Dodge Ram Bus oder Pick-Up

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Die meisten Fahrzeuge, die derzeit bei Ebay oder mobile.de angeboten werden, sind aus Beständen der US Army. Die Fahrzeuge kommen aus Mannheim, Wiesbaden, Livorno oder anderen Standorten. Dabei hat die Army eine Reihe Modelle im Angebot: Busse (Blind Wagon), Fensterbusse, Pickups mit Allrad oder nur Hinterradantrieb.

Hergestellt werden die Fahrzeuge von Chrysler, später DaimlerChrysler in Canada. Der Herstellungsort ist an der VIN: 1 für USA, 2 für Canada und an dem Aufkleber in der Fahrertür zu ersehen. Es gibt die Modelle 1500: 3,9ltr, 2500: 5,2ltr und 3500: 5,9ltr. Der 1500er ist der für unseren Markt geeignetste Motor. Es handelt sich um den 3,9ltr. Motor der in Tausenden von Jeeps und anderen Chrysler auf Deutschlands Straßen unterwegs ist, allerdings in etwas anderer Version.

Die Fahrzeuge sind technisch in der Regel in hervorragendem Zustand, wenn Sie die Army verlassen. Die Fahrzeuge haben wenig gelaufen, sind sehr bequem und flott zu fahren. So fährt der 1500er bereits zwischen 160 und 170 km/h, was einen ganzen Mann braucht und die Maschine sehr stark beansprucht. Das Fahrzeug ist mit etwa 12 bis 17 ltr. zu fahren, wobei sich mein Durchschnittsverbrauch so um die 13 ltr./100km einpendelt. Dafür bekommt man ein souveränes Fahrzeug mit großem Ladevolumen und einigen Einschränkungen. Bei hohen Geschwindigkeiten sind die Bremsen zu schwach. Die Schiebetür als auch die Hecktüren sind winzig, das machen alle Europäer besser. Die Fahrzeuge sind für deutsche Städte vielfach aufgrund der riesigen Wendekreises und imensen Breite wenig geeignet. Auf der anderen Seite bekommt man für so wenig Geld nirgends so viel guten und schnellen Transporter.

Aber kein Licht ohne Schatten: Wenn ein Fahrzeug von der Armee verkauft wird, niemals ohne TÜV kaufen. Man bekommt auf die Fahrzeuge als unbedarfter Privatmann keinen TÜV. Das ist mir mit meinem ersten Fahrzeug so ergangen. Kein Bauteil des Fahrzeugs hat eine Bauteilprüfung, das Abgasverhalten ist nicht bekannt, es gibt kein Abgasgutachten. Die Scheinwerfer sind nicht zulässig, die Beleuchtung ist nicht zulässig, die Fahrgestellnummer muß umgeschlagen werden und vieles mehr. (Klar fahren die Autos zu 10000en in USA. Aber die haben eben ganz andere Vorschriften. Was meint Ihr, was alles in Indien oder Burkina Faso unterwegs ist!) Das Alles sind Dinge, die man auch als ambitionierter Privatmann nicht schaffen kann. Hier sollte man sich an Profis wenden, die die Vorbereitung der Abnahme, bzw die Abnahme selbst durchführen. Dafür gibt es eine Reihe Anbieter, die meisten erzählen viel und können wenig. Beste Erfahrungen habe ich mit der Firma HHP Automobile in Euskirchen gemacht. Allerdings kostet der TÜV richtig Geld, satt vierstellig, bei einem guten Fahrzeug. Darüber muß man sich im Klaren sein. Und deshalb sind die Fahrzeuge unter 4000€ auch ohne Tüv und auch nicht billig.

Außerdem sollte das Fahrzeug bereits verzollt sein. Wenn man keine Zollbescheinigung bekommt (zur Vorlage bei der Zulassungsstelle), sondern nur ein sogenanntes T1, dann kommen noch einmal etwa 40% des Kaufpreises an Zoll und Steuern dazu. Das merkt man dann bei der Anmeldung. Ohnehin ist die Beschaffung der zur Anmeldung benötigten Papiere ein weiteres Kapitel für sich. Wenn man all diese Erfahrungen selber macht, hat man schnell 3000-4000€ ausgegeben. Dagegen ist das Tüv machen lassen, oder ein Fahrzeug mit TüV kaufen wieder preiswert.

Mein Fazit: Ein tolles Auto, vor allem der 1500er, viel Bums, souveränes Geräusch, Männerauto eben.

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