Drahtlose Funkmikrofone im Test: Features, Preise und Unterschiede

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Drahtlose Funkmikrophone im Test: Features, Preise und Unterschiede

Bei vielen Live-Events müssen die Akteure frei beweglich sein. Ihre Stimme soll zwar akustisch verstärkt werden, aber sie wollen nicht durch ein Mikrofonkabel an einen bestimmten Ort gefesselt sein. In den verschiedensten Genres der Unterhaltung kommen deshalb Funkmikrofone zum Einsatz. Ob bei Musikveranstaltungen, im Freilufttheater oder bei einer Talkshow: Oft soll das Mikrofon möglichst unauffällig am Körper angebracht werden. Die sogenannten Headsets vereinen somit ein Miniaturmikrofon, das fast unsichtbar bleibt, mit der Bewegungsfreiheit des Schauspielers, Talkshow-Gastes oder Moderators.
Verwenden Sänger oft ganz bewusst ein Handmikrofon, so ist es für bestimmte Einsatzgebiete wie zum Beispiel im Theater unentbehrlich, dass der Akteur seine Hände frei hat. Ebenso wichtig oder zumindest wünschenswert ist es auch, dass Verstärkungstechnik auf der Bühne unsichtbar bleibt. Es wäre der Illusion nicht dienlich, wenn Romeo seiner Julia Liebesschwüre durch ein Handmikrofon zuflüstert. Funkmikrofone sind in den letzten Jahren erschwinglich geworden. Dank moderner Technik gibt es weniger Störungen zwischen verschiedenen Funkmikros bzw. von externen Strahlungsquellen wie Rundfunk- oder Mobilfunksendern. Dennoch ist der Einsatz von Funkmikrofonen nicht ganz unproblematisch. Es gibt nach wie vor viele Fehlerquellen, die zu Aussetzern oder unerwünschten Nebengeräuschen führen können. Sei es eine zu lange Funkstrecke, die vom Sender nicht störungsfrei überbrückt werden kann, schwankende Luftfeuchtigkeit oder Interferenzen mit anderen Sendern, die Zahl der möglichen Störungen ist groß. Schließlich ist auch das Anbringen eines Körpermikrofons an der Kleidung oder am Kopf des Akteurs eine kleine Wissenschaft für sich. Überlegen Sie sich deshalb vor dem Kauf eines Funkmikrofons genau, wofür und unter welchen Bedingungen es eingesetzt werden soll. Falls die Aufgabe eventuell doch mit einem schnurgebundenen Mikrofon erfüllt werden kann, ist dieses die bessere und preisgünstigere Wahl.
Falls Sie sich nach Abwägung aller Faktoren für ein Funkmikrofon entscheiden, dann bedenken Sie, dass Qualität gerade hier ihren Preis hat. Sie werden wesentlich mehr Freude an Ihrer Neuerwerbung haben, wenn Sie hier nicht am falschen Platz sparen: Die vom Hersteller angegebenen Leistungsparameter sind eine Sache, Praxistauglichkeit und Klangqualität eine andere. Machen Sie sich ein Bild vom Angebot in den entsprechenden eBay–Rubriken. Lassen Sie sich, wenn möglich, von einem erfahrenen Tontechniker beraten.

Funktionsweise von Funkmikrofonen

Bei Handmikrofonen ist der Sender direkt im Mikrofongehäuse verbaut. Bei Headsets oder Klemmmikros, die an der Kleidung befestigt werden, führt ein dünner Draht vom Mikrofon, das in diesem Fall sehr klein ist, zu einem Sender, der unsichtbar am Körper getragen wird. Dieser Sender hat etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und ist in jedem Fall mit einer Batterie ausgestattet.
Achten Sie vor Beginn der Veranstaltung unbedingt darauf, dass die Batterie oder der Akku frisch geladen ist. Zu geringe Betriebsspannung führt unweigerlich zu unangenehmen Störungen bis zum kompletten Ausfall des Mikrofons. Oft ist es während der Veranstaltung nicht möglich, Batterien auszutauschen. Das Signal, das das Mikrofon aufnimmt, wird vom Sender nun zum Empfänger übertragen. Dieser Empfänger ist etwa so groß wie ein Buch. Er besitzt eine Antenne, eine Anzeige für die Stärke des Funksignals, eine Pegelanzeige sowie eine Anschlussbuchse für ein XLR–Kabel. Seine Stromversorgung bezieht er vom Netz. Der Empfänger sollte sich möglichst nahe am Sender befinden und nicht durch Metallteile wie Traversen oder ähnliches verdeckt sein. Eine gute Möglichkeit ist es, den Empfänger direkt auf oder hinter der Bühne zu positionieren. Eventuell kann er hinter einem Gegenstand oder Requisit versteckt werden. Oft werden Funkempfänger im Sinne einer besseren Übersicht direkt am zentralen Mischpult positioniert, das vom Tontechniker bedient wird. Der Vorteil hierbei ist, dass der Tontechniker alle Geräte im Blick hat. Oft ist jedoch die Distanz zwischen Bühne und FoH („Front of House", Standort des Mischpults) recht groß. Achten Sie darauf, dass die Sende- und Empfangsleistung der Geräte diese Entfernung sicher überbrücken können.

Störquellen für Funksignale

Oft befinden sich in diesem Bereich größere Menschenmengen oder Störquellen wie Lichtmasten usw. Diese bilden weitere Hindernisse für das Funksignal und können dazu führen, dass die nötige Sendeleistung nicht erreicht wird. Eine spezielle Falle stellt hier der Umstand dar, dass der Soundcheck, bei dem alle Geräte getestet und eingestellt werden, meist ohne Publikum stattfindet. Es funktioniert zunächst alles reibungslos. Die Störungen treten unter Umständen erst dann auf, wenn es ernst wird; zu Beginn der Veranstaltung. Achten Sie also auf eine entsprechende Leistungsreserve der Funkstrecke. Wenn das Funksignal heil und unverzerrt im Empfänger angekommen ist, geht es nun ganz konventionell weiter: Mit einem XLR–Kabel, das exakt einem normalen Mikrofonkabel entspricht, wird das Signal in den entsprechenden Kanal am Mixer eingespeist. Falls sich der Empfänger des Funkmikros auf der Bühne befindet, muss sein Kabel wahrscheinlich zunächst in eine sogenannte Stagebox eingestöpselt werden. Diese bildet das bühnenseitige Ende eines Verlängerungskabels, des Multicore. In diesem vieladrigen Strang werden alle Audiosignale gesammelt, die von der Bühne kommen, und zum Mischpult geleitet.

Handmikrofone

Das Gehäuse eines Handmikrofons sollte schwingend gelagert sein, sodass Griffgeräusche nicht hörbar sind. Oft haben Handmikros einen An–/Ausschalter. Die Qualität des Mikros erkennen Sie oft schon daran, ob dieser Schalter ein Knacken verursacht oder geräuschlos funktioniert. In puncto Qualität des Mikrofons können Sie auf die Marken vertrauen, die auch im Bereich der kabelgebundenen Mikrofone etabliert sind. Im Fall des bewährten Shure SM 58 gibt es beispielsweise ein baugleiches Shure-Funkmikrofon, das mit einem Handsender ausgerüstet ist. Weitere bekannte Marken wie Sennheiser, AKG oder DPA werden ebenfalls eine Garantie für ausgereifte Technik bieten.

Headsets und Klemmmikrofone

Headsets, auch Nackenbügelmikrofone genannt, gibt es hautfarben oder schwarz. Der Bügel sollte verstellbar sein, damit er sich optimal an die Kopfform des Träges anpasst. Einige Halterungen können auch leicht verbogen werden, um das zu erreichen. Professionelle Systeme erlauben das Abnehmen des eigentlichen Mikrofons bzw. eine Anbringung auf der linken oder rechten Seite des Kopfes. Für einige Anwendungen, besonders im Theaterbereich, kann die Wahl der Seite wichtig sein, um das Mikrofon möglichst unauffällig anzubringen. Oft ist eine Befestigung am Revers oder am Kragen vorzuziehen, etwa wenn der Träger stark geschminkt ist. Die passende Klemme wird meist mitgeliefert. An der Technik ändert sich durch die Art der Befestigung nichts. Die Mini–Mikrofone haben meist eine Nierencharakteristik, das heißt, der Bereich ihrer maximalen Empfindlichkeit ist nierenförmig. Diese Charakteristik liefert auch dann gute Ergebnisse, wenn sich das Mikro nicht direkt vor dem Mund des Sprechers befindet, sondern seitlich, oft gar an der Wange. Auch Entfernungen von 20 bis 30 cm können meist gut überbrückt werden.

Was Sie bei der Auswahl des Mikrofons beachten sollten

Jede Stimme hat ihre Eigenarten. Auch die Unterschiede von Männer- und Frauenstimmen müssen beachtet werden. Unter Umständen finden Sie ein preiswertes Mikrofon, das Ihre Stimme optimal überträgt. Greifen Sie zu, und achten Sie nicht auf Markennamen. Wenn Sie allerdings den Kauf eines Satzes von Mikrofonen erwägen, die für unterschiedliche Stimmen unter verschiedenen Bedingungen passen sollen, dann kann der Test mit Ihrer eigenen Stimme irreführend sein.
Wenn der Einsatz für wechselnde Situationen, für Gesang und Sprache, für Männer und Frauen, für Indoor- wie Open Air–Veranstaltungen geplant ist, dann sollten Sie auf bewährte Qualität vertrauen. Bei hochwertigen Mikrofonen ist der Spielraum für klangliche Korrekturen durch den Tontechniker größer. Sie klingen in allen Frequenzbereichen gut und erlauben das Anheben von hohen Frequenzen, ohne zu zischeln. Achten Sie auf eine gute Rauschunterdrückung. Diese beschreibt den Abstand zwischen dem Grundrauschen, das immer vorhanden ist und dem Nutzsignal. Ist dieser Abstand groß genug, so werden auch leise Töne gut übertragen. Ein weiteres Kriterium ist der Hub (Deviation). Das ist der Bereich, in dem der Sender die Trägerfrequenz moduliert. Der Hub sollte für Sprache oder Gesang mindestens 30 kHz, besser 40 kHz betragen. Alle wichtigen Parameter lassen sich mit Zahlen beschreiben, was die Hersteller auch tun. Letztlich ausschlaggebend für Ihre Kaufentscheidung sollte aber der Praxistest sein.

Was Sie beim Kauf der Sender und Empfänger beachten sollten

In Deutschland wird zur Zeit das LTE-Netz ausgebaut, ein Richtfunknetz, das die Versorgung mit Hochgeschwindigkeits-Internetzugang für mobile Endgeräte und in ländlichen Gebieten sicherstellen soll. Dieses Netz arbeitet um UHF–Bereich auf Frequenzen, die bisher auch von Funkmikrofonen genutzt wurden. Achten Sie darauf, dass Ihr Gerät nicht die Funkfrequenzen zwischen 790 und 862 Mhz nutzt. Ab 2016 ist die Nutzung der von der Bundesnetzagentur als „Durchsagefunk" bezeichneten Funkmikrofone verboten. Funkmikros, auch als „Microports" bezeichnet, nutzen zukünftig die sogenannte LTE-Austastlücke im Bereich von 823 Mhz bis 832 Mhz oder den Bereich 863 Mhz bis 865 Mhz.

Preise von Funkmikrofonen

Bei eBay finden Sie preisgünstige Mikrofone mit Empfänger bereits ab 40 EUR. Für hochwertige Mikrofone kann der Preis jedoch bis in den Bereich von 700 EUR gehen. Das ist unter Umständen der Preis für das Mikrofon allein, und Sie müssen mit zusätzlichen Ausgaben für den Empfänger rechnen. Zuverlässige Komplettsysteme, die professionell genutzt werden können, finden Sie jedoch auch schon für 400 EUR.

Fazit

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf nach der verwendeten Sendefrequenz. Auf der Homepage der Bundesnetzagentur finden Sie alle nötigen Angaben über die Zulassung bestimmter Kanäle für den Durchsagefunk. Einige der Frequenzen im VHF-Bereich sind nur für stationäre Anlagen erlaubt und zudem zulassungspflichtig. Einige Kanäle sind europaweit zugelassen und vermutlich langfristig nutzbar. Wenn Sie von einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ausgehen, sollte gewährleistet sein, dass Sie Ihre Anlage auch so lange betreiben dürfen. Wenn Sie sich für eine Konfiguration entschieden haben, empfiehlt es sich, alle Geräte baugleich vom selben Hersteller zu kaufen. So haben Sie die Möglichkeit, Komponenten zu tauschen, wenn es einmal Probleme geben sollte.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden