Der Königspython

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Der Königspython (python regius)

 

Der Python regius, Königspython, ist ein beliebter Pflegling in der Terraristik.
Wir halten diese Art seit vielen Jahren und möchten hier nun unsere Erfahrungen, gerade auch in Bezug auf die Vermehrung dieses Pythons, weitergeben.
Da wir den Python regius erfolgreich vermehren, es aber oft Fragen zu diesem Thema gibt, möchten ich hier besonders auf die kritischen Faktoren wie Freßproblematiken, Krankheitsbilder und Vermehrung eingehen.
Meines Erachtens ist der Python regius nicht schwerer zu vermehren, als viele andere Arten auch.
Gewisse Grundbedingungen haben sich bei unserer Haltung herauskristallisiert, welche eine erfolgreiche
Nachzucht jedem möglich machen müssten.
Ich gehe nicht extra auf Habitatsbeschreibungen oder grundlegende Faktoren der Haltung ein, diese sollten jedem der ein Nachzuchtinteresse hat bekannt sein. Hierüber gibt es genügend Seiten im Internet, die diese Daten geben.
Ebenso möchte ich in erster Linie Informationen bieten und keinen Design-Award gewinnen.

 

Daten des Python regius

Familie Boidae Unterfamilie Pythoninae Gattung Python Königspython Art regius Verbreitung: Senegal, Gambia, Ghana, Togo,Nigeria Groesse: 130 bis 150cm, selten bis 180cm

 

NAME

Python regius

SYNONYME

Ball python, Royal python, Shame snake

STATUS (WA)

WA Anhang II, bedrohte Art, anmeldepflichtig, bei Zucht auch Zuchtbuchpflichtig !
Eine CITES-Bescheinigung wird seit 1997 nicht mehr benötigt.

BESCHREIBUNG

Der Königspython hat eine dunkelbraune bis schwarze Grundfarbe mit goldgelben ovalen Flecken. Der Bauch ist cremefarbend. Sein Körper ist gedrungen und der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Durch seine Eigenart sich bei Gefahr wie ein »Ball« zusammen zu rollen ( der Kopf ist dabei in den Körperwindungen versteckt ) bekam er den Beinamen »Ballschlange« oder »Ballpython«


Unsere Tiere werden ausschließlich auf Pinienborke gehalten.
beim Kauf sollte man dringends darauf achten, ein fressendes Tier zu bekommen. In Natura hat der regius ein großes Beutespektrum. In verschiedenen Gebieten ernährt er sich zu einem großem Teil von Vögeln, Fledermäusen und Flughunden.
Die Zahl der Wildfänge, die hierbei bis zum Eintritt des Todes hungert, ist leider sehr groß.

Ein fressendes Tier jedoch, kann ab und zu trotz allem durch oben erwähnte lange Fresspausen die Nerven des Halters strapazieren. Hier ist Gedult gefragt ! 7 Monate, sind wie gesagt keine Seltenheit.

Freßproblematik

Oftmals wird dieses Thema sehr abstrakt interpretiert. Der regius ist ansich kein Futterspezialist. Genauere Analysen des Mageninhaltes freilebender Python regius zeigten ein ganz imenses Beutespektrum. bei männlichen Tieren wurden zu ca. 60% Vogelarten gefunden, was die "Kletterfreudigkeit" des männlichen Tiere untermauert. Alles in allem reicht das beutespektrum von Vögeln über Flughunde und Fledertiere bis hin zu Nagern wie der Gambia-Riesenhamsterratte.
Das spricht klar gegen die Bezeichnung des Futterspezialisten.
Leider, "fastet" sich der regius immer wieder in der Terrarienhaltung bis zu einem lebensbedrohlichen Niveu. Hierbei haben wir über die letzten Jahre in fast allen Fällen andere Ursachen ausmachen können. Nicht ein Tier, zeigte eine besondere Vorliebe für eine Futterart. Bei den von uns beobachteten Verweigerungsfällen, welche über eine natürliche Freßpause hinausgingen (Substanzabbau etc) waren von Innenparasiten bis zur Gesellschaftshaltung die unterschiedlichsten Gründe die wahre Ursache.
Unsere Tiere frassen nach den nötigen Kontrollen und Behandlungen ohne Probleme Mäuse, Vielzitzenmäuse, Ratten, Grasratten, Hamster, dschungarische Hamster, Meerschweinchen, Küken. Eine Umstellung auf PreKilled oder "Frozen" war in Einzelhaltung und mit ein wenig Gedult auch kein größeres Problem.

Gesellschaftshaltung

Auch wenn der regius in der Gesellschaftshaltung normalerweise kaum Probleme mit Artgenossen hat, so ist diese Art der Haltung jedoch mit einer ganzen Reihe von Negativeffekten verbunden.
Wer ein wirkliches Vermehrungsinteresse hat, sollte auf jeden Fall die Einzelhaltung durchführen. Auch sind Freßproblematiken durch Gesellschaftshaltung nicht selten.

Vermehrung

Wer ein wirkliches Vermehrungsinteresse hat, sollte sich ein wenig die Jahreszyklen des regius anschauen. Oftmals kommt es auch hier zu Mißverständnissen, gerade dann wenn es um Ruheperioden oder Freßpausen dreht.
Die ausgeprägten Freßpausen finden in erster Linie bei männlichen Tieren ab der Geschlechtsreife statt. Diese hat nichts mit einer Ruheperiode zu tun, da gerade diese "Fastenzeit" meist in den aktivsten Jahreszeitraum des regius fällt.
Unser Winter ist diesbezüglich also auf keinen Fall eine Ruhezeit für reptilien wie den regius. Der regius hält seine Ruhepause meist in der heißen Jahreszeit in Afrika. Dies kann man auch bei unseren Tieren gut beobachten. Im Hochsommer und heissen Herbst sind die Tiere meist kaum unterwegs. Das kann man gut für die Vermehrung ausnuetzen. Da gerade in dieser Jahreszeit auch die Luftfeuchtigkeit absinkt, kann man so dem regius diese "heisse" Zeit "auferlegen". Ab Herbst/Winterübergang sinken die Temperaturen wieder ab und die Luftfeuchtigkeit steigt an (oder sollte vom Halter heraufgesetzt werden). Dieses ist vergleichbar mit einer regenzeit in deinen Haimatgebieten, welche für die Paarungszeit ein ausschlaggebendes Kriterium ist. Hat man vorher die Tiere durch Einzelhaltung getrennt, so können nun erst einmal 2 männliche Tiere kurzzeitig zusammengesetzt werden, um durch Komentkämpfe eine Stimulierung zu erreichen. Danach wird ein gut aufgebautes Weibliches Tier zu einem der Kontrahenten gegeben. Die Follikel des weiblichen Tieres wurden schon Monate vorher ausgebildet. Diese sollten zum Befruchtungszeitpunkt ca 1.54cm im Durchmesser haben. Darunter hat es kaum Zweck. Auch eine zu späte Befruchtung führt dazu, das die Follikel wieder resorbiert werden. Genau lässt sich diese Zeitzone am besten durch Ultraschall oder von einem erfahrenen Züchter durch Abtasten bestimmen.

Stabilitaet von Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Oft wird in einem terrarium versucht, diese beiden Werte meist stabil zu halten. Das liest man leider sehr oft. Auch die Natur hat ihren Zyklen, wie oben bei der Vermehrung schon beschrieben !
Wir haben festgestellt, das die Tiere wesentlich robuster werden und auch mehr Aktivität zeigen, wenn eben ein solcher Jahresrhytmus eingehalten wird. Hierbei sind also keine stabilen Temperaturen erstrebenswert, sondern natürliche Tages-, und Jahreszyklen.

Vorgehen bei Erwerb eines Koenigspython

1.) Routinecheck vom TA (reptilienkundiger Tierarzt) durchführen lassen
Dazu zählen Kotuntersuchungen und Abstriche
2.) Wenn mehrere Tiere vorhanden sind, Quarantäne.
Die Laenge der Quarantäne umfasst auf jeden Fall die unter 1.) genannten Untersuchungen + einige Zeit, um Auffälligkeiten
bemerken zu können.
3.) Einzelhaltung.
Ein neues Tier erst in der Einzelhaltung sauber auf Nahrungsaufnahme kontrollieren.

Was, wenn der regius nicht frisst

Natürliche Freßpausen sind gerade bei männlichen Tieren, wie oben geschrieben, normal.
Sollte hierbei ein Gewichtsverlust dazukommen :
1.) Routinecheck durch TA (!!)
2.) Einzelhaltung
3.) Fütterung frühestens 30 Minuten nach dem "Licht-aus" (Abends), ca 30 Minuten vor dem "Licht-aus" die Luftfeuchtigkeit etwas erhöhen.
4.) Einbringen von Futtertieren absolut ohne Störung für den regius. Keine Fütterung ausserhalb des Terris.
Der regius sollte den Menschen bei der Fütterung gar nicht erst "bemerken".

 

VIEL SPASS MIT DER HALTUNG DES KÖNIGSPYTHON

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