Computer-Klassiker auf eBay entdecken

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Zurück in die Zukunft: Computer - Legenden

Was bedeuten uns heute die Retro-Rechner?

Grünes Bildschirmflimmern, schwere Gehäuse in dezentem Beige oder Grau – worin liegt der Charme der Computer-Oldies? Heute hat jedes Smartphone eine größere Rechenleistung, als 1969 für die gesamte Mondlandung zur Verfügung stand. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Unentwegten, denen gerade die alten Kisten ein Leuchten der Begeisterung in die Augen zaubern – und stets sind es Männer. Sie sind erst dann glücklich, wenn der letzte Platz im Regal von einem der begehrten Vertreter der Computer-Anfänge besetzt ist. Und dann kaufen sie ein neues Regal. Nicht nur Computer, auch Komponenten wie Bildschirme, Original-NetzteileLaufwerkeSpielkonsolen und Floppy Discs mit den passenden Programmen sind Objekte ihrer Begierde. Damals, als die Maus noch ausschließlich als Tier existierte, musste man den Computer mit den MS-DOS-Befehlen „Load“ und „Run“ zum Arbeiten bringen. Man konnte zusehen, wie er seine Aufgabe in Angriff nahm, mitfiebern und sich freuen, wenn er sie bewältigte. Ladebalken und Fehlermeldungen gab es nicht. Das lag aber schlicht und einfach daran, dass die nötige Grafikunterstützung für diese Dinge noch fehlte. Dabei waren diese ersten Personal Computer (PC) schon der zweite oder dritte Schritt in der Geschichte der schlauen Maschinen. Begonnen hatte es 1938 mit dem rein mechanischen Computer von Konrad Zuse. Er besaß eine Ein- und Ausgabe, einen Prozessor, einen Speicher und ein Programm. Damit genügte er als erstes Gerät der Definition des Computers. Bald übernahmen Relais, später Röhren und Transistoren die Verarbeitung der Daten. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Computer-Bug. In dem amerikanischen Großrechner Mark 1 verfing sich eine Wanze (Bug) zwischen den Relais und brachte das gesamte Programm zum Absturz. Mit der Einführung integrierter Schaltkreise ist diese Gefahr gebannt, dennoch sind Computer–Bugs keineswegs ausgestorben. Computer wurden erfunden, um monotone Rechenarbeit zu automatisieren und uns eine Menge Zeit zu ersparen. Nun verbringen wir eine Menge Zeit damit, den Computern bei der Arbeit zuzuschauen.

Folgende Firmen leisteten Pionierarbeit bei der Entwicklung des Personal Computers. Ihre Produkte sind heute begehrte Sammlerobjekte:

Apple

Der saftige Name der Firma rührt daher, dass die beiden Freunde und Firmengründer Steve Wozniak und Steve Jobs oft bei der Apfelernte halfen, um Geld zu verdienen. Ein kleiner Streit mit den Beatles, deren Plattenlabel den gleichen Namen hatte, wurde später unter Gentlemen beigelegt. Ein Teil des Startkapitals für Apple wurde von Ronald Wayne gestellt. Elf Tage später bekam er kalte Füße und verkaufte seine Anteile für 2300 Dollar. Hätte er sie behalten, wäre er heute vielfacher Milliardär.

Apple I:

Der geniale Programmierer Steve Wozniak schaffte es 1976 als Erster, die nötigen Bauteile für einen Personal Computer in einem schreibmaschinengroßen Gehäuse unterzubringen. Das Gehäuse war allerdings nicht im Kaufpreis von 666 Dollar enthalten, ebenso keine Tastatur und kein Bildschirm. Heute sind weltweit noch sechs funktionierende Exemplare des Apple I bekannt. Der Kaufpreis hat sich seit 1976 nahezu vertausendfacht.

Apple II:

Der erste, wirklich serienmäßig hergestellte Personal Computer mit professionell gestaltetem Gehäuse und integrierter Tastatur. Er konnte in der Urversion sechs Farben darstellen und war grafikfähig. Als erster PC wurde er auch für Computerspiele genutzt. Der Apple II wurde zwei Millionen mal verkauft und bildete bis 1980 das kommerzielle Rückgrat von Apple.

Apple Macintosh:

Nach der wenig erfolgreichen Entwicklung eines Apple III bestand dringender Handlungsbedarf für die Firma. Mit dem Macintosh gelang 1984 ein Coup, der Apple einen Technologievorsprung von zehn Jahren gegenüber der Konkurrenz einbrachte. Als erstes All–in-One Gerät mit integriertem Bildschirm war der Macintosh gleichzeitig der erste Heimcomputer mit Maus. Erstmals gab es ein Betriebssystem, das an die heute gebräuchlichen erinnert – mit einem Auswahlmenü und verschiebbaren Fenstern. Die Grafik- und Soundfähigkeit war revolutionär. Der geistige Vater des Macintosh, Steve Jobs, konnte seine Tränen kaum unterdrücken, als er sein Baby der Öffentlichkeit präsentierte.

iMac G3:

1998 der erste Geniestreich von Steve Jobs nach seinem Wiedereintritt in die damals fast tote Firma Apple Computers. Der bunte Rechen-Bonbon kann heute bereits als Oldie gelten und dürfte auf dem besten Weg in die Herzen der Sammler sein.

IBM

IBM model 5150:

Den ersten PC brachte IBM 1981 heraus. Er war eine Antwort auf den Apple II. Auch er war noch programmzeilenorientiert und kam ohne Maus und Windows, also verschiebbare Bildschirmfenster aus.

  • PC Portable: der erste tragbare PC von IBM. Mit einem monochromen 9-Zoll-Bildschirm in Bernsteinfarbe hatte er jedoch eher den Charme eines elektronischen Messgerätes. Er war optisch und technisch weit vom heutigen PC entfernt.
  • PC AT (Advanced Technology): Ebenfalls noch ohne Maus und grafische Benutzeroberfläche hinkte dieser PC dem im gleichen Jahr erschienenen Macintosh meilenweit hinterher. Allein der gute Name IBM, der seit jeher für Solidität und technische Innovationen stand, verhalf ihm zu einem gewissen kommerziellen Erfolg.
  • PC Convertible: Mit seinem ausklappbaren Bildschirm erinnert dieser tragbare PC erstmals an das Konzept des Laptop. Er war auch 1986 schon mit Batterien verwendbar. Maus und Windows ließen bei IBM-kompatiblen Computern weiterhin auf sich warten. Erst Jahre später gelang es dem Software-Entwickler von IBM, Bill Gates, seinem Erzrivalen Steve Jobs diese Konzepte abzuluchsen. Wenn man ihm allerdings vorwirft, er hätte diese bei Apple gestohlen, dann muss man auch erwähnen, dass Steve Jobs sie schon lange vorher bei Xerox geklaut hatte.

Atari

Das erste Computerspiel, „Pong“, wurde legendär und bildete die Geschäftsgrundlage für den Start der Firma im Jahr 1972.

Bereits 1996 hauchte Atari als eigenständiger Markenname sein Leben aus, dennoch hat er bis heute einen guten Klang bei Computerspielern, Musikern und den stolzen Besitzern früher Heimcomputer.

  • Atari 400 / 800: die ersten Homecomputer von Atari aus dem Jahre 1979
  • Atari PC 1 bis 5: In der zweiten Hälfte der 80er Jahre wurden von Atari IBM-kompatible PCs gebaut.
  • Atari Portfolio („Pofo“): tragbares Gerät, hauptsächlich zur Textverarbeitung. Aufgrund seines geringen Gewichts (500 g) und seines erschwinglichen Preises (400 USD) wurde der Portfolio auch als „intelligenter Bleistift“ bezeichnet. Seine Batterien hielten mehrere Wochen lang durch. Mit diesen Eigenschaften setzte er 1989 neue Maßstäbe in der Benutzerfreundlichkeit von PCs.
  • Mega STE: Dank einer Midi-Schnittstelle konnte sich dieser PC in der Musikproduktion behaupten. Auch für die Textverarbeitung wurde er eingesetzt.
  • Spielkonsolen: Einen wesentlichen Teil seiner Popularität verdankte Atari seinen Spielkonsolen von Pong (1979) bis Jaguar (1994). Eine unübersehbare Zahl von Spielen sorgte für eine weite Verbreitung in Amerika, Europa und Asien.

Commodore International

1954 ursprünglich als Hersteller von Schreibmaschinen gegründet, war Commodore viele Jahre lang Marktführer im Bereich Homecomputer.

  • VC 20: erster Homecomputer, der in Deutschland Fuß fassen konnte. Hier wurde er von Commodore Deutschland nachträglich mit dem Namen „Volks-Computer“ bedacht.
  • C 64 („Brotkasten“): Der C 64 bestach durch seine Leistungen in puncto Musik und Grafik. Bei seiner Markteinführung im Jahre 1982 war er noch relativ teuer. Im Laufe eines unerbittlichen Preiskampfes mit den Konkurrenten Atari und Texas Instruments fiel jedoch sein Preis, und er wurde auch in Deutschland zum Homecomputer für Jedermann. Mit 22 Millionen Einheiten ist er bis heute der meistverkaufte Computer weltweit.
  • SX 64: Die tragbare Variante des C 64 mit Farbmonitor. Weil sehr selten, ist sie heute ein begehrtes Sammlerstück.
  • Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre entwickelte Commodore eigene, IBM-kompatible Modelle wie den Commodore PC 10, die den „Originalen“ von IBM zeitweise den Rang ablaufen konnten.
  • Amiga 500: Durch den Ankauf dieser Eigenentwicklung ehemaliger Atari-Mitarbeiter konnte sich Commodore auch nach dem C 64 noch eine Zeit lang halten. Durch ein unklares Marketing und das Image als Spiele-Computer bedingt, verpuffte sein technischer Vorsprung jedoch am Markt.

1994 beantragte Commodore International die Liquidation

Robotron

Auch in der DDR wurden Computer hergestellt. Das Kombinat Robotron war der einzige Hersteller und orientierte sich stark an Vorbildern wie IBM. So waren einige Modelle kompatibel mit Windows 3.0. Die verwendeten Prozessoren stammten aus der Sowjetunion und waren baugleich mit ihren Vorbildern von Intel. Teilweise trat Robotron als Zulieferer für die westdeutsche Computerindustrie in Erscheinung. Wenn auch der ostdeutsche Computerbau niemals richtungweisend war, so sind doch seine Produkte aufgrund ihrer geringen Stückzahlen begehrte Sammlerobjekte geworden.

  • A 5120: Bürocomputer zur Text- und Datenverarbeitung. Aufgrund seines hohen Preises von ca. 35.000 Mark kam er für den privaten Gebrauch nicht in Frage.
  • BIC A 5105 (Bildungscomputer): Wurde an Schulen für die Ausbildung im Fach Informatik eingesetzt. Nach der Währungsunion wurden ca. 2.000 Stück dieses Modells im freien Handel unter der Bezeichnung ALBA-PC verkauft.

Wie finden Sie Ihren Computer-Oldtimer auf eBay?

Falls Sie auch der seltsamen Spezies der Computer-Sammler angehören, dann wissen Sie sicher selbst am besten, wie es dazu kam. Vermutlich spielt neben der Sammlerleidenschaft immer auch der Wunsch eine Rolle, die stürmische Entwicklung des Computers, die noch nicht einmal ein Menschenleben andauert, zu verstehen. Niemand möchte von dieser Entwicklung überrollt werden. Durch Einblick und Sachkenntnis wird es möglich, von der Rolle des passiven Zuschauers in die Rolle des Verstehenden zu wechseln. Oft ist ein Einzelstück, das man nie wegwerfen wollte, der Keim für eine Sammlung. Vielleicht orientieren Sie sich an der Marke, um weitere Geräte zu ersteigern. Eventuell streben Sie auch an, die gesamte verfügbare Peripherie für ein Modell zu erwerben. Für all diese Herangehensweisen bietet eBay die richtigen Tools an. Unter der Rubrik Computer-Klassiker können Sie Ihre Suche nach Marken oder auch nach bestimmten Komponenten filtern. Aber kaufen Sie zuerst ein stabiles Regal.

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