Den Sound im Griff: DJ Decks für Zuhauseaufleger und Profis

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Den Sound im Griff: DJ Decks für Zuhauseaufleger und Profis

Die Schallplatte ist nach wie vor ein beliebter Tonträger. Früher war der Schallplattenspieler fester Bestandteil eines jeden Wohnzimmers. Dann kamen die neunziger Jahre mit einer ganzen Flut an neuen, zumeist digitalen Tonträgern, die die Schallplatte fast ganz vom Markt verdrängten.

Doch sie überlebte ihre Krise und kann sich heute wieder einer gesteigerten Beliebtheit erfreuen. Überlebt hat sie in einer Nische, in der sie schon immer Zuhause war – im Veranstaltungs- und DJ-Bereich. Die wichtigsten Bestandteile eines DJs sind nach wie vor der Schallplattenspieler und das Mischpult.

Doch auch im Bereich der DJ-Decks ist die technische Entwicklung nicht stehen geblieben. Digitale Steuerungs- und Gestaltungstechniken haben sich auch hier etabliert. Nicht nur die ausschließlich Schallplatte „gibt heute den Ton an“, auch Digital Vinyl Systeme, CD-Player und die digitalen Musikdateien sind heute mit von der Partie.

Darüber hinaus werden DJ-Decks heutzutage auch komplett als Softwarepaket angeboten. Hier ist nur noch ein bereits vorhandener Laptop und etwas Grundwissen notwenig, um den eigenen DJ-Mix zu gestalten.

Wenn man sich den DJ-Bereich etwas genauer ansieht, merkt man schnell, dass es eine sehr große Anzahl an verschiedenen DJ-Stilen und -Richtungen gibt. Sie alle verbindet eins: das Abspielen von Musik in einer individuellen Auswahl vor einem Publikum.

DJs bleiben der Platte treu 

Da sich die verschiedenen Bereiche (Pop-DJ, Turntablism und Hip-Hop, Event-DJ, Techno-DJ usw.) zum Teil stark voneinander unterscheiden, wird sich dieser Ratgeber besonders um das klassische DJ-Deck mit Turntables und Mixer drehen. Neue digitale Geräte und Entwicklungen werden jedoch nicht ausgespart.

Der Ratgeber wendet sich besonders an Einsteiger im Bereich des DJings. Er möchte einen ersten Zugang zum Thema DJ-Decks geben und erhebt dabei keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie sich also für Turntables DJ-Decks interessieren, lesen Sie ruhig weiter. Am Ende verfügen Sie über ein erstes rudimentäres Grundwissen. Eine Übersicht zu DJ-Decks und –Turntables auf eBay finden Sie hier: Angebote für DJ-Decks & Turntables.

Was hier als klassisches DJ-Deck bezeichnet wird, ist eine Kombination aus zwei Schallplattenspielern und einem Mischpult. Wie Sie gleich im Detail erfahren werden, gibt es beim DJ-Mixer als auch bei den Turntables unterschiedliche Varianten, die je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich konfiguriert sind.

Der DJ-Mixer als kleines und robustes Mischpult

Audio-Mischpulte gibt es für ganz verschiedene Bereiche. Ihre generelle Funktion besteht darin, verschiedene elektrische Tonsignale (beispielsweise zweier Plattenspieler) zusammenzuführen. Die Signale werden dabei – abhängig von der Art des Mixers – auf verschiedene Kanäle summiert. Für die Erzeugung eines Stereosignals sind also mindestens zwei Kanäle notwendig – für links und rechts.

Im Gegensatz zu ihren „großen Brüdern“, die beispielsweise in Tonstudios Ihre Arbeit verrichten, sind DJ-Mixer perfekt auf die Anforderungen von Life-Musik-Events ausgelegt. Der DJ-Mixer ist relativ robust, verfügt über einen Crossfader (s. u.) und ist zumeist auf die Verarbeitung von Line-Signalen beschränkt.

Analoger oder digitaler DJ-Mixer?

Wie bereits angedeutet, hat sich die Digitaltechnik mittlerweile bei DJ-Mixern etabliert. Dabei bieten beide Varianten Vor- und Nachteile, die sich besonders preislich niederschlagen. Generell kann man davon ausgehen, dass kleine analoge Mischpulte mit wenig verbauter Schaltechnik sehr günstig zu haben sind.

Dies trifft auch für digitale Mixer zu. Diese haben den Vorteil, dass man gleich mehrere Funktionen auf einen Fader bzw. ein Bedienelement legen kann. Dies reduziert die Kosten für einen digitalen Mixer um einiges, gerade auch bei Mischpulten jenseits des DJ-Bereichs.

Clubmixer oder Battlemixer?

DJ-Mixer lassen sich grob in zwei Varianten aufteilen. Auf der einen Seite befinden sich die sogenannten Clubmixer, die auch „Installationsmixer“ genannt werden. Diese werden bevorzugt etwa in der Techno- und Houseszene, aber auch im Pop-Unterhaltungbereich gerne benutzt. Sie sind nicht selten stationär und fest installiert. Sie kommen in Veranstaltungsbetrieben, in Clubs und Diskos zu Einsatz und verfügen meistenteils über vier Kanäle.

Battlemixer hingegen stammen aus dem Turntablism- und Hip-Hop-Bereich. Das auffälligste Merkmal ist der allein stehende Crossfader, mit dessen Hilfe sich zwei Tracks miteinander überblenden lassen können. Wie beim Turntablism üblich benötigt der Fader viel Platz (Battle-Area), damit der DJ seine Performance gestalten kann.

Welche Anschlüsse benötigt der DJ-Mixer?

Die klassische Konfiguration bei Battlemixern geht von zwei Line-Eingängen und zwei Phonoeingängen für Plattenspieler. Daneben gibt es einen Anschluss für Mikrofone. Clubmixer besitzen in der Regel viel Kanäle und eine große Zahl von Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte.

Ausgangsseitig sind DJ-Mixer mit Anschlüssen für die PA-Anlage und für das Monitoring ausgestattet. Hier befindet sich auch der Kopfhörerausgang für die Vorhörmöglichkeit (Cue). Einige Mixer verfügen darüber hinaus auch über einen Record-Ausgang zur Aufzeichnung.

Welche Möglichkeit der Steuerung und Klangregelung stehen zur Verfügung?

Einige Grundfunktionen bzw. Grundbedienelemente des DJ-Mixers sind:

  • Source-Selector-Schalter zur Auswahl der Klangquelle
  • Trim-Regler zur Einpegelung des Signals
  • Channel-Fader zur Steuerung der Lautstärke jedes einzelnen Kanals
  • Crossfader zum Überblenden zweier Kanäle
  • Master-Level-Fader zur Lautstärkeregelung des Ausgangssignals
  • Beat-Counter zur Anzeige der aktuelle Track-Geschwindigkeit

Für die Klangregelung greifen die meisten DJ-Mixer auf einen integrierten dreibandigen Equalizer zurück. Diese können allerdings auch als externe Geräte angeschlossen werden, genauso wie weitere Filter und Effektgeräte.

Die Turntables müssen einiges aushalten

Genauso wie bei den DJ-Mixern, lassen sich Turntables für DJs grob in zwei Kategorien unterteilen. Dabei werden einige Turntable-Konfigurationen lieber im Hip-Hop- und Scratchingbereich verwendet, andere wiederum im Techno-, House- oder Popbereich. Welche Konfigurationen das sind und worauf bei Plattenspielern zu achten ist, wird Ihnen der Ratgeber im Folgenden näherbringen.

Zwei verschiedene Antriebsformen für Turntables

Zentrales Element des Antriebs eines Plattenspielers ist sein Motor. Dieser sollte möglichst leistungsstark sein und wenig Gleichlaufschwankungen produzieren. Bei Plattenspielern findet man zwei Antriebsarten vor, die unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Auf der einen Seite befinden sich Plattenspieler mit Riemenantrieb, auf der anderen Seite Geräte mit Direktantrieb.

Bei einem Direktantrieb ist der Motor, bzw. die Achse des Motors auch gleichzeitig die Achse des rotierenden Plattentellers. Der Plattenteller ist somit Bestandteil des Motors. Der Vorteil, der hieraus entsteht: es gibt fast keine Verzögerung zwischen Inbetriebnahme und maximaler Rotation des Plattentellers. Die Anlaufzeit ist extrem gering. Durch die robuste Bauweise sind Plattenspieler mit Direktantrieb gut für das manuelle Scratching geeignet, allerdings auch mehr anfällig für externe Vibrationen.

Der sogenannte Riemenantrieb zeichnet sich durch eine mechanische Trennung von Motor und Plattenteller aus. Hier leistet ein flacher Gummiriemen die Übertragung der Kraft des Motors zum Plattenteller. Für Spinning und Scratching ist diese Bertriebsart äußerst ungeeignet: Der Riemen kann ausleihern und längere Anlaufzeiten sind die Regel. Dadurch das Motor und Teller jedoch nicht ein und dasselbe Bauteil darstellen, ist der Riemenantrieb-Turntable besser vor äußeren Vibrationen geschützt.

Tonarm, Tonabnehmer und Nadel sind verantwortlich für die Klangqualität

Am Ende des Tonarms ist der Tonabnehmer befestigt. Der Tonarm ist dafür verantwortlich, dass die Nadel des Tonabnehmers perfekt in der Rille der Schallplatte geführt wird. In der Hip-Hop-Szene haben sich gerade Tonarme durchgesetzt, im Techno- und Housebereich sind gebogene Tonarme die Regel.

Der Tonabnehmer besteht – neben der Nadel – aus dem Nadelträger, dem Wandler und einem entsprechenden Gehäuse. Auch beim Tonabnehmer gibt es zwei Gehäusetypen. Zum einen gibt es sogenannte Unterdecksysteme. Hier lässt sich der Tonabnehmer individuell am Tonarm verschrauben bzw. justieren. Auf der anderen Seite finden sich auch Tonabnehmer mit Direktanschluss bzw. „SME-Bajonettanschluss“. Diese werden an den Tonarm angeklippt und bieten weniger Einstellungsmöglichkeiten.

Auch die Tonnadeln gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Genauer: Es gibt sie in verschiedenen Schliffformen. Elliptisch geschliffene Nadeln können einen größeren Frequenzbereich abbildet. Sie lesen mehr Audioinformationen aus der Platte, verschleißen diese aber auch schneller.

Sphärisch geschliffene Tonnadeln sind spitzer und liegen daher tiefer in der Spurrille der Schallplatte. Diese springen daher auch weniger aus der Rille hinaus. Dieses Verhalten prädestiniert sie für das Scratching und Beat-Juggling, das eine manuelle und robuste Bewegung erfordert.

Kein DJ-Turntable ohne Pitch-Controller

DJ-Plattenspieler weisen einige besondere Ausstattungsmerkmale auf, die unverzichtbar für den DJ sind. Eines davon ist der sogenannte Pitch-Controller. Mit dessen Hilfe lässt sich die Geschwindigkeit des Plattenspielers um einen bestimmten Prozentsatz ausgehend von der Ausgangsgeschwindigkeit regulieren. Dadurch wird es möglich, unterschiedliche Tracks beim Mixen anzugleichen und miteinander zu überblenden.

Neben dem klassischen Set aus Mixer und Plattenspielern existiert mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher digitaler DJ-Controller, die ohne Vinylplatten (ausgenommen sind hierbei die sogenannten Digital Vinyl Systeme) arbeiten. Hier wird besonders mit CD-Playern oder digitalen Audiodateien gearbeitet.

Charakteristisch für die modernen, rein digital arbeitenden DJ-Decks sind die sogenannten drehbaren Jogwheels. Als Bedienelemente imitieren sie aufliegende Schallplatten. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch CDs und MP3-Dateien mixen und scratchen.

Neben dieser Hardware existiert mittlerweile eine Fülle an reinen Softwarelösungen für DJ-Decks. Die Programme stehen in Ihrer Funktionalität ihren Geräte-Kollegen in nichts nach. Im Gegenteil. Oft lassen sich gleich mehrere DJ-Decks simulieren und miteinander kombinieren. Für Scratching-Enthusiasten sind DJ-Programme hingegen weniger geeignet.

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