Der kleine Unterschied fürs Gehör: Mono oder Stereo

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Der kleine Unterschied fürs Gehör: Mono oder Stereo

Was Sie beim Kauf von Lautsprecheranlagen beachten sollten

Suchen Sie nach passenden Lautsprechern für Ihre Stereo- oder Heimkinoanlage? Oder haben sie das Gefühl, dass Ihre Lautsprecher den Klang nur zur Hälfte wiedergeben? In beiden Fällen sollten Sie den Kanaltechniken Mono und Stereo Beachtung schenken. Denn die Wahl der passenden Raumklangtechnik für Ihre Bedürfnisse ist genauso wichtig wie die richtige Positionierung der Anlage, um einen abgerundeten Hörgenuss zu erhalten. Im Folgenden erhalten Sie einige Informationen zu unterschiedlichen Kanaltechniken, zur Positionierung sowie zur Wahl der passenden Lautsprecheranlage. Damit sollten Sie für den anstehenden Kauf einer Stereoanlage über eBay bestens informiert sein, um keine böse Überraschung zu erleben.

Was bedeutet Mono und Stereo?

Die Bezeichnungen „Mono“ und „Stereo“ entstammen dem Bereich der Elektroakustik und sind die Abkürzungen für „Monofonie“ sowie „Stereofonie“. Dies wiederum bedeutet „Einkanaltechnik“ für mono und „Zweikanaltechnik“ für stereo. Bis in die 1950er Jahre war die Monofonie die einzige Technik zur Speicherung und Wiedergabe von Klang, die wiederum vom Prinzip auf der Technik des Phonographen vom Thomas Alva Edison beruhte. Zu einem besseren Verständnis müssen Sie sich nur das Bild eines Grammofons ins Gedächtnis rufen. Der große Schalltrichter über dem Plattenteller ist der einzige Ausgabekanal. Ähnliches gilt für Musikaufnahmen der damaligen Zeit. In der Regel wurde ein Mikrofon in einem Raum positioniert, sodass entweder beispielsweise der Gesamtklang eines Orchesters voll aufgenommen werden konnte oder sich die entsprechenden Musiker um dieses gruppierten. Der Nachteil der Monofonie besteht jedoch in dem Fehlen eines Raumklangs. Die menschliche Wahrnehmung wird neben den Augen zu einem großen Teil von den Ohren beeinflusst. Da Menschen zwei Ohren besitzen, ist die Zweikanaltechnik sozusagen schon in uns implementiert. Folglich kann die Monofonie den natürlichen Raumklang nicht imitieren. So kam es bereits früh zu den ersten Versuchen mit der Zweikanaltechnik. Als Beispiel kann an dieser Stelle die sogenannte „Knüppelstereofonie“ genannt werden, bei der das Monosignal gedoppelt und im Stereopanorama verteilt wird. Nach heutigem Verständnis handelt es sich hierbei um keine echte Stereofonie. Es dauert noch bis in die 1960er Jahre, bis die Stereofonie ihre Marktreife erreichte. Dies führte wiederum zu der Situation, dass in den 1960er Jahren Tonträger oftmals in zwei Versionen, nämlich einer Mono- und einer Stereofassung, auf den Markt kamen.

Die Geburt der Stereofonie: neue Klangerlebnisse

Wie bereits erwähnt, beziehen sich die Begriffe „Monofonie“ und „Stereofonie“ sowohl auf die Produktions- als auch die Rezeptionsseite. Vor allem im Bereich der Aufnahme führte die Stereofonie zu noch nie da gewesenen Klangerlebnissen. Denn auf einmal war es möglich, die einzelnen Instrumente im Stereopanorama zu positionieren. Auf diese Art und Weise konnte der Bühnenaufbau einer Band im Studio simuliert werden. Wie bei einem Konzert wurden die Gitarren im linken Bereich des Klangpanoramas platziert, Gesang und Schlagzeug in der Mitte, während Bass und Klavier sich die rechte Seite teilten. Dies wiederum basiert auf einem Wechsel in der Musikproduktion. War es bis in die 1960er Jahre übliche Praxis, dass sämtliche Instrumente gleichzeitig eingespielt wurden, so änderte sich dies zusehends. Denn seit dem Jahrzehnt der Hippie- und Flower Power-Bewegung gingen Produzenten immer mehr dazu über, die jeweiligen Instrumente einzeln aufzunehmen, um so den größtmöglichen Eingriff zu erhalten. Klang ein Instrument nicht gut, konnte es einfach erneut eingespielt werden. Davor musste bei Mängeln die komplette Band oder gar das Orchester alles erneut einspielen. Durch das Einzelspurverfahren konnten die Instrumente allerdings auch individuell gemischt werden, sodass ihr Klang insgesamt brillanter und präziser wurde. Damit die Konsumenten allerdings in der Lage waren, diesen neuen Hörgenuss zu erleben, benötigten diese wiederum eine stereofähige Anlage mit zwei Lautsprecherboxen. Spätestens mit Beginn der 1970er Jahre hat die Stereofonie die Monofonie bei der Wiedergabe weitestgehend abgelöst.

Neue Verfahren: von der Quadrofonie zu Dolby 5.1

Die Entwicklung der Elektroakustik schritt weiter voran, sodass bereits in den 1970er Jahren die Quadrofonie das Licht der Welt erblickte. Bei diesem Verfahren werden vier Boxen im 90°-Winkel im Raum positioniert, um auf diesem Wege einen lückenlosen Raumklang zu erzeugen, was allerdings nicht hundertprozentig gelingt. Dieses Verfahren konnte sich nicht durchsetzen, vor allem da für echte Quadrofonie neue Geräte angeschafft werden mussten, die den Klang in vier Kanäle ausgeben konnte. Des Weiteren entspricht die damalige Vierkanaltechnik nicht dem menschlichen Hörvorgang. Das Hören des Menschen richtet sich nach vorne und zu den Seiten, allerdings nicht nach hinten. Dementsprechend wurde diese Technik zum Teil als unnatürlich empfunden. Quadrofonie stellt allerdings den Ausgangspunkt für weitere Innovationen wie Dolby Surround und 5.1 dar. Besonders im Heimkinogebrauch erfreuen sich diese Techniken großer Beliebtheit und bilden das Pendant zum Dolby Stereo, das in Kinos eingesetzt wird. Bei Dolby Surround und 5.1 werden drei Lautsprecher frontal links, mittig und rechts eingebaut sowie ein Raumklangkanal mit ein oder zwei Boxen im hinteren Bereich. Dolby 5.1 hat zusätzlich noch eine Tieffrequenzbox, die frontal mittig angeordnet wird. Im Gegensatz zur Quadrofonie werden die hinteren Lautsprecherboxen nur für den Raumklang und vor allem für Geräusche sowie Effekte genutzt. Die Hauptklanginformation wie Sprache erklingt aus den frontalen Lautsprechern.

Die passende Stereoanlage finden und einstellen

Ein Gesuch mit der Bezeichnung „Stereo“ kann ganz schnell ausarten. Denn so ziemlich jede gegenwärtige Musikanlage besitzt eine Stereofunktion. Allerdings handelt es sich bei einigen Geräten nicht wirklich um echte Stereoanlagen. Bevor Sie Hals über Kopf eine Anlage kaufen, sollten Sie wissen, wofür Sie diese nutzen möchten.

Stereo ist nicht gleich Stereo

Auch wenn die meisten Lautsprecheranlagen, von denen wir umgeben sind, Stereo-Wiedergabemöglichkeiten haben, fällt das Ergebnis hinsichtlich des Stereo-Erlebnisses oftmals dürftig aus. Gründe dafür sind häufig die mangelhafte Positionierung der Lautsprecher im Raum sowie Klangreflexionen ausgelöst durch die Bauart des Raumes.

Ähnlich verhält es sich bei tragbaren Abspielgeräten wie etwa Gettoblastern oder mobilen Radios. Aufgrund des geringen Abstands zwischen den Lautsprechern kann ein Stereo-Erlebnis nur in unmittelbarer Nähe zum Gerät wahrgenommen werden. Aus diesem Grund kommt in solchen tragbaren Rekordern oft der sogenannte 3D-Stereo-Effekt oder Basisbreitenvergrößerung zum Einsatz, der ein breiteres Klangbild durch die gegenphasige Zumischung der hohen Frequenzen simuliert. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Simulation und kein echtes Stereoverfahren.

Die Lautsprecher optimal positionieren

Bei der Platzierung von Lautsprechern in einem Raum ist die Basisbreite von großer Bedeutung. Dies bezeichnet den Abstand zweier Lautsprecher zur stereofonen Wiedergabe. Um ein gutes Klangbild zu erzeugen, müssen allerdings ein paar Aspekte beachtet werden.

Der Sitzplatz des Rezipienten und die Lautsprecherboxen müssen ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Dabei sollten die Lautsprecher denselben Abstand zu den jeweiligen Wänden aufweisen. Grundsätzlich müssen Sie darauf Wert legen, dass die Lautsprecher nicht zu nah an der Wand sind, da dies Klangreflexionen und zusätzliche Schwingungen der Oberflächen auslöst, was einem guten Klang abträglich ist. Die Lautsprecher werden in Position des Sitzplatzes ausgerichtet und die Hochtöner auf Kopfhöhe fixiert, sodass die hohen Frequenzen auf direktem Weg ins Ohr gelangen.

Neben dem korrekten Aufbau spielt die akustische Beschaffenheit des Raumes ebenfalls eine signifikante Rolle. Hier gilt die Regel: je gedämpfter der Raum desto besser der Klang. Mit Sicherheit werden Sie mit dem Klang eines leeren Raumes vertraut sein. Aufgrund des fehlenden Interieurs wird der Klang nicht gebrochen und reflektiert von den Wänden. Damit Sie einen guten Stereoklang erzielen, sollte der Schall im Raum aufgespaltet werden. Dies erreichen Sie durch das Mobiliar oder durch Regale, Schränke oder Accessoires an den Wänden. Natürlich können Sie sich dafür auch professionelle Lösungen zulegen, die in Aufnahmestudios oder Kinos zum Einsatz kommen.

Wofür benötigen Sie die Anlage?

Die Wahl der richtigen Anlage hängt verständlicherweise mit der Art der Nutzung zusammen. Wollen Sie sich in Ihrem Wohnzimmer wie im Kino fühlen? Haben Sie eine Sammlung von Schellack-Platten? Benötigen Sie eine solide Anlage für unterschiedliche Zwecke? Oder wünschen Sie einen glockenklaren Raumklang beim Hören Ihrer Lieblingsalben?

Gehen Sie einfach mal in Ruhe Ihren Bestand an Tonträgern und Filmen durch, damit Sie sich einen Überblick über die jeweiligen Kanaltechniken verschaffen. Wenn Sie beispielsweise eines der wenigen quadrofonisch gemischten Alben besitzen, sind Sie auf eine Lautsprecheranlage angewiesen, die imstande ist, auch vierkanalig wiederzugeben.

Dominieren neue DVDs die Kollektion, kann sich die Anschaffung einer Dolby 5.1-Anlage lohnen. Für Tonträger im Stereoverfahren genügen eigentlich zwei Lautsprecheranlagen. Um einen vollen Klang zu erhalten, empfehlen sich Boxen, die das gesamte Frequenzspektrum abdecken. Preisgünstige Varianten verfügen häufig über ein eingeschränktes Spektrum, oftmals zulasten des Basses. So etwas mag für den seltenen oder den Radiogebrauch in Ordnung sein, für ein umfassendes Musikerleben sind solche Boxen jedoch nicht ausreichend.

Vertrauen Sie Ihrem Gehör

Bevor Sie „taublings“ eine Lautsprecheranlage kaufen, testen Sie diverse Anlagen mit Ihren Lieblingsstücken am besten in einem Fachgeschäft an. Jeder Lautsprecher hat aufgrund seiner Bauart unterschiedliche Vorzüge. Ähnliches gilt, wie erwähnt, für die Nutzungsart der Anlage. Eine Stereoanlage, die auf digitale Formate wie DVDs oder BlueRays gedacht ist, gibt analogen Klang teilweise sehr basslastig heraus. Seien Sie sich daher über Ihr eigenes Nutzungsverhalten im Klaren. Haben Sie eine Anlage gefunden, die Ihren Ohren zusagt, können Sie sich auf eBay auf die Suche nach einem Schnäppchen machen.

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