Basiswissen Musikinstrumente: Holz- und Blechblasinstrumente im Überblick

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Basiswissen Musikinstrumente: Holz- und Blechblasinstrumente im Überblick

Blasinstrumente sind sehr beliebt bei Profi- und Hobbymusikern. Vor allem die Holz- und Blechblasinstrumente nehmen dabei eine große Gruppe ein. Bei eBay finden Sie eine breite Auswahl an unterschiedlichen Vertretern dieser Instrumentengruppen.

Erfahren Sie in einem kurzen Überblick wissenswerte Informationen über die Gruppe der Holzblasinstrumente

Der Begriff Holzblasinstrument ist etwas irreführend, denn die unter diese Gruppe fallenden Instrumente bestehen nicht immer durchgehend aus Holz. Vielmehr werden all die Instrumente als Holzblasinstrumente bezeichnet, bei welchen eine Schwingung der Luftsäule durch das Luft- oder Rohrblatt erzeugt wird. Somit fallen auch Instrumente, die aus Kunststoff oder Metall bestehen, in diese Rubrik. 

Einige Details über die Geschichte der Flöte und ihre unterschiedlichen Ausführungen

Den Inbegriff des Holzblasinstruments stellt wohl die Flöte dar. Vielleicht gehören auch Sie zu denjenigen, die als Kind Blockflöte lernen durften. Doch gibt es noch weit andere Arten von unterschiedlichen Flöten. Der Name „Flöte" kommt von dem altfranzösischen Wort „flaüte". Bei diesem Instrument handelt es sich technisch gesehen um ein Ablenkungs-Aerophon, bei welchem der Luftstrom in Schwingung gebracht wird, indem man ihn über eine Kante führt. Dabei gibt es Flöten mit und solche ohne Kernspalt. Der Kernspalt ist der Luftkanal, durch welchen der Luftstrom zur Anblaskante geführt wird. Fehlt dieser Kernspalt, so wird der Luftstrahl vom Spieler mit dessen Lippen bzw. Zunge geformt. Die Blockflöte ist also eine Flöte mit Kernspalt, ebenso wie die Knochenflöte, die Stockflöte, die Einhandflöte oder das Flageolett. Auch traditionelle Flöten wie die Suling, eine Bambusflöte auf Bali und Java, die Saluang, die Variante die auf Sumatra vorkommt, bzw. die Indianerflöte sind Vertreter der Flötenarten mit Kernspalt. Und auch Orgelpfeifen zählen dazu. Prominenteste Vertreter von Flöten ohne Kernspalt sind die Panflöte sowie die Querflöte. Die Geschichte der Flöte in Europa reicht bis 42000 Jahre zurück in die Steinzeit, als bereits Knochenflöten hergestellt wurden. Schon in der Bibel wird der Hebräer Jubal als Urvater aller Flötenspieler erwähnt.

Ein weiteres besonderes Konzertinstrument: die Klarinette

Ein sehr populäres Holzblasinstrument ist die Klarinette. Ihr Name, der vom „kleinen Clarino" herrührt, ist wohl daher gewählt, dass sie einen ähnlichen Klang in den hohen Tönen aufweist wie die hohe Clarintrompete, anstatt derer sie im 18. Jahrhundert auch teilweise eingesetzt wurde. Die Klarinette besteht in der Regel aus Grenadillholz, kann aber auch aus Buchsbaum-, Ebenholz oder auch Kunststoff hergestellt sein. Sie ist üblicherweise 66 cm lang und verfügt über eine Klappenmechanik zur Tonerzeugung. Zusammengesetzt wird sie aus dem Mundstück, der sogenannten „Birne", dem Ober- und Unterstück, sowie dem Trichter. In diese fünf Einzelteile zerlegt lässt sie sich leichter transportieren. Das Mundstück wurde früher aus Holz und wird heute aus gehärtetem Kautschuk hergestellt. An diesem befindet sich auch das ca. 12,5 Millimeter breite Rohrblatt als Tonerzeuger. Dieser Ton wird einerseits durch die Länge des Korpus und andererseits von den Klappen durch öffnen und schließen beeinflusst. Zudem kann der Spieler den Ton durch seine Unterlippe und den Luftstrom verändern. Durch die Möglichkeit, mittels einer zusätzlichen Klappe das Gerät zu „überblasen" wird der Tonumfang nochmals erheblich erweitert. Zum Bedienen des Instruments gibt es zwei Griffsysteme, welche als deutsches und französisches Griffsystem bekannt sind. Einfachrohrblattinstrumente sind allgemein seit der Antike bekannt.

Vorläufer der Klarinette: das Chalumeau

Der älteste Vorläufer der Klarinette, das Chalumeau, tauchte erstmals im 17. Jahrhundert auf. Bei diesem lässt sich das Rohrblatt vom Mundstück lösen, seine Röhre ist zylindrisch und es ist mangels Überblasklappe auf einen nur eine große None umfassenden Tonumfang beschränkt. Es hat - ähnlich wie eine Blockflöte – acht Grifflöcher, wobei einige Chalumeaus über ein bis zwei Griffklappen zur Vergrößerung des Tonumfangs verfügen. Um 1700 verbesserte der deutsche Instrumentenbauer Johann C. Denner das Chalumeau entscheidend und es entstand daraus „Denners Klarinette". Diese war bereits mit einer zusätzlichen Klappe zum Überblasen ausgestattet. Dank ihrem klaren Klang im mittleren sowie hohen Register erhielt sie auch den Beinamen „Clarinetto", gleichbedeutend mit „kleine Trompete". In der Version, die auch Wolfgang Amadeus Mozart bevorzugt einsetzte, hatte die Dennersche Klarinette schließlich acht Grifflöcher und fünf Klappen. Im Lauf der Zeit wurden weitere Verbesserungen erzielt, vor allem mit der Verwendung von Lederpolstern für eine luftdichte Abdeckung der Tonlöcher.

Eine weitere Variante ist die „Wiener Klarinette", die sich lediglich in Feinheiten wie der Bohrung der Tonlöcher oder der Breite ihrer Blätter unterscheidet. Die Klarinette ist ein wichtiges Konzertinstrument, das von namhaften Komponisten wie Mozart, Beethoven, C.M. von Weber, Felix Mendelssohn Bartholdy oder auch Claude Debussy eingesetzt wurde. Es gibt auch reine Klarinettenkonzerte wie etwa das von Jean Françaix. Auch die Kammermusik kommt kaum ohne Klarinetten aus. In Blasorchestern sowie Militärkapellen wird sie ebenfalls sehr gerne verwendet und auch im Jazz, vor allem während der Dixieland- und Big-Band-Ära, war sie ein zentrales Instrument.

Die Oboe – früher wie heute ein begehrtes Holzblasinstrument

Ein weiterer namhafter Vertreter der Holzblasinstrumente ist die Oboe. Ihr Name entstammt dem französischen „hautbois", was so viel wie „lautes Holz" oder auch „hohes Holz" bedeutet. In ihrer Form der Klarinette ähnlich, besteht die Oboe jedoch nur aus drei Teilstücken: dem Mundstück, dem Mittelstück und dem Becher, auch Fußstück genannt. Auch die Oboe wird überwiegend aus Grenadill- oder Buchsbaum- bzw. Ebenholz hergestellt, jedoch verfügt sie über eine weitaus kompliziertere Klappenmechanik als die Klarinette. Sie stellt höhere Anforderungen an die Stabilität des Holzes und die Klappen sind zumeist aus Neusilber geschmiedet und mit Silber- oder auch Goldlegierungen überzogen. Die verschiedenen, etwa 65 Zentimeter langen Modelle, haben unterschiedliche Anzahlen an Klappen und somit variiert der Tonumfang beträchtlich. Es wird zudem zwischen voll- und halbautomatischen Oboen unterschieden, bedingt durch unterschiedliche Bedienung der Klappen.
Während man in Deutschland, den Niederlanden und Polen eher die vollautomatische Variante antrifft, setzt man vor allem in den USA und Frankreich auf die halbautomatische Oboe. Die fast nur in Wien vorkommende Wiener Oboe weicht von der weltweit verbreiteten französischen Oboe durch ihren etwas weicheren Klang ab. Gespielt werden sie alle über das Doppelrohrblatt, in welches mit nach innen gestülpten Lippen kräftig hineingeblasen wird. Der Ton wird durch Bedienen der Luftklappen variiert.

Vor der Oboe war das Chalil, der Pommer und die Schalmei

Bereits um 3000 vor Christus tauchten erste Vorläufer der Oboe auf, die Bibel kennt bereits ein oboenähnliches Instrument, das Chalil. Im Mittelalter traten mit dem Pommer und der Schalmei zwei direkte Vorfahren der Oboen auf. Die Barockoboe hatte nur sieben Grifflöcher mit zwei Klappen, erst im 19. Jahrhundert wurde die Oboe zu dem umgebaut, was sie heute ist. Vor allem in der Barockzeit war die Oboe ein gängiges Soloinstrument, das wegen seiner Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme von Komponisten wie Johann Sebastian Bach sehr geschätzt wurde. Auch in der Kammermusik wird sie gerne eingesetzt und ist im Orchester eine der wichtigsten Vertreterinnen der Holzblasinstrumente. Über den Jazz bis hin zur modernen Rock- und Popmusik hat die Oboe ihre Anhänger und wurde in Songs von Art Garfunkel, Peter Gabriel oder auch in Tanita Tikarams großem Hit „Twist in my Sobriety" eingesetzt.

Ein Holzblasinstrument, das aus der Reihe tanzt: das Fagott

Ein weiteres wichtiges Holzblasinstrument ist das Fagott, welches wiederum aus vier Einzelteilen besteht. Besonderheit des Fagotts ist, dass hier nicht über ein am oberen Ende des Instruments aufgesetztes Mundstück geblasen wird, sondern über den S-Bogen, der an der Rückseite des Fagotts in den sogenannten „Flügel" eingesteckt wird. Das Fagott ist etwa 1,35 Meter hoch, der Luftkanal insgesamt jedoch 2,55 m, bedingt durch eine Art Doppelrohrbauweise. 19 Tonlöcher sowie bis 9 zusätzliche Löcher sorgen hier für den Ton. Gehalten wird das Fagott diagonal vor dem Körper. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, eingesetzt wird es überwiegend in der Kammermusik und im Orchester.

Eine weitere wichtige Gruppe der Instrumente: die Blechblasinstrumente

Blechblasinstrumente zeichnen sich dadurch aus, dass sie überwiegend aus Blech bestehen und zur Tonerzeugung ein Kessel- oder Trichtermundstück benutzt wird. Die Reinheit des erzeugten Tons ist dabei stark vom Anblasen des Spielers abhängig, zudem spielt das Lungenvolumen eine große Rolle, weshalb Blechblasinstrumente oft als schwierig zu spielen angesehen werden.

Die Trompete – ein unverzichtbarer Klassiker aller Musikrichtungen

Die Trompete ist der wohl berühmteste Vertreter der Blechblasinstrumente und aus der Musik nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie mit Dreh- oder mit Pumpventilen, sowie zudem in mehreren Unterarten, so zum Beispiel als Piccolotrompete, Basstrompete oder auch die äußerst populäre Jazztrompete. Hergestellt wird sie zumeist aus Messing, Goldmessing, Neusilber oder auch Bronze, zudem sind Trompeten mit verschiedenen Beschichtungen, darunter Klarlack, Silber, Gold oder Nickel, überzogen. Der Ton wird nach dem Polsterpfeifenprinzip erzeugt, wobei die Lippenschwingung des Spielers eine stehende Welle erzeugt. Die Lippenfertigkeit des Bläsers sowie der Mensurverlauf der Trompete sind nur zwei der zahlreichen Komponenten, die zur Tonerzeugung wichtig sind. Zudem decken Trompeten je nach Bauweise verschiedene Tonbereiche, auch „Stimmungen" genannt, ab. Die Verwendung eines Dämpfers kann neben der Lautstärke darüber hinaus einen komplett anderen Klangcharakter erzeugen. Verwandte der Trompete sind u.a. das Flügelhorn und das Kornett. Ihre Geschichte reicht bis 3500 Jahre zurück, schon die alten Ägypter kannten trompetenähnliche Instrumente. Von der klassischen Musik über die Kammermusik bis zur Verwendung in Orchestern, in der Jazz- sowie in der Popmusik hat die Trompete sämtliche Musikepochen und Stilrichtungen mitgeprägt. 

Die Posaune und ihre Bedeutung in der Musik

Die Posaune ist ein trompetenähnliches Instrument, das im Gegensatz zu ihrer berühmten Schwester den Ton durch die Anregung natürlicher Resonanzen des Instruments unter Einfluss der Lippenschwingungen ihres Spielers erzeugt. Entstanden ist die Posaune um 1450 als Weiterentwicklung der damals vorherrschenden Zugtrompete. Sie war danach in Renaissance und Barock ein wichtiges Instrument, und im 18. bis 19. Jahrhundert errang sie unter anderem durch namhafte Komponisten wie Beethoven Bedeutung. Bis heute wird sie in allen Spektren der Blasmusik eingesetzt, vor allem in Sinfonie-Orchestern, Marsch- und Militärkapellen und Posaunenchören begegnet man ihr immer wieder. Auch den Jazz hat sie nachhaltig geprägt und bereichert. Auch die Posaune hat diverse Abwandlungen hervorgebracht, darunter die Bassposaune, die Tenorposaune oder auch die Altposaune.

Weitere Mitglieder der Familie der Blechblasinstrumente

Ein weiterer Vertreter der Blechblasinstrumente ist das Waldhorn, das vor allem durch seine kompaktere Bauweise auffällt. Die Röhre ist dabei kreisrund geschwungen, zudem gibt es Waldhörner in unterschiedlichen Tonlagen, so etwa das F-Waldhorn oder das B-Waldhorn. Eingesetzt wird das Waldhorn in Orchestern sowie in der Jazzmusik und im Posaunenchor. Weitere Blechblasinstrumente sind zum Beispiel das Alt-Horn, das Euphonium und der Bass.

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