Damit alles perfekt passt: Messwerkzeuge für den Modellbau

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Damit alles perfekt passt: nützliche Messwerkzeuge für den Modellbau

Egal, ob jung oder alt, groß oder klein – Modellbau ist ein faszinierendes Hobby, welches voller Entfaltungsmöglichkeiten steckt und dementsprechend vielseitig ausfallen kann. Egal, ob historische Militärfahrzeuge, detaillierte Holzschiffe oder vielfältige kleine Modelldioramen mit kompletten Landschaften. Hier gibt es für jeden Geschmack eine große Auswahl an Entfaltungsmöglichkeiten. Umso lieber werden daher auch Zeit, Kosten und Mühen in den Erwerb, Aufbau und die Pflege der Modelle gesteckt.

Für den Erfolg des Modellbaus benötigen Sie daher auch eine gehörige Portion Wissen sowie das richtige Equipment. Gerade wenn es darum geht, die Modelle selbst aufzubauen und alle technischen Details richtig einbauen wollen, empfiehlt sich das richtige Werkzeug, um bei der Bearbeitung des Materials keine Schäden zu verursachen. Besonders Messwerkzeuge sind hier unverzichtbar, geht es doch darum, die Nachbauten möglichst maßstabsgetreu aufzubauen. Der folgende Ratgeber setzt sich daher mit dem Maßstab und Messwerkzeugen auseinander und gibt Tipps für Aufbau und Pflege ihres Modells.

Was definiert ein Modell?

Modellbau definiert sich als die Herstellung dreidimensionaler Nachbildungen von fiktiven oder realexistierenden Modellen. Diese Modelle können wahlweise aus Original-Materialien oder industriell vorgefertigten Bauteilen bestehen. Erlaubt ist dabei fast alles. Unterschieden wird zwischen Freizeitmodellen und Industriemodellen. Letztere werden unter anderem zur Veranschaulichung von Bauvorhaben oder Fahrzeugkonzepten gebaut und haben somit einen praktischen Wert. Hier muss der Detailgrad auch nicht zwanghaft hoch ausfallen, da der Nutzen im Vordergrund steht.

Bei den Hobby-Modellen wird zwischen Stand- und Funktionsmodellen unterschieden. Standmodelle sind wesentlich detaillierter und setzen ganz auf einen originalgetreuen Look, der sich weniger an Funktionalität orientiert. Meist sind es diese Modelle, welche von den Sammlern auch geschätzt werden. Je nach Bausatz können sie in mühsamer Kleinarbeit selbst zusammengesetzt werden oder sind bereits nahezu vollständig aufgebaut. Funktionsmodelle sind hingegen, wie der Name es bereits vermuten lässt, auch für den praktischen Gebrauch bestens geeignet. Sie sind meist, zugunsten Ihrer Funktionalität, etwas detailärmer. Besonders bei Modellflugzeugen genießt diese Form große Popularität. Diese RC-Modelle werden durch Fernsteuerungen bedient, die unterschiedliche detailliert ausfallen kann.

Es gibt dabei verschiedenste Gründe, warum sich Menschen für den Modellbau entscheiden. Meist ist es natürlich eine spezielle Liebe zu dem Original an sich. Das kann aus verschiedenen Gründen geschehen, häufig steckt aber natürlich auch eine gewisse biografische Grundlage hinter all dem. Richtige Modellbauer zeichnen sich daher auch durch ein übergroßes Maß an Liebe, Leidenschaft und Genauigkeit aus, wenn es um ihre kleinen Lieblinge geht. Vor allem aber sind auch Zeit und Geduld entscheidend, wenn es um den Aufbau und die Pflege der maßstabsgetreuen Modelle geht. Meist benötigt es viel Zeit und Fingerspitzengefühl, um alle Teile originalgetreu einzubauen. Dies sollten Sie in jedem Fall wissen, bevor Sie anfangen, das Hobby intensiver zu betreiben.

Der Maßstab ist das entscheidende Kriterium für die richtige Kategorisierung eines Modells

Kernkriterium für die Definition und Unterscheidung von Modellbauten ist ihr Maßstab. Dieser Wert definiert das Verhältnis zwischen Größe des Originals und der des Modells. Eine Einhaltung des richtigen Maßstabes ist für den Modellbau sehr wichtig, besonders wenn es um das manuelle Einbauen von Elementen geht. Wenn eine Komponente zu klein oder groß gewählt ist, passt Sie schlicht und ergreifend nicht zum Rest des Modells. Die Zahl im Maßstab definiert dabei den Wert des Größenunterschiedes. Ein Maßstab von 1:87 bedeutet zum Beispiel, dass das Original 87 mal größer ist in Länge, Breite und Höhe, als das Modell. Das Gewicht des Modells entspricht dabei in etwa dreimal dem Maßstab des Originals, welcher von diesem abgezogen wird.

Es gibt viele spezielle Maßstäbe für die einzelnen Modellbauweisen. Zu den üblichen Maßstäben, die sich in den verschiedenen Bereichen etabliert haben zählen:

  • Modelleisenbahn: 1:220, 1:22,5
  • RC-Automodelle: 1:24, 1:10, 1:8, 1:6
  • Schiffsmodelle: 1:200, 1:100, 1:75, 1:50 (RC-Modelle) 1:1200, 1:720, 1:600 (Standmodelle)
  • Flugzeugmodelle: 1:144, 1:72, 1:48, 1:32
  • Standmodelle Fahrzeuge: 1:87, 1:40, 1:24, 1:12

Darüber hinaus gibt es aber auch eine große Anzahl individueller Maßstäbe, die sich je nach den Vorlieben der Modellbauer gestalten.

Die Wahl des richtigen Messinstruments für den Modellbau

Modellbausätze sind in der Regel bereits auf der Verpackung mit dem entsprechenden Maßstab gekennzeichnet. Auch, wenn Sie industriell gefertigte Zusatzkomponenten kaufen, sollten Sie darauf achten, dass der Maßstab auf der Verpackung dem Ihres Modells entspricht. Doch nicht immer ist der Maßstab einwandfrei gekennzeichnet. Richtig kompliziert wird es dann aber, wenn Sie ein Modell selbst aufbauen wollen. Zum einen vielleicht, weil das entsprechende Modell nicht offiziell als Bausatz zu kaufen ist oder weil Sie dem Ganzen eine gewisse individuelle Note verpassen wollen. In diesem Fall gehört ein gutes Messinstrument zur Standardausrüstung jedes Modellbauers. Hier finden Sie einige der wichtigsten Hilfsmittel zu diesem Thema.

Messschieber – klassische Werkzeuge für den Heimgebrauch

Klassische Messwerkzeuge, wie Messschieber, Messschrauben oder Winkel gehören zu den langlebigsten Utensilien, wenn es darum geht, richtiges Maß zu nehmen. Anreißmessschieber sind gut dafür geeignet, das Istmaß eines Objektes festzuhalten. Damit wird meist ein Werkstück markiert, allerdings funktionieren diese Anreißmessschieber häufig nur auf flachem Untergrund. Im Gegensatz zu Standardmessschiebern besitzen diese Anreißmessschieber keine Messschenkel. Mithilfe einer Reißnadel wird das Werkstück markiert und kann dann besser bearbeitet werden.

Klassische Messschieber sind dabei eine bewährte Möglichkeit, Längenmaße zu bestimmen. Sie sind überaus genau, können neben der Länge auch das Innen- und Tiefenmaß. Sie besitzen einen festen Messschenkel sowie einen speziellen Tiefenmessstab. Das zu messende Objekt wird dabei zwischen festen und beweglichen Messschenkel positioniert und kann so möglichst genau gemessen werden. Seien Sie aber sehr feinfühlig beim Umgang mit dem Messschieber, gerade, wenn es um feine Teile geht.

Bügelmessschrauben und Winkel ermöglichen detaillierteres Messen

Sogenannte Bügelmessschrauben werden umgangssprachlich auch als Mikrometer bezeichnet und können ebenfalls zur Bestimmung von Längenmaßen benutzt werden. Größter Vorteil gegenüber dem Messschieber ist eine erhöhte Messgenauigkeit dieser Geräte. Auch ist der Messbereich deutlich kleiner, als beim Messschieber, weshalb die Geräte eher für kleinere Messaufgaben geeignet sind. Allerdings ist die Handhabung dieses Utensils insgesamt deutlich komplizierter.

Winkel sind hingegen praktische Alleskönner, welche unabdingbar sind, wenn es um das richtige Anreißen und Trennen von Materialien geht. So können Linien gleichzeitig nicht nur im richtigen Winkel angerissen werden, sondern auch mit der richtigen Länge nach. Neben starren Winkeln mit 90-Grad-Winkel gibt es auch Präzisionswinkel, welche genauer arbeiten. Für genaues Abmessen und richtige Seitenverhältnisse sind diese Varianten unverzichtbar.

Unverzichtbar, wenn es um Genauigkeit geht – die Wasserwaage

Die Wasserwaage ist als Prüfgerät zur vertikalen und horizontalen Ausrichtung eines Objektes ein gern gewählter Klassiker, der sich für möglichst genaues Messen bewehrt hat. Kernstück dieses Messinstruments ist die sogenannte Libelle. Darunter wird eine Messtechnik verstanden, bei der in einer Kunststoff- und Glasröhre befindliche Flüssigkeit eine Luft- bzw. Gasblase positioniert wird. Die Blase schwimmt dabei quasi stets an die höchste Stelle. Durch Drehen und Verschieben der Waage wird ihre Position geändert. In der Regel gibt es zusätzliche Markierungen auf der Kunststoffhülle. Eine Platzierung der Blase zwischen diesen beiden Markierungen garantiert dabei die genauste Abmessung. Sobald Sie die Waage also auf eine Oberfläche legen und die Blase der Libelle mittig positioniert ist, wissen Sie auch, dass Sie genau gearbeitet haben.

Speziell für den Modellbau gibt es auch sehr kleine Wasserwagen, die eigens dafür ausgerichtet sind, die Balance bei sehr kleinen Objekten zu messen und dabei höchste Genauigkeit zu garantieren. Inzwischen sind auch elektronische Varianten erhältlich. Vor allem die Variante mit einem Laser hat sich dabei inzwischen für sehr genaues Messen etabliert. Allerdings sind diese Modelle in erster Linie für größere Distanzmessungen, bspw. für das Erschließen der Messwerte von Wänden, wichtig und weniger nützlich für den detaillierten Modellbau.

Weitere Messvarianten

Auch der Zollstockgilt im Heimwerkerbereich als ein sehr beliebtes Utensil zur Abmessung. Die Varianten aus Metall, Kunststoff oder Holz sind allerdings weniger gut für detaillierte Modelle geeignet, liefern bei größeren Modellen allerdings detaillierte Messwerte. Normale Lineale, wie Sie sie aus der Schule kennen, können ebenfalls eine gute notgedrungene Variante sein. Besser und stabiler sind hier kleine Stahllineale.

Sehr praktisch sind auch traditionelle Maßbänder. Die kleinen Bandmaße lassen sich bequem in der eigenen Tasche transportieren und sind dadurch stets griffbereit. Moderne Maßbänder besitzen heutzutage eine automatische Einrollfunktion. Sie werden allgemein hin auch als Rollmaßband oder Taschenbandmaß bezeichnet. Auf diese Weise lassen sich bis zu 10 m Länge verstauen. Ein zusätzlicher Metallwinkel am Ende des Bandes hilft des Weiteren bei der Befestigung des Bandes. Es gibt auch Varianten, bei welchen die Materialdicke des Winkels zum Zwecke zusätzlicher Präzision verstellbar ist.

Achten sie bei den Maßbändern auf das richtige Material

Maßbänder sind auch gut für den Modellbau geeignet, da sie sich flexibel biegen und drehen lassen und somit auch Durchmesser von einzelnen Teilen oder speziellen Bereichen sehr einfach zu vermessen sind. Stahlbänder, insbesondere die Taschenbandmaße, bestehen aus dünnem Bandstahl mit Kunststoff-, Glasfaser- oder Lacküberzug. Ihre Länge kann dabei zwischen 3m und 50m variieren, abhängig vom jeweiligen Modell. Das Maßband beginnt wahlweise direkt am Nullpunkt oder ca. 10 cm von der eigentlichen Halterung entfernt.

Noch flexibler in der Handhabung sind traditionelle Maßbänder, welche aus beschichtetem Leinen bestehen. Das ist für den Modellbau auf der einen Seite von Vorteil, auf der anderen sind diese Varianten auch ein wenig ungenauer. Zusätzlich gibt es auch Bänder aus glasverstärktem Kunststoff, welche recht witterungsresistent sind. Die Genauigkeit aller Messgeräte wird über eine spezielle EG-Richtlinie definiert. Diese EG-Genauigkeitsklasse findet sich meist klein gedruckt am Anfang der Messskala. Je höher der Wert ist, umso präziser arbeiten die Messinstrumente.

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