Die richtigen Tennisbälle für Training oder Turnier

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Training oder Turnier: So haben Sie immer die richtigen Tennisbälle in der Tasche

Tennisspielen: Eine Sportart, die sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Dieser Wandel erstreckt sich dabei nicht nur auf die technische Fortentwicklung der Spielgeräte, sondern auch in nicht geringem Maße auf den Ruf der Sportart. Denn: Lange Zeit galt Tennis als elitäres Spiel für reiche Leute. Dieser Ruf hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Der Sport wird mehr als das begriffen, was seine Vorläufer vor vielen Hundert Jahren bereits schon waren: ein Sport für alle Gesellschaftsschichten.

Weiterentwicklung des Materials

Doch auch die technische Entwicklung ist am Spiel – wie eingangs erwähnt – nicht spurlos vorbeigegangen. Neue Materialien hielten und halten Einzug, die beispielsweise Tennisschläger und Tennissaiten noch leichter und stabiler machen. Stand man noch vor gar nicht all zu langer Zeit mit Baumwollbekleidung auf dem Platz, finden sich heute moderne Sporttextilien aus atmungsaktiven synthetischen Materialien. Auch der Tennisball hat seit seiner Existenz einige Veränderungen erfahren.

Der Ratgeber möchte Ihnen einen Überblick zum Thema Tennisbälle liefern, denn: Nicht jeder Ball ist gleich. Sollten Sie also gerade mit dem Tennisspielen begonnen haben oder sich einfach so für das Thema interessieren, lesen Sie ruhig weiter. Der Ratgeber wird Ihnen einige Grundinformationen geben über Druckbälle und drucklose Bälle, über den Aufbau, die Haltbarkeit und weitere Charakteristika des Tennisballs.

Kleine Geschichte des Tennisballs

Tennis ist schon eine relativ alte Sportart. Seine Vorfahren lassen sich bis in die französischen Klöster des Mittelalters zurückverfolgen. Hier entwickelte sich aus einem unter Mönchen weitverbreiteten Rückschlagspiel das sogenannte Jeu de paume. Dieses „Spiel mit der Handinnenfläche", das zunächst gegen Wände gespielt wurde, setzte sich mit der Zeit auch bei weiteren gesellschaftlichen Schichten durch. Ein paar Hundert Jahre später – Schläger hatten ebenso Einzug gehalten – spielte man es in Ballhäusern, besonders in Frankreich und England. Besonders Bürger und Adelige spielten hier. Die einfache Bevölkerung spielte es vor allen Dingen im Freien.

Im 19. Jahrhundert wurde, hervorgehend aus dem Jeu de paume, das moderne Rasentennis erfunden, so wie wir es – mit einigen Abwandlungen – noch heute kennen und spielen. Von England aus breitete es sich in der Folgezeit über Europa, die USA und alle britischen Kolonien aus. Mit der Etablierung dieses „Lawn Tennis" tauchen auch zum ersten Mal Bälle auf, die aus massivem Naturkautschuk angefertigt waren. Als Außenhaut wurde zu dieser Zeit Flanell in den Kautschuk eingenäht.

Im Verlaufe der Zeit und nach einigen Experimenten fand man jedoch heraus, dass sich die Spieleigenschaften des Balles noch wesentlich verbessern ließen. Ein Kautschukball mit einem hohlen Kern, den man mit einem komprimierten Gas füllte, verbesserte das Tennisspiel in nicht unwesentlichem Maße. Um einen solchen Ball herzustellen, wurde eine klettblattförmige Außenhaut aus Kautschuk ausgestanzt. Diese wurde in einen kugelförmigen Behälter gegeben, der mit einer Chemikalie befüllt wurde. Beim darauffolgenden Erhitzen des Balles in einem Ofen bildete die Chemikalie ein Gas aus. Das führte dazu, dass im Ballkern ein Überdruck entstand. Hier ergaben sich jedoch von Ball zu Ball stark variierende Eigenschaften. Ein neues Herstellungsverfahren wurde entwickelt (s. u.).

Abhängig davon, auf welchem Platzbelag gespielt wurde, waren die Tennisbälle früherer Zeiten schwarz oder weiß. Erst in den 1970er Jahren setzte sich die heute übliche gelbe Farbe durch. Der Grund: Man hatte festgestellt, dass gelbe Bälle im Farbfernsehen einfach besser zu sehen waren. Nur das Traditionsturnier Wimbledon benutzte noch bis 1986 weiße Bälle.

Welche Eigenschaften muss der moderne Tennisball erfüllen

Wie bei allen Sportarten gibt es exakt festgelegte Regeln, wie die jeweiligen Sportgeräte gestaltet bzw. aufgebaut sein müssen. Im Falle von Tennis hat das die ITF, die International Tennis Federation, in ihren Tennisregeln festgelegt.

Die Tennisregeln der ITF sehen demnach vor, dass die äußere Hülle eines Tennisballes gleichförmig und nahtlos sein muss. Seine Farbe darf entweder weiß oder gelb sein. Weiterhin darf der Tennisball mindestens 56,7 Gramm schwer sein. Über ein Gewicht von 58,5 Gramm darf es nicht hinausgehen. Was den Durchmesser des Balles angeht: Dieser muss mehr als 6,54 Zentimeter und weniger als 6,86 Zentimeter betragen. Handelt es sich um langsame Bälle (Typ 3) soll der Durchmesser zwischen 7 und 7,3 Zentimeter betragen.

Jeder Tennisball muss eine Sprunghöhe von mehr als 135 Zentimetern und weniger als 147 Zentimetern aufweisen. Um diese Anforderung ermessen zu können, muss der Ball dabei aus einer Höhe von 254 Zentimeter auf eine harte, ebene Fläche fallen gelassen werden (beispielsweise auf Beton).

Wie werden Tennisbälle hergestellt?

Moderne Tennisbälle sind mit einer dicht verwobenen Filzschicht umgeben, die sehr strapazierfähig ist. Die Filzschicht besteht aus einem Mix aus Nylon und Schafswolle. Die beiden Stoffe werden zu einem Garn gesponnen und daran anschließend mit einem Baumwollfaden verwoben. Dann wird das Textil imprägniert und anschließend gekürzt, wodurch der Stoff verfilzt. Damit der Filz die gewünschte Festigkeit bekommt, wird dieser unter Zugspannung getrocknet. Die Rückseite des Filzes wird mit einem Heißkleber beschichtet. Daraufhin werden hundeknochenförmige Stücke aus dem Filz herausgestanzt. Diese werden auf die Gummiblase des Balles geklebt und trocknen dort. Eine anschließende Bedampfung sorgt für das Aufbauschen des Filzes.

Die Gummiblase wiederum besteht aus vielen verschiedenen Materialien. Den größten Anteil an diesem Ballkern besitzt das Naturgummi. Weitere Materialien sind Tonerde, Quarz, Schwefel, Zinkoxid, Magnesiumkarbonat und verschiedene andere Chemikalien. Diese Grundstoffe werden durch ständiges Kneten bei hohen Temperaturen miteinander vermengt. Dabei entsteht eine homogene Masse. Aus einer genau bemessenen Menge dieser Masse werden zwei Halbkugeln geformt und vulkanisiert, um sie elastisch zu halten. Die beiden Halbkugeln werden in einem nächsten Schritt miteinander unter hohen Temperaturen miteinander zu einer Hohlkugel verklebt. Bei Druckbällen (s. u.) werden die Hälften mithilfe von Überdruck aneinandergefügt. Jährliche Tennisballproduktion weltweit: 240 Millionen Bälle.

Welche Arten von Tennisbällen gibt es?

Es existieren momentan zwei verschiedene Arten von Tennisbällen. Hier sind auf der einen Seite die schon erwähnten Druckbälle zu nennen. Der Hohlkern des Druckballes ist dabei mit Gas gefüllt (1,6 bis 2,2 bar Überdruck). Dies verbessert die Sprungeigenschaften des Balles. Das Gas entweicht mit der Zeit, sodass diese Bälle ausgetauscht werden müssen. Kurz nach der Herstellung werden Druckbälle in einer luftdichten Dose gelagert, um einem vorzeitigen Entweichen des Gases entgegenzuwirken. In der Dose herrscht der gleiche Druck wie im Ballkern selbst.

Im Profiwettkampfbereich wird fast ausschließlich nur mit Druckbällen gespielt. Während eines Turniers werden die Bälle alle sieben bis neun Spiele ausgewechselt, da sie ihre Sprungeigenschaften eingebüßt haben.

Sogenannte drucklose Bälle

Weiterhin gibt es auch drucklose Bälle auf dem Markt. Bei deren Herstellung werden einfach die zwei Halbkugelhälften aneinandergeklebt, ohne ein Gasgemisch mit Unterdruck zu verwenden. Die Sprungeigenschaften liegen beim drucklosen Ball nur in dessen Gummizusammensetzung und der Wandstärke des Balles begründet. Im Gegensatz zum Druckball, der stetig Gas verliert, behält der drucklose Ball viel länger seine Spiel- bzw. Sprungeigenschaften.

Drucklose Bälle müssen erst immer dann ausgetauscht werden, wenn das Gummi ermüdet ist und die Spannkraft dadurch nachlässt. Dies entsteht durch die ständigen Verformungen, denen der Ball beim Aufprall auf dem Boden und am Schläger ausgesetzt ist. Der Filz der der drucklosen Bälle ist dabei der weitaus langlebigere Bestandteil des Balles. Vergleicht man Druckbälle und drucklose Bälle miteinander, so zeichnen sich letzte durch ein wesentlich härteres Sprungverhalten aus.

Manchmal finden sich auf der Verpackung von Tennisbällen die Bezeichnungen 1A und 1B. 1A-Bälle besitzen dabei die höchste Fertigungsqualität, während 1B-Bälle leichtere Fehler (beispielsweise im Filz) aufweisen können. Diese werden dann oft auch als „Trainingsbälle" angeboten. Trainingsbälle sind oft auch drucklose Bälle. Eine Unterkategorie der Trainingsbälle sind die sogenannten Methodikbälle. Diese bestehen zumeist aus einem weicheren Vollmaterial. Der Vorteil des Methodikballs: Dieser ist viel langsamer als ein normaler Tennisball. Er ist somit ideal dafür geeignet, erwachsene Anfänger und Kinder an das Tennisspielen heranzuführen. Diese Bälle sind in verschiedenen Gewichtsvarianten erhältlich. Dabei ist der „Easy Play" mit insgesamt 40 Gramm ideal für das Kleinfeld. Die zweite Stufe stellt dann schon der „Low Energy" mit 50 Gramm dar.

Turnierbälle oder auch Championship-Bälle müssen zu 100 Prozent den Anforderungen des ITF entsprechen. Sie unterliegen einem Zulassungsverfahren. Eine Unterkategorie der Turnierbälle sind die DTB-Bälle, die mit einem DTB-Stempel (Deutscher Tennis Bund) ausgestattet sind. Auch diese Bälle sind relativ teuer, da ein Teil des Preises von den Herstellern an die jeweiligen Landesverbände abgegeben wird. Diese wiederum finanzieren sich zu einem gewissen Teil aus diesen Einnahmen.

Welche Tennisbälle sind zu empfehlen

Wie beschrieben, unterscheiden sich Tennisballe relativ stark voneinander. Als Anfänger fragt man sich daher zurecht, mit welchen Bällen man nun zu trainieren anfangen soll. Da bei Turnieren immer wieder mit den gleichen, lizenzierten und genormten Bällen gespielt wird, lautet daher der Rat: nehmen Sie genau diese zum Training. Damit ist man zwar direkt auf der sicheren Seite, die Bälle besitzen jedoch auch einen wesentlichen Nachteil, der bisher noch nicht genannt worden ist. Sie sind nicht gerade billig.

Gerade die offiziell verwendeten Bälle im Handel kosten mehr, weil die Hersteller mit dem Preis auch die jeweiligen Lizenzgebühren wieder hereinbringen müssen. Möchte man also seinen Geldbeutel schonen, sollte man anfangen, Bälle auszuprobieren. Viele Hersteller bieten Tennisbälle an, die den Lizenzierten in ihren Spieleigenschaften ähneln, doch bei Weitem nicht so teuer angeboten werden.

Fazit: der richtige Tennisball für Ihre Anforderungen

Der Ratgeber hat Ihnen einige Eigenschaften heutiger Tennisbälle näherbringen können. Nun können Sie sich selbst auf die Suche nach den Tennisbällen begeben, die am besten für Sie geeignet sind. Traditionelle Ballhersteller sind etwa Dunlop, Head, Tretorn, Slazenger, Wilson oder auch Babolat.

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