Die wichtigsten Aspekte beim Kauf eines gebrauchtes Motorrads

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Wichtige Aspekte, die Sie beachten sollten, wenn Sie ein gebrauchtes Motorrad kaufen

Der Erwerb eines Motorrades aus zweiter oder dritter Hand hat zweifelsohne Vorteile. So liegt der Wertverlust bei einem neuen Motorrad bereits in den ersten beiden Jahren häufig zwischen 20 und 30 Prozent. Zudem findet fast jeder auf dem Gebrauchtmarkt genau das Modell, das zu ihm und seinem Budget passt. Auch für Fahranfänger oder Wiedereinsteiger lohnt sich der Kauf eines Gebrauchtmotorrads, denn preislich liegt das Gefährt weit unter dem, was man für ein neues Motorrad zahlen müsste. So kann erst einmal ausprobiert werden, ob das Fahren auf dem Zweirad noch Spaß macht und ob irgendwann in eine neue Maschine investiert wird. Ebenso wird die Einfahrzeit eingespart und die damit verbundenen Inspektionen. Diese sind meist für den Erhalt der Garantieansprüche notwendig, sodass bei einem neuen Motorrad verstärkte Kosten auf die Käufer zukommen. Bei allen Vorteilen sollten allerdings auch die Risiken bei einem Gebrauchtkauf nicht vergessen werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, auf welche Details Sie achten sollten, wenn Sie sich für ein gebrauchtes Motorrad interessieren. Viele Angebote zu Gebrauchtmotorrädern finden Sie bei eBay. Hier können Sie auch Oldtimer Motorräder oder Cross Maschinen erwerben.

So finden Sie das Motorrad, das zu Ihnen passt

Meist ist es Liebe auf den ersten Blick. Während Gebrauchtautos häufig nach nüchternen Gesichtspunkten ausgewählt werden, spielen beim Gebrauchtmotorradkauf die Emotionen eine große Rolle. Oft hat man sich in ein bestimmtes Modell verliebt, hätte gerne die Maschine eines bestimmten Herstellers oder sucht zum Beispiel für seine Kinder ein passendes Pocketbike, um sie dem Motorsport von klein auf näher zu bringen. Dennoch sollte man sich beim Kauf eines gebrauchten Motorrades nicht nur von seinen Gefühlen leiten lassen. Welches Modell das Richtige ist, hängt auch von der eigenen Größe ab. Wer beispielsweise um die 1,60 m misst, wird selten mit einer hochbeinigen Enduro glücklich werden, denn diese haben oft eine höhere Sitzposition. Hier empfiehlt sich eher ein Cruiser oder Chopper. Spätestens bei der Probefahrt merkt man allerdings selbst, ob man bequem oder doch eher unbequem auf der Traummaschine sitzt. Auch als Wiedereinsteiger sollte man es langsam angehen lassen. Die heutigen Motorräder haben einen ganz andere Leistung als die früheren Modelle. Auch hier hilft eine ausgiebige Probefahrt weiter. Diese sollte sowohl im Stadtverkehr als auch auf einer schnellen Strecke absolviert werden. Vor allem aber ist es beim Gebrauchtmotorradkauf wichtig, sich selbst genügend Zeit zu geben. Bei eBay haben Sie die Möglichkeit, zahlreiche Modelle unterschiedlicher Hersteller zu finden, bei denen sowohl die Einsteiger als auch die Profis auf ihre Kosten kommen. Wer auf Schnäppchen baut, hat häufig Glück, wenn er wartet, bis der Saison-Boom vorbei ist. Dann fallen oft die Preise und man kann sein Traum-Motorrad günstig erwerben. Zudem hilft es auch, sich nicht nur auf ein Modell festzulegen, sondern mehrere Maschinen in die engere Wahl zu nehmen.

Checkliste zur ersten Begutachtung

Um das gewünschte Motorrad besser beurteilen zu können, hilft Ihnen eine kleine Checkliste. So erhalten Sie einen ersten Eindruck vom Zustand des gebrauchten Modells und erfahren gleichzeitig von eventuellen Mängeln. Auch den Preis können Sie so realistischer einschätzen. Schauen Sie zunächst nach möglichen Roststellen. Zumeist ist dies lediglich ein optisches Problem. Kann das betroffene Teil aber nicht mehr ausgebessert werden, müssen Sie es vermutlich austauschen. Achten Sie besonders auf Rost am und unter dem Tank, an den Felgen und Speichen sowie am Auspuff. Ebenso sollten Sie die Schweißnähte des Rahmens begutachten. Handelt es sich um einen Roller, müssen Sie eventuell Verkleidungen entfernen, um etwaige Roststellen finden zu können. Achten Sie auch auf vorhandene Schleifspuren. Diese können auf Stürze oder Unfälle hindeuten, also sollten Sie hier besonders achtsam sein. Begutachten Sie besonders die Kunststoffteile, Rahmen, Fußrasten und Endschalldämpfer sowie Lenker und Armaturen. Ebenso wichtig ist es, ob Flüssigkeit austritt. Dies sollten Sie bei der ersten Sichtung und auch nach der Probefahrt unbedingt kontrollieren. Sind Undichtigkeiten vorhanden, können diese zwar beseitigt werden, die Arbeitszeit in einer Fachwerkstatt kann allerdings schnell zu Buche schlagen. Schauen Sie besonders am Motorblock, an der Vorderradgabel, am Kardan-Winkeltrieb, am Vergaser sowie am Tank und Benzinhahn.

Um das Fahrwerk zu testen, müssen Sie am Motorrad Hand anlegen. Zum Testen des Lenkkopflagers heben Sie das Rad an, fassen die Gabel unten und drücken nach vorne und hinten. Drehen Sie auch von Anschlag zu Anschlag. Achten Sie darauf, dass hierbei kein Spiel entsteht oder etwas hakelt. Prüfen Sie die Telegabel, in dem Sie die Vorderbremse ziehen und die Telegabel stark ein- und ausfedern lassen. Hierbei darf kein Ölfilm auf den Standrohren zu sehen sein. Wenn Sie die Hinterradschwinge testen, darf kein Spiel vorhanden sein. Auch die Stoßdämpfer sollten Sie kontrollieren. Drücken Sie das Heck des Motorrads nieder und lassen Sie wieder los. Es muss nach einer halben Schwingung zur Ruhe kommen, und zwar, ohne dabei gurgelnde Geräusche zu verursachen. Auch Räder und Reifen sind beim Kauf eines Gebrauchtmotorrads immer eine Kontrolle wert. Checken Sie die Drehbarkeit der Räder und beobachten Sie, ob eventuell Schleifgeräusche auftreten. Achten Sie auf Felgenrisse, Risse in der Nabe und kontrollieren Sie das Radspiel. Die Profiltiefe bei den Rädern sollte mindestens noch drei mm betragen. Auch der Reifentyp sollte begutachtet werden. Achten Sie hier auf die Übereinstimmung der Dimension und darauf, dass der Typ mit den Angaben im Fahrzeugschein übereinstimmt.

Den Verschleiß beim Kettenantrieb sollten Sie ebenfalls kontrollieren. Einen eventuellen Verschleiß erkennen Sie daran, wenn sich die Kette deutlich vom Kettenrad abhebt. Achten Sie auch auf die Übersetzung. Um die Bremsen zu überprüfen, kontrollieren Sie insbesondere die Bremsscheiben und achten Sie hier auf tiefe Riefen oder Absätze. Sind die Beläge ungleichmäßig abgenutzt, sollten Sie vorsichtig sein. Die Stärke des Belages sollte mindestens noch vier mm betragen. Haben Sie diesen Kontrollgang beendet, gehen Sie zur Elektrik über. Hier überprüfen Sie die Beleuchtungselemente und nehmen eine Funktionsüberprüfung vor. Testen Sie auch die Kontrollleuchten und die Sicherheitssysteme. Danach sehen Sie die Instrumente durch. Kontrollieren Sie Tachometer, Armaturen, Zusatzinstrumente, Bowdenzüge und Schalter. Als Letztes nehmen Sie sich die Schlösser vor. Achten Sie darauf, ob alles vollständig vorhanden ist, wie beispielsweise Zündung, Lenkrad, Helmschloss, Tankdeckel, Sitzbank usw. Prüfen Sie insbesondere die Leichtgängigkeit der Schließfunktion. Zum Schluss schauen Sie nach der Batterie. Hier sollten Sie den Säurestand checken und kontrollieren, ob die Batteriepole sauber sind. Nach dem ersten Sichtcheck folgt nun die Probefahrt.

Tipps für die Probefahrt mit dem Gebrauchtmotorrad

Nachdem Sie das Motorrad auf Herz und Nieren geprüft haben, sollte sich nun eine Probefahrt anschließen. Testen Sie das Startverhalten der Maschine immer bei kaltem Motor. Achten Sie dabei auf eventuelle Rasselgeräusche, ob sich die Gänge leicht einlegen lassen und ob die Kupplung gut handelbar ist. Dreht der Motor, ohne zu ruckeln? Merken Sie starke Motorvibrationen, könnte das mit einer falschen Einstellung der Ausgleichswelle, des Vergasers oder der Zündung zusammenhängen. Testen Sie die Bremsen während der Probefahrt mehrmals, wobei sich der Druckpunkt nur unwesentlich ändern sollte. Auch die Lenkung sollten Sie kontrollieren. Sie darf nicht schwergängig sein und auch nicht haken. Was Sie unbedingt machen sollten – natürlich bei einem gemäßigten Tempo – ist, die Lenkerenden loszulassen. Halten Sie aber unbedingt dabei die Hände griffbereit. So können Sie nämlich überprüfen, ob das Motorrad stark in eine Richtung zieht. Das könnte darauf hindeuten, dass die Telegabel oder der Rahmen verzogen ist. Verlassen Sie sich während der Testfahrt immer auf Ihr Bauchgefühl. Kommt Ihnen etwas komisch vor, sprechen Sie den Verkäufer darauf an und scheuen Sie sich nicht, Ihre Fragen zu stellen. Haben Sie ein ungutes Gefühl, sollten Sie Abstand vom Kauf nehmen und sich nach einem anderen Gebrauchtmotorrad umsehen. Bei eBay finden Sie eine große Palette gebrauchter Maschinen, vom BMW Motorrad über Honda Motorräder bis hin zur Kawasaki.

Das bedeuten die Abkürzungen im Motorradmarkt

Wenn Sie ein gebrauchtes Motorrad, beispielsweise bei eBay kaufen möchten, werden Sie immer wieder Abkürzungen finden. Damit Sie wissen, was die gebräuchlichsten Abkürzungen bedeuten, finden Sie nachstehend einige Erklärungen dazu. Steht in der Verkaufsanzeige „1.Hd.", handelt es sich um ein Motorrad, das Sie aus erster Hand erwerben können. „ABE" steht für allgemeine Betriebserlaubnis und „ABS" für Antiblockiersystem. „ATM" bedeutet Austauschmotor, „BC" steht für Bordcomputer und " Bj." erklärt das Baujahr. Erstzulassung wird mit „EZ" abgekürzt, „FID" heißt Fahrer-Informations-Display. Steht in der Anzeige „FP", handelt es sich um einen Festpreis. Die Abkürzung „gen.üb." steht für generalüberholt, „gepfl." für gepflegt. Wurde die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO erst kürzlich durchgeführt, kürzen die Verkäufer das oft mit „HU (neu)" ab. Das Kürzel „KD/KD gepfl." steht für Kundendienst bzw. Kundendienst gepflegt. Wird das Motorrad mit Navigationssystem verkauft, steht meist „Navi." dabei. „TC" steht für Topcase, „TR" für Tankrucksack und „Umb." für Umbau.

So ermitteln Sie den Preis eines gebrauchten Motorrades

Damit Sie einen ersten Eindruck bei der Preisfindung bekommen, können Sie Anzeigen im Internet, in lokalen Zeitungen und in Fachzeitschriften studieren. So verschaffen Sie sich schnell einen Überblick über die derzeit gängigen Preise. Auch die Schwacke-Liste-Zweirad oder der DAT Marktspiegel der DAT Deutsche Automobil Treuhand geben Ihnen eine gute Zusammenfassung der Preise. Allerdings sind die Preise in den verschiedenen Listen nicht als verbindlich anzusehen, sondern sollten Ihnen nur als Orientierungshilfe dienen. Es handelt sich hierbei um Mittelwerte, sodass die einzelnen Fahrzeuge durchaus teurer oder günstiger angeboten werden können. Bei eBay beispielsweise finden Sie eine große Auswahl günstiger Gebrauchtmotorräder, wobei Sie hier auch Roller, Mopeds und Quads finden können. Motorräder, die als Oldtimer gelten oder Motorräder, die nicht mehr dem Serienzustand entsprechen, werden Sie ebenfalls bei eBay finden. Hier ist die Preisfindung schon etwas schwieriger, sodass Sie hier in Zubehörkatalogen oder auch Spezialzeitschriften nach angemessenen Preisen schauen können. Letztlich geht es auch darum, ob Sie an den angebotenen Umrüstungen auch wirklich Interesse haben und bereit sind, dafür einen höheren Preis zu zahlen.

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