Disc-Dogging oder auch Hundefrisbee

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Am 5. August 1974 wurde ein neuer Sport geboren…...Alex Stein, ein Student aus Ohio, und sein Hund Ashley Whippet hatten sich in das Stadion der Dogers (Baseball) auf das Spielfeld eingeschlichen und in der Pause vor dem 8ten Inning war es soweit…. Von der NBC gefilmt und von den Zuschauern bejubelt zeigen Ashley und sein Herrchen das auch ein Hund Frisbee spielen kann….Und dabei liegt die Betonung auf spielen. Denn andere Hundesportarten kann man trainieren und auch mit einem Hund der mal keine Lust hat ausüben.Disc-Dogging geht nur mit einem motivierten Hund. Denn wenn der Hund der fliegenden Scheibe nur desinteressiert hinterher schaut kann man zwar seine eigene Wurftechnik verbessern, aber es zeigt sich dann eines: Dieser Sport wird im Team ausgeübt.

Hundefrisbee gibt es in jeder Variation…Von der Hobbyausführung für die heimische Wiese über Freestyle-Kür mit Turnieren bis zu den World Finals für die Profis Um ein gutes Team zu werden braucht es Zeit, Geduld und viel Training. Anfangen mit dem Sport muss der Mensch….Denn was der Mensch nicht vernünftig wirft, kann der Hund auch nicht richtig fangen. Frisbee ist in Deutschland zwar meistens nur als Strandsport bekannt, aber es gibt viele verschiedene Wurftechniken und Möglichkeiten etwas mit der Scheibe anzufangen. Über diese sollte man sich informieren und mit einem Partner das richtige Werfen üben bevor man den Hund dazuholt.

Sehr zu empfehlen ist die Teilnahme an einem Disc-Dog-Seminar, dort lernt man auch, wie man seinen Hund an diesen tollen Sport heranführt. Die wichtigsten Würfe für den Beginn sind der Roller und die Rückhand.Beim Roller wird die Scheibe fast senkrecht (mit einer leichten Neigung nach links) nach oben gehalten (rechts neben dem Kopf). Man rollt sie mit viel spin (Rotation) über den Boden. Zu Anfang kann man sich am besten hinknien und den Hund neben sich absitzen lassen…. Dann rollt die Scheibe weg und der Beuteinstinkt wird angesprochen.

Der Hund sollte in die Richtung der Scheibe sehen und am besten sofort ein Lautkommando mit einbauen, damit Wauzi weiß, wann er losstürmen darf. Der Roller sollte vorher trocken (sprich: ohne Hund) geübt werden, denn ein paar Meter geradeauslaufen sollte die Scheibe schon. (Ist nicht ganz einfach und man sollte es nicht auf englischen Rasen machen, denn zu Beginn kann schon mal Rasenfläche aufgepflügt werden.)Bei der Rückhand ist der Daumen auf der Scheibe, die anderen Finger greifen in den Rand der Scheibe. Mit dem Handgelenk wird Rotation auf die Scheibe gegeben. Also eigentlich das Frisbee spielen, wie wir es auch vom Strand her kennen.Die Hand sollte nach dem Rückhand-Wurf genau dorthin zeigen wohin die Scheibe fliegen soll. Das die Scheibe genügend „spin“ hat, erkennt man daran, dass Sie eine gerade Flugbahn beschreibt und nicht herumeiert…. --- üben üben üben….

Wenn dann die Frisbee wirklich dorthin fliegt, wohin man will, kurze und weite Würfe trainieren. Und wenn auch das klappt: Hund holen und schauen, ob auch Ihn das Frisbee-Fieber packt. Achtung! Wichtig ist, dass der Hund zu Beginn des Wurfes neben einem steht. Egal ob Roller oder Rückhand. Hunde die erwartungsvoll vor dem Herrchen stehen und sich dann ruckartig herumwerfen schaden auf Dauer Ihrem Rücken.Der Besitzer ist verantwortlich für die Gesundheit seines Tieres.

Welche Punkte müssen noch beachtet werden?
Welcher Hund ist geeignet?
Jeder gesunde Hund. Die Körpergröße ist nicht entscheidend. Man selbst muss seine Würfe und Wünsche an seinem Hund ausrichten und nicht umgekehrt. Ein Leonberger wird keine Körperabsprünge machen können und die ganze Sache ehr ruhig angehen… umgekehrt sollte man aber auch einen Jackie nicht unnötig hoch springen lassen… Natürlich wäre es perfekt wenn der Hund auf HD geröntgt ist (und der Befund negativ ist). Falls man diesen Sport für sich entdeckt und diese Untersuchung eigentlich nicht für den normalen Hausgebrauch benötigt. Die Euros, die die Untersuchung kostet, ist gut angelegtes Geld in die Gesundheit… denn der Hund will gefallen und springt auch wenn es wehtut!Auch ein alter Hund kann Frisbee spielen, solange er dazu Lust hat und nicht überanstrengt wird! Bei einem jungen Hund sollte man jedoch mit dem richtigen Disc-Doggen warten, bis das Wachstum komplett (18 Monate) abgeschlossen ist. Die Welpenbesitzer seien jedoch getröstet. Man kann in dieser Zeit dem Hund die Frisbee schmackhaft machen… Apportieren und bringen lassen als Wassernapf benutzen, mal ein Leckerchen servieren…. und Roller und vernünftig geworfene Würfe sind auch in dieser wichtigen Prägezeit „erlaubt“. Unvernünftig ist es hingegen, den Junghund zu hohen Sprüngen zu motivieren. Die Zeit besser nutzen und Dogdancing-Elemente trainieren… das kann man später sehr gut für Freestyle-Küren gebrauchen!

Rassen:
natürlich gibt es Rassen die diesen Sport „lieben“… Border sind stark vertreten, aber wohl ehr aus dem Grund das diese Hunde Ihre Besitzer dazu „drücken“ Sie sinnvoll zu beschäftigen. Und die Scheiben?

Nun, BITTE: Unter Berücksichtigung der Zähne, der Lefzen und der Gesundheit des Hundes: Nur für Hunde geeignete Frisbees verwenden! Natürlich bekommt man an jeder Straßenecke Frisbees als Werbegeschenk, aber diese Plastikmischungen splittern und können zu bösen Verletzungen führen. Auch Zähne wurden an den Menschendiscs oder zu harten Spielscheiben schon eingebüßt. Hundefrisbees gibt es auch im Tiergeschäft zuhauf, die meisten davon sind allerdings ehr im Hobbybereich für den Apportierspaß anzusiedeln, da man damit keine Frisbee-Freestyle-Kür aufbauen kann und bitte genau prüfen! Ich hatte schon Frisbees in der Hand, mit der ich nicht mal selbst Frisbee spielen wollte, erst recht nicht mit meinem Hund!

Nylonscheiben (mit Seil oder Plastikrand) sind ideal für Welpen, um kleinere Fang- und Zerrspiele zu veranstalten, für ein vernünftiges Disc-Doggen aber ehr nicht geeignet, da die Flugeigenschaften nicht gut sind.

Gummi-Scheiben:
Für den Einstieg sind sie o.k. Allerdings kann man damit nicht rollern und die Flugeigenschaften sind nicht berauschend. Als auf dem deutschen Markt erhältlich zu nennen wären die Fastback von Wham-O© Frisbee©, Aerobie© SuperDisc, DogStar@. Hiervon gibt es auch Scheiben aus weicherem Material, das manche Hunde bevorzugen (z.B. Fastback Flex Wham-O© Frisbee©, DogStar@ Crusher)Eine vernünftige Hundefrisbee wiegt nicht mehr als 120 Gramm und ist zumindest ein bisschen flexibel. Man merkt schon beim „fühlen“, das daran die Zähne zwar Schäden ausrichten werden, aber nicht umgekehrt. Finger weg von folgenden Sachen:Scheiben mit einer Aufhebevorrichtung (Kegel) diese Scheiben sind zu schwer und der Hund soll schließlich die Frisbee in der Luft fangen, oder die Propeller mit Aussparungen… wenn ich mir vorstelle die Finger dazwischen zubekommen… und das sind die Zähne beim Hund.

Zum Werfen ebenfalls äußerst ungeeignet sind die Büffelhautfrisbees, da die scharfen Kanten zu Verletzungen führen können … aber: Als Belohnung nach dem Training: IDEAL!

Training:
Nun, es reicht eine lochfreie, ebene Wiese. Das Gras sollte nicht zu hoch sein, und Maulwürfe oder Löcher sollten allenfalls auf der Nachbarwiese zu finden sein. Wetter… man kann bei jedem Wetter Hunde-Frisbee spielen… Außer bei Frost. Man sollte auch bedenken, dass die Scheiben (hier die Speziellen Hundescheiben) bei einer Außentemperatur von unter 7 Grad hart werden und ggf. brechen können. Der Hund sollte aufgewärmt sein. Vielleicht joggen zur Wiese, oder toben mit Hundekumpeln und/oder Besitzer? Auch kurze flache Würfe können diesen Zweck erfüllen. Vor dem Training NICHT Füttern, da durch die Sprünge das Risiko einer Magendrehung erhöht ist. Aber da es sich mit einem vollen Bauch nicht gut trainiert….Die Zeiteinheiten sollten nicht zu lang sein. 10 Minuten Frisbee am Stück reichen vollkommen aus, schließlich handelt es sich um einen Sport bei dem der Hund sehr viel rennt und springt (Dann lieber 3* am Tag!) Noch besser ist es kleinere Einheiten zu machen und den Hund zwischendurch anders (Dancing-Elemente) zu trainieren. Und das Herrchen muss die Uhr im Auge behalten. Denn ein „heißer“ Hund spielt bis zum umfallen…. Eine Eieruhr bewährt sich hier hervorragend als Zeitbegrenzer. Den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören zu finden ist nicht einfach. Aber eines im Hinterkopf behalten: Solange der Hund noch mit Eifer dabei ist, ist es beim nächsten Mal doppelt so schön, wenn die Scheibe wieder rausgeholt wird…. Wenn er von selbst aufhören möchte, weil er keine Lust mehr hat, wird es ggf. mit jedem Mal ein bisserl schwerer ihn zu motivieren. Ausreichend Wasser zur Verfügung stellen: Übrigens eine umgedrehte Frisbee-Scheibe ist ein prima Wassernapf!

Nach dem Training….
Den Hund langsam abkühlen lassen, also nicht sofort ins Auto verfrachten, sondern ein paar Minuten kaltlaufen müssen drin sein! Kontrolle der Pfoten auf Verletzungen. Massage: Mein eigener Hund liebt es nach dem Training zu Hause damit verwöhnt zu werden….Und wenn man irgendwann vom Frisbee-Fieber befallen wird, dann kann man weitermachen: Aufbau einer Choreographie aus verschiedenen Elementen trainieren von Spezialeinheiten Minidistance etc. etc. .. aber es macht auch zwischendurch just for Fun immer wieder Spaß. Und Frisbee ist der ideale Sport für alle Berufstätigen, die trotzdem mit Ihrem Hund spielen wollen. Denn trainieren kann man überall wo eine gute Wiese vorhanden ist…. Und der Hund motiviert ist. Und mein Fazit: Der ideale Sport für Powerhunde! Denn wer nach einem 2-Stunden-Waldspaziergang nicht ausgelastet ist, der braucht halt noch ne Runde Frisbee…. Seit vor 30 Jahren Alex Stein diesen Sport populär gemacht hat, ist einiges an Zeit vergangen. In Deutschland wird seit knapp 10 Jahren Hundefrisbee gespielt… und es breitet sich wie alle importierten Hundesportarten „rasant“ aus. Wichtig ist es den Gesundheitsaspekt genau zu betrachten. Und sanft in diesen Sport einzusteigen, auch über Theorie und erst-mal-ohne-Hund trainieren…. Denn Negativ-Erlebnisse an einem Hindernis lassen sich vielleicht wegtrainieren…. Aber der Hund der Angst vor der Scheibe hat, wird nicht mehr zugreifen….

© Kerstin Schulz

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