Boxkameras vs normale Kameras

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Boxkameras vs normale Kameras

Die Fotografie erfreut sich bei vielen Menschen größter Beliebtheit und hat seit dem 19. Jahrhundert faszinierende Kameras für die Menschheit bereitgestellt, die vor allem für Sammler sehr interessant sind. Hierunter zählt auch die Boxkamera, die zwischen 1880 und 1970 verkauft wurde und in den 50er-Jahren ihren Höhepunkt durchlebte. Sie unterscheiden sich sehr von den heutigen Digitalkameras, erreichen aber eine erstaunlich gute Bildqualität und können noch heute für interessante Aufnahmen genutzt werden.

Was ist eine Boxkamera?

Die Boxkamera wird wie jede andere Kamera zur Aufnahme von Landschaften, Menschen und mehr genutzt. Bilder wurden auf einem Rollfilm aufgezeichnet und sie gilt als einfachste Form der Kamera. Das liegt am simplen Aufbau und der Bedienung, die auch den Techniklaien verständlich war. Sie bestand eigentlich nur aus einer Frontplatte, die den Sucher, das Objektiv und den Verschluss trug. Diese Frontplatte wurde mit einem Raum abgeschlossen, der den Rollfilm zur Aufnahme bereitstellte. Je nach Modell wurde entweder die Front- oder Rückklappe aufgezogen, um einen neuen Film einlegen zu können. Materialien waren Blech, seltener auch Aluminium, und Pappe. Aufgrund des Aufbaus wurde sie Boxkamera genannt.

Die Anfänge der Boxkamera gab es mit der Kodak Nr. 1 aus dem Jahr 1888. Diese war die Urform der Boxkamera, hatte keine Besonderheiten und wurde mit einem Koffer geliefert. Durch den Tragegriff konnte sie über lange Strecken transportiert werden. Der Nr. 1 folgte 1901 die Nr. 2, die sogar rechteckige Bilder ermöglichte. Die Aufnahmen waren in einer Größe von 6 x 9 cm und somit sehr groß für eine Kamera im Heimgebrauch. Ein gravierender Unterschied zwischen den beiden Modellen war das Material. Die Nr. 2 wurde aus Pappkarton gefertigt und konnte somit im Vergleich zur Nr. 1 sehr günstig angeboten werden. Das legte den Grundstein für den Erfolg der Boxkameras. In den folgenden 20 Jahren wurden über 2,5 Millionen Geräte verkauft.

Der simple Aufbau der Boxkameras

Das Objektiv der Boxkameras war einfach nur eine Linse, die in ein Loch gesetzt wurde. Heutige Kameras haben Wechselobjektive und können mit einem Zoom überzeugen, das war früher nicht möglich. In der Box selbst befand sich der Spulenhalter für die Filmaufnahme. Sucher bestanden vorzugsweise nur aus einem Rahmen, der in etwa die Szene festhalten konnte. Interessanterweise ist die Bildqualität bei Boxkameras sehr gut, doch musste mit der normalen Linse ein Abstand von drei bis vier Metern eingehalten werden, sonst war das Bild unscharf. Aufnahmen innerhalb von einem Meter mussten mit einer Portraitlinse gemacht werden.

Ausgereiftes Konzept

Der Erfolg der Boxkameras war maßgeblich für die weitere Entwicklung der Kameras. Nun hatten die Hersteller erkannt, was nur mit einem Stück Pappe erreicht werden konnte und dass die Heimfotografie immer beliebter wurde. Als bekannteste Boxkamera gilt die Agfa-Box, die in den 50er-Jahren ihren Höhepunkt hatte und in vielen Familien anzutreffen war. Sie wurde in den Ferien und Sommerzeiten genutzt, weil die Kamera dann mehr Licht einfangen konnte. Erstaunlicherweise erzielten die Boxkameras große Bildweiten, die heute nur mit den richtigen Objektiven möglich sind.

Die Agfa-Box ist neben anderen Typen der Boxkameras noch immer sehr beliebt und kann heute noch sehr interessante Bilder schießen. Rollfilmkameras konnten vergleichsweise gute Bilder aufnehmen, waren aber gehobener im Preis und somit für viele Menschen nicht interessant. Die Möglichkeiten zur Aufnahme sind zahlreich und Boxkameras lassen sich mithilfe einer Lochblende abblenden. Verschlusszeiten wurden von den Herstellern nicht angegeben und bewegten sich im Rahmen von 1/25 s bis 1/40 s, was bei schnellen Aufnahmen nicht gerade vorteilhaft ist. Vorbeifahrende Züge oder Autos konnten nicht erfasst werden, dafür aber jede Szene, in der wenig Bewegung vorkommt.

Boxkamera und normale Kamera im Vergleich

Heutige Kameras überzeugen durch ihre Möglichkeiten und die guten Aufnahmen. Sie sind schneller, leichter und können auch mehr Bildmaterial speichern. Im Gegensatz dazu kann die Boxkamera durch eine große Bildweite, Schärfentiefe und gute Kontraste überzeugen, die sonst nur bei sehr guten Spiegelreflexkameras möglich sind.

Für Landschaftsbilder empfohlen

Landschaftsbilder lassen sich sehr gut mit einer Boxkamera aufnehmen. An sonnigen Tagen können Felder mit einer Windmühle sehr romantisch wirken und die Boxkamera zeichnet die Szene perfekt auf. Die Farben sind sehr intensiv und es gibt kein Rauschen im Bild, was bei Digitalkameras schon vorkommen kann. Digitalkameras können mehr Aufnahmen in kurzer Zeit erzielen, doch ist die Qualität der Boxkameras erstaunlicherweise sehr hoch.

Gleiche Komponenten

Objektiv

Um eine Aufnahme zu machen, muss ein Objektiv vorhanden sein. Bei der Boxkamera sind maximal zwei Linsen als Objektiv vorhanden, die keine Möglichkeit zum Zoom bieten. Eine Linse war das typische Format. Die Objektive von Digitalkameras sind fortschrittlicher und überzeugen durch die gute Bildqualität, auch bei schnellen Szenen.

Sucher

Der Sucher ist bei den Boxkameras meist nur ein Loch oder ein kleines Gestell über der Linse. Er kann separat angebracht werden und ist aus dem Material der Boxkamera gefertigt. Der Sucher einer Digitalkamera ist integriert und mit einer eigenen Linse versehen, die das Ziel scharfstellt. Digitalkameras nutzen eigentlich nur noch selten einen traditionellen Sucher, eher wird das Ziel über das Display betrachtet.

Blitz

Der Blitz der Boxkameras wurde mit einer Glühbirne erzeugt, die nicht immer ganz synchron mit dem Auslöser arbeitet. Die Verschlusszeiten waren zu hoch und der Fotograf musste auf den richtigen Moment warten. Der hohe Stromverbrauch des Blitzes ist bei Digitalkameras nicht gegeben und der Blitz arbeitet synchron zum Auslöser.

Gehäuse

Boxkameras bestanden meist aus einem Stahlblech, doch setzte sich auch der Pappkarton durch, da dieser viel günstiger war. Die Pappkameras hielten sehr gut und sind häufige Dachbodenfunde. Digitalkameras sind aus Plastik gefertigt und äußerst robust. Einige sind auch aus Aluminium gefertigt.

Speichermedium

Die Boxkamera ist eine typische Rollkamera und kann abhängig von der Größe des Rollfilms Bilder speichern. Er wurde auf eine Spule gebracht und konnte belichtet werden. Digitalkameras nutzen SD-Karten, microSD-Karten, Clouds oder interne Speicher, um die Daten zu speichern und auf dem Computer wiederzugeben.

Boxkamera oder Digitalkamera?

Für Sammler ist der Nutzen einer gebrauchten Boxkamera abzusehen. Sie bietet eine sehr gute Aufnahmemöglichkeit und ist auch noch nach hundert Jahren nutzbar, was sie so wertvoll macht. Nostalgiker können mit einer Boxkamera interessante Aufnahmen erzielen, die der Digitalfotografie in keiner Weise nachstehen müssen. Sie strahlen einen eigenen Charme aus und können sehr gut in einem Fotostudio wirken.

Für Fotografen und Sammler kann eine Digitalkamera unterstützend wirken. Besonders vorteilhaft sind Kameras im Urlaub, denn sie sind leicht und passen in jede Handtasche. So sind schnelle Aufnahmen kein Problem. Durch die großen Speicherkarten lassen sich viel mehr Bilder schießen als mit einer Boxkamera und es gibt auch die Möglichkeit von Videoaufnahmen. Für einen Fotourlaub lohnen sich beide Kameras.

Zubehör für die Boxkamera

Um Zubehör und Ersatzteile für eine Boxkamera zu bekommen, gibt es genügend Möglichkeiten. Zum Zubehör gehören dabei vor allem Rollfilme, Taschen oder Sucher. Diese sind meistens gebraucht, bieten aber noch die besten Möglichkeiten zur Aufnahme. Das Zubehör ist wichtig für die Boxkamera, denn beschädigte oder fehlende Teile machen die Kamera unbrauchbar. Einzelne Teile sollten wie bei der Digitalkamera vorhanden sein, damit dem Fotografen alle Möglichkeiten offenbleiben. Historischen Rollfilm zu erwerben, ist auch heute noch möglich, obwohl für eine Boxkamera der herkömmliche Rollfilm ausreicht.

Ebenfalls zum Zubehör gehörend sind Gebrauchsanweisungen. Mit ihnen kann zum Beispiel die Agfa-Box repariert werden. Für Anfänger im Bereich der Fotografie oder Sammler, die mehr über die Kamera wissen wollen, eignet sich eine Gebrauchsanleitung sehr. Für jedes Modell der Boxkamera lässt sich eine Gebrauchsanweisung finden, ebenso wie für alle Digitalkameras. Boxkameras sind nicht schwer zu verstehen: den Film einlegen, zuklappen, ausrichten und den Auslöser betätigen. Das funktioniert bei einer Digitalkamera auch, nur gibt es hier eine Menüsteuerung und manuelle Einstellungen, die vor allem für Anfänger unverständlich sein können.

Für Sammler oder Experimente

Boxkameras gehören zum Feld der Photographica, welches Antiquitäten und Sammlerstücke aus der Fotografie aufführt. Sammler vervollständigen ihre Sammlung mit weiteren Boxkameras und nutzen diese nur selten zum Fotografieren. Als Stilelement können sie in Fotostudios, Shops und auch in der Wohnung wirken.

Das Besondere an Boxkameras ist die Experimentierfreudigkeit. Ein Fotograf kann sich nicht sicher sein über die Aufnahme, die mit einer Boxkamera erzielt wird, denn weder ein Display, noch eine Vorschau sind verfügbar. Erst nach der Entwicklung der Bilder wird erkannt, was aus der Aufnahme geworden ist. So lässt sich experimentieren. Diese Art der Fotografie stellt den Fotografen auf eine harte Probe und es können mehrere Tage vergehen, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Pflegehinweise

Die Pflege einer Boxkamera ist äußerst simpel. Mit Reinigungsmaterialien lassen sich zum Beispiel die Linse oder die Spulenaufhängung reinigen. Die Hülle der Boxkamera darf bei Pappgehäusen nur vom Staub befreit werden, denn Flüssigkeit könnte die Kamera durchweichen.

Eine Digitalkamera kann sehr einfach mit einem Tuch gereinigt werden. Mit einem Objektivreiniger kann das Objektiv sehr schnell und gründlich von Staub und Schmutz befreit werden. Mit Reinigungstüchern lassen sich vor allem die Displays und das Gehäuse der Digitalkamera reinigen. Das Innere der Kamera sollte nie mit Flüssigkeiten in Verbindung kommen, sonst kann die Elektronik beschädigt werden.

Fazit

Eine Boxkamera ist eine interessante Apparatur, die nicht nur Sammler begeistern kann. Mit ihr sind große Bildweiten und eine gute Tiefenschärfe möglich, während die normale Kamera mit ihrem schnellen Einsatz und ihrer Handlichkeit überzeugt. Es empfiehlt sich, beide Kameras zu nutzen, um die besten Ergebnisse für den Fotografen zu erzielen.

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