Computercases und modding- Tower

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Servus und Hallo allerseits!
Wie meinem Comunity- Profil zu entnehmen ist bin ich zwar kein professioneller Computerschrauber im Sinne eines IT- Weissichnichtwas-Profis. Habe aber dennoch so die ein oder andere Erfahrung im Bereich Computer- Hardware und Software gemacht. Heute will ich mich erst einmal dem Grundgerüst eines jeden Selbstbau- Projektes widmen. Dem Tower:

Zunächst einmal will ich eine Lanze brechen für all jene, die sich ihren Tower nach ihren eigenen Wünschen anpassen mit LEDs, Windowkits etc. Schließlich ist der PC in den meisten Zimmern der heutigen Zivilisation schon so etwas wie ein Einrichtungsgegenstand der mehr oder weniger offensichtlich in der Wohnung steht.

Tacheles:Um zum Punkt zu kommen: Ich habe schon 8- 12 Rechner zusammengebaut und weiss daher nur zu genau worauf es bei einem Gehäuse zu achten gilt.

1) Der Einsatzzweck: Ist der Tower nachher noch zu sehen oder steht das Gerät nachher eingebaut im Schreibtischunterbau? Im zweiten Fall würde ich dazu raten einen optisch eher unspektakulären Tower zu nehmen, dar dieser in den meisten Fällen deutlich günstiger ist.

2)Wieviel Platz benötige ich im Gehäuse?: Erfahrungsgemäß reicht ein durchschnittlicher Midi- Tower für einen Arbeits oder Multimedia-PC völlig aus. Sollen jedoch noch einige Erweiterungskarten wie TV-Karte, zusätliche Festplatten- oder Netzwerkkarten eingebaut werden; oder das Mainboard hat schon von Haus aus sehr viele Onboard- Features, die über eine Slotblende nach aussen geführt werden müssen, dann würde ich eher zu einem Big- Tower raten, um den kühlenden Luftstrom durch das Gehäuse nicht schon durch Kabelsalat abzuschneiden.(Der Sommer mit Computerabstürzen kommt sonst schneller als einem lieb ist)   Das gleiche gilt für Fileserver wo man sich die Option offen halten sollte immer nochmal eine zusätzliche Festplatte einzubauen.

3)Material: Das Material ist nicht nur eine Designfage! Übertakter wissen wovon ich spreche! Der durchschnittliche Tower ist aus Stahlblech mit ein paar Lochgittern und ein paar Plastikblenden.
Wer ein etwas größeres Budget hat, und für den nackten Tower ein paar Euro mehr auszugeben kann,  sollte sich mal ein paar Gehäuse aus Aluminium ansehen. Die Wärmeableitung von Aluminium ist um Klassen besser als bei normalem Blech! Teure Spielehardware z.B. die aktuellen Spitzen-Grafikkarten werden es Ihnen mit kühleren Chiptemperaturen und damit stabilerem Betrieb danken.

4)Seitliche Festplattenkäfige: Oft angepriesen weil die Festplatte schneller ausgebaut ist, aber im Alltag doch eher nervig! Wer öfter mal die Festplatte tauscht sollte sich meiner Meinung nach besser nach einem guten Wechselrahmen umsehen. Wer die paar Euro sparen will, kann sich schon mal darauf einstellen, daß das Gehäuse in den meisten fällen erfahrungsgemäß mit offener Seitenwand da steht, was in einem ziemlich staubigen Inneren des rechners endet. Lüfterausfälle sind da schon fast vorprogrammiert.
Wer dennoch seitlich angebrachte Festplattenkäfige haben möchte, sollte sich wenn SATA-Platten eingebaut werden sollen, schon einmal nach abgewinkelten SATA- Steckern umsehen, da viele Tower so konzipiert sind, daß sonst die Seitenwand nicht mehr zuzumachen ist. Und abgewinkelte SATA-Kabel habe ich noch in keiner Mainboard- Packung gesehen!

5)Schienen für den Einbau von Karten und Laufwerken: Schienen für Laufwerke und Erweiterungskarten sind ein zweischneidiges Schwert! Die Schienen für Laufwerkskäfige sind meist sinnvoll. da sie meist in die genormten Gewindelöcher der Laufwerke gesteckt werden und dann einfach in den Laufwerkskäfig eingeklipst werden. Theoretisch wäre das bei  den Halterungen  für Erweiterungskarten  auch eine tolle Erfindung, wenn die  Konstruktion selbiger nicht häufig so aufgebaut wäre, dass  eine PCI-Express  Karte nur nach  der Bearbeitung des Klipsmechanismusses mit einer Feile erfolgreich eingebaut werden kann.
Diese Halterungen hatte ich bisher über Jahre weg in 7 oder  8 verschiedenen  Towern und von denen  hat es nur  bei zwei etwas hochpreisigeren  Modellen  in der  Preisklasse ab  ca.100€  problemlos funktioniert.

6)Das Netzteil: Über das Netzteil streiten sich die Geister. Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten schon im Tower verbauten Netzteile ab ca.350-400 Watt für die meisten Kombinationen augereicht haben.
Wer sich allerdings einen nagelneuen Rechner mit  brachialer  Grafik- und  Prozessorleistung  zusammenstellt,
der schaut sich besser vorher in Foren um und schaut bei einschlägigen  Händlern  in die  Produktbewertungen bevor er sich  entscheidet. Was  ich  im  nachhinein  beim Zusammenbau meines eigenen  Rechners  schon  bereut  habe ist, daß ich mir keins mit einzeln am Netzteil einsteckbaren Versorgungsleitungen für die Laufwerke besorgt habe.(Stichwort Kabelsalat)

7)Windowkit, Beleuchtung,Temperaturüberwachung: Ein Thema für alle, die den besonderen optischen "Schnick" an ihrem Gehäuse nicht missen wollen, oder ständige Kontrolle über die Temperatur ihrer Komponenten haben wollen. Das Windowkit ist erfahrungsgemäß ziemlich zeitaufwändig, wenn man das Window selbst einbauen will, und der Preisunterschied zu fertig eingebauten windows ist in den meisten Fällen nicht sehr hoch. Daher ist der Selbsteinbau eher was  für Leute, die etwas wirklich einzigartiges schaffen wollen, und bereit sind dafür einige Stunden zu opfern.
Bei Beleuchtung und Temperaturkontrolle kommt es wieder darauf an wie einem die angebotenen Lichtfarben zusagen, oder ob einem die meist 1-2 Temperaturfühler ausreichen, die in den meisten eingebauten Multi-Displays zum Lieferumfang gehören. Wenn ja kann man im Vergleich zum Einzelkauf schnell mal 40-50€ sparen, die in andere Komponenten investiert werden können.

8)Frontanschlüsse für Kopfhörer und USB: Vor ein paar Jahren noch waren Tower, die Sound und USB an der Frontseite hatten eher rar. Mittlerweile gehört es zum guten ton. Dennoch sollte man darauf achten. wo die Anschlüsse am Tower sitzen und zwar im Zsammenhang mit dem Stellplatz den das gute Stück nachher einnimmt.
Beispiel: Sie haben einen Tower gekauft mit Soundanschlüssen am Gehäusesockel. Der Tower steht unter Ihrem Schreibisch, welcher ca. 5 Meter von der Wiege Ihres 7 Monate alten kindes steht, das gerade im Nebenraum friedlich eingeschlafen ist.Vorausgesetzt sie wollen jetzt ein wenig Musik hören beim Arbeiten am PC, und um den kleinen nicht zu stören stecken sie die Kopfhörer in den Front-Out am Gehäuse.
Da wäre es doch ziemlich bescheiden, wenn der kleine von dem Geschrei eines seiner Elternteile aufwacht, weil Er oder Sie sich aufgrund unzugänglicher Stecker einen Wirbel ausgeränkt oder den Kopf angestoßen hat oder? ;-)

9)Kühlung: Die meisten Tower sind mit 2 Lüftern augestattet, einer an der Front unten um "kalte" luft ins gehäuse zu pusten und einer im Netzteil oben um die Warmluft abzutransportieren.
Die meisten lüfter sind im Vergleich zu den Höllenmaschinen vor 5-6 Jahren schon ziemlich leise.
Wem das noch nicht ausreicht der kann entweder zu weiter geräuschgedämmten Lüftern greifen, oder Schallschutzmatten an die Gehäuseseiten von innen anbringen. Beides ist nicht ganz billig, aber im Vergleich zu komplett passiv gekühlten Gehäusen, oder Gehäusen mit Wasserkühlung deutlich günstiger.
Verschiedene Anbieter bieten diese Variante schon fertig an.
Einzelne Wasserkühlungen werden mittlerweile auch als Sets zum nachträglichen Einbau angeboten.
Diese würde ich aber keinem Neuling im Computerbereich empfehlen, da die Befüllung der Anlage noch mit einigen Risiken verbunden sind, die ein Unbrauchbar werden der teuer erstandenen Hardware zur Folge haben können.
Komplett passiv gekühlte Gehäuse sind von der Preisklasse her eher etwas für Enthusiasten, da ein solches Gehäuse schnell mit 500-600€ zu Buche schlägt.
Für das Geld gibt es anderswo einen kompletten Bürorechner mit Monitor und Betriebssystem!

Fazit: Das Richtige Gehäuse für alle Zwecke gibt es nicht, aber wenn man sich vorher ein paar Gedanken macht ist es nicht sehr schwierig das für sich passende Case zu finden.


Der letztendliche Kaufgrund für Gehäuse ist bei mir bisher meist der Preis, das Design und die Leistug des Netzteils gewesen.
Und bisher laufen alle Computer noch, die ich irgendwann mal zusammengebaut habe.
Ich hoffe, dem ein oder anderen eine kleine Hilfestellung habe geben können und wünsche noch viel Erfolg bei euren Computer-Projekten!

mfG: 4665Johannes!




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