Congstar, Vodafone, FONIC & Co: SIM-Karten im Praxis-Test

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Congstar, Vodafone, FONIC & Co: SIM-Karten im Praxis-Test

Prepaid-Handys und Prepaid-Karten sind eine wunderbare Alternative zu klassischen Mobilfunkverträgen. Wie der Name bereits verrät, muss eine Prepaid-Karte vor dem Telefonieren mit Guthaben aufgeladen werden. Der Vorteil: Sie haben Ihre Kosten stets im Blick und geben nie mehr aus als gewünscht. Während Prepaid-Tarife gerade für Vieltelefonierer lange Zeit deutlich teurer waren als Verträge mit monatlicher Grundgebühr, hat sich dies insbesondere mit der steigenden Nutzung des mobilen Internets geändert. So bieten auch Prepaid-Tarife günstige Flatrates an, die die Kosten senken und Prepaid-Karten konkurrenzfähig machen. Es kann also sinnvoll sein, sich die verschiedenen Möglichkeiten einmal genauer anzusehen.

Die große Menge verschiedener Tarife erlaubt es Kunden, ihre Tarifwahl äußerst individuell zu gestalten. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen an einen Tarif deutlich: Während ein Kunde viel Wert auf die Netzabdeckung in ländlichen Gebieten legt, benötigt ein anderer Kunde vielleicht eine möglichst günstige Datenflatrate für mobiles Internet. Dies sind zwei beispielhafte Kriterien, nach denen ein Prepaid-Tarif gewählt werden kann. Weitere wichtige Punkte, die für alle Angebote unabhängig von den jeweiligen Verbindungsgebühren gelten, erläutert dieser Ratgeber.

Welche Anbieter gibt es und welches Netz nutzen sie?

Vor rund zehn Jahren war das Angebot an Mobilfunkanbietern noch vergleichsweise begrenzt. Insgesamt gab es vier große Unternehmen, die allesamt auch heute noch aktiv sind. Jeder der Anbieter nutzt ein anderes Mobilfunknetz. Aufgeteilt sind die Mobilfunknetze in das D- und das E-Netz, wobei in Deutschland die großen Anbieter Vodafone und Telekom im D-Netz arbeiten, während E-Plus und O² das E-Netz nutzen. Hinsichtlich der Netzabdeckung und der möglichen Geschwindigkeit für die Datenübertragung bestehen zwischen den vier verschiedenen Netzen feine, aber mitunter entscheidende Unterschiede; hierzu später mehr.

Zunächst ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch sogenannte Discountanbieter wie Congstar, Fonic oder Aldi-Talk in denselben Netzen arbeiten. Nicht jeder Anbieter von Prepaid-Tarifen betreibt also ein eigenes Mobilfunknetz; vielmehr werden die Ressourcen der vier großen Anbieter – Telekom, Vodafone, O² und E-Plus – von den alternativen Prepaid-Anbietern mitgenutzt. So nutzt beispielsweise Fonic das Netz von O², während Congstar auf das der Telekom aufsattelt. Diese Gleichung lässt sich für jeden noch so kleinen Mobilfunkanbieter in Deutschland aufstellen.

Kriterien der Netzwahl: Netzabdeckung und Geschwindigkeit von Datenverbindungen

Aus diesem Grund müssen zunächst die vier großen Netze und ihre Qualität betrachtet werden; erst dann lässt sich eine Aussage über die Netzqualität der kleinen Anbieter treffen.

In Tests, die zum Beispiel von Computer-Bild oder Connect jährlich durchgeführt werden, bietet das Netz der Telekom durchweg die beste Qualität. So ist die Netzabdeckung bei der Telekom sowohl im städtischen Raum als auch auf dem Land am höchsten; zudem erreichen Kunden in diesem Netz die höchste Surfgeschwindigkeit. An zweiter Stelle befindet sich Vodafone, das ebenfalls eine ausgezeichnete Netzabdeckung auf dem Land und in der Stadt bietet. O² und E-Plus fallen hingegen leicht ab, wobei E-Plus gerade in ländlichen Gebieten eine geringere Netzabdeckung bietet.
Wer also die Wahl hat, sollte sich für eines der beiden D-Netze – Vodafone oder Telekom – entscheiden. Hier erreichen Sie sowohl auf dem Land als auch in der Stadt über 97 % Netzabdeckung, was ein außerordentlich guter Wert ist. Für die dauerhafte Nutzung ist dies gleichbedeutend mit weniger Funklöchern und einer höheren Surfgeschwindigkeit.
Ob und wie oft die Qualitätsunterschiede der verschiedenen Netze allerdings wirklich spürbar sind, hängt stark von Ihrer individuellen Nutzung ab: Wenn Sie viel und überall, also sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, telefonieren, dann spielt die Netzwahl wirklich eine Rolle; Verbraucher, die eher selten telefonieren, werden die Unterschiede hingegen kaum spüren. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung ist vor allem für Besitzer schneller Smartphones wie dem iPhone 4 oder dem Samsung Galaxy S3 von Bedeutung. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung gängiger Discountanbieter und ihrer Mobilfunknetze:

  • Congstar = Telekom
  • blau.de = E-Plus
  • simyo = E-Plus
  • Fonic = O²
  • Otelo = Vodafone
  • Maxxim = O²

Neben diesen Anbietern gibt es noch eine große Vielzahl weiterer Optionen. So verfügen viele Einzelhandelsketten über eigene Prepaid-Discounttarife. Auch diese Anbieter funken in einem der vier großen Netze.

Echtes Prepaid vs. Pseudo-Prepaid: Was ist der Unterschied?

Mit der steigenden Anzahl an Anbietern hat auch die Kreativität bei der Ausgestaltung der Tarife zugenommen. Die Folge ist, dass Kunden oftmals nicht mehr genau wissen, wie abgerechnet wird oder wie man die Prepaid-Karte auflädt. Eingeschlichen hat sich dabei ein Abrechnungsmodell, das Pseudo-Prepaid genannt wird. Hierbei handelt es sich um Tarife, bei denen die Kosten für eine Telefon- oder Datenverbindung nicht sofort mit dem Guthabenstand auf der Karte verrechnet, sondern erst verzögert berücksichtigt werden. Dies führt dazu, dass bei solchen Angeboten auch negative Kontostände möglich sind. Wer dieses Risiko eingeht, der hat die Wahl aus einer Reihe besonders günstiger Tarife, die mitunter nur 6 Cent pro Minute Telefonieren oder pro SMS kosten – ein Preis, der schon so manchen Kunden zu einem Wechsel veranlasst hat und deutliche Ersparnisse ermöglicht.

Wie funktioniert die Postpaid-Abrechnung?

Viele Anbieter ermöglichen zudem eine Postpaid-Abrechnung: Statt die SIM-Karte vorher aufzuladen, wird der Verbrauch nachher abgerechnet. Der einzige Unterschied zum klassischen Mobilfunkvertrag besteht im Wegfallen der Mindestvertragslaufzeit, die sonst üblicherweise 24 Monate beträgt. Vereinzelt haben Sie bei solchen Postpaid-Modellen die Möglichkeit einer “Kostenbremse”. Hierbei ist der monatliche Verbrauch gedeckelt, sodass Sie sich einen finanziellen Rahmen stecken können. Eine wirklich volle Kostenkontrolle haben Sie allerdings nur, wenn es sich um ein echtes Prepaid-Angebot handelt. Aufgeladen werden können die Karten dann im Einzelhandel, online oder am Bankautomaten. Hier zeigt sich auch ein weiterer Unterschied zwischen den verschiedenen Angeboten: die Möglichkeit der Guthabenaufladung.

Worin unterscheiden sich die Anbieter bei der Aufladung von Guthaben?

Ursprünglich war das Aufladen von Guthaben nur im Einzelhandel möglich: Hier erwarb man Guthabenkarten, die einen Code trugen. Dieser wurde per SMS an die Service-Nummer gesendet, woraufhin der Mobilfunkbetreiber das Guthaben auf der SIM-Karte gutschrieb. Diese Möglichkeit gibt es auch heute noch, allerdings nicht für jeden Anbieter. So bieten nur einige Mobilfunkanbieter physische Guthabenkarten an, die Sie zum Beispiel bei eBay kaufen können. Folgend eine Auflistung der größten Anbieter:

  • Vodafone
  • Telekom
  • E-Plus
  • Fonic
  • Congstar
  • blau.de

Für andere Anbieter wie Discotel oder Maxxim führt der Weg über die Website des Anbieters. Hier können Sie Guthaben mit der EC-Karte, einer Kreditkarte oder via PayPal aufladen. Auch automatische Guthabenaufladungen sind möglich: Hierbei hinterlegen Sie Ihre Bankverbindung und können nun jederzeit per SMS die Abbuchung eines bestimmten Betrags von Ihrem Konto veranlassen. Auf diese Weise sind Sie besonders flexibel. Vorsichtig sollte man allerdings bei Pseudo-Prepaid sein: Wird hier die Kontoverbindung hinterlegt und verbraucht man versehentlich mehr Guthaben, als sich auf der Karte befindet, so bucht der Anbieter die Differenz ungefragt vom Konto ab. Gerade für junge Kunden ist Pseudo-Prepaid daher nicht immer eine gute Lösung.

Mit attraktiven Flatrates können Sie die Kosten noch weiter senken

Um Kosten zu sparen, sind Flatrates eine gute Möglichkeit. Auch diese waren lange Zeit nur Kunden eines Mobilfunkvertrags mit Mindestlaufzeit vorenthalten. Heute bietet nahezu jeder Mobilfunkbetreiber eigene Flatrates mit Datenpaketen, Freiminuten und SMS-Paketen an. Die Angebote hierbei sind höchst unterschiedlich, weshalb sich eine genaue Auflistung der verschiedenen Angebote auf Prepaid-Vergleichsseiten empfiehlt.

Worauf Sie bei Kombination von Flatrate und Prepai-Karte achten sollten

Allerdings gibt es bei Flatrates in Kombination mit Prepaid-Karten einen Haken: Während Vertragskunden von echten Flatrates profitieren, bei denen tatsächlich unbegrenzt telefoniert, gesimst und gesurft werden kann, bieten Prepaid-Angebote lediglich Pakete an. So lassen sich beispielsweise Surfpakete buchen: Für einen festen Betrag, der vom Guthaben der Prepaid-Karte abgezogen wird, können Sie bis zu einem bestimmten Datenvolumen surfen. Ist das gebuchte Datenvolumen erreicht, surfen Sie weiter – dann allerdings mit deutlich niedrigerer GPRS-Geschwindigkeit. Dasselbe System greift bei SMS- und Telefonie-Paketen. Auch hier erhalten Sie eine bestimmte Anzahl an SMS und Freiminuten. Sind diese erschöpft, wird der normale Preis des Tarifs fällig.

Alle Flatrates können sowohl online als auch per SMS gebucht werden. Gültig sind sie je 30 Tage lang. Wenn Sie bis dahin Ihr Kontingent an SMS, Freiminuten oder Datenvolumen nicht aufgebraucht haben, verfällt es. Die meisten Anbieter erneuern die Flatrates allerdings automatisch, wenn genügend Guthaben auf der Karte ist. Möchten Sie eine Flatrate trotz ausreichendem Guthaben kündigen, so muss dies explizit über die Website oder per SMS geschehen. In diesem Aspekt unterscheiden sich die diversen Anbieter nicht.

Wenn Sie noch kein Handy haben: Prepaid-Handys zum Vorzugspreis

Viele Prepaid-Anbieter bieten zu ihren SIM-Karten passende Handys und Smartphones. Angeboten werden hierbei sowohl günstige Einsteigerhandys für weniger als 20 Euro als auch teure Smartphones. Der Vorteil an einem solchen Paket ist der geringere Anschaffungspreis: Zwar erhalten Sie Smartphones mit Prepaid-Karte nicht ganz so günstig wie bei einem Vertrag mit Mindestlaufzeit; jedoch lässt sich auch hiermit gegenüber dem reinen Anschaffungspreis des Geräts viel Geld sparen. Der einzige Haken besteht im SIM-Lock: Für die Dauer von zwei Jahren kann das Handy nur mit einer SIM-Karte des Prepaid-Anbieters betrieben werden. Wenn Sie ein Handy mit SIM-Lock mit einer anderen Karte nutzen möchten, wird eine Gebühr fällig, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ist.

Fazit: für welche SIM-Karte Sie sich am besten entscheiden

Mit zahlreichen interessanten Optionen wie SMS-Paketen, Android-Smartphones oder anderen Handys zu vergünstigten Preisen sowie mit immer niedrigeren Verbindungsgebühren sind SIM-Karten mit Prepaid-Guthaben mittlerweile eine interessante Alternative zum klassischen Handyvertrag. Das Angebot ist riesig, allerdings bieten nur wenige Anbieter einen lückenlosen Kundenservice. Die in diesem Ratgeber genannten Mobilfunkbetreiber sind allesamt empfehlenswert. Der einzige Unterschied besteht in den möglichen Flatrates und Zusatzoptionen. Hier empfiehlt sich ein genauer Vergleich der verschiedenen Anbieter. Auf diese Weise finden Sie garantiert ein Angebot, das zu Ihren Bedürfnissen passt.

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