Beliebter Bastelspaß: Encaustic auf eBay entdecken

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Encaustic: Eine künstlerische Wachsmaltechnik mit einer langen Historie

Zu Beginn eine kurze Erläuterung zur Schreibweise, denn: Im Internet begegnet man unterschiedlichen Variationen - am häufigsten eben Encaustic - eine Variante, die sich wohl international durchgesetzt hat. Im deutschsprachigen Raum wird ähnlich häufig die Schreibweise Enkaustik verwendet. Suchen Sie ganz allgemein nach Informationen zu diesem Thema im Internet, probieren Sie am besten beide Begriffe aus, da über Suchmaschinen unterschiedliche Ergebnisse ausgegeben werden, oder noch besser - Sie lesen einfach hier weiter.

Etymologisch betrachtet stammt der Begriff Encaustic aus dem Griechischen und wird übersetzt mit "einbrennen“ - und damit ist schon vieles erklärt. Ein traditionelles Kunsthandwerk, dessen Ursprünge bis in die Antike zurückreichen - jene Epoche, die etwa von 1.200 vor Christi bis 600 nach Christi andauerte. Künstler der damaligen Zeit verwendeten in Bienenwachs eingeschlossene Farbpigmente. Aufgetragen wurde diese Farben mit zuvor erwärmten Spachteln auf Materialien wie etwa Holz, Stein oder Elfenbeintafeln. Das Einbrennen erfolgte im Anschluss mittels stark erhitzter Metallplatten. Die zweite Variante bestand darin, die Wachsfarbe selbst zu erwärmen, bis sie flüssig sind, um sie dann auf den Malgrund aufzutragen.

Es entstanden fantastische Gemälde für die Ewigkeit, da die von Haus aus leuchtenden Farben weder nachdunkeln, verbleichen oder gar Schwundrisse bekommen. Zu den berühmtesten Werken zählen die ägyptischen Mumienporträts, die man unter anderem im wohl bekanntesten Museum der Welt, dem Louvre in Paris, bewundern kann. Wer also ein bleibendes Kunstwerk schaffen möchte, das in der Familie von Generation zu Generation zu Generation weitergereicht werden kann, sollte sich näher mit der Encaustic als Maltechnik beschäftigen.

Angekommen: Die Encaustic in der Gegenwart

Wie im vorigen Abschnitt bereits angedeutet, handelt es sich bei der traditionellen Encaustic um eine sehr aufwendige Wachsmaltechnik, von daher kaum verwunderlich, dass diese um das 6. Jahrhundert herum langsam in Vergessenheit geriet. Ein wesentlicher Grund lag in der Entwicklung weiterer Techniken und Materialien wie zum Beispiel den Tempera-Farben, der Aquarellmalerei im 9. Jahrhundert oder der Ölmalerei, die sich ab dem 13. Jahrhundert mehr und mehr durchsetzte.

Im Grunde waren es Archäologen, die der Encaustic unwissentlich zu einer Art Renaissance verhalfen, die sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Eine wesentliche Rolle dabei spielte schlicht und einfach die Neugier: Ausgrabungen an historischen Orten wie Pompeji in Italien oder Olympia in Griechenland, in der antiken Stadt Ur im heutigen Irak sowie in weiten Teilen Ägyptens förderten und fördern kunsthistorische Arbeiten an das Tageslicht. Diese sind der Anlass, sich wieder intensiver mit dem Handwerk und der Kunst der Antike zu beschäftigen - die Encaustic gehört dazu.

Die Encaustic-Technik heute: So funktioniert sie

Seit der Renaissance der Encaustic Maltechnik haben sich viele Anbieter auf Produkte exakt dafür spezialisiert. Das macht auch Sinn, denn: Wer hat heute noch Zeit und die Möglichkeit, eine Eisenplatte zu erhitzen, um Wachsfarben auf das Trägermaterial zu brennen. Das braucht man für die Grundausstattung:

An dieser Stelle noch ein paar erklärende Worte zu den Werkzeugen und Hilfsmitteln: Anstatt einem Encaustic Maleisen können Sie theoretisch auch ein normales Bügeleisen ohne Dampfdüsen verwenden, was jedoch einige Nachteile mit sich bringt: Es ist deutlich unhandlicher und schwerer, zudem fehlt ein Thermostat wie bei dem Encaustic Maleisen, mit dem die Temperatur konstant im Idealbereich von circa 90 Grad gehalten werden kann, zudem ist es nicht wie das Spezialmodell rundherum abgedichtet, um das Eindringen von flüssigem Wachs zu verhindern.

Der Encaustic Pen funktioniert in Prinzip wie ein herkömmlicher Lötkolben, mit zwei Unterschieden: Er wird nicht so heiß und es lassen sich verschiedene Pinselarten aufsetzen, mit denen je nach Bedarf auch feinste Linien und Details gemalt werden können. Ebenfalls gehören die Cauterias genannten Aufsätze mit verschiedenen geometrischen Formen dazu, um besondere künstlerische Effekte zu erzielen.

Ein Heißluftgebläse wird benötigt, sofern Ihr Werk traditionell mit dem Pinsel aufgetragen wurde. Der Grund ist recht einfach: Mit dem Pinsel tragen Sie mehrere Schichten auf, dabei ist die untere Schicht bereits abgekühlt. Um diese nun miteinander zu verbinden, ist das Einbrennen als Finishing notwendig. Dazu benötigt es etwas Übung: Wird zu heiß eingebrannt, kann es passieren, dass beide Schichten ungewollt ineinander verschmelzen.

Das Einbrennen können Sie allerdings auch in den kreativen Prozess mit einbinden: Durch die Zufuhr von Wärme können zum Beispiel harte Farbkanten verändert werden, selbst Formen lassen sich so nachbearbeiten und zusätzliche Muster einbrennen - am besten, man übt diesen Prozess zunächst an einem Testobjekt.

Die Encaustic Malplatte dient als Hitzequelle: Der Malgrund - wie etwa Malkarton - wird auf die warme Platte aufgelegt und die Wachsfarben können auf diese Art direkt aufgetragen werden. Die Malplatte kann auch dafür verwendet werden, die Wachsfarben selbst zum Schmelzen zu bringen, um diese dann zu verarbeiten.

Ein Tipp für Einsteiger

Möchten Sie die Encaustic Malerei zunächst einfach nur ausprobieren, können Sie erst einmal improvisieren: Eine einfache Metallplatte in gewünschter Größe tut es für den Anfang. Als Hitzequelle können verschiedene Elektrogeräte dienen, über denen die Metallplatte in dem notwendigen Abstand fest fixiert wird. In Frage kommen zum Beispiel Doppelkochplatten, ein Tischgrill oder mehrere Kerzen - sofern im Haushalt sowieso vorhanden.

Wer ganz einfach mit Pinseln arbeiten möchte, sollte für diese Technik nur Produkte verwenden, die aus Naturhaaren hergestellt werden. Borstenpinsel eignen sich für fast alle künstlerischen Malarbeiten, für filigrane Details sind eher feine Haarpinsel geeignet.

Welche Malgründe eignen sich für die Encaustic?

Die einfache Antwort lautet: Praktisch alle Materialien - von Papier, Textilien und Holz bis hin zu Leder, Plastik, Glas und Metall. Um möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten jedoch drei wesentliche Punkte berücksichtigt werden:

  • Einen stabilen Untergrund wählen
  • Einen saugfähigen Untergrund wählen
  • Einen porösen Untergrund wählen.

Im ersten Moment mögen die Eigenschaften widersprüchlich klingen, man kann jedoch nachhelfen. Normales Glas etwa ist zwar stabil, aber weder porös noch saugfähig. Mit Schleifpapier lässt sich die Oberfläche anrauen - dadurch wird der Wachsmalfarbe der notwendige Griff gegeben. Ähnlich verhält es sich mit Plastik oder Metall. Textilien oder Leder sind in der Regel zwar weniger stabil, dafür aber sehr saugfähig. Umgekehrt gilt natürlich auch, dass die Oberfläche nicht zu porös oder saugfähig sein sollte – für diesen Fall wird im Vorfeld eine Grundierung benötigt. Eine Möglichkeit, das Material für die Encaustic Arbeit zu präparieren, besteht darin, Schicht- oder Untergrundfarbe aufzutragen, und zwar identisch mit der Ölmalerei: mit Kreide oder Gips und dem passenden Bindemittel. Nicht geeignet ist dagegen eine Grundierung auf Acrylbasis - die Oberfläche wird zu glatt und bietet keinen Halt für Wachsfarben.

Bedenken sollten Sie zudem, dass Wachs in sich brüchig und zum Teil auch spröde ist, wenn weiches Material wie Papier oder Leinwand oder Textilien (mehr dazu im nächsten Abschnitt) ausgewählt wird.

Kunstwerke mit dem Maleisen schaffen: So funktioniert es

Das Maleisen kann auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden. Natürlich gehört viel Übung dazu, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Das erhitzte Maleisen dient dazu, die Wachsfarbe zunächst zu verflüssigen. Um danach weiter arbeiten zu können, sollte man immer einige hitzebeständige Schwämme bereitliegen haben, um die flüssige Farbe zu verteilen, abzutupfen oder mit dem Schwamm selbst gestalterisch zu arbeiten.

Grundsätzlich kann man die gesamte Fläche des Maleisens nutzen, um etwa Wachsfarbe großflächig auf dem Malgrund zu verteilen. Auf diesem Weg lassen sich sehr schöne Wischeffekte erzielen. Zudem stehen auch die seitlichen Kanten des Maleisens für gestalterische Feinheiten zur Verfügung. Eine grüne Grundfläche kann man schnell in eine Wiese verwandeln, indem man mit den Kanten dünne Linien in die Wachsfläche zieht und diesen Vorgang so oft wiederholt, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. Für noch feinere Details steht die Spitze zur Verfügung. Mit dieser kann man zarte Linien, winzige Punkte und sonstige Details in die Wachsfläche einarbeiten oder neue Elemente auftragen, indem die Spitze mit Wachsfarbe bedeckt wird.

Ein sehr angenehmer Vorteil bei der Encaustic ist, dass man ein Bild durch Erhitzen entsprechender Bereiche immer wieder nachbearbeiten, verändern oder verbessern kann, bis alles passt – selbst im kleinsten Detail

Encaustic auf Leinwand und Textilien

Möchte man Textilien wie zum Beispiel ein T-Shirt oder ein Sweatshirt mit einem Encaustic Bild verzieren, muss der Bereich, der bemalt werden soll, zunächst mit einem speziellen Fixierer bearbeitet werden, damit die Farben waschfest bleiben - empfehlenswert sind zudem helle Stoffe, damit die Farben besser zur Geltung kommen. Das eigentliche Motiv wird über die Transfertechnik auf die Textilie aufgetragen: Zunächst einmal malt man das Motiv auf eine Papierkarte oder ein Papiertuch auf. Ist dieses fertig, wird das Motiv mit der bemalten Seite nach unten auf die Textilie gelegt. Zum Transfer - also zum Übertragen des Bildes - wird ein Bügeleisen oder ein Encaustic Maleisen benötigt und das Motiv aufgebügelt. Gewaschen werden kann so ein Encaustic T-Shirt oder Sweatshirt bis 30 Grad.

Vorgrundierte Produkte

Wer sich bei der Verwendung einer Leinwand als Malgrund etwas Arbeit sparen möchte, greift zu bereits vorgrundierten Produkten. Die Trägerqualität kann weiter gesteigert werden, indem man die Oberfläche vor dem Beginn mit der eigentlichen Arbeit mit Klarwachs veredelt. Dabei wird die Leinwand zunächst erhitzt (mittels Malplatte oder Heißluftgebläse) und das Klarwachs aufgetragen, und als dünne Schicht gleichmäßig verteilt. Zum Abschluss wird das aufgetragene Wachs mit Hilfe eines geeigneten Tuchs in die Poren der Leinwand eingerieben.

Encaustic Bilder mit Special Effects

Mit Fantasie kann man Bilder tatsächlich mit vielen weiteren Special Effects versehen: Wie wäre es zum Beispiel mit Glimmerpulver, das mit eingearbeitet wird oder sonstige Materialien, die sich mit Wachs vertragen. Es lassen sich etwa Papierschmetterlinge und viele weitere Figuren aufbügeln - wenn man will. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

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