Einbaubackofen mit Gas oder Strom – Energiequellen im Vergleich

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Einbaubackofen mit Gas oder Strom – Energiequellen im Vergleich

Ein Einbaubackofen ist fast in jeder Küche zu finden und gehört zu den wichtigsten und am häufigsten verwendeten Geräten. Zusammen mit dem Herd bildet der Ofen das Zentrum der Küche und prägt auch das Erscheinungsbild stark. Dabei wird grundsätzlich zwischen Gasöfen und Elektroöfen unterschieden. Bei eBay finden Sie zu beiden Arten jede Menge neue und gebrauchte Geräte. Die meisten Küchen sind mit einem fest eingebauten Kombinationsgerät aus Herd und Backofen ausgestattet. Dabei werden häufig beide Funktionen mit derselben Energieform betrieben. Teilweise besitzen Gasherde jedoch auch Elektroöfen. Bekannte Hersteller sind hierbei unter anderem Bosch, AEG oder Bauknecht.

Geschichte des Backofens

Backöfen gibt es bereits seit über 5 000 Jahren. Damals wurden die Backöfen außerhalb von Gebäuden errichtet. Mit einem Gemisch aus angebautem Getreide, Milch und Fett wurden Fladen gebacken. Diese sind jedoch mit dem heutigen Brot kaum vergleichbar, sie wurde schnell steinhart und mussten zum Verzehr wieder aufgeweicht werden. Etwa 1 500 vor Christus wurden bienenkorbförmige Backöfen verwendet, die von unten befeuert wurden. Im Römischen Reich war Brot das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung. Die Brote wurden in riesigen Backöfen zubereitet. Durch die Expansion des Römischen Reichs wurde der Backofen in weite Teile Europas gebracht. Damals waren die Backöfen aus Stein gefertigt und wurden mit Feuer beheizt. An der Funktionsweise der Steinbacköfen hat sich seit damals nur wenig geändert. In den Familien hielt der Backofen erst im 19. Jahrhundert Einzug. Davor wurde über offenem Feuer gekocht, was viele Brände verursachte. Die Beheizung der Öfen geschah erst mit Holz, später mit Öl. Als immer mehr Städte an das Gasnetz angeschlossen wurden, wurden auch Backöfen und -herde mit Gasbetrieb verwendet. Erst in den 1930er-Jahren setzten sich Elektrogeräte durch, als die notwendige Infrastruktur für die Stromversorgung vorhanden war.

Die verschiedenen Heizmethoden von Backöfen

Bei Ober- und Unterhitze werden Decke und Boden des Innenraums durch Heizspiralen beheizt. Durch natürliche Luftströmungen breitet sich die Hitze dabei im ganzen Ofen aus. Bei der Grillfunktion ist eine Heizspirale unverdeckt an der Decke des Ofens montiert. Diese strahlt intensiv auf den Innenraum herunter und dadurch wird das Grillgut besonders gut gebräunt. Wenn zusätzlich zum Grill die Umluftfunktion aktiviert wird, wird auch die Garung beschleunigt. Beim Umluftofen verteilt ein Ventilator die heiße Luft im Inneren. Dadurch wird eine gleichmäßigere Hitze im Ofen erreicht und es kann auch auf zwei Ebenen gebacken werden. Bei aktivierter Umluftfunktion können Sie die Temperatur etwa 20 bis 30 °C niedriger einstellen als bei Ober- und Unterhitze. Ähnlich wie ein Umluftofen besitzt auch ein Heißluftofen einen Ventilator, um den aber ein Ringheizkörper angebracht ist. Dadurch wird bereits erhitzte Luft ins Ofeninnere geblasen und die Hitze wird noch gleichmäßiger als bei Umluft erreicht. So können Sie auch unterschiedliche Gerichte gleichzeitig zubereiten. Bei anderen Heizmethoden findet teilweise eine Geschmacksübertragung zwischen den Gerichten statt. Auch das Vorheizen des Ofens ist bei Heißluft nicht nötig.

Bei der Bauweise der Öfen gibt es zwei Varianten. Der Heizstab oder die Heizspirale und der Lüfter befinden sich bei manchen Modellen innerhalb des Garraumes. Bei dieser Bauart wird eine etwas geringere Oberflächenhitze erreicht. Bessere und gleichmäßigere Hitze wird erreicht, wenn die Heizelemente außerhalb auf der Rückseite des Ofens angebracht sind. Allerdings nimmt dabei die Tiefe des Geräts zu.

Vor- und Nachteile eines Gasofens

Köche schätzen bei Gas-Herdplatten, dass die benötigte Hitze sofort erreicht wird und sofort mit dem Braten begonnen werden kann. Ähnlich verhält es sich beim Gasofen. Die Hitze wird schnell nach dem Einschalten erreicht. Das Vorheizen des Ofens ist so nicht nötig und dadurch wird auch Energie gespart. Eine Kilowattstunde für den Ofen aus der Gasleitung ist günstiger als die gleiche Menge aus elektrischer Erzeugung. Bei manchen Gasöfen lässt sich eine Umluftfunktion zuschalten.

Jedoch ist die Regulierung der Wärme bei Gasbacköfen nicht immer ganz einfach und erfordert meist etwas Erfahrung. Am besten benutzen Sie dazu ein Backofenthermometer, dann können Sie die Temperatur einfach kontrollieren. Denn bei einem Gasofen wird die Temperatur meist über eine Skala von Leistungsstufen (ähnlich wie beim Herd) eingestellt und nicht anhand des konkreten Wertes. Temperaturen unter 100 - 150 °C können mit einem Gasofen nicht erreicht werden. Zum langsamen Schmoren oder Warmhalten von Gerichten müssen Sie dann etwas tricksen. Beispielsweise hilft es, einen Holzlöffel in die Backofentür zu klemmen, um die Temperatur zu senken. Natürlich ist damit auch eine Energieverschwendung verbunden und daher sollten Sie das nur in Ausnahmefällen machen. Bei gasbetriebenen Einbauöfen ohne Umluftfunktion wird das Gargut oft nur sehr ungleichmäßig gegart. Teilweise sind Speisen innen noch nicht durch, außen aber schon etwas angebrannt. Bevor Sie sich einen Gasofen zulegen, sollten Sie prüfen, ob Sie einen passenden Anschluss in Ihrer Küche besitzen. Ansonsten müsste eine Gasleitung installiert werden, was mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Elektroofen – Pro und Kontra

Ein Vorteil des Elektrobackofens ist die einfache Handhabung. Die gewünschte Temperatur lässt sich einfach elektronisch einstellen. Auch verschiedene Heizmethoden wie Umluft, Grill oder Heißluft beherrschen die meisten modernen Geräte. Üblicherweise sind elektrische Öfen leichter zu reinigen als gasbetriebene Modelle. Weiterhin können Sie beim elektrischen Einbauofen auch niedrigere Temperaturen einstellen und das Gerät ist so vielseitiger einsetzbar. Darüber hinaus ist die Anzahl der Zusatzfunktionen meist höher als beim Gasofen. Wenn Sie also auf Wert auf diverse Komfortfunktionen legen, sind Sie mit einem Elektroofen meist besser beraten. Elektroöfen werden insgesamt deutlich häufiger verkauft als Gasöfen, weswegen auch die Auswahl von Herstellern und Modellen um einiges größer ist.

Nachteil des elektrischen Ofens ist die deutlich längere Aufheizzeit. Zwar besitzen einige Modelle eine Schnellheizfunktion, aber dennoch müssen Sie mit einigen Minuten rechnen, bis die gewünschte Temperatur erreicht wird. Außerdem sind die Energiekosten beim Elektroofen höher. Besonders in Gastronomiebetrieben oder bei sehr häufiger Benutzung kann das durchaus ein Argument gegen den elektrischen Einbauofen sein.

Allgemeine Qualitätsmerkmale eines Einbaubackofens

Die Einbaubacköfen unterscheiden sich zum einen in der Verarbeitungsqualität. Bei günstigen Modellen wird häufig an der Qualität des Materials gespart. Auf lange Sicht sind die billig verarbeiteten Öfen den starken Anforderungen des täglichen Kochens und Backens schlecht gewachsen und besitzen eine deutlich kürzere Lebensdauer. Weiterhin besteht bei minderwertigem Material die Gefahr, dass gesundheitsgefährdende Rückstände in den Armaturen abgelagert werden. Hochwertige Hersteller verwenden dagegen ausschließlich robuste und edle Materialien wie Edelstahl oder Messing. Dadurch halten die Öfen die ständigen Temperaturwechsel besser aus. Bei guten Modellen wird die eingestellte Temperatur oder Stufe auch verlässlich und genau eingehalten. Günstigere Geräte weisen teilweise Abweichungen um mehrere Grad auf.

Nützliche Zusatzfunktionen wie Abschaltautomatik und Timer

Außerdem besitzen einige Exemplare nützliche Zusatzfunktionen. So verhindert eine Abschaltautomatik, dass ein vergessener Braten oder Kuchen allzu sehr verkohlt. Auch dem Risiko eines Brandes geht man so aus dem Weg. In einem Haushalt mit Kindern sollte nicht auf eine Kindersicherung verzichtet werden. Durch eine Gehäusekühlung wird die Tür des Backofens nicht mehr so heiß und kann auch ohne Topflappen angefasst werden. Teilweise besitzen Elektroöfen zum Einbauen auch eine integrierte Mikrowellenfunktion. Somit wird keine separate Mikrowelle mehr benötigt. Eine programmierbare Steuerung erhöht den Komfort in der Küche. Funktionen wie ein Display, Timer und verschiedene Backprogramme sind mittlerweile schon fast zum Standard geworden. Bei der Benutzung eines Backofens bleiben Spritzer und Verkrustungen nicht aus. Das Entfernen von Verschmutzungen wird durch eine pyrolytische oder katalytische Selbstreinigung enorm erleichtert. Durch eine gute Beleuchtung des Innenraums können Sie das Gargut im Ofen leichter beobachten.

Die Energieeffizienz beim Backofen

Um nicht unnötig viel Energie zu verbrauchen, sollte die Größe des Ofeninnenraums an die Haushaltsgröße und die Nutzungsgewohnheiten angepasst werden. Knapp zwölf Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs pro Privathaushalt nehmen Backofen und Herd ein. Je größer der Innenraum des Backofens ist, desto mehr Energie wird natürlich benötigt, um den Ofen auf die gewünschte Temperatur zu heizen. Gasöfen sind dabei wie bereits erwähnt die sparsameren Öfen. Die Elektrogeräte werden in die allgemein üblichen Energieklassen von A bis G eingeteilt. Am besten sollten Sie einen Elektroofen der Klasse A erwerben. Wenn der Ofen mit unterschiedlichen Heizfunktionen ausgestattet ist, lässt sich oft bei der Benutzung Energie sparen. Besonders bei längeren Backzeiten empfiehlt es sich außerdem, den Ofen etwa 10 Minuten vor Ende der Garzeit auszuschalten und die Restwärme zu nutzen.

Weitere beachtenswerte Dinge beim Einbaubackofen

Natürlich müssen Sie bei einem Einbauofen auf die richtige Größe achten. Am besten messen Sie vor dem Kauf den Platz ab, so vermeiden Sie den Kauf von Öfen der falschen Größe. Viele Backöfen sind auf der Oberseite mit Herdplatten ausgestattet und so sollten Sie selbstverständlich auch auf die Qualität des Herdes achten. Wichtige Faktoren sind hierbei unter anderem Anzahl und Größe der Herdplatten, Oberflächenmaterial sowie verschiedene Zusatzfunktionen. Da der Backofen die Optik der Küche mitbestimmt, sollten Sie auch auf das Design des Geräts achten. Es sollte Ihnen unbedingt gefallen und auch zum Gesamtkonzept der Küche passen. Bei Gasbackofen sollten Sie auf einen elektrischen Anzünder achten, dann entfällt das Hantieren mit Feuerzeug und Streichholz. Elektrische Einbaubacköfen sollten sich auch leicht bedienen lassen, ohne dass dafür zwangsläufig eine Bedienungsanleitung benötigt wird.

Hinweise zur Benutzung des Ofens

Um optimale Ergebnisse beim Backen zu erreichen und die Lebensdauer Ihres Ofens zu verlängern, sollten Sie einige grundlegende Hinweise beachten. So ist die Wahl der richtigen Temperatur entscheidend für den Geschmack des Garguts. Oft sind auf der Verpackung von Gerichten entsprechende Hinweise angegeben, welche Temperatur verwendet werden sollte. Ansonsten können Sie sich in Kochbüchern oder im Internet über die richtigen Backparameter informieren. Für die Einhaltung der Hygiene und die richtige Funktion des Ofens ist eine regelmäßige Reinigung Pflicht. Besitzt der Ofen keine Selbstreinigungsfunktion, ist das durchaus mit etwas Aufwand verbunden. Am besten beachten Sie dazu die Bedienungsanleitung des Geräts. Je schneller die Verschmutzungen entfernt werden, desto leichter fällt es meistens auch. Durch die Verwendung von geeigneten Garbehältern und die Wahl der richtigen Temperatur lassen sich bereits vorbeugend viele Verschmutzungen vermeiden.

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