Baby-Badewannen oder Familienbad - ein Vergleich

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Baby-Badewannen oder Familienbad - ein Vergleich

Das Baby baden

Alle Babys mögen gern Wasser, besonders dann, wenn es körperwarm ist. Die ideale Badetemperatur beträgt 36 Grad. Sie können das am besten mit einem Badethermometer kontrollieren. Aber auch Ihr Ellenbogen ist ein guter Indikator. Tauchen Sie diesen für einige Sekunden in das Badewasser. Fühlt sich das Wasser unangenehm heiß an, dann ist es auch für Ihr Baby zu heiß.

Das Wasser versetzt Babys zurück in seine Zeit im Mutterleib. Dort hat es die Wochen der Schwangerschaft in einem Gefühl der Schwerelosigkeit verbracht, das ermöglicht wurde durch das Schwimmen im Fruchtwasser. Dieses war ebenfalls körperwarm. Zudem hat das Baby während dieser Wochen den beständigen Körperkontakt zur Mutter spüren dürfen.

Babys müssen nicht gebadet werden, um sie zu reinigen. Sie benötigen keine Badezusätze, um Ihr Baby zu reinigen. Die Kleinen sind nicht schmutzig, das heißt, es gibt keine groben Verschmutzungen, die abgewaschen werden müssen. Lediglich die Hautfalten sollten gründlich gereinigt werden, dort sammeln sich Fussel und Talgablagerungen, die unangenehm riechen.

Selbst gemachte Badezusätze

Das häufige Baden kann die Haut der Babys austrocknen. Sie können dem Wasser deshalb eine rückfettende Substanz zugeben, damit die Schutzschicht der Haut erhalten bleibt. Optimal geeignet ist Olivenöl. Das wirkt hautschonend, enthält keine allergenen Stoffe und ist ein rein pflanzliches Produkt. Zudem ist es sehr viel günstiger als die meisten Baby-Pflegeprodukte. Sie sollten nur daran denken, die Badewanne nach dem Bad mit heißem Wasser gut zu spülen, um Reste des Öles zu entfernen.

Manche Menschen reagieren sensibel auf den manchmal herben Geruch des Olivenöls. In diesem Fall können Sie es mit einem „extra vergine“ Öl probieren, das milder ist und damit auch einen weniger intensiven Geruch aufweist.

Eine Alternative zum Olivenöl ist Schlagsahne. Die frische Sahne aus dem Becher oder Tetrapack ist ideal und kann dem Badewasser zugegeben werden. Der Vorteil ist, dass sich dieser Zusatz super im Wasser verteilt und an der Badewanne keinerlei Rückstände hinterlässt. Zudem ist die Sahne weitgehend geruchsneutral.

Wenn Sie stillen, können Sie statt der Sahne auch Muttermilch verwenden. Muttermilch enthält entzündungshemmende und pflegende Inhaltsstoffe. Kleine Kratzer auf der Haut, Mückenstiche und andere Verletzungen heilen damit sehr schnell. Doch auch für die rückfettende Funktion der Haut ist Muttermilch äußerst wertvoll. Zudem ist Muttermilch gratis, sodass keinerlei Kosten für diesen wertvollen Badezusatz entstehen.

Zur Häufigkeit des Badens

Sie sollten darauf achten, wie Ihr Kind im Wasser reagiert. Nicht jedes Kind wird ruhig beim Baden, manche Babys drehen nach dem Bad erst richtig auf. Beobachten Sie, wie Ihr Kind reagiert, auch um die optimale Tageszeit für ein Bad zu finden. Babys, die nach dem Bad müde und schläfrig werden, sollten abends gebadet werden. Sie finden so leicht in den Schlaf und können oft sehr ruhig träumen.

Babys, die hingegen beim Bad wach werden und danach aufdrehen, sollten am Morgen gebadet werden. Danach können Sie sich einem intensiven Spiel mit Ihrem wachen Baby widmen.

Die Empfehlung, das Baby täglich zu baden, ist heute überholt. Zu häufiges Baden schadet der Haut, da es diese austrocknet. Das tägliche Bad kann auch zu Hautirritationen führen. In der Regel genügt das Bad einmal wöchentlich völlig.

Wo badet das Baby?

Ebenso wichtig wie die Frage nach der Badefrequenz ist die Frage nach dem Wo. Viele verschiedene Badeprodukte speziell für Babys werden überall angeboten. Der Klassiker ist die Babybadewanne, die ihr Pendant im neueren Badeeimer gefunden hat. Demgegenüber steht die Alternative der großen Familienbadewanne.

Die klassische Babybadewanne

Seit vielen Jahrzehnten hat sich die Babybadewanne bewährt. Ausgehend vom klassischen Waschzuber entstanden die ersten Kinderbadewannen, um ein schnelles Befüllen mit heißem Wasser zu ermöglichen, und das zu Zeiten, in denen für große Badewannen der Badeofen vorgeheizt werden musste. Die kleinen Babybadewannen waren schnell mit Wasser gefüllt, das auf dem Herd im Pfeifkessel vorgekocht wurde.

Den Vorteil, dass die kleinen Wannen schnell gefüllt sind und damit viel Wasser sparen, bieten Babybadewannen auch noch heute. Gewandelt hat sich in den letzten Jahres das Material. Heute sind nahezu alle Babybadewannen aus hygienischem Kunststoff gefertigt. Das Material bietet zudem den Vorteil, dass es sich beim Einfüllen des warmen Wassers schnell erwärmt.

Die leichten Kunststoffwannen können außerdem gut transportiert werden, sodass sie nach dem Bad schnell vom Wickeltisch oder der Badestelle entfernt und wieder auf dem Schrank verstaut werden können.

Seit einigen Jahren sind alle Babyprodukte ohne BPA, so wie das der Gesetzgeber vorsieht. Dennoch sollten Sie speziell auf diesen Hinweis achten, um die gefährlichen Weichmacher außerhalb der Reichweite Ihres Babys zu wissen.

Die meisten Wannen sind von der Größe her vergleichbar, sodass Sie bei der Auswahl weitgehend hauptsächlich auf die Farbe und das Design achten können. Empfehlenswert ist es, wenn die Wanne einen Stöpsel besitzt, wodurch Sie sie bequem ablassen können und nicht immer ausschütten müssen.

Der perfekte Standort für die Babybadewanne

Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, sollten Sie allerdings überlegen, wo die Badewanne zum Bad aufgestellt werden soll. Es empfiehlt sich in jedem Fall, das Baby im Bad zu Baden. Sie ersparen sich so die schwere, volle Badewanne quer durch ihr Heim zu tragen.

Die ideale Variante ist, wenn Sie im Bad, in direkter Nachbarschaft zur Badewanne, einen Wickelplatz eingerichtet haben. Auf der Wickelunterlage können Sie die Babybadewanne platzieren, sodass diese einen festen Stand hat. Zum Füllen der Badewanne können Sie die Handbrause der Badewanne verwenden. Sie ersparen sich so das Befüllen in der Badewanne und das anschließende Hochheben der schweren, vollen Badewanne. Auch zum Ablassen des Wassers ist es ideal, wenn die Badewanne in Reichweite ist. Sie können so einfach die Babybadewanne ein Stück verschieben, sodass sich der Ausguss über der großen Wanne befindet, und dann mit Hilfe des Stöpsels das Wasser ablassen.

Wenn Sie keinen Wickeltisch im Badezimmer haben, dann können Sie die Babybadewanne mit einem speziellen Ständer ausstatten, damit sie standsicher im Bad platziert werden kann. Badewannen mit Ständer können aber auch im Wickelzimmer aufgestellt werden, wenn Ihnen das lieber ist, weil Sie beispielsweise dort einen Heizstrahler und alle Pflegeprodukte für das Baby griffbereit haben.

Vor- und Nachteile der Babybadewannen

Die kleinen Babybadewannen sind nicht nur schnell eingelassen und Wasser sparend gegenüber großen Badewannen, sie bieten den Babys auch ein Gefühl der Geborgenheit aufgrund ihrer geringen Größe. Babys kennen das vertraute Gefühl der Begrenztheit aus dem Mutterleib und empfinden es als Gefühl der Sicherheit. Beim Baden sollten Sie das Kind deshalb immer wieder sanft mit den Füßen an den Wannenrand anstoßen lassen, um die Begrenzung zu vergegenwärtigen.

In den kleinen Babybadewannen können Sie das Kind besonders gut in Ihrem Arm halten, durch die direkten Wände gibt es kaum Möglichkeiten, dass das Kind abrutschen kann. Dennoch erweist sich gerade das als Schwierigkeit, wenn Sie das Kind waschen wollen. Speziell, wenn Sie die einzelnen Hautfalten mit einem weichen Waschlappen zu reinigen versuchen, ist es schwierig, das mir nur einer Hand zu bewerkstelligen. Gut ist es, wenn man dann zu zweit wäscht. Besonders in der Anfangszeit mit dem Neugeborenen empfiehlt sich das.

Zwischenlösung für größere Babys

Babybadewannen können sehr lange genutzt werden. Zum Baden können Sie Verwendung während der ganzen Kleinkindzeit finden. Doch auch darüber hinaus wird sich mit Sicherheit eine Nutzung finden, beispielsweise als Planschbecken im Sommer. Eine Einschränkung gilt allerdings: Babys können gut bis etwa zum 4. oder 5. Lebensmonat im Arm in der Wanne gehalten werden. Danach stoßen sie mit den Beinen an beziehungsweise passen nicht mehr mit ausgestrecktem Körper in die Babybadewanne. Da die meisten Babys in diesem Alter noch nicht sitzen können, muss bis zum Sitzalter eine Zwischenlösung zum Baden gefunden werden. Kann das Baby sicher sitzen, kann es zum Baden wieder in der Babywanne Platz nehmen. Diese sollte dann aber in die große Wanne gestellt werden. Dort steht sie für ein aktiver werdendes Kind sicherer und standfester und zudem wirken die hohen Wände der großen Badewanne als praktischer Spritzschutz, über den Sie sich garantiert freuen werden.

Oder gleich in die Familienbadewanne

Vielleicht mag es beängstigend klingen das Neugeborene in die Familienwanne mitzunehmen, schließlich ist dort das Wasser viel tiefer als in einer Babybadewanne. Viele Eltern scheuen auch den vermeintlichen Mangel an Kontrolle, wenn das Baby nicht von oben und von außerhalb der Wanne gehalten werden kann. Doch wer mit dem Baby einmal in der Familienwanne gebadet hat, weiß, dass das alles unbegründete Befürchtungen sind. Bereits Neugeborene können zum allerersten Bad in die Familienwanne mitgenommen werden.

Anders als in der Babybadewanne können die Babys in der großen Badewanne die Vorzüge des Treibens im schwerelosen, warmen Wasser mit direktem Körperkontakt kombinieren. Beides sind Dinge, die Ihnen aus dem Mutterleib vertraut sind. Als Eltern können Sie das Baby auf Ihre Brust legen und es sanft immer wieder am Rücken mit warmem Wasser überspülen. Oder Sie legen es auf den Rücken vor sich ins Wasser und stützen dabei mit Ihren Händen den Kopf. So kann das Baby schwerelos im Wasser treiben und den Blick zu Ihnen halten.

Der Vorteil der Familienwanne ist, dass Sie Ihrem Baby eine extra Portion Körpernähe schenken und so viel direkter den Spaß des Kleinen im Wasser genießen können. Allerdings sollte immer eine zweite Person bereitstehen, die das Baby in einem Handtuch in Empfang nehmen kann.

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