Drachen, Ritter und Elfen in der englischsprachigen Literatur

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Drachen, Ritter und Elfen in der englischsprachigen Literatur

Drachen, Ritter und Elfen sind bereits seit den Anfängen der Literatur Teil ihrer Geschichte. Sie kommen in Legenden und Sagen vor, sind Teil von Epen und begeistern bis heute Leser in jedem Alter. Als fantastische Figuren sind Drachen, Ritter und Elfen vor allem Bestandteil der auch bei eBay erhältlichen Fantasy-Literatur, die neben mythischen Wesen oft in irrealen Welten oder längst vergangenen Zeiten spielt.

Drachen und Helden in der altenglischen Literatur

Drachen kommen bereits in der altenglischen Literatur vor. Im ältesten Epos Großbritanniens, „Beowulf“, kämpft der Held namens Beowulf mit einem Ungeheuer namens Grendel. Im zweiten Teil des angelsächsischen Heldengedichts nimmt er den Kampf mit einem feuerspeienden Drachen auf, bei dem er sein Leben lässt. Das im Dänemark des fünften und sechsten Jahrhunderts spielende Werk hatte einen großen Einfluss auf englischsprachige Literatur und Film. Es diente John Gardner als Vorlage für seinen Roman „Grendel“, der wiederum den Film „Beowulf und Grendel“ aus dem Jahr 2005 inspirierte. Zudem lieferte „Beowulf“ J. R. R. Tolkien Vorlagen für die Trilogie „Herr der Ringe“.

Die Legende von König Artus

Eine weitere Wurzel fantastischer Literatur ist die Sage um den berühmten König Artus und seine Ritter. Die Vorlage der zahlreichen literarischen Erzählungen, die sich um den König und die Ritter der Tafelrunde drehen, lieferte der britische Gelehrte Geoffrey von Monmouth mit seiner „Historia Regum Britanniae“, der Geschichte der britischen Könige. Die ersten Artus-Romane verfasste im zwölften Jahrhundert der Franzose Chrétien de Troyes, der als Begründer des höfischen Romans gilt. Sie bieten der Literatur noch heute Vorlagen für Geschichten rund um die abenteuerlichen Taten der Ritter. Eine neuzeitliche englische Dichterin, die immer wieder Motive und Figuren der Artus-Sage aufgriff, war Rosemary Sutcliff. Werke wie „Galahad“, „Merlin und Artus“ und „Lancelot und Ginevra“ entspringen der britischen Sagenwelt und verbinden das historische Wissen der Autoren mit ihrem Geschick, Details zu beschreiben.

Auch die Fantasy-Romane der US-Amerikanerin Marion Zimmer-Bradley drehen sich um die Zeit des sagenumwobenen Königs, die sie in ihrer Avalon-Saga aus der Sicht einer Frau beschreibt. Als erstes Buch der Trilogie entstand „Die Nebel von Avalon“. Es erschien im Jahr 1979 unter dem Originaltitel „The Mists of Avalon“. Im Stil der Ritterromane erzählt Morgaine, die Schwester König Artus‘ und Hohepriesterin Avalons, die Geschichte der Tafelrunde, wobei besonders Ritter Lancelot im Mittelpunkt steht. Die Vorgeschichte zu „Die Nebel von Avalon“ wird im 1993 erschienenen Buch „Die Wälder von Albion“ beschrieben. Als Abschlussband der Trilogie erschien 1996 „Die Herrin von Avalon“, das besonders die Suche nach dem heiligen Gral als Quest-Motiv des klassischen Ritterromans behandelt.

Die Artus-Legende steht nicht nur im Zentrum vieler Fantasy-Bücher für Erwachsene. Die sogenannte „Arthurian Fantasy“ hat auch viele Anhänger unter den Jugendlichen. Für diese schrieb beispielsweise Kevin Holland-Crossley seine „Arthur Trilogy“, Jane Yolen verfasste das Buch „Sword of the Rightful King: A Novel of King Arthur“ und David Clement-Davies schrieb „The Telling Pool“.

Fantasy für Klein- und Vorschulkinder

Nicht nur Jugendliche und Erwachsene tauchen gern in mystische Fantasiewelten ein. Auch Kinder lieben Drachenbücher und Rittergeschichten. Christopher Wormell beispielsweise schuf mit seinem Kinderbuch „Georg and the Dragon“ nicht nur ein reich illustriertes Bilderbuch, sondern auch eine Geschichte, die ritterliche Abenteuer und gefährliche Drachen mit Humor verbindet. Sie handelt von einem großen, schuppigen Drachen, der eine Prinzessin raubt und schließlich an einer Mäusephobie scheitert. Drachen stehen auch im Mittelpunkt vieler Erzählungen des englischen Kinderbuch-Autors Chris Lacey. Seine „The fire within“-Serie besteht aus den Büchern „Feuerträne“, „Eisflamme“ und „Feuerstern“. Der Student David Rain mietet ein Zimmer im Haus der Künstlerfamilie Pennykettle und macht dort Bekanntschaft mit kleinen Drachen aus Ton, die von einem Geheimnis umgeben zu sein scheinen. Ein weiteres Buch rund um Drachen ist „Miss Harriets Reise mit dem Drachen“ der britischen Autorin Sue Scullard, die vor allem für ihr Werk „Miss Harriets Ballonfahrt um die Welt“ bekannt ist.

Neben Drachen stehen Elfen oft im Mittelpunkt fantastischer Erzählungen für Kinder. Als wahrer Klassiker gilt „Peter Pan“ von James Matthew Barrie. In Peter Pans Heimat Nimmerland (engl. Neverland) gibt es Elfen, aber auch Kinder, Meerjungfrauen und Piraten. Hierher macht Peter zusammen mit einer Fee namens Glöckchen einen Ausflug mit den Kindern Wendy, John und Michael, die dort viele Abenteuer erleben, bis sie nach Hause zurückkehren. In Isobelle Carmodys „Kleines Elfenkind“ lernt eine Elfe die Welt der Menschen kennen und R. J. Andersons Geschichten „Bryony“ und „Timothy“ entführen ältere Kinder in die Welt der Elfen und Feen.

Drachen und Elfen bei J. R. R. Tolkien

Zu den bekanntesten Fantasy-Romanen der englischsprachigen Literatur gehören die Werke des englischen Sprach- und Literaturwissenschaftlers J. R. R. Tolkien, der mit seinen zwei Büchern „The Hobbit“, auf Deutsch unter dem Titel „Der kleine Hobbit“ erschienen, sowie der Fortsetzung „The Lord of the Rings“ internationale Anerkennung erlangte. Während „Der kleine Hobbit“ für Kinder geschrieben worden war, hatte „Der Herr der Ringe“ eine erwachsene Leserschaft und inspirierte Generationen von Nachahmern. Vorlage für die Mittelerde-Welt war die Welt des Helden „Beowulf“. Tolkien nutzte bei der Schaffung seiner Mythologie seine Kenntnisse der altenglischen und altnordischen Zeit. Bevölkert wird Mittelerde von allerlei fantastischen Wesen, darunter Zwerge, Elfen, Zauberer und Trolle. Zu ihnen kamen von Tolkien selbst erfundene Kreaturen, wie zum Beispiel Hobbits. Die auch als Halblinge bezeichneten Wesen sind dem Menschen ähnlich, jedoch nicht größer als Kinder. Sie sind recht stämmig und haben behaarte Füße, die sie nicht in Schuhe stecken. Der Protagonist des Buches „Der kleine Hobbit“, der Hobbit Bilbo Beutlin, zieht aus, um den Zwergen zu helfen, ihren Schatz zurückzuerobern. Dieser wurde von dem furchterregenden Drachen Smaug gestohlen, der in dem Berg Erebor lebt. In den „Herr der Ringe“-Romanen spielt der Drache keine Rolle mehr. Als mystische Wesen gewinnen hier jedoch die Elben an Bedeutung. Sie gehen auf die Elfen der nordischen Sagen zurück und weisen einige Ähnlichkeit mit ihnen auf. Jedoch sind sie nicht mit ihnen identisch. Oft werden sie als älteren Ursprungs, stärker und mächtiger gesehen. In „Herr der Ringe“ gibt es verschiedene Elben-Stämme. Elben sind sehr schöne, schlanke Wesen, die als unsterblich bezeichnet werden, da sie nicht altern.

Von Tolkien inspirierte Werk

Tolkiens Werk inspirierte spätere Autoren zur Kreation eigener Welten und sagenumwobener Geschichten in mehreren Bänden. Der US-amerikanische Autor Stephen Donaldson beispielsweise schuf eine Saga in sieben Bänden, die oft mit Tolkiens „Herr der Ringe“ verglichen wird. Der Protagonist der „Chronicles of Thomas Covenant“ ist der Schriftsteller Thomas Covenant, der an Lepra erkrankt ist und nach einem Autounfall in einem fremden Land erwacht. „Die Chronik von Thomas Covenant dem Zweifler“ besteht aus insgesamt drei Chroniken. Die erste Chronik umfasst die 1977 erschienenen Bücher „Der Fluch des Verächters“, „Die Macht des Steins“ und „Die letzte Walstatt“. Diese drei Erzählungen sind auch als Sammelband unter dem Namen „Die Macht des Rings“ erhältlich. Die zweite Chronik, als Sammelband unter dem Titel „Der Bogen der Zeit“ herausgegeben, beinhaltet die Bücher „Das verwundete Land“, „Der einsame Baum“ und „Der Ring der Kraft“. Die dritte und letzte Chronik umfasst die zwischen 2004 und 2010 erschienenen Romane „Die Runen der Erde“, „Die Rückkehr des Zweiflers“ sowie „Die Pfade des Schicksals“. Weitere Nachfolger Tolkiens sind David Eddings und Michael Scott Rohan. Letzterer ist Schotte und vor allem für seine „Winter of the World“-Trilogie bekannt. Zu dieser gehören die Bücher „Der Amboß aus Eis“, „Die Schmiede im Walde“ und „Der Hammer der Sonne“. Alle drei entstanden in den Jahren 1986 bis 1988. Sie erzählen von einem Schmied, der außergewöhnliche Gesellenstücke schafft und mit seinen Weggefährten auf Wanderschaft geht, um gegen das Böse, Massen aus Eis, zu kämpfen.

Das Hauptwerk des amerikanischen Fantasy-Autors David Eddings ist die sogenannte „Belgariad-Saga“. Sie umfasst die Bücher „Die Prophezeiung des Bauern“, „Die Zaubermacht der Dame“, „Gambit der Magier“, „Turm der Hexerei“ und „Verwunschenes Endspiel“.

Elfen und Drachen in J. K. Rowlings „Harry Potter“

Elfen und Drachen sind auch in den populären „Harry-Potter“-Romanen zu finden. Sie handeln von Harry Potter, einem Schuljungen, der seine Eltern verloren hat und, nicht ahnend, dass er über Zauberkräfte verfügt, bei seiner Tante und ihrer Familie aufwächst. Kurz bevor er elf Jahre alt wird, erhält er eine Aufnahmebestätigung für die Zauberschule Hogwarts, wo er seine nächsten Schuljahre verbringen wird. Jeder der sieben Bände behandelt ein Schuljahr des Jungen. Er erlebt zahlreiche Abenteuer, die immer wieder die reale Welt mit der der Zauberer verknüpfen und allerlei Fabelwesen zu Tage fördern. Elfen sind in Form von Hauselfen zu finden. Diese dienen Zaubererfamilien als Hausgehilfen und sind in sklavenähnlichem Zustand an sie gebunden. Sie sind mit schäbigen Kleidungsstücken bekleidet und können erst dann Freiheit erlangen, wenn ihre Herren ihnen eigene Kleidung schenken. Die kleinen Wesen haben Knubbelnasen, Ohren, die denen einer Fledermaus ähneln, große Augen und eine Glatze. Im zweiten Band versucht der Hauself Dobby, Harry daran zu hindern, nach Hogwarts zurückzukehren, um ihn vor dem dunklen Lord Voldemort zu schützen.

Drachen spielen in mehreren „Harry-Potter“-Teilen eine Rolle. In Band vier beispielsweise tritt Harry Potter im Rahmen des trimagischen Turniers gegen einen feuerspuckenden Drachen, einen ungarischen Hornschwanz, an, dessen Kopf mit bronzefarbenen Hörnern besetzt ist und dessen Schwanz gefährliche Stacheln zieren. Ein weiterer Drache kommt auch im letzten Harry-Potter-Band vor. Das siebte Buch handelt von Harrys Kampf gegen Lord Voldemort und von der Suche nach den Horkruxen, in die Voldemort seine Seele gebannt hat, um unsterblich zu sein. Die Suche führt Harry und seine Freunde in die von Kobolden geführte Bank „Gringotts“, aus der sie auf einem Drachen, den sie von seinen Ketten befreien, entkommen können.

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