Der Peridot als Schmuckstein – ein Ratgeber über den Smaragd des Abends

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Der Peridot als Schmuckstein – ein Ratgeber über den Smaragd des Abends

Der Peridot ist eine Varietät der sogenannten Olivin-Gruppe. Diese Olivin-Gruppe, die auch kurz als Olivin bezeichnet wird, ist eine Ansammlung von Mineralen ähnlicher Zusammensetzung aus der Klasse der Silikate und Germanate. Olivine entwickeln oft durchsichtige bis durchscheinende Kristalle mit starkem Glasglanz. Der Peridot wird bereits seit dem 15. Jahrhundert vor Christus auf der Insel Zerbirget, die auch Zabargad genannt wird, im Roten Meer abgebaut. Die Kreuzzüge des Mittelalters brachten den Peridot auch nach Europa. Olivine wurden 1772 als eigenständige Minerale in einem Meteoriten entdeckt.

Der Peridot und andere Varietäten der Olivin-Gruppe

Olivin wird für sich betrachtet zwar in erster Linie als ein Mischkristall der Forsterit-Fayalit-Reihe eingestuft. Jedoch können diese Minerale auch mit Tephroit Mischkristalle bilden, sodass die Olivin-Gruppe im eigentlichen Sinne aus drei Endgliedern besteht:

  • Dem magnesiumhaltigen Forsterit
  • Dem eisenhaltigen Fayalit
  • Dem manganhaltigen Tephroit

Hortonolith und Hyalosiderit werden als Zwischenglieder betrachtet, die allerdings keine eigenständigen Minerale sind. Große und reine Kristalle des Olivins sind geschätzte Schmucksteine und werden als Chrysolith und Peridot bezeichnet.

Wie der Peridot zu seinem Namen kam

Der Begriff Peridot ist von dem griechischen Wort „peridona” abgeleitet, was so viel wie „Fülle geben” bedeutet. Chrysolith und Olivin sind gebräuchliche Bezeichnungen für den Peridot. Der Begriff Chrysolith geht zurück auf den griechische Namen „Goldstein”. Der Peridot heißt auch Olivin, weil er eine hell-grüne Farbe (lateinisch „oliva”= Olive) aufweist und auch weil er die Edelstein-Variante des Minerals Olivin ist. Im Römischen Reich wurde der Peridot auch „Smaragd des Abends” genannt, da sein strahlendes grünes Leuchten auch bei künstlichem Licht nicht verschwindet.

Abbaugebiete des Peridots

Die wohl attraktivsten Schmucksteine kommen aus Lagerstätten aus dem nordwestlichen pakistanischen Teil Kaschmirs, der sogenannten Suppatt-Region. Der Kaschmir-Peridot, der von vielen Experten geschätzt wird, ist besonders rein und seine grüne Farbe leuchtet äußerst intensiv. Die Förderung in dieser Region ist wegen der Witterungsbedingungen lediglich von Juni bis September möglich, sodass die geborgenen Mengen eher gering sind. Relativ neu auf dem Markt der Schmucksteine ist der Zabargad-Peridot, der aus einem der ältesten und bedeutendsten Peridot-Fundgebiete stammt. Die kleine Insel Zabargad, auf der der Peridot vor vielen Jahren zuerst entdeckt wurde, liegt im Roten Meer. Diese Varietät funkelt in einem elektrisierenden Grün und ist darüber hinaus ein historischer Schmuckstein.

Auch die Serpetin-Steinbrüche in Oberbirma liefern schöne Schmucksteine. Allerdings werden Peridote auch in China, Myanmar, Kenia, den USA, Australien, Afrika, Brasilien, Mexiko und Sri Lanka gefördert. An einem Strand auf der Insel Oahu in der Nähe von Honolulu ist es möglich, in Olivin zu baden, da dieser vollständig aus Olivin-Sand besteht. Allerdings finden sich auch in der deutschen Vulkaneifel reichlich der sogenannten Olivin-Bomben, die jedoch nur selten brauchbare Kristalle für die Schmuckherstellung enthalten. Immerhin wurde 1992 in der Vulkaneifel ein Peridot von immerhin 6,33 Karat gefunden.

Bedeutende Peridor Exemplare

Im Smithonian National Museum Washington befindet sich der größte Peridot, der jemals auf der Erde gefunden wurde. Der Stein weist ein Gewicht von 310 Karat auf und gehört einer beeindruckenden Sammlung verschiedener Schwergewichte und Seltenheiten an. Im Kölner Domschatz befinden sich historisch bedeutende Kostbarkeiten dieser Edelsteine. Aber auch die Münchner Residenz und der Moskauer Kreml bergen diverse Peridot-Schmuckstücke. Sehr selten und außerordentlich wertvoll sind verschiedene Ausführungen des sogenannten Stern-Peridots, die abhängig vom Schliff sternförmige Muster bilden. Auch das Peridot-Katzenauge, welches mit seinen eingelagerten Nadeln eine irisierende Wirkung hervorruft, wird unter Experten sehr geschätzt.

Farbliche Besonderheiten des Peridots

Der Peridot ist einer der wenigen Edelsteine, die ausschließlich in einem einzigen Farbton vorkommen. Feine Beimischungen von Eisen verursachen in der satten grünen Farbe einen leichten Goldhauch. Somit ist die Farbe abhängig von der Menge des vorhandenen Eisens und daher kann die Farbe des Peridots von Gelblich-grün und Oliv bis hin zum Braungrün variieren. Die Steine aus dem heutigen Myanmar weisen eine helle grüne Färbung auf. Darüber hinaus besitzen sie feine seidig glänzende Einschlüsse. Die Kristalle aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Arizona kommen häufig mit einer leicht gelblichen bis goldbraunen Farbe daher und werden dort meist zu Indianer-Schmuck verarbeitet.

Peridot für Schmuckstücke, Olivin für vieles andere

Der Peridot oder Chrysolith, der eine qualitativ hochwertige, transparent-grüne Variante des Olivins ist, wird von Juwelieren zu Schmuckstücken verarbeitet. Einfacher Olivin wird bei der Produktion hitzebeständiger Gläser eingesetzt sowie bei der Herstellung von Eisenerzpellets. Darüber hinaus findet er Anwendung als Katalysator bei Holzvergasungsprozessen. Olivin eignet sich auch als Wärmespeicher. In der allerjüngsten Vergangenheit wurde olivinhaltiges Material erstmals als Bestandteil eines Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Das olivine Material verleiht den modernen Akkus ein erhöhtes Leistungsgewicht, wodurch diese bei höheren Temperaturen eingesetzt werden können als herkömmliche Akkus. Als Aufguss-Stein für die Sauna ist Olivin ebenfalls sehr gut geeignet.

Mystische Eigenschaften des Peridots

Grundsätzlich soll der Peridot seinem Träger eine positivere Lebenseinstellung verleihen. Egoismus, Neid und Gefühlskälte soll er in positive Lebensenergie umwandeln können. Der Edelstein soll des Weiteren Melancholie und Missstimmungen vertreiben und mit seiner Hilfe soll es überdies auch möglich sein, einen besseren Kontakt zur Umwelt und zu den Mitmenschen aufzubauen. Die Griechen waren der Meinung, dass der Peridot der Familie hohes Ansehen bescheren und die Liebe unter Eheleuten frisch halten soll. Darüber hinaus soll er vor Depressionen und schlechter Laune schützen. Der Schutz- und Heilstein wurde in Ägypten gegen die Pest und die Schwarze Magie eingesetzt. Unter seinem alten Namen „Chrysolit” findet er in der Bibel Erwähnung. Selbst die Seeräuber schätzen den Peridot, da er böse Geister und die Schrecken der Nacht bannen sollte. Für die Menschen, die dem Peridot besondere Kräfte beimessen, ist der Stein ein Symbol der Hoffnung. Er lindere die eigene Nervosität und beruhige auch den zornigsten Widersacher.

Der Peridot ist aufgrund seiner hell leuchtenden grünen Farbe ein sehr begehrter Schmuckstein, der seit langer Zeit in vielen verschiedenen Kulturen geschätzt wird.

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