Aussenfilter : Handling, Aufbau, Fehlerquellen

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Allgemeine Information zu Aussenfilter

Information zu Pumpenleistung, Q-Max und Umwälzleistung
Abschnitt 1: Aufbau-Anordnung und Konstellation der Filtermedien innerhalb des Filters
Abschnitt 2: Ansaugung und Inbetriebnahme
Abschnitt 3: Probleme während des Betriebes
Abschnitt 4: Hinweise zu Pflegemaßnahmen am Filter

Abschnitt 5: Mein Filter ist zu schwach, die Leistung ist zu gering


Allgemeine Information zu Aussenfiltern:

Die meisten am Markt erhältlichen Aussenfilter sind robuste Geräte mit einer soliden und einfachen Technik. In der Regel befindet sich im Pumpenkopf eine wasserdichte Magnetkreiselpumpe. Magnetkreiselpumpen sind langlebig und nahezu störungsfrei im Betrieb. Leider werden all zu oft Anwendungsfehler als "Pumpendefekt" fehlinterpretiert.
In den nachfolgenden Abschnitten möchten wir versuchen, die meisten "klassischen" Fehler in der Anwendung aufzuführen und wie man diese am besten vermeidet.

Pumpenleistung, Q-Max und Umwälzleistung
Bei den meisten Aussenfiltern bezeichnet die vom Hersteller angegebene Pumpenleistung den theoretischen Leistungswert der Kombination von Motorstärke und Magnetflügelrad. Bereits das Gehäuse und die abgehende Ausgangsverbindung führen zur ersten Leistungsminderung. Hinzu kommen bei der vollständigen Aufstellung alle druckseitigen Behinderungen, wie z.B. Aufstellhöhe, Bögen, Querschnittsminderung durch Schläuche oder gar installierte Sprührohre. Daher wird von vielen Herstellern gerne auch ein zweiter Wert, oft Umwälzleistung oder auch Q-Max angegeben. Hierbei handelt es sich um einen maximalen Wert, der bei einer typischen Installation erreicht werden kann. Auch dieser Wert kann sich durch individuelle Besonderheiten und insbesondere auch durch Verschmutzung mindern. In Anbetracht einer angestrebeten Biofilterung, die als Faustregel mit gesamter Beckeninhalt in einer Stunde Umwälzung angenommen wird, sind die meisten Filter in der Regel trotz dieser vermeintlichen geringeren Leistung durchaus angemessen.(Beispiel: Pumpenleistung ist mit 700l/h angegeben. Umwälzleistung oder Q-Max meist ca. 450 l/h. Reale Pumpenleistung im Betrieb variiert zwischen 300-und 400l.)

 


1. Aufbau-Anordnung und Konstellation der Filtermedien innerhalb des Filters

Grundsätzlich können die meisten Aussenfilter völlig individuell und unabhängig von Installationsvorschlägen frei bestückt werden.
Es empfiehlt sich jedoch zur Vermeidung von hohen Reinigungsintervallen eine Anordnung, die ein schnelles "Zusetzen" des Filters vermeidet.
Demnach sollte die "erste" Filterkammer (meist am Boden des Aussenfilters) nach Möglichkeit mit groben Filtermaterial bestückt sein. Erfahrungsgemäß empfiehlt sich hier die Anwendung von z.B. Tonröhrchen oder Filtralith.
Bei einem 2 Kammer Filter kann die erste Kammer bereits mit einer Filterschaumplatte abgeschlossen werden. Bei einem Dreikammersystem empfehlen wir den Einsatz einer Filterschaumplatte als Abschluß für die mittlere Kammer.
In der letzten Kammer (zweite oder dritte) empfiehlt sich der Einsatz von speziellen Filtermedien. Hier kann z.B. Zeranix, Glaskeramik, Baktomax oder Zeolith eingesetzt werden.
Abschließend sollten Sie unbedingt das Filtervlies einsetzen. Das bewirkt eine letzte Reinigung feiner Sedimente und schützt zusätzlich den Pumpenkopf vor Verunreinigungen oder Kleinteilen, die den Betrieb (z.B. feine Steinchen und vgl.) stören könnten.
Bei Verwendung von feinem Quarzsand sollte unbedingt  darauf geachtet werden, daß kein Bodengrund unbeabsichtigt angesaugt wird.
Spezielle Filtermedien, wie z.B. Phosphatadsorber, Aktivkohle und Nitratentferner sollten nach Möglichkeit in die letzte Kammer gesetzt werden. Dabei unbedingt darauf achten, daß ein Filtervlies nachgesetzt wird, denn viele Adsorber geben im Erstbetrieb kleine Sedimente ab.

 

2. Ansaugung und Inbetriebnahme

Wenn alle Teile sorgfältig angebracht sind, kann die Befüllung des Filters vorgenommen werden. Unabhänig von möglicherweise eingebauten Ansaughilfen empfiehlt es sich, den Filter vor dem Start mit Leitungswasser aufzufüllen. Eine sichere Entlüftung kann erreicht werden, wenn der Rücklauf zunächst in ein Auffangbehälter (z.B. Eimer) geleitet wird und ein eigenständiger Abfluß nur durch die Gefällewirkung bereits stattfindet.
Der Idealfall ist erreicht, wenn der Filter + die saugseitige Installation (Schlauch) vollständig mit Wasser befüllt sind.

Nach dem Start des Filters sollten nach einem kurzen Durchlauf keine Luftblasen mehr im Filter zu sehen sein.

Häufige Fehler in diesem Bereich:

Probleme saugseitig (Ansaugung):

Ansaugung im Aquarium ist behindert (größere Pflanzenteile, Schmutz)
Absperrhahn (Schnelltrennkupplung) ist nicht vollständig geöffnet
Schlauch weist Quetschungen oder Verdrehungen vor (verminderter Durchfluß)
Filter steht oberhalb des Wasserniveaus vom Aquarium

Probleme druckseitig (Rückfluß in das Aquarium):

Absperrhahn (Schnelltrennkupplung) ist nicht vollständig geöffnet 
Schlauch weist Quetschungen oder Verdrehungen vor (verminderter Durchfluß)

Seltene Probleme:

Ansaugung und Auslaß werden verwechselt!

Liegt der Auslaß größtenteils unterhalb der Wasseroberfläche kann der Filter kurzfristig so in Betrieb genommen werden. Es stellen sich jedoch recht schnell Probleme im Betrieb ein, da der Auslaß ja nun gegen die Wassersäule drücken muß und über die Oberfläche meist Luft mit angesaugt wird.
Abhilfe: Kontrolle ob die Ansaugung tatsächlich am Filter an der Markierung "IN" angeschlossen ist.


3. Probleme während des Betriebes

a) Filter ist "laut"
b) Pumpe ist zu "schwach", geringe Leistung
c) Filter ist schnell verschmutzt, Leistung läßt nach


a) Filter ist "laut":

Häufig: Luft im Gehäuse
Gelegentlich: Vibrationsübertragung an andere Materialien (z.B. Unterschrank)
Selten: Schmutzteile in der Antriebseinheit
Sehr selten: Defekte Antriebseinheit

Abhilfe:
Bei Luft im Gehäuse wie unter P.2 beschrieben vorgehen. Ist der Filter schon längere Zeit in Betrieb auch an Verunreinigung IM Schlauch denken.
Vorsicht bei Nutzung von Membranpumpen mit Auslaßausströmer direkt im Nahbereich der Ansaugung des Aussenfilters. Dabei kann ünerwünscht vom Aussenfilter Luft mit angesaugt werden und es kommt zu permanenter Luftansammlung im Filter.

Bei Vibrationsübertragung:
Entkoppeln.

Bei Schmutzteile in der Antriebseinheit:
Antriebseinheit gem. Anleitung ausbauen und reinigen. Auf sichtbare Schäden kontrollieren.

Bei defekte Antriebseinheit:
In äußerst seltenen Fällen kann es zu Rissen im Magneten der Antriebseinheit kommen.
In diesem Fall wenden Sie sich zwecks Ersatz an uns oder einen Fachhändler.


b) Pumpe ist zu "schwach", geringe Leistung

Sehr häufig:
Saug-und druckseitige Behinderungen

Häufig:

Filter zieht unbemerkt Luft (z.B. an undichten Dichtungen)


Gelegentlich:
Filter ist verschmutzt
Verwendung von Sprührohren

Schnelltrennkupplungen sind nicht vollständig offen

Sehr selten:
defekte Antriebseinheit


Abhilfe:

Bei Saug-und druckseitige Behinderungen & Schnelltrennkupplungen sind nicht vollständig offen:
Unbedingt gewissenhaft den Weg des Wassers prüfen.
Ansaugung frei?
Schlauch zum Filter sauber und nicht geknickt?
Schnelltrennkupplungen offen?
Schlauch zum Aquarium sauber und nicht geknickt?
Auslauf im Aquarium ungehindert?

Bei Filter ist verschmutzt & Verwendung von Sprührohren:

Filter reinigen und konzeptionellen Aufbau (s.P.1) überdenken.
Sprührohre mindern ein wenig die Gesamtleistung, da ein "Drucksystem" aufgebaut wird.
Bei Bedarf nach größerer Durchströmung sollte ein freier Auslauf gewählt werden.

Filter zieht unbemerkt Luft an undichten Stellen:

Ein Großteil der Installation des Aussenfilters liegt naturgemäß saugseitig. Kommt es auf diesem Weg zu geringfügigen Undichtigkeiten, kann es vorkommen, daß der Filter permanent Luft mit einsaugt. Der Pfleger bemerkt im betrieb die Undichtigkeit nicht - es wird durch den wasserkreislauf an der undichten Stelle lediglich ständig ein wenig Luft mit eingesaugt. Die Folge ist oft ein leistungsverlust und ein höheres Betriebsgeräusch.

Abhilfe: Kontrollieren Sie gewissenhaft den druckseitigen Weg. Erkennt man kleine Luftbläschen, so könnte der beschrieben Fehler vorliegen. Ggf. den Filter stilllegen und auf Dichtigkeit prüfen. Highlights dabei: Trennkupplungen, Profildichtung und eventuell vorhandene Entlüftungsschrauben.

Bei defekte Antriebseinheit:

Siehe P. 3 a

 

c) Filter ist schnell verschmutzt, Leistung läßt nach

Filter reinigen und konzeptionellen Aufbau (s.P.1) überdenken.
Ggf. Pflegemaßnahmen und Haltung überdenken (z.B. zu hohe Fütterung, Pflanzenpflege).
Ansaugungsort variieren.
Im Einzelfall die Anschaffung eines größeren Modells in Erwägung ziehen.

 

4. Hinweise zu Pflegemaßnahmen am Filter

Bitte gehen Sie bei Pflegearbeiten vorsichtig mit dem Material um.
Grundsätzlich natürlich vom Netz trennen.
Höchste Vorsicht ist geboten, wenn die Antriebseinheit gereinigt wird.
Die dort eingebaute Keramikachse ist äußerst bruchgefährdet.
Beim Zusammensetzen des Filters darauf achten, daß kein Material (z.B. Sand, Schmutz oder andere Teilchen) zwischen Dichtungsring und Gehäuse kommt.

5. Mein Filter ist zu schwach, die Leistung ist zu gering

Immer wieder erreichen uns Meldungen, daß der Filter nicht ordnungsmäß arbeitet und die Leistung nachgelassen hätte. Oft liegt hier der Irrglaube vor, daß eine Magnetkreiselpumpe einen nennenswerten Leistungsverlust im "Motor" verzeichnen könnte.

Nun ist es jedoch so, daß Magnetkreiselpumpen antriebstechnisch letztendlich keine nennenswerten Nachlaßerscheinungen haben, selbst bei jahrelangem Betrieb nicht. Zur Kontrolle des Filters und Ausschlußfehlerquellensuche ist folgende Prüfung möglich:

Nehmen Sie nur den Filterkopf mit der Antriebseinheit ab. Setzen Sie den Filterkopf in ein Waschbecken/Spüle und versetzen Sie das Becken mit soviel Wasser, daß die Antriebseinheit Wasser ansaugen kann. Achten Sie darauf, daß der druckseitige Ausgang nach Möglichkeit mit einem Schlauch in das Waschbecken zurück geführt wird (sonst haben Sie das Wasser im Gesicht). Zeigt der Filter sich hier leistungsstark, dann sollten gewissenhaft alle weiter oben angegebenen Themen prüfen, denn dann hat er den Beweis erbracht, daß der Fehler in der Installation liegt.

Ist der Filter bei diesem Test auch leistungsschwach, dann sollten Sie unbedingt die Antriebseinheit prüfen (Magnetflügelrad). Ist diese Einheit neuwertig und alle anderen Prüfungen sind ebenfalls durchgeführt worden, dann könnte ein technischer Fehler in Betracht gezogen werden. Dieser Fall ist hier bei uns bis dato noch nicht aufgetreten. In allen Fällen lag das Problem bei einem der anderen erwähnten Möglichkeiten.

 

Dieser Ratgeber ist ein allgemeiner Hinweis. Abweichend davon sollten Sie natürlich bevorzugt unbedingt immer die Hinweise des Herstellers beachten.

 

Michael Schughart, Aquaristik-Systemberatung, Stand Juli 2007

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