müssen abschließend Wachsreste entfernt werden. Da dieses Verfahren die Haut deutlich mehr reizt als die Rasur, ist auch hier eine anschließende Feuchtigkeitspflege Pflicht.

Epilierer

Der Epilierer vereint die Vorteile der Geschwindigkeit mit denen der Nachhaltigkeit anderer Methoden. Leider können dabei schneller Haare übersehen werden und die Haare, bei nicht sachgemäßer Anwendung, vermehrt schon weit vor der Wurzel abreißen, sodass das Ergebnis ungleichmäßig sein kann. Auch hier sollte man vorher die Haut säubern und nachher eincremen.

Moderne Methoden der Haarentfernung und ihr Verhältnis zu einwachsenden Haaren

Die modernen Methoden der Haarentfernung haben alle gemein, dass Haare nicht mehr einwachsen können, da sie dauerhaft entfernt werden. Man unterscheidet zwischen folgenden Methoden: Nadelepilation, IPL und Laser, bzw. licht-basierten Methoden.

Nadelepilation

Die Nadelepilation ist seit vielen Jahrzehnten eine gut erprobte Form der dauerhaften Haarentfernung. Leider ist die Behandlung sehr zeitaufwendig, da sie für jedes Haar einzeln durchgeführt werden muss und zudem sehr schmerzhaft. Ihr Vorzug liegt darin, dass selbst weiße Haare entfernt werden können.

IPL und Laser

IPL und Laser hingegen sind sehr moderne Methoden. Die Funktionsweise ist hier recht ähnlich. Während bei der Nadelepilation eine Nadel zur Haarwurzel geschoben wird und die umliegenden Zellen mittels Strom verödet werden, arbeiten Laser und IPL mittels der Lichtleitfähigkeit von Haaren. Ziel ist es, die Haare so weit an der Haarwurzel aufzuheizen, dass Haarwurzel und umliegende wurzelbildende Zellen durch die Hitze verödet werden. Der besondere Vorteil liegt in relativer Schmerzlosigkeit und der Geschwindigkeit, mit der eine Behandlung durchführbar ist. Allerdings bedarf es hier, ebenso wie bei der Nadelepilation, mehrerer Behandlungen. Der Behandlungserfolg hängt jedoch stark von Haut und Haarfarbe ab. Beim Kauf eines IPL- oder Lasergerätes ist auf die Haut- und Haarfarbe zu achten. Dunkelhäutige Menschen könnten sich Verbrennungen zuziehen und sehr helle Haare können leider nicht entfernt werden. Sofern bei Ihnen selbst die Rasur keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefert, sind IPL und Laser unter den entsprechenden Voraussetzungen eine gute Alternative für Sie.

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