Der Digicam-Traum mit dem Wehrmutstropfen...

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    Ich schreibe euch heute über meine Finexpix S5000 aus dem Hause Fujifilm.
Nachdem ich in den vergangenen 3 Jahren nun schon mit diversen Digitalkameras, von der einfachen Pencam bis hin zu diesem Semi-Profigerät gearbeitet habe, möchte ich meine Beurteilung dieser wirklich guten Kamera nicht versäumen. Dieser Bericht wird jetzt etwas länger, enthält dafür aber hoffentlich genug Infos für euch.

Für schlappe 180 EUR hier bei eBay erstanden kann man fast schon sagen "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul". Nachdem ich vorher mit einer völlig lumpigen Jenoptik-Kamera fotografiert habe, war dieses Gerät für mich der absolute Traum, gerade im Hinblick auf den 10fachen optischen Zoom, der einem fototechnisch doch ganz neue Welten erschließt.

Die technischen Daten spare ich mir an dieser Stelle, diese kann man bei digitalkamera.de oder bei finepix.de selbst nachlesen.

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Zunächst zur Bedienung und den Funktionen:

Als ich diese Kamera bekam, wusste ich so ziemlich auf Anhieb damit umzugehen. Alle Funktionen sind sehr intuitiv und logisch angeordnet und es bedarf kaum des Handbuches. Lediglich für spezielle Funktionen wie Serienbild, Autofocus etc. brauchte ich es dann doch mal.
Das Handbuch selbst erklärt wirklich ALLES bis ins Kleinste Detail, allerdings mitunter etwas schwer verständlich, man muss manche Sachen dann doch schon zweimal lesen.
Sehr interessant fand ich u. a. die Funktion "FinePix-Farbe", mit der man den Fotos kräftige und kontrastreiche Farben verpassen kann und somit gerade z. B. bei Landschaftsfotografien Fotos erhält, die einfach nur Schmuck sind.

Gewöhnungsbedürftig und in meinen Augen alles andere als wirklich brauchbar ist der elektronische Sucher. Aufgrund des 10x Zooms besitzt die Kamera keinen Glassucher mehr sondern stattdessen einen zweiten Mini-TFT-Bildschirm, der in ein Sucherglas eingearbeitet ist. Das hat zwar den Vorteil, dass man auch bei extremem Sonnenlicht die aufgenommenen Bilder anschauen kann (was ja sonst nur auf dem Hauptdisplay möglich wäre, was man aber bei Sonne nur schwer erkennen kann), aber dieser Mini-Bildschirmsucher ist derartig pixelig und grobmaschig, dass man das Gefühl hat, man sieht durch ein Wabengitter. Dazu hat er einen total kräftigen Grünstich, so dass man damit wirklich nur "mal eben grob" die Bildkontrolle hat. Will man wirklich schöne Fotos machen bzw. ansehen, schaut man besser auf den Hauptbildschirm.
Der allerdings ist wirklich brilliant und lässt sich in der Helligkeit sehr gut verstellen. Allerdings empfehle ich für eine realistische Beurteilung der Bildhelligkeit, die Display-Beleuchtung etwas herunterzuregeln, sonst kommt man in die Verlegenheit, das Bild vor dem Fotografieren für hell genug zu halten und am PC ist es dann wesentlich dunkler.

Herzstück der Kamera ist natürlich ohne Zweifel der 10fache optische Zoom, der sich zusätzlich (außer im 6 MPixel Modus, den sowieso keiner brauchen kann) mit Digitalem Zoom (der sogar brauchbar ist) bis auf 22x hochschrauben lässt. Der Zoom arbeitet schnell, präzise und stufenlos. Eine komplette Zoomfahrt dauert keine 3 Sekunden, genauso wie das Einschalten. Ohne ausgefahrenen Zoom (die Kamera merkt sich beim Ausschalten die letzte Einstellung) benötigt die Kamera knapp 4 Sek. bis zur tatsächlichen Bildbereitschaft, ein Wert, der natürlich mit keiner Spiegelreflexkamera mithalten kann, für eine "normale" Digitalkamera aber ein guter Wert.

Neben der wohl normalen Programmautomatik - ich sage immer "Idiotenmodus" ;-) - kann man bei der Kamera verschiedene vordefinierte Programme (Sport, Nacht, Landschaft und Portrait) wählen, außerdem gibt es eine Blendenautomatik (wo man also die Verschlusszeit vorgibt, die Blende wird dann automatisch gewählt), außerdem eine Zeitautomatik (genau das umgekehrte von Blendenautomatik) und - und das ist mir der liebste - einen voll-manuellen Modus wo man wirklich jede Einstellung der Kamera selbst bestimmen kann.

Neben dem üblichen Autofocus, den wohl jede Digicam mittlerweile mitbringt, verfügt die Kamera über ein ganz besonderes Schmankerl: Den sog. "C-AF", einer Funktion, bei der die Kamera einem sich bewegenden Objekt, welches man in der Suchermitte hat, "folgt", also immer wieder neu scharfstellt und so dafür sorgt, dass das Bild, wenn man es dann tatsächlich auslöst, auch tatsächlich direkt scharfgestellt ist.
Für die Fälle wo der Autofocus oder der C-AF versagen, z. B. bei gezielter Fotografie durch einen Zaun o. Ä., besitzt die Kamera einen fast vollwertigen manuellen Focus. Stellt man diesen ein, kann man mit den Zoom-Tasten den motorgetriebenen Focusring im Objektiv manuell nach eigenem Gusto verstellen - das allerdings sehr langsam, so dass man diese Funktion doch nur in Ausnahmefällen gebrauchen kann.

Wirklich mitunter nützlich ist der sog. "Vario-AF". Stellt man diesen ein, kann man den Bereich, auf den die Kamera scharfstellt, nach Belieben im Bild verschieben. Soll heißen: Man will z. B. die Blume rechts im Bild scharf haben, hat aber ein anderes Objekt in Bildmitte (auf das die Kamera ja sonst eigentlich scharfstellen würde). Also verschiebt man den Vario-AF-Rahmen mit den Cursortasten auf die Blume in der Bildecke und drückt den Auslöser halb. Die Kamera hält sich nun an den Autofocus-Rahmen, den man auf die Blume rechts im Bild gerichtet hat, und stellt auf diese scharf. Eine Funktion, die mir mehrfach geholfen hat, Fotos so zu machen wie ich sie möchte und nicht wie die Elektronik sie möchte.

Ein weiteres absolutes Highlight sind die Serienbildfunktionen der S5000. Klar, Serienbild - das bieten viele Kameras. Doch die Fuji S5000 hat gleich 4 verschiedene Serienbildfunktionen:

1. Top5-Aufnahme: Hierbei werden - ganz normal - 5 Bilder hintereinander in einer schnellen Folge von 0,2 Sek. gemacht. Danach braucht die Kamera ca. 5 Sek. Pause zum Speichern.

2. Belichtungskorrektur: Hierbei werden 3 Bilder im Abstand von 0,5 Sek. gemacht, eines normal hell, eines heller als eingestellt und eines dunkler als eingestellt. Der Vorteil liegt hierbei darin, dass man das Motiv, falls die eigene Einstellung zu hell oder zu dunkel war, trotzdem richtig "im Kasten" hat.

3. "Final5-Aufnahme": Hierbei werden kontinuierlich im Abstand von 0,2 Sek. Bilder gemacht, so lange bis man den Auslöser loslässt. Die Kamera speichert dann die letzten 5 Bilder vor Loslassen des Auslösers.
Auf die Art kommt man auf jeden Fall zum gewünschten Motiv, da man selbst bestimmen kann, WAS nun genau aufgenommen werden soll. Man hält den Finger einfach so lange auf dem Auslöser, bis die Szene wirklich im Kasten ist und lässt dann los.

4. Kontinuierliche Aufnahme: Hierbei werden insgesamt bis zu 40 Bilder im Abstand von ca. 0,75 Sek. gemacht - allerdings ohne Blitz und mit einer max. Auflösung von 1 MegaPixel, weil die Daten sonst zu viel würden bzw. der Blitz so schnell nicht nachladen kann.
Wenn man aber bedenkt, 40 Serienbilder ohne einmal zwischendrin auf die Karte schreiben zu müssen (und damit eine Pause zu brauchen) - das ist schon enorm! Danach allerdings braucht die Kamera ca. 30 Sek. zum Speichern, was bei 40 Bildern aber auch wirklich OK ist.

Neben dem reinen Fotografieren hat Fuji der Kamera ferner einen Videomodus spendiert. Auch wenn die Videos nur in 320 x 240 Pixel (also Webcam-Größe) aufgezeichnet werden, so ist ihre Qualität doch durchaus annehmbar und vor allem - das ist sehr schön - mit Ton. Hierfür hat sie extra ein empfindliches Mikrofon vorn am Gehäuse und sogar einen Lautsprecher, womit man den Ton bei der Wiedergabe mithört.
Zudem ist man in der Länge der Videoaufnahme nur vom Platz auf der Speicherkarte begrenzt. Hat man davon genügend, kann man also filmen solange die Speicherkarte Platz hergibt.
Schade - findet man aber leider bei vielen Cam's mit Videofunktion: Der Zoom und der Autofokus lassen sich während der Aufnahme nicht benutzen. Der absolute Traum wäre es ja, dem Objekt, welches man gerade filmt, per Zoom folgen zu können (mit 10x opt. Zoom macht das ja erst so richtig Spaß). Ist aber leider nicht...
Die Videos werden im .AVI Format mit 30 Bildern pro Sek. (also ruckelfrei) gespeichert, welches jeder gängige Windows-PC problemlos im MediaPlayer abspielen kann.

Außer den Videos mit Ton lässt sich auch für jedes gemachte Foto eine sprachliche Anmerkung von max. 30 Sek. pro Bild speichern - mitunter sehr praktisch.

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Bildqualität:

Das interessanteste an einer Kamera sind natürlich immer die aufgenommenen Bilder. Die Testbilder von Fuji versprachen viel, der Alltag hält leider nicht ganz so viel.
Vorab: Die Kamera macht für ein Gerät ihrer Klasse wirklich hervorragende Bilder, man hat ehrlich seine Freude dran. Auch mit voll ausgenutztem Zoom hat man keinerlei Verzerrungen oder Abschattungen, was sich so manche Kamera mit weniger Zoom erlaubt.
Aber mit einem Problem kämpft diese Kamera ganz erheblich: Das Bildrauschen.
Aufgrund der Tatsache, dass ihr Lichtempfindlichkeitsbereich erst bei ISO 200 beginnt, sind die Bilder (dank sehr kompaktem CCD-Chip) teilweise sehr stark verrauscht. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, hat Fuji der Kamera eine rechnerische Rauschunterdrückung verpasst, die gezielt die Rauschpixel (also die Farbpunkte) aus dem Bild herausrechnet, bevor es aufgezeichnet wird. Dies führt aber bei etwas dunkleren Motiven oder Motiven mit klaren, geraden Linien dazu, dass diese bei stärkerer Vergrößerung wie "getupft" aussehen. Dadurch, dass jeder Rauschpunkt herausgerechnet wird, wird teilweise eben auch etwas Nutzinformation mit entfernt. Dies führt dann dazu, dass z. B. eine Fensterleiste eines ICE, den ich mal fotografiert habe, an den Kanten wo dunkel in weiß übergeht, quasi ineinander verlaufen ist - es war keine klare Schwarz-/Weiß-Abgrenzung zu sehen, wie sie real vorhanden ist. Vergrößert man ein Bild stärker, sieht es so aus, als wäre es mit Fingerfarben auf eine Leinwand getupft worden - was angesichts der Fähigkeiten des verbauten Objektiv's wirklich sehr schade ist.
Leider verstärkt sich dieser Effekt bei der Einstellung auf 6 MPixel noch mehr, auf solchen Bildern kann man dann bei 1:1-Ansicht schon wirklich keine klaren Linien mehr erkennen sondern wirklich nur noch "Ölfarbeneffekt". Mehr als 3 MPixel einzustellen stopft also nur die Speicherkarte voll.
Stellt man die Kamera zudem noch auf ISO 400 oder noch höher, nimmt das Bildrauschen der Kamera wirklich sehr zu. Bei ISO 800 kommt man kaum um eine Nachbearbeitung am PC herum.

Möchte man die o. g. Probleme umgehen, bietet diese Kamera eine - in der Kompaktklasse äußerst seltene - Profifunktion an: Den CCD-RAW Modus. Hierbei werden die Daten nach der Belichtung nicht im JPEG-Format aufbereitet (und damit komprimiert was zu zusätzlichen Verlusten der Bildqualität führt) sondern als Rohdaten direkt auf der Speicherkarte abgelegt. Diese sind dann mit der von Fuji mitgelieferten Software oder mit einem Plugin für die gängigsten (kommerziellen) Bildbearbeitungsprogramme ausles- und weiterverarbeitbar.
Hierbei ist aber zu bedenken, dass im CCD-RAW Modus manche Funktionen (z. B. Serienbild, "FinePix-Farbe" u. a.) nicht verwendet werden können und jedes Bild stolze 6,51 MB auf der Speicherkarte belegt. Bei den Preisen für eine 1 GB xD-Card bleibt das ein seltenes und teures Vergnügen.

Außer dem oben genannten gibt es an den Bildern der Kamera aber wirklich nichts zu meckern. Alle Bilder sind schön hell und gleichmäßig ausgeleuchtet, nicht zu grell und kein bisschen farbstichig. Stellt man die o. a. "FinePix-Farbe" ein, hat man zudem schöne kontrastreiche und mit leuchtenden (aber nicht übertriebenen) Farben ausgestattete Fotos, die einfach nur Freude machen. Für den Ausdruck ist das absolut optimal.

Da die Kamera über keine "AntiShake-Funktion" verfügt (also einen optischen Bildstabilisator), sollte man bei voller Ausnutzung des 10fachen Zooms entweder ein Stativ zur Verfügung haben, oder genügend Licht oder eine ruhige Hand ;-)
Denn bekanntlich ist ein Millimeter Handwackeln bei 10x Zoom ja schon ein ganz beträchtlicher Weg - will man also keine verwackelten Bilder haben, muss man min. 1/200 Sek. Belichtungszeit einstellen oder aber eben ein Stativ benutzen.

Das Objektiv der Kamera ist als besonders herausragend zu loben, bietet es doch über den gesamten Zoombereich (der immerhin 37-370 mm Brennweite ausmacht!) eine Blende von F2.8 bis F3.2 . Da kann sich so manches Spiegelreflex-Objektiv 'ne Scheibe von abschneiden, kosten vergleichbare Wechselobjektive doch Hunderte von Euros.
Dank eines solch lichtstarken Objektivs und eines sehr leistungsfähigen Blitzes wird man fototechnisch also nur wenig eingeschränkt. Der Blitz lässt sich in der Leistung von -0,6 EV bis +0,6 EV in 0,3 EV-Schritten regeln. Zusätzlich steht einem in allen Programmen (außer im Voll-Manuellen Modus) eine Belichtungskorrektur von +/- 2 EV in 1/3 EV-Stufen zur Verfügung. Man holt also genügend aus den Bildern heraus wenn man's braucht.
Kleine Anekdote dazu:
Ich habe im Januar im SeaLife in Königswinter (ein Aquarium, bei dem man untendrunter her geht) fotografiert. Hier ist Blitzlichtfotografie verboten. Mit Einstellung ISO 400 und höchster Belichtungskorrektur konnte ich auch ohne Blitz und trotz sehr diffuser Beleuchtung (nur ganz wenig, weil die Fische ja empfindliche Augen haben) verwacklungsfreie und trotzdem hell genügende Fotos machen - absolut super.

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Verarbeitung:

Hierzu sei zunächst gesagt: Die S5000 sieht aus wie eine kleine Spiegelreflex, sie bedient sich teilweise auch so, sie ist aber keine! Trotz ihrer - für eine Kompaktkamera - klobigen Ausmaße liegt sie mit 337 g sehr gut in der Hand und lässt sich außerordentlich gut bedienen. An alle Tasten kommt man sehr gut heran - auch blind.
Der Blitz ist in einer Klappe oberhalb des Objektivs untergebracht und hängt auf Knopfdruck federgesteuert "den Hals heraus". Das hat den Vorteil, dass der Blitz beim Transport gut geschützt ist aber auch den Nachteil, dass die Kamera nicht selbst entscheidet, wann sie ihn braucht oder nicht. Fährt man ihn aus, blitzt es auf jeden Fall, lässt man ihn drin, bleibt's dunkel - auch wenn er nötig wäre.

Mitgeliefert wird standardmäßig eine Sonnenblende, die den Objektivtubus verlängert und - wie der Name schon sagt - lästige Sonnenflecken auf Fotos reduziert und zusätzlich den Anschluss (55 mm) für weitere Fotofilter oder -konverter bereitstellt. Allerdings ist dieser aus Plastik, man muss also beim einschrauben schon sehr vorsichtig sein - ebenso bei der Benutzung von Filtern. Schraubt man diese zu fest oder zu schnell ein, ist das Gewinde hin.
Das Ersatzteil gibt's nur bei Fuji selbst zu bestellen und kostet inklusive Versand stolze 25 EURO (für ein bisschen Plasikring)!!! Selbst die Benutzung der Objektivkappe setzt dem Filtergewinde der Sonnenblende mit der Zeit schon zu - hier wäre wirklich ein Metallring sinnvoller.

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Speicher und Software:

Als Speichersystem hat sich Fujifilm für das zusammen mit Olympus entwickelte xD-Card System entschieden. Schön, diese Kärtchen sind wirklich total süß und klein und speichern auf ihrer winzigen Fläche von vielleicht 4x3 cm eine Datenmenge bis zu 1 GB, allerdings sind die Preise für diese Dinger echt gesalzen. 1 GB kostet noch immer 65 EUR und da Olympus und Fuji auf den Lizenzen für xD-Karten die Finger halten, werden sie auch nicht merklich billiger, da es keine Nachbau-Firmen gibt (geben darf). Man kauft also immer Olympus- oder Fujifilm-Karten und die kosten eben.
Dafür sind sie extrem schnell, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben. Die Datenübertragung der Bilder in den PC macht wirklich Spaß, weil sie schnell vonstatten geht.
Allerdings sollte man sich hierfür einen externen Kartenleser für den PC holen, denn die USB-Schnittstelle der Kamera unterstützt nur USB 1.1.

Zur maximal einsetzbaren Speichergröße der Karten sei noch folgendes angemerkt:
Ab Werk unterstützen alle Finepix S5000-Modelle xD-Karten bis max. 512 MB. Mittlerweile sind aber auch schon 1 GB-Karten erhältlich (sog. "Typ M-Karten"). Möchte man diese in der S5000 nutzen, muss der Kamera vorher im Werk ein Firmware-Update verpasst werden. Dies bietet Fuji bis heute kostenlos für alle Modelle, deren Firmware noch keine Typ M-Karten unterstützt, an.
Meine Kamera habe ich nach dem Kauf gleich updaten lassen, die ganze Prozedur dauert keine Woche, man trägt einzig und allein die Versandkosten zu Fuji hin und zurück. Das geht noch, andere Hersteller verlangen für sowas noch zusätzlich Service-Gebühren!

Der Anschluss der Kamera an den PC selbst ist (abgesehen von Windows 98) überhaupt kein Problem. Die Kamera meldet sich als Laufwerk an und lässt sich so auch als USB-Speicherstick "missbrauchen", man kann also mit ihr auch Daten von einem PC zum anderen transportieren - überhaupt kein Thema.
Zudem hat diese Kamera etwas, was ein absolutes Unikum bei Kameras dieser Klasse ist: Sie lässt sich als Webcam benutzen. Fast jede hochwertige Digitalkamera lässt dies nicht zu. Die Finepix S5000 lässt sich als vollwertige Webcam - sogar inklusive Ton! - einsetzen.

Ihren "Saft" bezieht die Kamera aus 4 normalen Mignon-Akkus. Verwendet man nicht gerade die billigste Sorte, so halten diese Akkus locker über 300 - 400 Aufnahmen durch. Gebraucht man viel den Blitz, verringert sich das natürlich, unter'm Strich kann man die Kamera für ihren Stromverbrauch aber wirklich nur loben - selbst mit eingeschaltetem Display.

Die Software verschweige ich an dieser Stelle so ziemlich, sie ist keinen Buchstaben zu viel wert. Absoluter Mist kann ich dazu nur sagen, kompliziert, langsam und total überaltert (schon bei Markteinführung).
Man bediene sich diverser Freeware-Tools (Irfan View & Co.) oder kommerzieller Programme a là PaintShop Pro o. Ä., da ist man wesentlich besser dran.

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Fazit und Bewertung:

Für das Geld, was man jetzt noch für die Kamera bezahlt, ist sie ein absolutes Schnäppchen. Wer nicht gerade auf professionelle Art und Weise arbeitet, wohl aber kreative und gestalterisch schöne Fotos haben möchte, kommt mit dieser Kamera mehr als auf seine Kosten.
Einzig und allein das Bildrauschen bzw. dessen kameragesteuerte Unterdrückung ist ein Wehrmutstropfen. Wer aber damit leben kann bzw. aus den Bildern nicht wirklich 200% herausholen muss, der ist mit der FinePix S5000 wirklich mehr als zufrieden.

Ich selbst habe mich aus diversen Gründen, die generell gegen den Einsatz von Kompaktkameras sprechen, einer digitalen Spiegelreflex zugewandt. Würde ich nicht solche Fotos machen, die man eben nur mit einer Spiegelreflexkamera machen kann, würde ich die S5000 sicher behalten.
Diese geht nun an eine gute Freundin, der ich sie mit gutem Gewissen verkaufen kann. 
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