Auto-Tuning: Tipps zur Auswahl von Sportsitzen

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Tipps zur Auswahl von Sportsitzen verschiedener Hersteller für das perfekte Auto-Tuning

Wer ein Auto sein Eigen nennt, hat oftmals ganz eigene, individuelle Ideen. Das geht schon bei der Farbe los. Der eine mag es zeitlos in Schwarz, Weiß oder Silber, der andere eher peppig in Rot oder Gelb, der nächste wieder in Blau, Grün oder Braun. Manches am Auto gefällt sogar gar nicht und wird gegen ein anderes, schickeres Bauteil ausgetauscht.

Was viele Autofahrer gar nicht wissen: Genau das nennt man Tuning, egal, ob Sie nur neue Bezüge oder Sitzbezüge aus Lammfell oder Holz aufbringen, Sie das Lenkrad Ihres Wagens gegen ein besser in der Hand liegendes Sportlenkrad tauschen oder das Radio gegen ein komplettes Sound-System. Das ist dann Interieurtuning.

Zu diesem Interieurtuning gibt es noch viele weitere Ideen wie beispielsweise eine neue Pedalerie oder Einstiegsleisten aus Edelstahl und Aluminium, ein neuer Dachhimmel aus Alcantara, zusätzliche Lautsprecherboxen oder Sportsitze. Letztgenannte Tuningmöglichkeit soll unser Stichwort sein, denn in diesem Ratgeber geht es genau um diese Sportsitze.

Mehr Halt: Wofür überhaupt ein Sportsitz

Doch wozu sollen Sie überhaupt Ihre Sitze rauswerfen und gegen Sportsitze ersetzen? Denn Sportsitze sind vor allem eines: nicht billig.

Dafür bieten Sportsitze im Vergleich zu einem regulären Autositz gleich einige, sehr interessante Vorteile. Allein der „Halt" in solchen Sportsitzen ist ein ganz anderer. Und beim Halt sind Sie gemeint. Haben Sie schon einmal in einem Sportsitz Platz genommen? Zuerst mag das befremden, eng erscheinen. Dann aber fühlt man sich plötzlich pudelwohl.

Der Grund ist einfach zu erklären: Wegen ihrer speziellen Seitenteile wirken Sportsitze fast wie eine zweite Haut. Und genau das bringt gleich einige Vorteile mit sich. Sportsitze sind ergonomischer geformt als normale Autositze. Da scheuert und rubbelt weniger beim Fahren. Da drückt nichts ab, schon gar nicht an den falschen Stellen. Wer viel Auto fährt und vor allem längere Strecken, kennt das sicherlich. Wird irgendwo im Bein oder Rücken ein Nerv oder Muskel eingeklemmt, macht sich der schnell bemerkbar. Im schlimmsten Fall mit einem Krampf. Auf der Autobahn bei 160 Stundenkilometer ist solch ein Krampf weniger schön, wenn nicht im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich.

Obwohl auch normale Autositze halbwegs ergonomisch geformt sind, können Sportsitze hier deutlich mehr bieten, nämlich mehr Bequemlichkeit, auch wenn die Sitze auf den ersten und selbst den zweiten Blick nicht gerade danach aussehen. Mit der Bequemlichkeit steigt jedenfalls der Komfort, gerade auf längeren Fahrten.

Sicher durch jede Kurve: Sportsitze haben viele Vorteile

Damit hat der Sportsitz allerdings längst noch nicht alle seine Vorteile gegenüber einem normalen Autositz ausgespielt. Die zeigen sich erst in Kurven - und zwar in richtig schnellen Kurven. Wegen der bereits erwähnten Seitenteile wird Ihr Körper abgestützt und regelrecht in Position gehalten. Das war auch vorhin mit dem „Halt" gemeint. Fahren Sie einfach mal eine flotte Kurve in einem normalen Auto. Danach nehmen Sie die gleiche Kurve mit einem Auto samt Sportsitz. Merken Sie was? Sie können die Kurve um einiges schneller nehmen. Nicht weil Sie plötzlich mehr PS oder breitere Reifen haben, sondern einen simplen Sportsitz.

Der hält Sie wegen seiner zusätzlichen Seitenteile in Position. Trotz der typischen Fliehkräfte können Sie nicht zur Seite rutschen. Obendrein sitzen Sie in einem Sportsitz tiefer im Auto als in einem regulären Sitz. Das senkt den Schwerpunkt, denn Ihr eigenes Gewicht müssen Sie immer mit einkalkulieren. Ein tiefer oder besser tieferer Schwerpunkt kommt natürlich erneut dem Handling des Fahrzeugs entgegen. Rennfahrer sitzen schließlich nicht umsonst extrem tief in ihren Boliden, schauen Sie sich nur mal einen Formel 1-Renner an.

Die Formel 1 ist prompt das passende Stichwort. Rekordweltmeister Michael Schumacher redete gern von seinem „Popometer". Damit war das Gefühl des Fahrers zum Auto gemeint - über sein Gesäß. Mit anderen Worten: Ein Sportsitz erlaubt Ihnen ein besseres Gefühl für den Wagen. Mögliche Ausbrüche sind schneller zu ahnen und zu erkennen. Ähnlich wie bei einem Sportlenkrad, wo Sie ebenfalls mehr Feeling für das Auto entwickeln und notfalls schneller reagieren können. Was die Hand am Lenkrad, ist Ihr Po quasi im Sportsitz.

Was ist besser: Sportsitz oder Schalensitz

Trotz der hohen Qualität des Sportsitzes gibt es noch eine Steigerung: den Schalensitz. Der ist zwar ebenfalls in die Kategorie Sportsitze einzuordnen, aber noch eine Spur besser und optimaler. Bietet der Sportsitz guten Halt, bietet der Schalensitz noch besseren Halt. Erlaubt der Sportsitz ein gutes Gefühl zum Auto, erlaubt der Schalensitz ein noch besseres Gefühl.

Aufbau, Sinn und Funktion beider Sitze sind letzten Endes jedoch dieselben. Viele dieser Sitze haben übrigens die zusätzlichen Seitenteile nicht nur in der Körpermitte oder Rumpfregion, sondern ebenso im Kopfbereich. Ob diese vorzuziehen sind, kann schlecht beantwortet werden. Das Pro solcher Sitze ist sicherlich der zusätzliche Schutz oder vielmehr Halt des Kopfes, der genauso den Fliehkräften unterliegt wie der Rest Ihres Körpers. Andererseits können diese Seitenteile in Augenhöhe eventuell den Blickwinkel einschränken, insbesondere zur Seite. Das ist wohl weniger Sinn der Sache und kommt der Sicherheit - Stichwort Schulterblick - weniger zugute.

Dafür bieten Sportsitze noch einen weiteren Vorteil, der wieder zugunsten der Sicherheit ausfällt. Denn ein echter Sport- oder Schalensitz verlangt nach dem richtigen Gurtzeug, genauer sogenannten Hosenträger- oder eben 6-Punkt-Gurten. Dass solche Gurte wesentlich mehr Halt und somit ein gewisses Plus an Sicherheit gewähren als herkömmliche 3-Punkt-Gurte, braucht nicht extra erwähnt zu werden. Doch welcher Sportsitz oder Schalensitz ist für Sie der richtige? 

Auswahl: Wie Sie den richtigen Sportsitz finden

Den richtigen Sportsitz finden Sie nämlich kaum im Zufallsverfahren. Hier gibt es eigentlich nur einen wirklich guten Rat und der heißt: Probe sitzen. Wenn Sie Ihr Wohnzimmer mit einer neuen Couch oder Ihr Schlafzimmer mit einem neuen Bett ausstatten, legen Sie sich doch auch probehalber mal kurz hin. Ihr Auto haben Sie sicher ebenfalls erst nach einer Probefahrt gekauft. Warum also beim Sportsitz anders vorgehen und einfach blind kaufen?

Tatsächlich wäre ein blinder Kauf ein schlechter Rat und alles andere als empfehlenswert. Trotzdem können Sie Ihren neuen Sportsitz natürlich im Internet kaufen, zum Sparpreis quasi. Aber: Testen Sie zuvor verschiedene Modelle, sitzen Sie Probe! Das ist kaum schwer. Schauen Sie sich im Fachhandel um. Fragen Sie Freunde, welche Erfahrungen die mit Sportsitzen gemacht haben! Studieren Sie spezielle Print- oder Onlinemagazine nach entsprechenden Berichten.

Ganz wichtig: Achten Sie auf Ihre eigenen Maße, ergo Ihre Größe. Außerdem auf Ihr Gewicht. Sitzen Sie später im Sportsitz wie ein Teddybär im Kinderstuhl, dürfte der Sitz weniger für Sie gemacht sein. Kurzum: Sie müssen sich in dem Sitz wohlfühlen. Achten Sie auf Rücken, Becken, Po, Beine. Haben Sie es bequem? Zwickt oder zwackt es irgendwo? Werden gar Nerven oder Muskeln abgedrückt? Ein guter Berater ist beim Sportsitz sicherlich die beste Idee. Wo Sie den Sitz nachher kaufen, ist schließlich Ihnen überlassen. Wer jedoch sein Wunschmodell kennt, dem steht auch ein Fernkauf im Internet frei. Vorher sollten Sie sich aber auf jeden Fall gut erkundigen.

Der Vergleich: Welcher Hersteller baut den besten Sportsitz

Anbieter schicker Sportsitze gibt es viele. Recaro ist einer der ganz Großen. Aber wie so oft beim Marktführer: Manche lieben Recaro Schalensitze, andere wieder nicht. Selbstredend finden sich etliche Alternativen zum genannten Hersteller, beispielsweise Sparco Schalensitze oder FK Schalensitze. Daneben gibt es noch viele weitere Anbieter, die ebenfalls gute und interessante Produkte fertigen.

Die Auswahl wird somit kaum einfach. Zumal auch die Sportsitze oder Schalensitze selbst ganz unterschiedlich sind. Da finden Sie solche mit den bereits erwähnten Seitenteilen am Kopf und wieder welche ohne. Da finden Sie edle Leder-Schalensitze oder andere mit simplen Stoffbezug, einfarbige oder zweifarbige. Mit anderen Worten: Die Auswahl an entsprechenden Autositzen ist mehr als groß, wenn nicht sogar schlichtweg riesig und fast schon unüberschaubar.

Tatsächlich macht das immense Angebot die Auswahl des richtigen Sportsitzes eher schwerer statt leichter. Sein Wunschmodell genau zu kennen, ist daher noch wichtiger, zumal auch der Preis ein Punkt ist, den Sie nicht außer Acht lassen sollten. Gibt es schon Modelle für runde 100 Euro, können Sie ebenso 200 oder 300 Euro ausgeben - pro Stück versteht sich. Und da Sie Ihr Auto doch sicherlich einheitlich ausstatten wollen, brauchen Sie zwei Sportsitze. Rechnen Sie also gleich doppelt.

Wer sich übrigens richtig wie Schumi oder Vettel fühlen will, findet ebenfalls das Passende. Sogenannte FIA Schalensitze sind ganz gezielt für den Einsatz auf der Strecke gedacht, passen aber ebenso in Serienautos. Wichtig: Achten Sie auf eine ABE oder zumindest eine FIA-Homologation. Ansonsten ist ein Besuch beim TÜV unbedingt nötig, denn auch Autositze und damit Sportsitze müssen bestimmte Normen und gesetzliche Vorgaben erfüllen. Und gerade Sportsitze sind bei einer Prüforganisation ein mehr als heikles Thema und werden gern beanstandet. Machen Sie sich also auch beim TÜV schlau, bevor Sie sich einen Sportsitz zulegen. Oder achten Sie gleich auf die ABE.

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